15.11.03

TOUR DIARY – 13.11.03 | BAD SAULGAU, Franziskaner ***UNPLUGGED***

In unserer Stammkneipe spielen wir immer mal wieder gern. Diesmal engagierte uns Franzis-Chef Hans Dangel als Support der Mark Gillespie Band. Alle Bandmitglieder bis auf Frontmann Gillespie waren Deutsche und schon beim Aufbauen sehr nett. Also nett war Mark Gillespie natürlich auch – nur eben kein Deutscher. Verwirrend?? Egal. Wer’s mehrmals liest, versteht’s! Es sei denn, der Leser wäre kein Deutscher…

Zu unserem Auftritt gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen: Wir spielten zu viert knapp eine Stunde unplugged, wobei wir absolut nichts Neues präsentierten. Sédon, Jojo und Nippel waren im Vorfeld zu sehr mit den Aufnahmen von „Strawberry Week“ beschäftigt und allein kann Judith beim besten Willen keine neuen Songs einproben. Ohne große Besonderheiten spielten wir unser Set herunter und stimmten das Publikum auf die Hauptband ein. Den Franzis Stammgästen schien’s zu gefallen und so steigerte sich Song für Song der Applaus.

Mark Gillespie und seine Mannen präsentierten im Anschluss bodenständigen Gitarrenrock im Stile von Nickelback oder Bruce Springsteen. Teilweise gingen die vier Jungs aber auch sehr balladesk zu Werke. Witzig war, dass Mark Gillespie nicht an seinen Lyrics festklebte, sondern immer mal wieder spontan den Text veränderte: Das ging von „I need more bass for my guitar!“ bis hin zu „Goodbye, COLESLAW! You played well tonight!”. Und das mitten im Lied!

Während Nippel relativ früh nach Hause ging, blieben Jojo, Sédon und Judith noch bis spät in die Nacht im Franzis. Auch Heinz und Thimo am Mischpult hatten ihre Freude. Amüsant war, als Manne (bereits gut angeheitert; Anm. d. Red.) nach dem Gig seinen Arm um Mark Gillespie legte und mit ihm redete, als seien sie alte Stammtischkollegen. Den äußerst offenen und witzigen Briten dürfte dies jedoch mit Sicherheit nicht gestört haben. Schließlich kaufte sich Manne sofort eine CD…

Danke: Manne , Heinz, Thimo, Hans Dangel, Mark Gillespie Band, AVERAGE, Frau Schwarz und allen, die wegen uns 8 Euro gezahlt haben.

05.10.03

TOUR DIARY – 03.10.03 | RAVENSBURG, Metro, Alterna Palooza Festival

Über Michi Ehm – einen guten Freund von Nippel – sind wir zu diesem Auftritt gekommen. Neben uns sollten drei andere Bands, nämlich (INSERT COOL NAME), CABBAGE AND TURNIP sowie DEAD POETS ALIVE, spielen. Bereits einige Wochen vor dem Festival wurde ausgelost, welche Band wann spielt. Ironischerweise waren wir ganz am Schluss dran. So waren wir praktisch Headliner, obwohl wir die einzige Band waren, die in Ravensburg (fast) keiner kannte. Egal – wir fanden’s trotzdem erfreulich (auch wenn es das im Endeffekt nicht war, aber dazu später mehr…).

Am Tag der Deutschen „Einheit“ kurvten Sédon, Nippel und Jojo (mit Manne) bereits um 14.00 Uhr gen Ravensburg. Judith konnte nicht mit dabei sein, weil beim Alterna Palooza Festival (Wer um alles in der Welt ist bloß auf diesen Namen gekommen??) ausschließlich Eigenkompositionen gespielt werden sollten. Im Großen und Ganzen wurde das auch gemacht. Selbst unsere Setlist bestand über weite Strecken aus eigenen Stücken. Um eine Stunde Spielzeit zusammen zu bekommen, nahmen wir noch ein paar Covers von SILVERCHAIR hinzu. Zum einen, weil die Songs eher unbekannt sind und zum anderen, weil sie vom Stil her relativ gut zu unseren eigenen Songs passen.

Als wir nach kurzer Suche die (oder das??) „Metro“ gefunden hatten, waren neben den Organisatoren auch schon einige Mitglieder der anderen Bands da. Wir begrüßten Michi, wir begrüßten ein paar andere bekannte Gesichter und wir begrüßten auch ein paar Fremde, die bereits nach wenigen Minuten nicht mehr fremd waren. Nachdem alles aufgebaut war, kam der Soundcheck. Dieser war weniger von Bedeutung als sonst, da in dem relativ kleinen Raum, in dem die Bühne stand, kein Schlagzeug und auch keine Amps abgenommen wurden. Lediglich der Gesang wurde beim Soundcheck grob eingestellt.

Die Zeit bis zum Abend verbrachten wir mit Trinken, Essen, Labern, aber vor allem mit Ukulele spielen (Für alle Ungebildeten: Eine Ukulele ist eine kleine Gitarre mit lediglich vier Saiten. (Für alle Ungebildeten, die aufgrund von häufigem Fernsehen ungebildet sind: Ja, das ist so eine, wie der Stefan Raab hat!!)). Scheinbar gibt es in Ravensburg sogar noch mehr Ukulelen als Punker – nahezu jeder Gitarrist hatte eine dabei! Jojo, der selbst eine besitzt, zeigte Nippel, wie man sie spielt. Bereits nach wenigen Minuten intonierten die beiden „Summer of 69“ von Bryan Adams . Auch Sédon, der für einen Schlagzeuger übrigens erstaunlich gut Gitarre spielt, versuchte sich an einer der „Liliputaner-Klampfen“.

Als das irgendwann langweilig wurde, führten unsere Wege immer öfter in den Backstageraum, wo für jede Band ein Kasten Bier sowie ein Flasche Wodka und ein Tetrapack Orangensaft bereitstanden! Einmal mehr wurden uns die Vorteile einer Drei-Mann-Band klar. 🙂 Jeder Bierkasten war mit dem jeweiligen Bandnamen beschriftet, so dass klar war, wem was gehört. Dem Wodka lagen sogar Becher bei – ebenfalls beschriftet: Witzig war, als wir Sédons Becher mit der Aufschrift „Cedon“ erblickten… 🙂

Gegen Abend enterten Hausmeister Strauße, sowie unsere drei besseren Hälften (Anna, Hanna und Stann… ähm, Steffi) die Metro. Somit war unser Kasten Bier auch bald lehr. Wer von den vieren am meisten dafür verantwortlich war, ist uns ein nach wie vor ein Rätsel… 🙂

Zwischen 18 und 19.00 Uhr füllte sich der Schauplatz so langsam. Zu unserer Überraschung betrat auch Flori Reisch (unser Perkussionist bei der Tonkunst) den Raum. Er war zufällig von Freunden überredet worden, mit zu kommen. Als er erfuhr, dass unter anderem wir in der Metro spielen sollten, ging er sogar freiwillig mit… 🙂

Kurz nach 19.00 Uhr enterten (INSERT COOL NAME) die Bühne: In Schlafanzügen verkleidet wurde bei Kerzenlicht zunächst „Schlaf, Kindlein, schlaf“ intoniert. Wenige Sekunden später präsentierten die fünf einen Brachialsound, der noch am ehesten als New Metal einzuordnen ist. Jedenfalls traf New Metal eher zu als Punkrock (Frontmann Bene Luca hatte Nippel am Nachmittag erklärt, sie würden eine Art Punkrock spielen). Optisch war der Auftritt mehr als beeindruckend: Wie von Sinnen hüpften die beiden Gitarristen und der Bassist durch die Gegend, wobei sie sich dabei in bester Korn-Manier bis zum Boden bückten. Trotzdem spielten sie ihre Riffs noch ganz ordentlich, wenngleich letztere aufgrund der hohen Lautstärke des Schlagzeugs nicht immer optimal hörbar waren. Ein DJ sorgte während den recht einfallsreichen Riffs für Scratches. Was uns allerdings gar nicht überzeugte, war der „Gesang“: Bis zum Boden gebückt grölte Frontmann und Gitarrist Bene unverständliches Zeug in ein auf Kniehöhe (!!!) eingestelltes Mikro. Sowohl das Geschrei, als auch sein sonstiges Verhalten auf der Bühne war so gar nicht von dem sonst so ruhigen, fast schon schüchternen, Kerl zu erwarten.

