21.10.05

EINDRÜCKE VOM EARWORM FESTIVAL, DRK WERBESPOT

Ein Team vom Radiosender DasDing war in Ravensburg auf dem Earworm Festival zu Gange und hat dort fleißig Stimmen gesammelt und Bilder gemacht. Auf der Homepage von DasDing könnt ihr euch diese zu Gemüte führen. Unter www.localstar.de findet ihr weitere Fotos. Auch beim regionalen Fernsehsender Euro 3 könnt ihr nochmals die Stimmung vom Earworm Festival miterleben: Bei „Szene TV“ gibt’s derzeit täglich um 17.00 Uhr sowie im Nachtprogramm von 0.00 bis 6.00 Uhr einen kurzen Nachbericht.

Aufmerksamen News-Lesern ist mit Sicherheit nicht entgangen, dass der DRK Werbespot, bei dem wir im Sommer mitgespielt haben, eigentlich im September hätte erscheinen müssen. Aufgrund einer personellen Umstrukturierung beim Roten Kreuz Nagold verschiebt sich die Veröffentlichung auf Anfang oder Mitte 2006.

16.10.05

TOUR DIARY – 14.10.05 | RAVENSBURG, Gemeindesaal Dreifaltigkeit, Earworm Festival

Was hatten wir uns auf diesen Gig gefreut! Angesichts des diesjährigen Line-Ups (neben uns sollten DEAD POETS ALIVE, JACKIE COLA, ITCHY POOPZKID, 3 FEET SMALLER und VANILLA SKY auftreten) und mit Rückblick auf die überwältigende Stimmung im letzten Jahr, konnte das Earworm Festival 2005 nur gut werden! Schon mit einer gehörigen Portion Adrenalin im Blut fuhren wir also am frühen Abend des 14. Oktober gen Ravensburg. Freudig begrüßten wir die Veranstalter um deren Chefs Simon und Stefan sowie die anderen Bands.

Der Backstagebereich war sehr schön hergerichtet! An einem große Buffet gab es alles, was das Herz (oder besser gesagt: der Magen) begehrte. Wollte man was zu trinken haben, dann musste man nur einem der reizenden Earworm-Mädels Bescheid sagen, und schon wurde einem gereicht, was man wollte. Sogar echtes Red Bull!

Um 18.00 Uhr öffnete das Earworm Festival seine Pforten. Hier zeichnete sich das einzige größere Organisationsproblem des Abends ab: Da es die Herren von der Sicherheit mit der Einlasskontrolle sehr genau nahmen und es nur einen Eingang gab, dauerte es ziemlich lange, bis die Leute ihr Band am Arm hatten und hinein durften. Die Kollegen von DEAD POETS ALIVE mussten also vor fast leerem Saal spielen, während draußen mehrere hundert Rockfans Schlange standen. Das war natürlich sehr schade! Selbst als um 19.15 Uhr die Buben von ITCHY POOPZKID loslegten, standen noch viele Leute im Freien. Wir schafften es immerhin unseren Mercher Jonne sowie ein paar andere Leute durch den Hintereingang ins Innere zu schleusen. Allen Gästen, die über die lange Wartezeit verärgert waren, sei gesagt, dass die Jungs vom Earworm-Team erst ihr drittes Festival veranstalten. Angesichts des enormen Besucheransturms von 800 (!) Leuten, kann so ein Engpass schon mal vorkommen! Das Earworm-Team hat das Einlassproblem erkannt und bekommt es im nächsten Jahr in den Griff – da könnt ihr euch drauf verlassen!

Wenn man das mit dem Einlass erst einmal hinter sich hatte, bekam man als Besucher ein Festival der Superlative geboten! Der Saal war schön hergerichtet, die PA-Anlage ansprechend, das Line-Up der Hammer (auch wenn VANILLA SKY krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt hatten) und die Stimmung im Publikum tat ihr übriges, um diesen Abend zu einem ganz besonderen zu machen! Unsere Kumpels von ITCHY POOPZKID rockten was das Zeug hielt und präsentierten mit viel Hingabe die Songs von ihrem Debut-Album „Heart To Believe“. Unbedingt kaufen! Oder wenigstens brennen und fleißig auf ihre Konzerte kommen! 🙂

Als ITCHY POOPZKID-Mischer und Stinnes-Papa Thimo Strobel am Ende der beeindruckenden Show das Outro auflegte, machten wir uns für unseren Gig bereit. Da wir die gesamte Backline selbst stellten, gab es viel auf die Bühne zu schleppen. Stefan, Niklas und einige Earworm-Jungs packten dankenswerterweise kräftig mit an, so dass wir schnell zum Line-Check übergehen konnten. Mann, was waren wir heiß auf diesen Gig! Wir verließen noch mal kurz die Bühne und sagten „Tschüss“ zu Thimo, Sibbi, Dani, Tobi und Magge von ITCHY POOPZKID. Die mussten sofort weiter nach Österreich, wo der zweite Gig des Abends anstand. That’s real Rock’n’Roll! 🙂

Jürgen begab sich hinters FOH-Pult und lies unser Intro laufen. Die Leute standen dicht gedrängt vor der Bühne und waren mindestens genauso heiß wie wir! Die Bühne wurde eingenebelt und wir rockten vor 800 Leuten mit „Me Again“ los. Wow! Leck uns einer am Arsch!! Ravensburg rockte wie die Sau!!! Es wurde gepogt, geklatscht, geschrieen, mitgesungen, stagegedivet – mir fehlen die Worte!! Gott sei Dank mussten wir nicht viel reden. An unseren Ansagen dürfte man zeitweise gemerkt haben, wie sprachlos wir waren! 🙂 Auch Jürgen am Mischpult hatte an dem wilden Treiben seine helle Freude – sollte dies doch unser letzter Gig für die nächsten Monate sein. Wir spielten einen Song nach dem anderen und konnten es kaum fassen! Das Earworm Festival toppte sogar unseren Gig im Markdorfer Theaterstadl – und da war’s ein paar Wochen zuvor schon unglaublich gewesen!