Nach (INSERT COOL NAME) spielten CABBAGE AND TURNIP einen ihrer ersten Auftritte. Mit Michi Ehm am Bass präsentierten die vier ihre deutlich ruhigeren Eigenkompositionen. Bei einem Song kam sogar eine Saxophonistin zum Einsatz. Gegen Ende des halbstündigen Auftritts wurde ein kleines Spiel auf der Bühne veranstaltet, wobei unser Jojo natürlich mitspielte: Es ging darum, so schnell wie möglich eine Karotte zu essen, sowie eine Flasche Bier zu exen. Obwohl Jojo den Kürzeren zog, war er danach noch lustiger, als er eh schon war. Egal, denn vor uns waren ja noch die Jungs von DEAD POETS ALIVE dran:

Hinter ihrem sehr kreativen Bandnamen verbarg sich – man höre und staune – Punkrock. Neben ein paar 0815-Songs wurden auch einige wirklich überzeugende Stücke gespielt. Ein an die Sportfreunde Stiller erinnernder Coversong mit Keyboard gefiel uns am Besten. Die äußerst sympathischen Poets zeigten großes Interesse, einmal in der Bad Saulgauer Gegend zu spielen. Vielleicht wird ja irgendwann mal was draus…

Zu guter Letzt waren wir an der Reihe. Nach den Poets hatten die meisten den Raum aufgrund der unerträglich schlechten Luft verlassen. Erstaunlicherweise kamen viele wieder zurück, als wir anfingen zu spielen, obwohl uns die meisten mit Sicherheit nicht kannten. Zu unserer Freude kamen unsere Songs ganz gut an: Vor der Bühne bewegte man sich zum Sound und nach den Stücken gab’s ordentlich Applaus. Als wir knapp die Hälfte unseres Sets gespielt hatten, signalisierte uns plötzlich einer im Publikum, dass wir aufhören sollen. Wir spielten den angefangenen Song noch fertig und erfuhren danach, dass die Polizei wegen der Lärmbelästigung im Anmarsch war – und dabei war es erst halb elf! Tja, da hat sich wohl mal wieder jemand beschwert, der nix besseres zu tun hat. Während wir das Ganze relativ gelassen nahmen und unsere Instrumente ins Eck stellten, regten sich einige Zuschauer sowie die Organisatoren extrem auf. Klar war’s schade, denn es lief wirklich nicht schlecht für uns. Trotzdem braucht sich keiner zu entschuldigen, denn sooo furchtbar lang war unser Anfahrtsweg auch wieder nicht gewesen und außerdem konnte ja von den Organisatoren keiner was dafür. Ein Punker mit halbseitiger Glatze und rosaroten Haaren auf der anderen Seite meinte zu Jojo: „Spielt gefälligst weiter!“ – Jojo: „Würden wir ja gern, geht aber nicht!“ – Punker: „Und so was nennt sich Punkrock!“ – Jojo: „Nö, das ist eher Grunge!!“… 🙂

Nachdem die Anlage aus war, wurde von einigen Mitgliedern der anderen Bands ein kleines Ukulelen-Konzert gespielt, während Strauß mal wieder seine Biene-Maja-Nummer präsentierte.

Trotz dem blöden Ende hat sich der Abend aus unserer Sicht gelohnt. Vielleicht klappt’s ja mal wieder in Ravensburg…

Vielen Dank: Michi Ehm und allen anderen Organisatoren, Manne, Hausmeister Strauße, allen Zuhörern sowie den anderen Bands für ihre Freundlichkeit und ihr Interesse.

30.09.03

TOUR DIARY – 28.09.03 | BAD SAULGAU, Kurpark ***UNPLUGGED***

Aufgrund der guten Resonanz im August (150 Leute sind für ein Kurkonzert angeblich viel) hatte uns die TBG kurzerhand für ein zweites Unplugged-Konzert unter dem großen weißen Sonnensegel im Kurpark engagiert. Ein wenig verwundert hatten wir zugesagt und uns gedacht: „Wahrscheinlich regnet’s um die Jahreszeit sowieso und das Konzert fällt aus…“

Fast hätten wir recht behalten. Allerdings nur fast: Am Tag des Auftrittes zogen gegen Abend immer mehr Wolken auf und es war klar, dass es früher oder später anfangen würde zu regnen. Auf gut Glück bauten wir trotzdem auf. Da bereits im Vorfeld in der Zeitung gestanden war „nur bei gutem Wetter“, es aber immer dunkler wurde, dachten sich wohl die meisten Leute: „Die spielen eh nicht – ich bleib lieber daheim!“. Ein paar dachten wohl auch: „Ich hab Coleslaw schon so oft gesehen – da tu ich mir die Kälte nicht an!“ Manche dachten bestimmt auch: „Coleslaw?? Wer soll denn das bitteschön sein?“ oder „Die sind eh scheiße!“. Was aber die meisten dachten, war höchstwahrscheinlich: „Ich war bei der Tonkunst (siehe Gig Review vom 19.09.03) – wer will da denn noch ein einfaches Unplugged-Konzert sehen?“… 🙂

Wie dem auch sei. Wir wollen uns jedenfalls nicht rausreden und ehrlich zugeben, dass maximal 40 Leute am Start waren – zur Freude von Jojo und Nippel war ein ehemaliger Lehrer unter ihnen. Irgendwann war es ersichtlich, dass der Regen auf jeden Fall kommen würde, aber da wir eh schon aufgebaut hatten und trotz allem ein paar Leute da waren, spielten wir trotzdem. So ca. ne Stunde lang. Ungefähr von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Nicht sonderlich gut, aber ordentlich. Judith zitterte am ganzen Körper – nicht vor Aufregung (was bei der Tonkunst wohl eher der Fall war…), sondern einfach aufgrund der Kälte. Da unser Eiszapfen Judith selbst in der Stinnes-Sauna stets mit Jacke, (Stiefeln, Fäustlingen etc.) probt, war diese Tatsache nicht sonderlich überraschend, denn es war wirklich saukalt. Selbst Nippel und Jojo froren. Einzig und allein Sédon schien nix vor der Kälte zu merken. Vielleicht war er auch einfach nur zu müde dazu… 🙂

Thimo mischte uns mal wieder ab, was in der nächsten Zeit eher selten der Fall sein wird: Unser Schatzi hat ein Angebot von ITCHY POOPZKID (Wer kennt sie nicht, die California-Punkrocker aus Eislingen an der Fils (an der Fils!!)) bekommen, dass er einfach nicht ablehnen konnte: In den kommenden Wochen und Monaten wird er mit den Itchys quer durch Deutschland touren und sie an gigantischen Mischpulten abmischen. Allerdings ist er bei jedem Konzert den Tränen nah, weil ihm betreffende Geräte nicht gehören… 🙂

Auf jeden Fall ein großes Dankeschön an Thimo! Wir hoffen, dass du uns immer mal wieder abmischen wirst, und dass du viel dazu lernst!

Ansonsten danken wir der TBG und Gustav Strobel für diverse Hilfe beim Finanzmanagement.

21.09.03

TOUR DIARY – 19.09.03 | BAD SAULGAU, Stadtforum, Tonkunstfestival

Bereits zu der Zeit, als COLESLAW noch Zukunftsmusik war, hatten Nippel und Jojo (damals noch mit Cornelius Reinhardt und Lorenz Wortmann) in der Band der Jugendkunstschule gespielt. Im Jahr 2000 war es zur ersten Zusammenarbeit mit dem Streichorchester gekommen: Im Rahmen des Jahreskonzerts der Jugendmusikschule Bad Saulgau hatten wir den METALLICA-Klassiker „Nothing else matters“ gespielt. Schon damals hatte Gitarrenlehrer Friedbert „Fribbe“ Reuter die Orchesterpartituren für den Song arrangiert. In den folgenden beiden Jahren waren noch einzelne Songs hinzu gekommen, die im Rahmen besonderer Konzerte aufgeführt wurden. Neben dem bereits erwähnten „Nothing else matters“ waren dies „Eleanor Rigby“ von THE BEATLES, „Take a look at my heart“ von KIERAN GOSS sowie „No leaf clover“ von METALLICA. Als COLESLAW hatten wir schließlich noch beim Jahreskonzert 2002 „Back to you“ von Bryan Adams präsentiert, wobei Corny Reinhardt den Bass und Christoph Seitz das Klavier (Verzeihung, ich meinte den Flügel!) übernommen hatte. Eigentlich hatten wir (vor allem Fribbe) schon immer im Hinterkopf, das Ganze mal größer aufzuziehen und ein abendfüllendes Konzert zusammen mit dem Orchester zu spielen.

Anfang 2003 begannen wir schließlich mit konkreten Planungen, da Alban Beikircher – der Leiter und Dirigent des Orchesters – die Idee hatte, das Projekt innerhalb seines Tonkunstfestivals zu verwirklichen.

Zunächst einmal mussten die passenden Songs ausgesucht werden. Nippel und Jojo verbrachten zu dieser Zeit endlose Stunden bei Friedbert und hörten eine CD nach der anderen durch. Gefragt waren vor allem Songs, die bereits ein Orchestergewand hatten, da es für Fribbe dann einfacher war, die Songs zu arrangieren: Er konnte sich einfach an der Vorlage orientieren und die Orchesternoten Stück für Stück raushören und aufschreiben. Das hört sich jetzt simpler an als es ist, denn trotz allem dauerte es oft einige Tage oder sogar Wochen, bis die Partitur eines Songs fertig gestellt war. Gelegen kamen uns hierbei Platten wie zum Beispiel „S&M“ von METALLICA oder „Unplugged“ von BRYAN ADAMS, da diese Alben durchweg mit Streichorchester eingespielt sind. Bei Songs von KIERAN GOSS hingegen gab es keine Orchesterversion. Fribbe musste also selbst kreativ werden und seinem Hirn abwechslungsreiche Kompositionen entlocken. Vielleicht gibt es jetzt einige, die sich fragen: „Der Fribbe ist doch Gitarrenlehrer. Wieso kann der das überhaupt??“. Denen sei gesagt: Fribbe hat früher einmal Geige studiert. Beim praktischen Teil erspielte er sich tolle Noten – der Theorie wegen fiel er aber letztendlich durch die Prüfung und musste somit sein Studium abbrechen. Für uns war das ein außerordentlicher Glücksfall, denn wo sonst findet man einen Gitarrenlehrer, der Orchesterpartituren schreiben kann?

Obwohl Jojo und Nippel zahllose Songs für das Projekt vorschlugen, war es im Endeffekt Fribbe, der die meisten Stücke aussuchte. Unsere Ideen waren seiner Ansicht nach oft „scheiße“ oder „langweilig“ – mal ganz davon abgesehen, dass „eh alles von den BEATLES geklaut“ war. SILVERCHAIR und FARIN URLAUB klauen also laut Fribbe von den BEATLES! Naja, wie auch immer. Wir sahen uns jedenfalls nicht dazu im Stande, diese Behauptung zu dementieren, denn der Fribbe kennt einfach mehr BEATLES-Songs als wir. Trotzdem: Die ZILLERTALER SCHÜRZENJÄGER klauen ja auch nicht von MOTÖRHEAD, oder?? Jetzt aber genug damit! Ich seh schon, dieser Gig Review wird lang, sogar sehr lang! Ha-ha, der wird ein richtiges Meisterwerk!! Jetzt aber weiter…

Also: Irgendwann standen dann alle Songs fest, die wir bei dem Projekt spielen wollten, irgendwann war klar, dass das Ganze im Stadtforum stattfinden wird und irgendwann hatten wir sogar einen konkreten Termin: Den 19. September 2003. Während Fribbe mal mehr und mal weniger fleißig an seinen Partituren arbeitete, übten Jojo und Nippel bereits Monate vor dem Konzert einzelne Songs. Nach längerem hin und her konnten wir uns auch auf die letztendlichen Gastmusiker einigen: Corny (Bass), Christoph (Piano) und Thomas Sali (Gesang). Einige Zeit später kam dann noch Florian Reisch (Perkussion) hinzu. Obwohl Fribbe zunächst skeptisch war, konnten wir ihn doch relativ schnell von Judith überzeugen, als klar war, dass auch ein oder zwei Songs mit Frauenstimme dabei sein würden.

Als das Konzert „Symphonic-Rock“ schließlich in greifbare Nähe rückte, hatten wir uns an einen festgelegten Probenplan zu halten. Zunächst probte die Band getrennt von den ROCKSTRINGS (Streichorchester). Fribbe war unser Chef, während die „Kratzkästen“ (Zitat Sédon) von Alban Beikircher betreut wurden.

Kleine Randgeschichte: Am Ende einer Probe bauten Fribbe, Jojo, Nippel und Sédon die Anlage ab. Nippel trug Fribbes teure Boxenständer („Da hat einer über 500 Mark gekostet!“ – so Fribbe) aus der Musikschule hinaus und überlegte noch kurz, ob er sie wirklich hinter Fribbes Auto legen soll. Immerhin war es bereits stockdunkel. „So blind ist er jetzt auch wieder nicht!“, dachte Nippel und legte die beiden Ständer ruhigen Gewissens auf den Boden. Der Abbau schritt voran und irgendwann fragte Nippel beiläufig: „Wo ist eigentlich der Fribbe??“. Auf Jojos Erklärung, Fribbe würde gerade sein Auto vor die Musikschule fahren, rannte Nippel wie von der Tarantel gestochen nach draußen. Bereits aus der Ferne sah er, dass Fribbe gerade die beiden Boxenständer in seine Karre lud, was Nippel zunächst beruhigte. Wenige Minuten später sollte er erfahren, dass er doch zu spät gekommen war: Fribbe war bereits vor Nippels Blitzspurt über seine eigenen Ständer gefahren und hatte sie nicht unerheblich verbogen. Naja, soll vorkommen. Vor allem bei Fribbe, denn der sieht nach eigenen Worten so dermaßen schlecht, dass er noch nie (!) in seinem Leben einen Sternenhimmel betrachten konnte. Traurig aber wahr…

Immer wieder mussten alle Sänger, sprich Judith, Nippel, Jojo und Thomas separat bei Fribbe erscheinen und vorsingen. Als so langsam die Zeit drängte, war das immer weniger lustig: Fribbe wurde teilweise sehr unverschämt, wobei wir im Gegenzug vielleicht nicht immer den nötigen Ehrgeiz mitbrachten. Vor allem zu Hause bereiteten wir uns oft ungenügend auf die Proben vor, da wir während der Sommermonate einige andere Auftritte spielten, und hierfür schließlich auch proben mussten. Teilweise kamen wir uns vor, wie bei einer der Casting-Shows im Fernsehen – mit Fribbe in der Rolle von Dieter Bohlen: Nix war recht und teilweise lautete sein einziger Kommentar nach einem Song: „Nochmal!“.

Wie dem auch sei – es kam, wie es kommen musste: In irgendeiner Probe waren sowohl wir als auch Fribbe außerordentlich genervt. Obwohl wir uns zuvor noch nie ernsthaft mit Friedbert gestritten hatten, ging’s auf einmal los. Jeder warf sich plötzlich das an den Kopf, was sich seit Wochen angestaut hatte. Vor allem Jojo und Nippel gerieten mit Fribbe in eine heftige Grundsatzdiskussion. Sédon hielt sich wie fast immer dezent im Hintergrund. Auch Judith, Christoph und Florian sagten wenig bzw. gar nix. Lediglich der sonst so ruhige Corny tat das wohl einzig Richtige: Heftig von Fribbe angemault, meinte er grinsend: „Wenn du mir so kommst, dann brauchen wir gar nicht erst zu reden!“, packte seine Sachen und verschwand einfach nach Hause. Nippel, Jojo und Friedbert diskutierten hingegen munter weiter. Dass die anderen von Fribbes Kritik großteils verschont blieben, lag wohl daran, dass er sie einfach nicht so gut kannte und deshalb nicht gleich unverschämt sein wollte. Jojo, Nippel und Corny hingegen besuchen seit Jahren seinen Unterricht. Klar, dass man da weniger Respekt voreinander hat. Am Ende dieser glorreichen Probe war die Stimmung auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Für uns war es fast schon eine Genugtuung, als wir erfuhren, dass es auch beim Streichorchester alles andere als gut lief…

Ob es nun gut lief oder schlecht – es war jedem klar, dass es weitergehen musste und das tat es auch. Die Probe am folgenden Tag war um einiges besser. Scheinbar hatte jeder für seinen Teil nachgedacht, sich Fehler eingestanden und wollte nun vom Vortag nichts mehr wissen. Ganz offensichtlich hatte auch fast jeder daheim an den Songs gearbeitet, so dass diese Probe im Vergleich zu den bisherigen deutliche Verbesserungen mit sich brachte. Trotzdem war unser Verhältnis zu Fribbe bis zum Auftritt immer ein wenig angespannt.

Obwohl das Konzert erst am Freitag war, reisten die Herren der Technik bereits am Montag aus Laupheim an. Martin Weber und seine Mannen (Rolf, Tom und Stefan) waren zunächst wenig gesprächig und bauten mit einer Seelenruhe die Anlage auf. Wir schauten nur gelegentlich mal vorbei, da wir tagsüber arbeiten mussten. Einzig und allein Jojo hatte frei und so half er bis nachts um 2.00 Uhr so gut er konnte beim Aufbau. Martin, Rolf, Tom und Stefan hatten nahezu die komplette Anlage selbst mitgebracht. Ersterer beteuerte immer wieder, dass die Anlage im Stadtforum absolut sch… ähem, schlecht abgestimmt, und dass viel Geld in den Sand gesetzt worden war. Wir konnten das natürlich nicht beurteilen, aber seine Erklärungen schienen zumindest plausibel: Schallreflektion an den Glasfassaden führt zu einem unerwünschtem Echoeffekt, der das Abmischen unmöglich macht und so weiter und so fort…

Am Dienstag war dann technische Probe. Vielmehr als eine grobe Soundeinstellung war bis zum späten Abend jedoch nicht geleistet und so mussten die Feinabstimmungen am Mittwoch gemacht werden. Trotzdem war bereits ersichtlich, dass wir einen bomben Sound haben würden: Selbst die Rockstrings wurden mit zahlreichen Mikros verstärkt. Man hörte wirklich jedes einzelne Instrument! Insgesamt war der Sound sehr warm und angenehm. Selbst das Schlagzeug kam überhaupt nicht brachial rüber. Zu laut war’s auch nicht.

Am Mittwochabend wurde zwar noch geprobt – allerdings nicht sehr intensiv. Es klappte nicht immer gut, da bei manchen Stücken der Ablauf große Probleme bereitete. Langsam drängte wirklich die Zeit, was uns natürlich auch nicht sicherer machte. Einzig und allein Alban Beikirchers spritzige Art sorgte immer wieder für Gelächter und lockerte die Proben sichtlich auf: Mal rief er einer Cellistin (Sabine Binder) mitten im Stück ein deutlich hörbares „Pfui!“ zu – ein anderes Mal meinte er in Anlehnung an einen umstrittenen deutschen Politiker: „Ihrrr sollt spielen wie ein deutsche Uhrrrwerrrk!!!“. Amüsant war auch, als mitten in einem Song Herr Beikirchers Handy klingelte und er während dem Telefongespräch einfach weiterdirigierte. Noch mehr Zitate von Alban Beikircher gefällig?? Tja, dann lest doch einfach den Gig Review vom Jahreskonzert (23.11.02)!