Wenn das Publikum so mitgeht, dann macht es unheimlich viel Spaß zu spielen. Man ist wie in Trance und merkt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Wir gaben unser Bestes und konnten die unglaubliche Stimmung im Laufe unserer Show sogar noch steigern! Egal wohin man im Publikum schaute – überall war Lebensfreude und Rock pur angesagt! Unsere Texte wurden hörbar mitgesungen, uns wurden Arme entgegen gestreckt – einfach nur geil! TOS-Gitarrenmann Chris war einer der fleißigsten Stagediver und machte sogar Fotos von uns, während er auf Händen getragen wurde! 🙂 Auch unsere Nagolder waren im Publikum und natürlich viele bekannte Gesichter aus Bad Saulgau – allen voran die Jungs von und um LACK OF SYSTEM, die in der ersten Reihe standen und sich die Lunge aus dem Körper schrieen! Dabei soll jetzt aber nicht verschwiegen werden, dass mindestens genau so viele unbekannte Gesichter im Publikum waren und uns nicht minder abfeierten! Unglaublich!!

Als wir erstmals die Bühne verließen, bedankten wir uns beim Publikum. Nippel sorgte für erstaunte Blicke und Gelächter, als er unter anderem viel Spaß mit VANILLA SKY wünschte. Jojo wies seinen Kollegen zurecht: „Die spielen gar nicht – die haben doch abgesagt!“ 🙂 Nippel hatte davon nix bekommen. Mit NO MORE ENCORE aus Wien hatten die Earworm-Organisatoren aber eine solide Ersatzband verpflichtet! Erst mal war aber nix mit anderen Bands, denn das Publikum verlangte lautstark nach einer Zugabe. Diesem Wunsch kamen wir natürlich gerne nach und beendeten mit „This Misery“ unseren Gig. Beim letzten Schlag zerbrach mal wieder einer von Sédons Drumsticks, was sehr geil aussah! 🙂 Das war mehr als ein würdiges Jahresabschlusskonzert für uns! Das war unglaublich!! Vielen herzlichen Dank an jeden Einzelnen, der zu dieser fulminanten Stimmung seinen Teil beigetragen hat!! Wir kommen jederzeit gerne wieder nach Ravensburg!

Hochzufrieden ließen wir uns im Backstageraum von vielen Leuten auf die Schulter klopfen und wünschten den Freiburger Kollegen von JACKIE COLA viel Spaß. Wir drehten glücklich unsere Runden und wurden fast schon ein bisschen wehmütig, wenn wir daran dachten, dass das unser letzter Gig für eine lange Zeit war.

Um 22.00 Uhr begaben wir uns ins Autogrammzelt. Das hatte der Veranstalter so angeordnet. Wir erwarteten nix groß und wollten eigentlich nur kurz reinschauen. Wir sollten für die nächste Stunde nicht mehr rauskommen! Zig Leute wollten ein Autogramm haben. Jeder von uns schrieb über 100 (!) Autogramme. Wir hatten jedoch den (wohl nicht ganz unbegründeten Eindruck), dass manche von den jungen Mädels gar nicht wussten, wer wir waren. Woran wir das merkten?? Ein Typ mit langen, lockigen Haaren kam ins Zelt und stellte sich zu uns. Ein Mädel fragte ihn nach einem Autogramm. Juxhalber unterschrieb er. Schon standen zehn weitere Mädels bei ihm! 🙂 Viele hielten ihn für unseren Schlagzeuger, denn Sédon war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Zelt. 🙂 Wir fanden das sehr lustig und unterschrieben weiter fleißig auf Earworm-Plakaten, CD-Booklets, Schuhen, Gürteln, Armen, Gesichtern, Ärschen (!), Brüsten (!!) und fühlten uns „Like A Rockstar“. Manchmal hatten wir fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn uns ein Mädel einen ihrer schönen Schuhe reichte und wir ihn dann vollkritzelten. Wir: „Das können wir doch nicht machen!“ – Mädels: „Doch! Bitte!!“ Naja, selber Schuld! Spaßig war’s allemal! 🙂 Die meisten Lacher hatte aber wie so oft unser Mischer Roos auf seiner Seite. Mit seiner Ankündigung: „Bei mir gibt’s die seltenen Autogramme von Curt Cobain!!“, scharte er sofort viele „Fans“ um sich. Wir brachen in Gelächter aus, als er manche seiner Autogramme mit dem Zusatz „Peng!“ versah. 🙂 „Unter der Ladentheke“ gab Roos sogar Autogramme von ähm… einem… ähm, nennen wir es mal umstrittenen deutschen Politiker. 🙂 Wir lachten Tränen!! 🙂 Roos musste sich gegen Ende der Autogrammstunde selbst eingestehen: „Junge, so ein Scheiß ist mir schon lange nicht mehr eingefallen!“ 🙂 🙂 🙂

Im Saal rockten derweil JACKIE COLA und 3 FEET SMALLER durch ihr Programm. Noch immer war die Stimmung vorzüglich! Erst als nach Mitternacht die Jungs von NO MORE ENCORE einstöpselten, ging die Stimmung und vor allem die Besucherzahl zurück. Das lag aber gewiss nicht an der Band, sondern schlichtweg an der späten Stunde! Die vier Jungs from Vienna präsentierten eingängige Punkrock-Songs und überzeugten uns sehr! Wir hatten bereits vor einiger Zeit zusammen mit ihnen in Wien gespielt – seither hat sich bei ihnen einiges getan!