Die erste Durchlaufprobe fand dann am Donnerstag statt und war einer der wenigen Lichtblicke in dieser Woche: Ohne Unterbrechung spielten sowohl wir, als auch das Streichorchester nahezu fehlerfrei das gesamte Programm durch. Lediglich die Technik oder einzelne Songabläufe bereiteten manchmal noch Probleme.

Langsam kam man immer mehr mit den vier Technikern ins Gespräch, die allesamt sehr nett waren. Fribbe hatte nicht zu viel versprochen: Es handelte sich in der Tat um absolute Idealisten, die mit einer Perfektion und einer Detailverliebtheit ihre Arbeit taten, dass es eine wahre Freude war. Und das „für n‘ Apfel und n‘ Ei“, wie Herr Beikircher zutreffend formulierte. Im Ganzen betrachtet bekamen Martin Weber und seine Mannen wohl gerade ihre Unkosten erstattet. Trotzdem war von Arroganz keine Spur, auch wenn sie sich überhaupt nirgends reinreden ließen: Das fing schon damit an, dass unsere Kabel ihrer Ansicht nach scheiße klangen, weil sie zum einen billig produziert und zum anderen falsch von uns zusammengerollt (!) wurden. Auch wenn wir über solcherlei Perfektionismus eigentlich nur staunen und grinsen konnten – im Endeffekt glaubten wir ihnen, was sie sagten. Trotzdem sind wir nach wie vor der Ansicht, dass es wichtiger ist, sich spielerisch zu verbessern, als sich darüber Gedanken zu machen, ob das Mikro jetzt drei oder fünf Zentimeter vor den Amp muss. Aber egal – auf eine gewisse Art hatten Herren Techniker auf jeden Fall recht!

Am Freitag wurde es dann ernst: Um 17.00 Uhr trafen wir uns zur Generalprobe, die zwar ganz ordentlich war, aber lang nicht so gut wie die erste Durchlaufprobe am Tag zuvor: Jojo klagte über eine heißere Stimme, was ihm vor allem bei Songs wie „Yesterday“ Probleme bereitete, während Judith und Nippel auf einmal wieder mit dem Monitorsound unzufrieden waren. Irgendwann wurde der Saal geöffnet und wir verschwanden in irgendwelchen Räumen hinter der Bühne. Manche würden jetzt „Backstage“ dazu sagen. Die Stunde unmittelbar vor dem Konzert war unerträglich und schien kein Ende zu nehmen. Vor allem Sédon beklagte sich über den massiven Geigensound der noch probenden Streicher („Des macht mi verruckt!“). Insgesamt waren wohl alle sehr nervös. Selbst Alban Beikircher wollte kurz vor dem Konzert seine Ruhe haben und verbarrikadierte sich ganz allein in einem Raum. Pianist Christoph hingegen war einer der wenigen, die relativ gelassen blieben. Er versuchte mehrfach die anderen zu beruhigen.

Irgendwann war’s dann so weit: Die ROCKSTRINGS und die Band betraten die Bühne und blickten in die vielen gespannten Augen des vollen Saals. Nach einer kurzen Rede von Kulturamt-Chef Andreas Ruess und einer Klangcollage von Fribbe wanderten unsere Blicke auf Herr Beikircher. Er zögerte kurz und gab dann den Einsatz zu „Back to you“ von BRYAN ADAMS. Sofort wurde uns klar, dass Soundtechniker Tom bei der Generalprobe wohl geblöfft hatte, denn der Monitorsound war jetzt wieder deutlich lauter, was uns ein wenig beruhigte. Unser erstes Stück war spielerisch in Ordnung und erntete auch sofort üppigen Applaus. Bei Song Nr.2 („Take a look at my heart“ von KIERAN GOSS) hingegen, verschleppte fast die gesamte Band das Intro – das Orchester spielte folglich deutlich schneller als wir. Im Nachhinein betrachtet wusste keiner so recht, wer Schuld daran hatte – jedenfalls war’s eindeutig die Band! Nippel, Jojo und Corny gaben geschlossen zu, nicht aufmerksam genug auf Dirigent Alban Beikircher geschaut zu haben. Sédon hatte das falsche Tempo zwar sofort bemerkt – konnte jedoch nicht viel dagegen tun. Immerhin spielte das Streichorchester die synkopischen Rhythmen des Songs recht souverän. Nach Nippel und Jojo übernahm bei „Politik“ von COLDPLAY und bei „Imagine“ von JOHN LENNON Orchestermitglied Thomas Sali das Gesangsmikro. Vor allem „Imagine“ Song sang Thomas mit seiner ausdrucksstarken Stimme absolut brilliant – fast schon meinte man, das Original zu hören. Sowohl Nippel als auch Jojo erkannten neidlos an, dass sie da bei weitem nicht mithalten konnten. Selbst der fließende Wechsel in die Kopfstimme meisterte der Ex-Frontmann von CUBE ohne größere Probleme. Respekt! Christoph spielte am Flügel ebenfalls exzellent – vor allem die akzentuierte Begleitung von „Politik“ kam gut zur Geltung. Weiter ging’s mit „Eleanor Rigby“ von THE BEATLES – dem einzigen Stück ohne Bandinstrumente: Die drei Strophen (1: Nippel, 2: Jojo, 3: Thomas) waren recht gut gesungen. Der vierstimmige Chorus hingegen wirkte unsicher. Außerdem waren hierbei die Leadstimmen zu leise und die Backgroundstimmen zu laut. Judith, die beim Chorus eine Backgroundstimme beisteuerte, verfehlte einmal ziemlich den Ton, was wohl dem einen oder anderen aufgefallen sein dürfte. Beim sich anschließenden „Yesterday“ (Wer den Interpreten nicht selber weiß, der braucht gar nicht weiterlesen!) übernahm Jojo den Gesang, während Nippel die Akustik-Gitarre zupfte. Wenn man Jojos heißere Stimme berücksichtigt, war’s mit ein paar kleinen Ausnahmen ordentlich gesungen. Nippels gelegentliche Patzer fielen durch das laute und schön spielende Orchester nicht so sehr ins Gewicht. Nach dem eher eintönigen und verträumten „Twisting and turning“ (KIERAN GOSS, gute zweistimmige Passage von Jojo und Judith), folgte vor der Pause mit „In my place“ von COLDPLAY einer der Höhepunkte: Wiederum war Thomas Sali am Leadgesang, während Nippel die Background Vocals übernahm. Sédon, der bis jetzt einwandfrei gespielt hatte, erwischte sogar den Break in der Mitte des Songs. Das war mehr als beeindruckend, wenn man mal bedenkt, dass er diesen bisher in jeder (in jeder!!!) Probe verschlafen hatte.

Die Tatsache, dass jetzt eigentlich Pause war, wurde vom Publikum irgendwie nicht erkannt. Der Applaus war ungewöhnlich lang, vereinzelt waren bereits „Zugabe!“-Rufe zu hören und einige wollten sogar schon nach Hause gehen. Thomas Sali sorgte schließlich für Klarheit: Da der Lichttechniker offenbar vergessen hatte, das Wort „Pause“ an die Wand zu projezieren, formte er mit seinen Händen einen Trichter vor seinem Mund und rief deutlich hörbar „Paaauuuuussssseee!!“. So ging jeder nach draußen und ergab sich seinem Nikotin- bzw. Urinierdrang. 🙂