Wir drehten überall unsere Runden, lauschten den Bands, durften sogar Radio- bzw. Fernsehinterviews für Das Ding bzw. für Euro 3 geben und freuten uns über den gelungenen Abend! 2006 sind wir mit neuem Album zurück und wenn’s da so weitergeht – wir haben nix dagegen!! 🙂

Für einen unserer schönsten Auftritte bedanken wir uns herzlich bei: dem unglaublichen Publikum, Stefan, Simon & dem gesamten Earworm-Team, den anderen Bands (DEAD POETS ALIVE, ITCHY POOPZKID, JACKIE COLA, 3 FEET SMALLER, NO MORE ENCORE), Jonne fürs Merchen, Chris fürs Fotografieren, Stefan, Niklas, Katharina, Thimo, Cris & Lange, den mitgereisten Saulgauern, unseren Mädels und dir für das Lesen dieses Gig Reviews!

Bis 2006!

Nippel, Jojo, Sédon und Jürgen

15.10.05

NEUES COLESLAW ALBUM 2006

Endlich ist es so weit: Nachdem wir uns in den letzten beiden Jahren sprichwörtlich den Arsch abgespielt haben, verabschieden wir uns für die nächsten Monate von den Live-Bühnen, um unser lang erwartetes Debüt-Album aufzunehmen! Neben den vier bereits bekannten Songs „Show For Me“, „This Misery“, „Thoughts Of An Idiot“ und „Me Again“ wollen wir zudem sechs brandneue Stücke mit auf die Scheibe packen. Derzeit sind wir noch mit Songwriting beschäftigt – Anfang Dezember beginnen wir mit dem Recording. Als Producer fungieren unsere Freunde Holger Fiesel (www.inbeat.de) und Thimo Strobel (www.maraton-studio.de). Auch unser Freund und Live-Mischer Jürgen Roos wird uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir sind voller Vorfreude und können es kaum erwarten!

Sobald es Neuigkeiten bezüglich unseres Albums gibt, erfahrt ihr es natürlich hier in den News! Auch darüber hinaus werden wir dafür sorgen, dass es euch auf unserer Website nicht langweilig wird! In regelmäßigen Abständen werden wir euch mit verschiedensten Überraschungen versorgen. Den Anfang macht hierbei der Videoclip zu unserem Song „Exhausted“, welcher binnen der nächsten paar Tage als Free Download im Netz stehen wird!

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung und Treue in den bisherigen dreieinhalb Jahren COLESLAW! Im April oder Mai 2006 sind wir mit neuem Album im Gepäck zurück und zwar HÄRTER, LAUTER und BESSER als je zuvor! Versprochen!!

10.10.05

TOUR DIARY – 08.10.05 | BAD SAULGAU, Stadtforum

Die Aicher-Scholl-Schule Renhardsweiler, einer Lehranstalt für geistig behinderte Menschen, hatte zu einem Benefizkonzert ins Bad Saulgauer Stadtforum eingeladen. Ziel war es hierbei die Arbeit und das Angebot der Schule einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben uns sollten die Schulband der Aicher-Scholl-Schule SOME PEOPLE, die Cover-Rocker von MIDNIGHT SPECIAL sowie die Jungs von LACK OF SYSTEM auftreten. Dank MIDNIGHT-Keyboarder Fone Müller wurde eine fette Anlage aufgefahren und von Getsch, Jürgen und Co. fachgerecht aufgebaut.

Wir trafen uns am späten Nachmittag vor dem Konzert zu einem ausgiebigen Soundcheck. Hach, es ist einfach schön, wenn man dafür Zeit hat! In aller Seelenruhe drehte Jürgen die Regler in die richtige Position. Jojo freute sich auf der Bühne über die neueste Entwicklung aus dem Hause Roos: Den Roosophon-Ständer. So langsam könnte man mal das Patentamt einschalten! 🙂

Was den Begriff ‚Ständer’ anbetrifft: Habt ihr euch jemals darüber Gedanken gemacht, wie viele doppeldeutige Begriffe es im Fachjargon von Musikern gibt? Zum Beispiel Ständer, Becken, Beckenständer und natürlich der Klassiker schlechthin: Mikro-Fone! 🙂

Was den Begriff ‚Becken’ anbetrifft: Beim Soundcheck freuten wir uns wie die kleinen Kinder über das Crash-Becken von MIDNIGHT-Drummer Christian. Das gute Stück hat sage und schreibe vier Risse! Und was für welche!! Entsprechend lustig klingt das Becken. Da sind selbst Silit Cymbals ein Scheiß dagegen… 🙂

Nach dem Soundcheck drehten wir eine Runde in der Stadt. Wir speisten dort zu Abend und hatten (wie eigentlich fast immer) unseren Spaß. Zurück im Stadtforum freuten wir uns über einen gut gefüllten Saal, der zu diesem Zeitpunkt noch bestuhlt war. Der freundliche Direktor der Aicher-Scholl-Schule, Herr Denninger, hielt eine Rede. Wir klatschten. Bürgermeister Häfele hielt eine Rede. Wir klatschten ein bisschen. Jojos und Nippels ehemaliger Musiklehrer Herr Neher hielt auch eine Rede. Wir klatschten nicht. Nach den Begrüßungsreden und dem dazugehörigen Süßholzgeraspel ging’s schließlich zur Sache.