Nach ca. 20 Minuten wurde die zweite Konzerthälfte von der „Elite“ des Streichorchester eröffnet: Anke Gerstetter, Theresa Rimmele & Co. intonierten ein längeres Violinkonzert von Vivaldi. Im Anschluss folgte „A whiter shade of pale“ von PROCUL HARUM: Während Judith ihre Stärke für softere Songs deutlich unter Beweis stellte, hatte Sédon nach eigenen Worten den Schluss vergeigt. Laut Alban Beikircher hatte auch das Orchester an mehreren Stellen gepatzt. Bei „Drive“ von Incubus war dann wieder nahezu die ganze Band beteiligt. Nippel war mit seinem Gitarrensolo zufrieden – mit seinem Gesang jedoch nicht. Wie schon beim Opener „Back to you“ trat der sonst eher im Hintergrund musizierende Perkussionist Florian Reisch bei „Drive“ durch sein markantes und passendes Tamburin in Erscheinung. Bassist Corny brillierte mit einem schwer zu spielenden Fill-In, welches er im Gegensatz zu den Proben sehr gut meisterte. „Hero“ von CHAD KROEGER war der einzige Song, bei dem Thomas‘ Stimme nicht ganz so passend wirkte. Allerdings hätten die anderen diesen gesanglichen Brocken wohl auch nicht besser gemeistert. Ordentlich war’s allemal. Der vierstimmige Refrain hatte zwar einzelne Intonationsfehler – kam aber dennoch sehr kraftvoll rüber. Sédons kurzer Trommelwirbel zu Beginn mündete in einen guten Band- und Orchestereinsatz, was in den Proben auch nicht immer der Fall gewesen war. Nach „Hero“ war dann plötzlich ein wenig Hektik auf der Bühne: Jeder flüsterte dem anderen irgendwas ins Ohr, wobei dieser meist fragend das Gesicht verzog. Der Grund: Herr Beikircher wollte sein Lieblingslied „A whiter shade of pale“ nochmals haben. Sowohl wir, als auch das Publikum waren ein wenig irritiert. Trotzdem wurde dem Wusch stattgegeben und der Song wiederholt. Während Sédon ein zweites Mal den Schluss ungenau spielte, war das Orchester deutlich besser als beim Erstversuch. Im Anschluss folgte „Nothing else matters“ von METALLICA, das von allen Bühnenakteuren im Großen und Ganzen souverän vorgetragen wurde. Jojos Gitarrensolo kam dank seiner neuen Gibson-Klampfe sehr gut zur Geltung. Das letzte Stück des regulären Programms war schließlich „No leaf clover“ (ebenfalls von METALLICA), das durch den Kontrast von rockigen Gitarrenriffs und ruhigen Orchesterpassagen beim Publikum großen Anklang fand und einen Höhepunkt des Konzerts darstellte. Friedberts Arrangements, die er denen von Michael Kamen (SAN FRANCISCO SYMPHONY ORCHESTRA) nachempfunden hatte, wirkten hierbei besonders beieindruckend. Der Schluss von Nippels Gitarrensolo überzeugte durch schwer zu spielende Fingertappings. Schlagzeuger Sédon akzentuierte die Übergänge von den ruhigen zu den heftigen Songparts gekonnt mit seinem neuen China-Becken.

Als der Applaus des Publikums unerwartet lang anhielt, spielten wir „I still remember“ von BLACKMORE’S NIGHT als Zugabe. Das für Streicher umarrangierte Dudelsack-Intro wurde von den ROCKSTRINGS mit Anke Gerstetter an der Sologeige brilliant gespielt. Florian überzeugte an den Kongas, während Judith das Gesangsmikro übernahm. Ein Zuhörer meinte im Anschluss an das Konzert, sie habe den Song besser gesungen, als die Originalsängerin (BLACKMORE’S NIGHT hatte wenige Wochen vor unserem Symphonic-Rock-Konzert live in Friedrichshafen gespielt). Das erschien ihr zwar unglaubwürdig, war aber trotzdem ein enormes Kompliment. Nach erneuten Klatschsalven, spielten wir schließlich noch die Liebes-Schnulze „When you say nothing at all“ von RONAN KEATING. Obwohl Jojo den Song nach eigenen Worten nicht mehr hören konnte, sang er ihn sehr authentisch nach. Christoph am Flügel und Corny am Bass spielten den Schlusssong nach unserem Ermessen fehlerfrei. Wiederum wurde vom Publikum fleißig geklatscht. Und wie! Die hörten gar nicht mehr auf! Ein sichtlich erleichterter und über beide Ohren strahlender Alban Beikircher ließ uns nach unserem Abgang ein ums andere Mal erneut auf der Bühne aufmarschieren. Sein Orchester musste sich mehrmals erheben und wieder setzten. Und die Leute klatschten und klatschten! Als Arrangeur Fribbe Reuter kurzzeitig die Bühne enterte und Alban umarmte, gab es auch von den Musikern Applaus für die viele Mühe der beiden während der letzten Wochen und Monate. Irgendwann erhoben sich die knapp 500 Zuschauer nacheinander von ihren Plätzen und applaudierten munter weiter. Wir hatten uns viel von diesem Abend erhofft – Standing Ovations jedoch bei Weitem nicht!

Nach unserem Auftritt wurde noch kräftig gefeiert. Einzelnes aufzuzählen würde den Rahmen dieses eh schon viel zu langen Gig Reviews sprengen…

Wir danken: Friedbert Reuter für seine Ideen, seine tollen Arrangements und seine (nicht immer vorhandene) Geduld, Alban Beikircher für seinen enormen Einsatz und sein Tonkunstfestival, Martin Weber + Tom + Stefan + Rolf für ihre überwältigende Sound- und Lichtarbeit zum Selbstkostenpreis, unseren „Special Guests“ Corny, Thomas, Christoph und Florian für Bass, Gesang, Piano und Perkussion sowie für ihre freundliche Art während der oft langen Proben, dem Jugendstreichorchester Bad Saulgau für ihr tolles Spiel und ihre Mühe, Miche Hepp von „Szene regional“ für die gelungene Berichterstattung rund um das Konzert, Andreas Ruess und der Stadt Bad Saulgau für die finanzielle Hilfe, der Bahnhofsapotheke und dem Café Kostbar für diverse Sponsorengelder, Thimo für den Entwurf des Flyers, Frau Hocke für die schönen Tonkunst-Programmhefte, Frau Gerstetter für die Versorgung mit Butterbrezeln während den Proben, Herr Schäfer und Herr Wölfle (früher Kolsch) vom Stadtforum, allen Flyerverteilern, allen Konzertbesuchern sowie allen, die sich so sehr für uns interessieren, dass sie diesen Gig Review bis zum Ende durchgelesen haben.

Das Konzert fand in folgender Besetzung statt:

ROCKSTRINGS (STREICHORCHESTER):
VIOLINE:
Martin Binder
Veronika Burth
Kathrin Essl
Anke Gerstetter
Constanze Gerstetter
Katharina Hillmann
Katharina Hinger
Corinna Landig
Thomas Mross
Andreas Peschke
Chartouni Rawang
Svenja Rechle
Theresa Rimmele
Marina Sali
Thomas Sali
Corina Scheffold
Martin Schlenhart
Fabian Stöhr

VIOLA:
Carolin Borst
Andreas Brillisauer
Andreas Kowol
Johanna Miehle
Manuel Ribbehege

CELLO:
Sabine Binder
Ferdinand Gerstetter
Anna Lisa Schulte

DIRIGENT : Alban Beikircher
ARRANGEMENTS: Friedbert Reuter

SPECIAL GUESTS:
BASS: Cornelius Reinhardt
GESANG: Thomas Sali
PIANO: Christoph Seitz
PERKUSSION: Florian Reisch

COLESLAW:
GESANG: Judith Mutschler
SCHLAGZEUG: Thomas „Sédon“ Jäggle
AKUSTIK & E-GITARRE, GESANG: Johannes „Jojo“ Schneiderhan
AKUSTIK & E-GITARRE, GESANG: Andreas „Nippel“ Michelberger

LICHT- UND TONTECHNIK:
Martin Weber
Tom Nickel
Rolf Rieger
Stefan Hees

To be continued…

08.09.03

TOUR DIARY – 06.09.03 | BAD SAULGAU, Café im Stadtforum, Musiknacht

Da Sédon bis einen Tag vor diesem Auftritt im Urlaub war, konnten wir nur bedingt proben. Durch die vielen Auftritte in der letzten Zeit war das aber nicht sonderlich tragisch. Bereits am Freitagmittag wurde von Jojo, Jonne und Gero die Anlage aufgebaut. Das Equipment folgte am Samstagmorgen. Dadurch dass wir mit dem Aufbau relativ früh fertig waren, konnten wir uns beim Soundcheck viel Zeit lassen und bei der Gelegenheit doch noch ein paar Lieder proben.

Die Bewirtung des ansonsten leerstehenden Cafés übernahmen Gaisi, Schaumi und Co. – die netten Menschen eben, die normalerweise mit den Afri-Cola-Bussen durch die Lande reisen. Vertraglich war bereits im Vorfeld geregelt worden, dass der Veranstalter – in dem Fall Gaisi – für unsere Verpflegung zu sorgen hatte. Obwohl er diesen Vertrag angeblich nie zu Gesicht bekommen hatte, gab er uns bereitwillig allerlei Getränke. Selbst unsere Helfer mussten nix bezahlen.

In diesem Jahr fingen wir erst um 21.30 Uhr an zu klimpern. Zu unserer Freude war das Café von Anfang an fast voll. Unser knapp eineinhalbstündiges Unplugged-Programm war spielerisch zwar über weite Strecken gut – allerdings hatte Thimo am Mischpult mit massiven Rückkopplungen zu kämpfen, die seiner Ansicht nach von den Akustikgitarren und/oder von Judiths Funkmikro kamen. Teilweise nahm das echt überhand, doch als er die Monitorboxen zurückdrehte, bekam er die Probleme halbwegs in Griff. Erfreut waren wir, dass die Leute trotz allem Gefallen an unseren Unplugged-Songs fanden und teilweise lautstark mitsangen bzw. sogar vor der Bühne tanzten.