Petra, Andreas, Robert und Thomas von SOME PEOPLE enterten die Bühne und legten unter der Leitung von Eva Schwarz los. Gleich zu Beginn präsentierten die Vier ihren Song „Einstein“, den wir bereits von einem früheren Auftritt kannten. Ein paar Minuten später gab’s eine etwas andere Version des Klassikers „House Of The Rising Sun“ auf die Ohren. Zwischen den Songs wurden auf einer Großleinwand auch die anderen Schüler der Aicher-Scholl-Schule sowie deren Lehrer präsentiert. Lustig und liebenswert! Im Anschluss an die Präsentation ging’s weiter mit SOME PEOPLE. Gegen Ende des Gigs betraten auch die Jungs von LACK OF SYSTEM die Bühne und intonierten zusammen mit SOME PEOPLE zwei Songs, die extra für diesen Abend umarrangiert worden waren. Ein sehr lobenswertes Projekt, das Anerkennung und Respekt verdient!

Allgemein ist es für uns erstaunlich, wie unbeschwert die Jungs und das Mädel von SOME PEOPLE mit ihrer Behinderung umgehen. Kurz bevor ich diesen Gig Review (dank Laptop) im Zug angefangen habe, bin ich im Mengener Bahnhof SOME PEOPLE-Drummer Robert über den Weg gelaufen. Er kam sofort her, gab mir die Hand und erzählte mir nicht ohne Stolz, dass er nach Sigmaringen zu seiner Praktikumstelle fährt. Darüber hinaus wusste er ganz genau über sämtliche COLESLAW-Auftritte der letzten Zeit Bescheid! Er fragte nach Jojos Arbeit in Stuttgart. Des Weiteren wollte er wissen, ob wir einen neuen Schlagzeuger haben oder ob sich unser alter lediglich lange Haare hat wachsen lassen. 🙂 Ich war ziemlich erstaunt und musste mir im gleichen Moment eingestehen, wie vorurteilsbefangen man manchmal durch die Gegend läuft: Ich hatte nicht erwartet, dass Robert mich überhaupt erkennt. Weit gefehlt…

Nach dem Gemeinschaftsprojekt SOME PEOPLE meets LACK OF SYSTEM war erst mal eine Pause angesagt. Die Leute gingen nach draußen, während im Saal die Bestuhlung entfernt wurde. Wenige Minuten später ging’s mit MIDNIGHT SPECIAL und einer geballten Portion Cover-Rock weiter. Es wurden tanzbare Evergreens wie „Summer Of 69“ präsentiert. Keyboarder Alfons zeigte als einziges noch aktives Gründungsmitglied nach über 25 Jahren MIDNIGHT SPECIAL erste Verschleißerscheinungen und spielte im Sitzen. Auch bei Fone stand eines der Mikrofone, so dass mehrstimmig gesungen wurde. 🙂

Nach MIDNIGHT SPECIAL enterten die Jungs von LACK OF ORGANISATION erneut die Bühne und präsentierten die Songs von ihrer brandneuen Debüt-Scheibe „Walk in Line“. Das eindeutig beste Stück ist unserer Meinung nach „I Do Eat Make Up“. CD kaufen und anhören!

Als letzte Kapelle betraten schließlich wir die Bühne. Dank unserem ausgiebigem Soundcheck und der Anlage von MIDNIGHT SPECIAL hatten wir ziemlich guten Sound – sowohl auf der Bühne als auch davor. Vor ca. 150 Gästen präsentierten wir zum letzten Mal in diesem Jahr unser Set vor heimischer Kulisse. In der zweiten Auftrittshälfte wurde in den ersten Reihen vorbildlicher Pogo betrieben. Alles in allem spielten wir sehr ordentlich, waren sehr fleißig bei den Ansagen und gaben unser Bestes, um den Abend gebührend zu beschließen. Im Anschluss an unseren Gig gab es viele positive Stimmen. Besonders freuten wir uns über die lobenden Worte von Kern und Oli (Ex-CHAINDOGS).

Mal wieder gilt es „Danke“ zu sagen: der Aicher-Scholl-Schule mit Eva Schwarz, Elia Denninger & Co., Alfons & MIDNIGHT SPECIAL (kauft euch mal ein neues Schlagzeug!), LACK OF SYSTEM, SOME PEOPLE, den Jungs und Mädels am Merch-Stand, Holger, Thimo, Getsch, Nadja, Olli Schäfer, Vanessa Ries, Miche Hepp, Moni, Cris & Lange sowie unseren treuen Bad Saulgauer Fans!

06.10.05

COLESLAW ZU GAST BEI EURO 3

Im Rahmen der Sendung „Szene TV“ waren Nippel und Sédon heute Abend beim Bodenseesender Euro 3 zu Gast. In dem kurzen Interview geht es in erster Linie um das anstehende Earworm Festival in Ravensburg. Zudem werden Ausschnitte aus unserem Musikvideo „Exhausted“ gezeigt. Kommende Woche wird der Beitrag jeden Tag um 17.00 Uhr sowie im Nachtprogramm von 0.00 bis 6.00 Uhr ausgestrahlt. Insgesamt habt ihr also mehr als 50(!) Gelegenheiten, euch das Ganze anzuschauen. Mit etwas Glück könnt ihr sogar 2×2 Freikarten fürs Earworm Festival gewinnen!