Nach einer kurzen Pause ging’s mit E-Gitarre und E-Bass weiter. In den ersten Reihen wurde kräftig gesungen und Pogo getanzt. Weiter hinten unterhielt man sich dann doch lieber, wobei der ein oder andere trotzdem immer wieder mitsang oder sich im Takt bewegte. Spielerisch und gesanglich waren wir im Vergleich zum Altstadtfest (das war zwei Wochen vorher) um Klassen besser. Nur Sédon war mit sich weniger zufrieden: „Ihr hand scho a reade Arbat gmacht, aber i heit it!“. Beim Singen war es teilweise schwer, die richtige Tonlage zu finden, da wir bei Songs wie „Dark hole“ oder „Schrei nach Liebe“ durch den lauten (aber nicht immer korrekten) Gesang des Publikums, kaum mehr Monitorsound hören konnten. Abgesehen davon ist es natürlich ein tolles Gefühl, wenn ihr so laut singt. Macht ruhig so weiter… 🙂

Die Rückkopplungen, mit denen wir beim Unplugged-Programm zu kämpfen hatten, waren beim zweiten Teil unseres Konzerts fast gänzlich verschwunden. Von vielen wurde Thimos gute Arbeit am Sound gelobt, und dass völlig zu Recht: In dem Café ist die Akustik durch die vielen Glasfassaden und Wände äußerst unvorteilhaft.

Eigentlich war der Abend fast perfekt, bis gegen Ende des Auftritts ein paar Leute meinten, sie müssten provozieren: Als jemand – wir wissen natürlich wer das war – bei „Word up“ Jojos Mikro wegdrehte, da war’s dann zu viel. Während Sédon und Nippel nur grinsend den Kopf schüttelten, reagierte der sichtlich genervte Jojo entschlossener: Mitten im Lied hörte er auf zu spielen und bat die Betreffenden das Café zu verlassen. Natürlich taten sie das zunächst nicht. Erst als ein paar Entschlossene eingriffen und mit ihnen diskutierten, gingen sie und wir konnten weiterspielen. So gegen 1.00 Uhr war nach zwei Zugaben Schluss.

Jojo und Nippel gingen an die Bar und bestellten sich fortan Wodka-Bull in Weizengläsern. Auch Sédon ließ es sich gut gehen, während Judith sich eher zurückhielt. Fotograf Manne beschloss kurzerhand, sich den bisherigen Abend nochmals durch den Kopf gehen zu lassen…

In den frühen Morgenstunden sorgte der gut angeheiterte Jojo mit seinen T-Rex-Imitationen für grenzenloses Gelächter. Die meisten konnten sich gar nicht satt sehen. Mittlerweile waren fast alle Gäste gegangen. Allerdings nur fast. Ein kleiner, breiter und besoffener Mann drehte noch munter seine Runden, wobei er fleißig Frauen und Mädchen anredete und seine Hände da hatte, wo er sie eigentlich nicht haben sollte. Immerhin war er nicht gewalttätig und ließ sich relativ einfach abwimmeln. Als schließlich alle Cafébesucher weg waren, spielten wir (Jojo, Nippel, COLESLAW-Team und andere) kurz mit dem Gedanken, noch ins „Casa“ zu fahren. Letzten Endes ging dann aber doch jeder nach Hause.

Danke: Thimo, Gaisi, Schaumi & Co., Manne, Jonne, Gero, Strauß, Thomas, Micha Scholz, Herr Barth, T-Rex, Biene Maja, Wodka-Bull, Nessi und Lars.

25.08.03

TOUR DIARY – 23.08.03 | BAD SAULGAU, Parkdeck, Altstadtfest Open Air

Wie schon im letzten Jahr wurde von BsoulG-Records ein Open Air im Rahmen des Bad Saulgauer Altstadtfests veranstaltet. Genauer gesagt war unser Mischer Thimo der Chef und wir von COLESLAW, sowie eine ganze Reihe andere Leute, halfen ihm, wo wir nur konnten. Der eine mehr, der andere weniger. Das Ganze wurde nur aus Spaß an der Freude gemacht – sonderlich viel Gewinn war also schon im Vorfeld nicht zu erwarten. War auch gar nicht unser Ziel…

Zur Sache: Nachdem wir bereits in den Wochen vor dem Open Air Sponsoren gesucht sowie Flyer und Plakate verteilt bzw. aufgehängt hatten, wurde am Freitag auf dem Parkdeck beim „Drei König“ aufgebaut. Der Anhänger eines Lastwagens diente als Bühne, wobei er noch mit Paletten vergrößert und mit schwarzer Folie verschönert wurde. Links und rechts von der Bühne errichteten unsere beiden Handwerkspezialisten Thimo und Sédon ein Baugerüst, an dem diverse Werbebanner unserer Sponsoren aufgehängt wurden. Außerdem hatten wir einen Weizenstand samt Kühlwagen sowie einige Sonnenschirme, Stehtische und Biertischgarnituren auf dem Parkdeck. Irgendwann am Samstag Nachmittag waren wir schließlich fertig mit dem Aufbauen. Insgesamt sah das Ganze echt gut aus. Auf jeden Fall deutlich besser als im letzten Jahr, wobei es da auch schon nicht schlecht gewesen war.

Am Samstagabend war zunächst Hip Hop angesagt. Während MC SANTA FLOWS und EXTRA LARGE eine verkürzte Form ihres Programms vom Hoßkircher Seefest präsentierten und mit ihren Freestyles ganz gut ankamen, wurden zwei Gast-MCs aus Herbertingen von den meisten nur müde belächelt. Die waren eigentlich auch gar nicht engagiert – keine Ahnung weshalb die auf einmal auf der Bühne standen. Vermutlich hatte Valli alias MC SANTA FLOWS was damit zu tun…

Absolut sehenswert hingegen waren MALA HIERBA vom Bodensee. Ihre eher schnelleren, aber gut verständlichen Raps kamen sehr gut an. Für alle, die mit der Musik nicht so recht konnten, war zumindest optisch was geboten: Total komisch verkleidet hampelten die verschiedenen Bandmitglieder wie Behinderte auf der Bühne herum und brachten so nahezu jeden zum Grinsen. Trotzdem waren ihre Texte teilweise sehr tiefsinnig und durchdacht. Beeindruckend war außerdem ein kleiner Junge, der bei manchen Tracks rappte. Thimo, der von so was wirklich ne Ahnung hat, war jedenfalls sichtlich angetan von dem Kleinen.

Danach sollten eigentlich gleich wir spielen. Da unsere Judith jedoch krank geworden war und wir deshalb unser Set um eine halbe Stunde verkürzen mussten, sprang kurzerhand Mischer Heinz ein: Er spiete Keyboard, während ein Asiate dazu sang. Letzterer hatte eine enorm gute Stimme. Da schon nach wenigen Minuten die Technik verrückt spielte und der Drum-Computer den Geist aufgab, musste Sédon spontan bei den beiden schlagzeugen. Obwohl er zunächst überhaupt nicht wollte, macht er seine Sache gut. Heinz war mit dem Auftritt zwar nicht zufrieden, aber für uns war es enorm interessant, ihn auch mal musizieren zu hören, da er bei uns ja normalerweise nur am Mischpult sitzt.

Um kurz nach 23.00 Uhr waren schließlich wir dran. Gitarre und Bass eingestöpselt und los! Waren echt ziemlich viele Leute da. Angesichts der Tatsache, dass am selben Abend in Altshausen Beach Party war, überraschte uns das ziemlich. Nachdem wir ganz gut angefangen hatten, setzte auf einmal Jojos Bass aus. Sédon und Nippel spielten das Lied notdürftig zu Ende, während Jojo verzweifelt nach dem Fehler suchte. Nach ein paar Minuten war dieser dann gefunden und es konnte weitergehen. Die Stimmung war außerordentlich gut – selbst Pogo wurde vor der Bühne fleißig getanzt. Der defekte Bass sollte jedoch nicht der einzige Zwischenfall unseres Auftritts bleiben: Bei „Basket case“ war Nippels Gitarre so dermaßen verstimmt, dass Jojo ihm während dem Song zurecht böse Blicke zuwarf. Bei „Word up“ passierte Sédon ein Missgeschick: Das China-Becken seines nigelnagelneuen Tama-Schlagzeugs flog mitsamt Ständer krachend zu Boden, als er es spielte. „Auf oimal war’s nemme do!”, erklärte Sédon nach dem Auftritt total entsetzt. Immerhin ging das gute Stück bei dem Aufprall nicht kaputt. Witzigerweise sollte dem Schlagzeuger von GUNFIRE am Sonntagabend genau dasselbe passieren. Nächstes Jahr bauen wir einfach ein breiteres Schlagzeugpodest, dann fliegt nix runter…

Den Leuten (den meisten zumindest) schien unser Auftritt sehr zu gefallen. Trotzdem waren wir mit unserem Spiel eher unzufrieden. Neben ein paar wirklich ordentlichen Auftritten in der letzten Zeit, war das mit Abstand der schlechteste. Ist natürlich blöd, wenn das ausgerechnet in der Heimatstadt passiert. Vor allem, wenn man dort schon ne ganze Weile nicht mehr gespielt hat. Na ja, ein paar Songs waren schon okay, aber insgesamt hat’s einfach nicht so richtig gepasst. Bis zur Musiknacht muss das wieder besser werden…

Am Sonntag präsentierte Liedermacher MARKUS MIELERT bereits am frühen Abend sein Programm mit Songs aus aller Welt. Neben deutsch sang der Vielgereiste auch spanisch und französisch. Seine Vorstellung war enorm gut – auch wenn zu der frühen Stunde nicht allzu viele Zuhörer anwesend waren. Ab 20.00 Uhr füllte GUNFIRE aus Mengen mit Crossover das Parkdeck. Der Auftritt der sechs Jungs kam sehr gut an! Uns überzeugten vor allem ihre neuen Eigenkompositionen, die sie zwischen ihren Coversongs präsentierten. Wir sind gespannt auf die CD, die bald aufgenommen wird…

Nach GUNFIRE war am Sonntag bereits um 22.00 Uhr Schluss. Typisch Bad Saulgau halt. In Rekordzeit bauten die BsoulG-Records-Helfer und wir die Bühne ab. Mit der Resonanz waren Thimo und seine Mannen insgesamt sehr zufrieden.

Den nun folgenden Leuten gilt besonderer Dank, da sie durch ihre tatkräftige Arbeit das Open Air überhaupt erst möglich gemacht haben: Thimo, Sigi, Manne (trotz allem…), Jonne, Stefan, Strauß, Raidi, Pasl, Heinz, Traktorenmeister Zimmi, Sande, Bommel, Bauser, und Änsge.

Wir danken den Sponsoren: Café Normal, mts Maschinebau GmbH, Kopie und Druck GmbH, Getränkevertrieb Zimmermann, Fahrschule Meschenmoser, Augenoptik Klaus Nerlich, GL-Trans GmbH sowie Fotostudio Ingo Rack.

Außerdem danken wir: Familie Rimmele für den Starkstrom und das Entgegenkommen, allen verständnisvollen Anwohnern, Häberle’s Schwenkgrill, Papa und Opa Schönegg, der Lackiererei Beutinger und NICHT der Weinhandlung Henkel.

19.08.03

TOUR DIARY – 17.08.03 | AULENDORF, Bachstraße, Schlossfest

Die Anfrage für diesen Auftritt hatten wir schon länger. Als jedoch ein Demo verlangt wurde und wir nichts anderes, als ein paar ziemlich schlechte Live-Mitschnitte aufweisen konnten, hatten wir den Gig praktisch schon abgehakt. Warum wir trotzdem engagiert wurden, ist uns nach wie vor ein Rätsel – vielleicht lag’s an unserer bescheidenen Gage… 🙂

Wie auch immer. Da auch an diesem Abend die Getränke umsonst waren und sich in Berg (siehe Gig Review vom 02.08.03) unsere Helfer erbarmt hatten, waren diesmal wir mit Fahren dran. So kurvten also Jojos Toyota, Sédons Opel, Nippels Corsa und Judiths ähm… Auto an diesem Sonntagabend in Richtung Aulendorf. Manne, Jonne, Gero und Strauß nahmen grinsend auf den Beifahrersitzen platz. Thimo war ausnahmsweise nicht mit von der Partie, da er es vorzog in der Türkei am Strand zu liegen und dort diverse Bücher über Tontechnik zu studieren (Wir sind gespannt, was du dazugelernt hast, Thimo!).

In Aulendorf angekommen suchten wir sogleich die Bühne in der Bachstraße auf. Was soll man sagen?? War echt ein schönes Plätzchen – halt ’n bisschen abgelegen. Anlagentechnisch waren wir zunächst skeptisch, da wir seit Langem mal wieder ohne den Mann unseres Vertrauens auskommen mussten. Die beiden anwesenden Techniker waren jedoch ähnlich nett wie Thimo. Kleiner Unterschied: Sie packten selber mit an und überließen uns das Kommando. 🙂 Naja, eigentlich ist uns die Art und Weise ja egal, solange der Sound stimmt. Außerdem kann eh keiner so tolle Sätze formulieren wie unser Thimoschatzi und dafür nimmt man seine Aufforderungen doch gern in Kauf. Und keiner trägt seine Mütze so lustig wir er. Und keiner hat beim Autofahren schon so viele Tierleben verschont, wie er. 🙂 Ähm…, wir kommen vom Thema ab. Im Übrigen frage ich mich grad, ob es tatsächlich jemanden gibt, dem es so langweilig ist, dass er diesen Gig Review bis hierher liest. Gibt es jemanden? Tatsächlich?? Jetzt im Ernst??? Cool! Na in dem Fall erzähl ich natürlich gern weiter! Also: Wo waren wir stehen geblieben??

Ähm…, wie gesagt, waren die beiden Techniker sehr nett zu uns und hatten die Ruhe weg. Da alles bereits aufgebaut war, dauerte unser Soundcheck nicht viel länger als eine halbe Stunde und wir hatten danach wirklich das Gefühl, dass alles stimmte. Es hatte diesmal jeder seine eigene Monitorbox. Judith sogar unglaubliche zwei! Und jeder hatte auf seiner Box seinen eigenen Sound. War echt klasse!

Um 19.00 Uhr erklang unser A-Team-Intro. Kurz darauf rockten wir los. War total spaßig! Mehr und mehr Leute kamen in die Bachstraße und hörten uns zu. Obwohl sich der ein oder andere Passant die Ohren zuhielt, ernteten unsere Stücke ordentlich Applaus – vor allem Judith hatte die Zuhörer auf ihrer Seite. Wenn man mal bedenkt, das die Arme mal wieder mit Fieber auf der Bühne stand, war das sehr erstaunlich, denn man merkte ihr ihre Grippe (oder was auch immer) beim besten Willen nicht an. Ungewohnt souverän spielten wir unser Set herunter. Trotzdem dürfte aufmerksamen Ohren der ein oder andere Verspieler aufgefallen sein (Wendy Clear lässt grüßen). Dass die meisten Zuschauer dann doch lieber auf ihren Sitzplätzen blieben, lag wohl an der frühen Stunde. Der anschließende Gig von BAD SHAKYN lockte deutlich mehr Leute vor die Bühne. Leider verpissten sich die meisten wieder, als ein Regenschauer auf die Bachstraße hereinpisste. Da der Drummer BAD SHAKYN auf Sédons Schlagzeug spielte, mussten wir bis zum Schluss bleiben. Obwohl Ska überhaupt nicht unsere Welt ist, war durchaus der ein oder andere Ohrwurm dabei, der uns überzeugte. Vor allem gesanglich war die ca. 10 Köpfe umfassende Truppe ziemlich stark.

Jonne, aber auch der Rest unserer „Crew“, waren recht häufig am Ausschank zu sehen. Als Nippel sich auch mal ein Apfelschorle holen wollte, wurde er von der netten Frau, die uns für diesen Abend engagiert hatte, angesprochen. Sie war scheinbar sehr von uns angetan und entschuldigte sich mehrmals, dass wir schon so früh spielen mussten. Als Nippel ihr erklärte: „Wir sind froh, dass wir überhaupt spielen durften.“, erinnerte sie sich natürlich sofort an unser Demo – und das war wirklich sauschlecht! Trotzdem war sie der Meinung, dass wir hätten später spielen sollen, da unser Auftritt deutlich besser als unser Demo war. Hätt ich ihr gleich sagen können. 🙂 Trotz Nippels Beteuerung, dass das für Coleslaw ein toller Abend war, zahlte uns die gute Frau die doppelte (!) Gage aus und behielt sich vor, uns im nächsten Jahr vielleicht als zweite Band spielen zu lassen. Wir sind gespannt, was draus wird…

Als BAD SHAKYN fertig war, wurde noch kurz Sédons Schlagzeug eingeladen und ab ging die Fahrt. Jojo, Jonne Strauß und Gero begaben sich in Bad Saulgau noch in den Stinnes, um diverse Reste zu vernichten. Hierbei sei angemerkt, dass Strauß am nächsten Tag seinen ersten Arbeitstag hatte! Nippel machte es sich derweilen zusammen mit Nessi und Fridolin auf einem Sofa im Bandraum bequem und schlief. Irgendwann weckten ihn die anderen, da sie nach Hause wollten. So spielte Nippel also zu später Stunde noch Taxi.

Große Annerkennung geht an: 2x Techniker, die Frau, die uns engagiert hatte, Strauß, Gero, Manne, Jonne, Thimo (auch wenn er nicht da war), die fantastischen Drei (Lars, Nessi, Fridolin) und an den Wettergott.

05.08.03

TOUR DIARY – 03.08.03 | BAD SAULGAU, Kurpark ***UNPLUGGED***

Unter dem großen, weißen Sonnensegel im Kurpark findet während der Sommermonate fast jeden Sonntag ein „Kurkonzert“ statt, dass in erster Linie für die zahlreichen Bad Saulgauer Kurgäste gedacht ist. Für gewöhnlich präsentieren dort diverse Chöre und Blaskapellen aus der Umgebung ihr Programm. Wohl der Abwechslung wegen wurden diesmal wir von der TBG (Tourismus-Betriebs-Gesellschaft) für ein Kurkonzert engagiert.

Ca. zwei Stunden vor Konzertbeginn trafen wir uns zum Aufbauen. Wie eigentlich immer in diesem Jahr, spielte das Wetter mit und zeigte sich von der Sonnenseite. Aufgrund der eher älteren Zielgruppe entschieden wir uns für ein reines Unplugged-Programm. Neben den vielen Kurgästen befanden sich auch einige bekannte Gesichter im Publikum, so dass schätzungsweise ca. 150 Leute anwesend waren.