02.10.05

TOUR DIARY – 30.09.05 | BAD SAULGAU, Café Bar Forum, CD-Release LOS

Es ist mittlerweile über drei Jahre her, als wir beim Happy Family Day in Bad Saulgau unseren ersten Auftritt gespielt haben. Damals gab es hier in der Gegend fast keine Rockbands. Allerdings nur fast, denn am selben Tag hatten auch unsere jungen Kollegen von LACK OF SYSTEM (damals noch unter dem Namen AVERAGE) ihre Bühnenpremiere. Obwohl wir immer mit ihnen in Kontakt standen und sich unsere Wege oft kreuzten, sollte der nächste gemeinsame Gig lange auf sich warten lassen. Am 30. September 2005 war es dann soweit: Anlässlich der CD-Release von LACK OF SYSTEM sollten wir unser 95. Konzert in der Café Bar Forum spielen.

Gegen Abend begaben wir uns ins in Gaisis Gemäuer. Als mit SCANDALOUS die erste Combo loslegte, füllte sich der Laden. Und zwar richtig! Gute Entscheidung, das Ganze im Café des Stadtforums aufzuziehen! Lieber ein proppevolles Café, als ein halbleerer Saal! Im Anschluss an SCANDALOUS spielten die Newcomer von TIMMY GOES NORWAY einen ihrer ersten Gigs überhaupt. Am Schlagzeug saß THINKLESS-Drummer Flori, der Nippel noch 15 Euro schuldet. Weiter ging’s mit POPPYCOCK, die an diesem Abend zum letzten Mal auf der Bühne standen. Während den Gigs drehten wir unsere Runden durchs Café und unterhielten uns mit unendlich vielen Leuten. Es waren auch jüngere Generationen anwesend, denen Forum-Chef Gaisi mit Ausweiskopie und Unterschrift von den Eltern Zutritt bis um 23.00 Uhr erlaubt hatte. Liebe Kids, freut euch – das ist nicht selbstverständlich!!

Direkt vor den Gastgebern von LOS gaben TOS ihren Highschool-Rock zum Besten und fuhren ein fettes Soundbrett auf. Bei einem Songs enterte Jojo als Gastsänger die Bühne. Jürgen und Nippel machten sich derweil einen Spaß daraus, mit einem Schaumstoffball Leute abzuwerfen. Als der Gig von TOS zu Ende war, bereiten sich die Headliner vor. Wie sich das für ne CD-Release gehört, waren die Jungs um Gitarrenmann Moritz sichtlich nervös und stimmten zig mal ihre Instrumente. Derweil stapfte Chris von TOS zitternd in den Backstagebereich (2. Stockwerk vom Café), legte sich aufs Sofa und schüttete Unmengen von Spezi in sich rein. Der gute Kerl verausgabt sich bei Gigs manchmal so sehr, dass er Unterzucker bekommt. That’s Rock’n’Roll! 🙂

Schließlich legten die Gastgeber von LACK OF SYSTEM los. Drummer Crépin und seine Mannen präsentierten ein langes Set, das mittlerweile lobenswerterweise komplett ohne Coversongs auskommt. Wir lauschten dem Gig und sahen nebenher unserem Roos zu, der mal wieder den Kasper machte. Als sich THINKLESS-Drummer Flori auf einen Tisch setzen wollte, war Roos natürlich sofort zur Stelle und zog des Möbelstück genau im richtigen Moment weg… 🙂

Kurz nach Mitternacht war der Auftritt von LOS zu Ende. Einige Leute begaben sich zum Merch-Stand, um sich die EP „Walk In Line“ zu kaufen – wir hingegen bereiteten auf der Bühne alles vor. Eigentlich hätte unser Auftritt an diesem Abend eine Überraschung werden sollen, aber irgendwie wusste schon fast jeder, das wir uns hinter dem Pseudonym „Special Guest“ verbargen. Naja, sei’s drum. Als wir bereit standen, hatte sich das Café schon deutlich gelichtet. Die Jüngeren waren um 23.00 Uhr gegangen und auch darüber hinaus hatten schon einige die Segel gestrichen. Verständlich, denn so viel Live-Mucke am Stück kann schon anstrengend sein!

Wir legten los und gaben uns große Mühe, auch den Rest der Leute nach draußen zu spielen. Jürgen drehte die Lautstärke bis ans Limit. Die Leute blieben und machten sich die Ohren kaputt. Selber schuld! 🙂 Ernsthaft: Wir freuten uns über das rege Interesse zu später Stunde und spielten einen kurzen, knackigen und roosophonlastigen Gig mit hoffentlich fettem Soundbrett. Wir hatten großen Spaß! Auch Forum-Stammgast Thomas Friedrich bewegte das Haupt und fand sichtlich Gefallen an unserem Sound sowie an unseren gestimmten Instrumenten!

Liebe Kollegen von LOS: Es war längst überfällig, dass wir mal wieder zusammen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gestanden sind! Danke für die Einladung!

Ansonsten wollen wir die Dankes- und Grußworte in diesem Gig Review knapp halten, da so endlos viele bekannte Leute da waren, dass wir mit Sicherheit jemanden vergessen würden. Besondere Erwähnung verdient lediglich Forum-Chef Gaisi, denn Jugendveranstaltungen sind höchst undankbar, was den Umsatz anbetrifft. Wenn Kurtanz ist, dann kommen weniger Leute, die viel Geld ausgeben und kaum Sauerei machen. Deshalb danke an Gaisi für sein Herz für die Jugend! Wenn ihr mal groß seid und fett Kohle habt, dann geht gefälligst ab und zu ins Forum und trinkt Einen! 🙂

26.09.05

COLESLAW BEIM EARWORM FESTIVAL

Das Earworm Festival in Ravensburg war 2004 was die Stimmung anbelangt unser mit Abstand erfolgreichstes Konzert: Stagediving, pogende Menschenmassen, donnernder Applaus, kreischende Mädels – es war schlichtweg unglaublich! Auch darüber hinaus gab es nichts zu bemängeln: Der „Gemeindesaal Dreifaltigkeit“ ist (auch wenn es der Name nicht vermuten lässt) eine sehr schöne Location und die Organisation des Earworm Festivals äußerst professionell. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in diesem Jahr erneut dort auftreten dürfen. Ihr solltet euch diesen Rock-Event der Superlative auf keinen Fall entgehen lassen – mit Blick auf das diesjährige Line-Up erst recht nicht!

18.15 Uhr DEAD POETS ALIVE
19.00 Uhr ITCHY POOPZKID
20.15 Uhr COLESLAW
21.15 Uhr JACKIE COLA
22.15 Uhr 3 FEET SMALLER
23.30 Uhr VANILLA SKY

Er erübrigt sich wohl zu sagen, dass ihr euch mit der Kartenbestellung beeilen solltet, denn im letzten Jahr war das Earworm Festival restlos ausverkauft. Hier gibt’s Karten im Vorverkauf für faire 8 Euro.

25.09.05

TOUR DIARY – 23.09.05 | MARKDORF, Theaterstadel, Rocknacht

So könnte es doch öfter sein!

Ausnahmsweise verzichteten wir auf einen Soundcheck und fuhren erst am Abend los. Mit von der Partie waren Stefan, Raidi, Carina, Moni und Alex. Als wir gegen 20.00 Uhr in Markdorf ankamen, hatten wir Probleme, überhaupt in den „Theaterstadel“ hineinzukommen, da bereits zig Leute vor der Tür Schlange standen. Schnell zurück zum Auto, ein paar Koffer und Instrumente geholt und schon bildeten die ganzen Menschen bereitwillig eine Gasse. Zweifler bringt man mit einem wichtigen Gesichtsausdruck und den Worten: „Wir sind von der Band!“ auch aus dem Weg… 🙂

Drinnen mussten wir erst mal staunen. Was für eine geile Location! Dank zahlreichen Säulen, Engeln und anderen Verzierungen hatte der Theaterstadel einen leichten Kirchen-Touch. Vor der großen Bühne befand sich wie immer eine Tanzfläche und gegenüber eine Bar. Direkt neben dieser Bar befand sich eine Nische, die sich hervorragend für unseren Merchstand eignete. Wir holten uns die Erlaubnis von einem netten Kerl namens Paul und bauten dann in dieser Nische unseren Kleiderschrank und so auf. Das beste vom Theaterstadel hab ich allerdings noch gar nicht erwähnt: Über der Tanzfläche gibt es eine Galerie, also ein zweites Stockwerk! Hier gibt’s ein Bild davon. Vom „Second Floor“ aus hat man optimale Sicht auf die Bühne und ist zudem in Sicherheit, aber dazu später mehr…

Als unser Merchstand aufgebaut war, wurden auch schon die Pforten geöffnet und die Leute strömten ins Innere. Und wie viele! Der Ansturm schien kein Ende zu nehmen. Binnen einer halben Stunde war der Theaterstadel praktisch voll. Umso erstaunter waren wir jedes Mal, wenn wir nach draußen gingen und dort immer noch über hundert Wartende erblickten. Bei den ersten beiden Combos, THE BUFFOONS und LIBIDO FROID, war die Stimmung bereits vorzüglich. Nach den beiden Gigs gingen wir in den Backstageraum, während unsere Mitgereisten den Merchstand übernahmen. Die Bezeichnung „Backstageraum“ ist diesmal wörtlich zu nehmen, denn die Künstlergarderobe befindet sich im Theaterstadel wirklich direkt hinter der Bühne. Wir stellten dort unsere Instrumente bereit und sahen amüsiert zu, wie sich die Kollegen von D.A.L. (Die Aufnahme läuft) mit aberwitzigen Kostümen ankleideten. Als das Intro ertönte, enterte die ungefähr zehnköpfige Truppe mit viel Bier die Bühne und präsentierte dort eine spaßige Mischung zwischen Rock und Ska. Uns sagte der Sound erstmals an diesem Abend zu und auch im Publikum steigerte sich die ohnehin schon gute Stimmung. Im Anschluss an D.A.L. bereiteten wir alles vor und verschwanden dann nochmals hinter der Bühne. Mittlerweile waren ca. 500 Leute im Theaterstadel – der Laden platzte aus allen Nähten.