Mit Nessi und Fridolin in unseren Reihen begannen wir pünktlich um sieben mit ein paar ganz dezenten Stücken. Sédon kam erst eine viertel Stunde später zum Einsatz. Dem Publikum, das uns zum Großteil nicht kannte, schien unsere Musik entgegen zu kommen, auch wenn die meisten etwas weiter weg im Schatten saßen.

Nach knapp eineinhalb Stunden bedankten wir uns für die gute Resonanz und kurvten nach dem Abbau mit allen COLESLAW-Helfern dieses Wochenendes in Richtung Franzis. Zu unserer Überraschung rief plötzlich der Mischer von MIDNIGHT SPECIAL an, der uns am Vorabend in Berg gesehen hatte und dort vor allem mit Thimo ins Gespräch gekommen war. Ob ihr’s glaubt oder nicht – der sympathische Kerl kam nach dem Telefongespräch doch tatsächlich extra wegen uns ins Franzis – und das von Stetten am kalten Markt! Nach ein paar gesprächigen Stunden ging’s nach Hause ins Bett.

Aufgrund der guten Resonanz hat die TBG bereits Interesse an einem zweiten Kurkonzert von COLESLAW geäußert. In Bälde wissen wir mehr…

Ihr wart unerlässlich: Thimo, Manne, Gero, Jonne, Strauß, Bommel, Thomas, TBG, Erai & Janosch (die Be- und Entstuhler), Lars, Nessi, und Fridolin.

04.08.03

TOUR DIARY – 02.08.03 | BERG, Zelt, Bergfest

Die Cover-Rocker von MIDNIGHT SPECIAL machten uns das Angebot, sie in Berg zu supporten. „Cool!“, dachten wir uns und da wir an diesem Abend neben einer guten Gage auch die Getränke umsonst bekommen sollten, wollte natürlich keiner von uns fahren. Thimo, Manne, Jonne und Judith erbarmten sich schließlich und so heizte unser lustiger Fanfarenzug an einem sonnigen Tag ins ca. 30 Kilometer entfernte Berg. Für die Leute aus Berg ist das Bergfest so was wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen: Jung und alt waren bereits am Nachmittag im und um das Zelt herum beschäftigt und im ganzen Dorf waren Fahnen und Wimpel mit komischen Wappen gehisst.

„Cool!“, dachten wir uns und vergnügten uns, während die Bühne von der Crew von MIDNIGHT SPECIAL aufgebaut wurde, mit Frisbee spielen. Als das irgendwann langweilig wurde und jeder nur noch im Schatten rumsaß, kam Nippel auf die Idee, der Losbude auf dem Festgelände einen kleinen Besuch abzustatten. Gesagt, getan! Es ging darum, eine ganze Familie, also Mutter, Vater, Tochter und Sohn, zu ziehen. Zur Überraschung aller waren kaum Nieten dabei und so häuften sich die Familienmitglieder. Allerdings hatte die Sache einen Haken: Unter den Losen gab es praktisch keine Mutter. „Scheißegal!“, dachte sich Jonne und zog kurzerhand ein „Familienglück“, was uns freie Auswahl bescherte! Nach längerem Überlegen (Der Tiger? Der Gorilla?? Oder vielleicht doch der Panter???) entschieden wir uns für eine riesige, schwarze Schlange und tauften sie auf den Namen „Nessi“. Neben Eisbär Lars haben wir nun also ein zweites Maskottchen. Die restlichen Lose tauschten wir gegen einen Plüschzauberer („Fridolin“) ein, der nun neben Nessi im Stinnes auf dem Sofa sitzt. Nur Lars ist zur Zeit nicht zu Hause, weil er ein paar Runden in Judiths Waschmaschine dreht…

Nachdem wir allerlei Schabernack mit Nessi und Fridolin getrieben hatten (Wir verwandelten beispielsweise Sédon in Kermet, den Frosch aus der Sesamstraße), war endlich Zeit zum Aufbauen. Ein paar Handgriffe und schon hatte unser Ramsch seinen Platz zwischen den High-Tech-Geräten von MIDNIGHT SPECIAL gefunden. Kurz nach 21.00 Uhr enterten wir die Bühne. Von den ca. 500 anwesenden Berglern und den ca. drei anwesenden Auswärtigen traute sich zunächst keiner so richtig nach vorne. Erst als Jonne ein paar Besoffene zum Pogo-Tanz überredete, war plötzlich High-Life vor der Bühne. Einer der Suffköpfe erhielt von Jonne einen derartigen Seitenhieb, dass er das Gleichgewicht verlor und mit voller Wucht gegen die Metalltreppe vor der Bühne krachte! Nippel, der in nächster Nähe stand, staunte dermaßen, dass er kurzzeitig sogar das Singen vergaß. Sédon hatte das große Privileg, erstmals mit In-Ear-Monitoring zu spielen, was ihm allerdings mehr Probleme als Freude bescherte. Ingesamt spielten wir ganz ordentlich. Ausnahme: Bei „Word up“ vergaß Jojo, dass es auch noch eine zweite Strophe gab und spielte zum Erstaunen von Sédon und Nippel bereits nach 30 Sekunden sein Gitarrensolo. Nochmal ne Ausnahme: Sédon zählte „Not that kind of girl“ ein, obwohl Nippel sich gerade an einer Ansage probierte und Judith sich noch mit einem Techniker unterhielt. Und nun die allerletzte „Ausnahme“: Auf der Bühne stieß Judith mit Nippel zusammen. Die Bassgitarre verstimmte sich bei diesem Missgeschick so sehr, dass Nippel mitten im Lied den Bass aussteckte, um ihn zu stimmen. Also wie gesagt: Wir spielten ganz ordentlich… 🙂

Am Ende unseres Gigs hatten sich dann doch noch ein paar Leute vor Bühne eingefunden, die dann eine Zugabe forderten. Vor allem einer Gruppe Mädchen in unserem Alter (!) war sichtlich begeistert. Auch bei unseren anschließenden Irrflügen durch das Zelt, bekamen wir viel Lob zu hören. Kritiker gab es entweder keine oder sie hielten einfach die Klappe. Wir hoffen ersteres, denken letzteres. Egal.

Vor allem Jojo, Nippel und Sédon nutzen die Gunst der Stunde und unternahmen des öfteren eine Reise in die Bar. Der Auftritt von MIDNIGHT SPECIAL, die übrigens allesamt (besonders der Bassist) sehr nett waren, blieb natürlich auch nicht unbeachtet. Thimo hatte während dessen einen Heidenspaß mit dem Mischer von MIDNIGHT SPECIAL, der sich sogar für uns interessierte. Irgendwann in den frühen Morgenstunden ging eine turbulente und erlebnisreiche COLESLAW-Nacht vorüber.

Wir verbeugen uns tief vor: Thimo, Manne, Jonne, Jonnes Glück, MIDNIGHT SPECIAL, Mischer von MIDNIGHT SPECIAL, Anlage von MIDNIGHT SPECIAL, Losbude, Nessi, Fridolin, Lars (auch wenn er daheim war), Bar, Imbiss, Bommel, Pogo-Tänzer, Musikmarkt Müller, den Mädels vor der Bühne und allen anderen Zuhörern.

21.07.03

TOUR DIARY – 19.07.03 | BAD SAULGAU, Rathausplatz ***UNPLUGGED***

Für einen guten Zweck spielen ist eine schöne Sache dachten wir uns und so waren wir natürlich sofort mit dabei, als die Freie Christengemeinde Bad Saulgau ein Benefizkonzert für arme Kinder auf den Philippinen organisierte. Ohne Sédon, der an diesem Tag Gesellenprüfung hatte, spielten wir zu dritt ein dezentes Programm aus ruhigen Unplugged-Stücken.

Auf der Bühne gab es zu Beginn massive Probleme mit Jojos Gitarrensound. Als er seine Klampfe austauschte und immer noch Panzersound aus den Boxen dröhnte, wussten wir zumindest, dass es nicht am Instrument selber liegen konnte. Da keine Zeit für lange Fehlersuche vorhanden war (jede Band hatte nur ca. 30 Minuten), wurde kurzerhand mit Mikrofon(e) abgenommen. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, spielten wir unsere Stücke ganz ordentlich und auch dem Publikum schien’s zu gefallen.

Im Anschluss an unseren Auftritt überließen wir unserem Bekannten „Spookee“ die Bühne. Er hatte zuvor für seine Freundin ein englisches Liebeslied geschrieben und wollte das nun vorspielen. Nun, was soll man sagen? Sichtlich nervös betrat er mit seinen zwei Kollegen die Bühne und präsentierte seinen Song – und das nicht mal schlecht. Klar, perfekt war’s nicht, aber so was muss man sich erst mal trauen, wenn man davor praktisch nie auf einer Bühne gestanden ist und obendrein das betreffende Mädchen zuschaut! Respekt vor so viel Mut!!! Anschließend holte sich „Spookee“ seine Belohnung in Form eines langen Zungenkusses…

Nachdem wir alles zusammen gepackt hatten, war leider nicht mehr viel Zeit übrig, um Acts wie MC SANTA FLOWS, AVERAGE oder DIME TO DESTINY anzuschauen, da wir sofort nach Hoßkirch weiterfuhren, wo wir an diesem Abend auch noch spielen sollten.

Wir danken: Den Freien Christen und vor allem Timo Zwarg für das schnelle Bereitstellen einer Ersatzgitarre.