Wir waren heiß wie selten zuvor, als Roos gegen 22.45 Uhr unser Intro laufen lies. Unter Applaus betraten wir die Bühne und rockten los. Bereits nach wenigen Sekunden hatten wir das Publikum auf unserer Seite. Leck mich am Arsch – die gingen ab wie noch nie! Von der Bühne bis zum FOH wurde zeitweise brachialster Pogo getanzt! Wir waren unheimlich froh, dass wir das Privileg hatten, auf der Bühne stehen zu dürfen. Auch die Leute, die sich oben auf der Galerie befanden, staunten nicht schlecht, als sie nach unten auf die Tanzfläche blickten. Dort wurde dermaßen gerockt, dass Jürgens Mischpult immer mal wieder einen Satz machte und plötzlich einen halben Meter weiter hinten stand! Das muss man sich mal vorstellen!! Es wurde geklatscht, geschrieen und gefeiert! Wir konnten machen was wir wollten – dem Publikum gefiel es! Uns natürlich auch!! Dabei ließen wir uns auch nicht von der Kotzlache aus dem Konzept bringen, die einer der Besucher direkt vor Jojo auf die Bühne gesetzt hatte. 🙂

Wir präsentierten uns in guter Form und wechselten immer wieder freudige Blicke mit unserem Mischer Jürgen, der das Ganze wohl genauso wenig fassen konnte wie wir! Einmal ging ein Mädchen ziemlich unsanft zu Boden und wurde dort zunächst liegen gelassen. Jojo versuchte etwas Ruhe in den Saal zu bringen und erklärte nach einem Song: „Leute, wenn jemand umfällt – sofort wieder aufheben!“ Weiter ging’s. Und wie! Wir hatten so großen Spaß, dass unser Auftritt wie im Fluge vorbei ging. Nach „Like A Rockstar“ sagten wir „Tschüss“ und verließen die Bühne. „Zugabe!“ schrie das Publikum. „Gerne!“ sagten wir und kamen noch einmal zurück. Mit „This Misery“ beendeten wir unseren Gig. Nippel zum Publikum: „Markdorf, das war heute unser 94. Konzert und ich sag das nicht jedes Mal: es war eines der besten! Ihr seid unglaublich!! Vielen Dank!!!“ Zu guter Letzt gab es noch ein Big Finish, wobei uns mal wieder einer von Sédons Drumsticks um die Ohren flog. 🙂 Hochzufrieden verließen wir die Bühne. Eins können wir an dieser Stelle schon versprechen: In Markdorf haben wir nicht zum letzten Mal gespielt!

Im Anschluss präsentierte sich der Rock-Vierer von SLIENT SCREAM in gewohnter Manier. Geile Band mit ausdrucksstarkem Gesang! Die Stimmung war ähnlich gut wie bei uns. Einmal kämpften sich Jojo und Nippel bis vor die Bühne. Dort ging es so heiß her, dass den beiden ein kurzer Blickkontakt genügte, um sich zu sagen: „Okay, hauen wir wieder ab!“ 🙂

Die Leute kauften an unserem Merchstand alle CDs weg, die wir dabei hatten. Mit so einem enormen Zuspruch hatten wir im Vorfeld natürlich nicht gerechnet! Gegen Ende der Show von SLIENT SCREAM lichtete sich das Publikum etwas. Wir freuten uns über viele Bekannte aus Nagold (Maggie und Co.), mit denen wir uns an unserem Merchstand eine Weile unterhielten. Irgendwann verstauten wir unser Zeug in den Autos, wobei Roos mal wieder alle möglichen Leute parodierte und wie so oft für allgemeines Gelächter sorgte. 🙂

Wir verabschiedeten und bedankten uns bei vielen Leuten und fuhren schließlich los. Nach einem kurzen Abstecher ins Ravensburger Mc Donald’s, ging’s zurück in die Heimat.

Für eines unserer schönsten Konzerte bedanken wir uns bei: Markdorf-Rock-City, Martin & den anderen Organisatoren, Freddy & SLIENT SCREAM, Paul & der ganzen Belegschaft vom Theaterstadel, Stückle, Elen, Maggie & Co., Stefan, Raidi, Alex, Moni und Carina.

So könnte es doch öfter sein!

18.09.05

TOUR DIARY – 16.09.05 | MENGEN, Alte Bibliothek, Musiknacht

In der letzten Zeit werden wir immer mal wieder gefragt, warum wir nicht mehr auf Musik- und Kneipennächten auftreten. Der Grund ist denkbar einfach und wer ein bisschen überlegt, kommt vielleicht selber drauf: Wir spielen mittlerweile nur noch eigene Songs. Da wir schlichtweg nicht so viele Songs im Programm haben, können wir auf absehbare Zeit keine abendfüllenden Konzerte mehr spielen. Deshalb sind wir auf Festivals oder zumindest auf Doppelkonzerte mit anderen Bands angewiesen. So also auch an diesem Abend, wo wir zusammen mit den Kollegen von GUNFIRE die Mengener Musiknacht beglücken sollten.

Gegen 17.00 Uhr trudelten Nippel und Roos (mit Alexandra und Nadja) in der „Alten Bibliothek“ ein. Man begrüßte die Jungs von GUNFIRE und begutachtete die Location. Ist sehr schön dort: Alles ist mit Holz verkleidet, es stehen Bücherregale rum, es gibt Pflanzen, Teppichboden und so weiter und so fort. Wer stilvoll ein Bier trinken will, ist mit der „Bibo“ jedenfalls gut beraten! Da wir im hintersten Raum spielen sollten, mussten wir das Equipment ziemlich weit schleppen. Naja, immerhin ging das an diesem Tag schnell, denn GUNFIRE waren zu sechst. Keyboarder Andy fehlte zwar – dafür packte Manager Philipp mit an. Als alles aufgebaut war, stellten sich Nippel und GUNFIRE-Drummer Wuuz ans Fenster und schauten entzückt den kleinen Jungs (vermutlich C-Jugend) zu, die auf dem angrenzenden Fußballplatz kickten. Roos: „Spielt da Schulz au mit?“ 🙂

Gegen später trafen auch Done und Jojo in Mengen ein. Mit dabei waren Jojos Bruder Stefan und Moni. Die Jungs von GUNFIRE (oder „Bischdolafuier“ – wie Sédon stets zu sagen pflegt) konnten nun soundchecken, da Sédon das Multicore im Petto hatte. Für Laien: Ein Multicore ist so etwas ähnliches wie ein Baum, nämlich ein dickes Etwas, das sich am anderen Ende in lauter kleine und dünne Etwasse verzweigt. 🙂

Nun galt es, die Zeit bis zum Auftritt totzuschlagen. Zunächst wurde gegessen. Im Anschluss spielten einige von GUNFIRE Dart, während sich die Coleslaw-Fraktion mit Billard vergnügte. Roos und Stefan spielten ein Doppel gegen Jojo und Sédon. Letztere lochten meist zielsicher ein, bestimmten das Match lange Zeit und gingen deutlich in Führung. Roos schämte sich angesichts seines Unvermögens so sehr, dass er einmal sogar unter dem Tisch durchkriechen musste. Doch am Schluss konnte Roos dank einem Traum-Solo das Blatt nochmals wenden und die Partie für sich und Stefan entscheiden.

Gegen 21.30 Uhr legten die Kollegen von „Bischdolafuier“ los. Die Soundverhältnisse waren an diesem Abend nicht sonderlich gut. Den Leuten schien’s egal zu sein, denn die strömten zahlreich in die Alte Bibliothek. Nach ein paar Songs riss Gitarrenmann Piet eine Saite. Der Clou bei der Sache war, dass er die entsprechende Ersatzsaite bereits beim Soundcheck seinem Kollegen Wolfi gegeben und somit keine mehr hatte. Folglich fragte Piet nach der Gitarre von Jojo. Der wollte sie ihm natürlich geben, merkte dabei jedoch, dass er seinen Gitarrengurt zu Hause vergessen hatte. Da der Jojo ne Gitarre mit Security-Locks spielt, kann man da nicht einfach nen anderen Gurt dranmachen. Für Laien: Wenn man an einer Gitarre mit Security-Locks einen normalen Gurt befestigen will, dann ist das ungefähr so, wie wenn man versuchen würde, Fiat-Rückspiegel an einen Ferrari zu montieren. 🙂 Piet blieb also nix anderes übrig, als eine dickere Saite aufzuziehen. Für Laien: Wenn man auf eine Gitarre eine dickere Saite aufzieht, dann ist das ungefähr so, wie wenn ein 13-jähriges Mädchen ein XXL-Tampon benutzt. 🙂

Nach der ersten Runde GUNFIRE waren wir an der Reihe. Wir richteten alles her, Jojo lieh sich die Gitarre von Wolfi (abgesehen von den fehlenden Security-Locks exakt das gleiche Modell), wir gingen kurz zum Pipi machen, Roos lies unser Intro laufen und dann ging’s endlich los! Vor vollem Haus rockten wir durch unser Programm und kamen erstaunlich gut an. Angesichts der Tatsache, dass viele fremde Gesichter im Publikum waren, freute uns das ganz besonders. Jojo und Nippel patzten sich gegenseitig in die Ansagen und brachten das Publikum mehrmals zum Schmunzeln. Das Roosophon klang an diesem Abend besonders fies oder wie Jojo stets zu sagen pflegt: „Des duat wie domols!“ 🙂 Nach „Like A Rockstar“ und der Zugabe „This Misery“ räumten wir die (nicht vorhandene) Bühne und es ging mit der zweiten Runde GUNFIRE weiter.

Bassist Gregor und seine Combo präsentierten einen Mischmasch aus eigenen Songs und verschiedensten Coverstücken. Gegen Schluss ihres Gigs ging es in der vollen „Bibo“ immer heftiger zu Sache. Vor allem als die KOT-Mannen den Laden enterten, wurde es zunehmend gefährlich: Der Kronleuchter an der Decke schaukelte von Pogo-Tänzern angeschubst wild durch die Gegend und drohte runterzufallen. Einer der besoffenen Pogo-Menschen flog plötzlich direkt vor Sänger James heftig auf die Fresse. Auf der Homepage von KOT gibt’s sogar ein Bild davon. Wir verfolgten das wilde Treiben aus sicherem Abstand von unserem Merch-Stand aus, der direkt neben dem FOH aufgebaut war. Ich habe ja schon im letzten Gig Review darauf hingewiesen, dass jeder Auftritt was Besonderes hat – so auch dieser: Erstmals seit wir nun unseren Merch-Stand mit uns herumschleppen schafften wir es, nichts (NICHTS!) zu verkaufen!! GUNFIRE-Manager Philipp: „Heute haben sogar wir mehr verkauft als ihr!“ – Nippel: „Ja? Was denn??“ – Philipp: „Eine CD!“ – Nippel: „Kennst du die CDs, die an den Bäumen am Waldrand hängen, dass die Tiere nicht auf die Straße laufen??“ 🙂

Nach dem Gig von GUNFIRE und lustigen Gesprächen über Blut-Kanister, Tourbusse und andere Themen, traten wir die Heimfahrt an.

Vergelt’s Gott: „Bischdolafuier“ (Wolfi, Piet, Wuuz, James, Gregor, Philipp), der Belegschaft von der Alten Bibliothek (vor allem für das gute Essen), Nadja, Stefan, Moni, Alex, Alfons Müller-Lüdenscheidt, Peider, Flo, Lena und dir für das Lesen dieses Gig Reviews!