16.04.05

COLESLAW BEIM ALTHEIMER OPEN AIR

Wir konnten das Shoot Out im Riedlinger Bollwerk für uns entscheiden. Somit werden wir am 29. Juli 2005 beim Altheimer Open Air auftreten und dort unter anderem die H-BLOCKX supporten! Vielen Dank an alle, die mit uns nach Riedlingen gefahren sind! Ohne eure Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen…

Als Dankeschön gibt es unter der Rubrik DOWNLOADS ab sofort unseren brandneuen Song „Like A Rockstar“, den wir über die Ostertage zusammen mit Thimo Strobel aufgenommen haben, komplett zum runterladen. Ihr könnt mit dem Song machen, was ihr wollt: Brennen, euren Freunden weitergeben, auf andere Websites stellen oder covern – solange ihr ihn als unseren ausweist, ist alles erlaubt! 😉

10.04.05

TOUR DIARY – 08.04.05 | TUTTLINGEN, Tarantel

Dieser Gig wurde uns relativ kurzfristig angeboten. Da wir noch nie in Tuttlingen gespielt hatten und der Mensch am Telefon cool drauf war, haben wir ohne zu zögern zugesagt.

An besagtem Freitagmittag fuhren wir also mit Nippels und Sédons Karossen am Hofe des Musikmarkt vor. Nachdem wir kurz dass neue PA-Lager bestaunt hatten, schnappten wir uns Kartoffeldruckstudent Jürgen Roos und los ging die Fahrt! Außer uns Vieren war auch Ocarina mit von der Partie. Die Reise nach Tuttlingen verlief gewohnt kurzweilig und auch den Jugendclub „Tarantel“ hatten wir relativ schnell gefunden – und das obwohl Jürgen den Stadtplan falsch herum gehalten hatte! 🙂

Wir parkten direkt vor der Einganstür und begaben uns nach drinnen. Dort wurden wir freundlichst von der Belegschaft begrüßt. War ein netter Laden. So ne Mischung aus Kneipe (großer Tresen) und Live-Club (große Tanzfläche). Jürgen platzierte sein Rack neben dem Mischpult und verständigte sich mit dem Haustechniker. Wir saßen derweil im Backstageraum und unterhielten uns mit den netten Jungs und der netten Kroatin von der Opener-Band TRIAL SHOT. Wenig später gab’s ein geiles Buffet, an dem man sich bedienen konnte: Würstchen oder wahlweise Maultaschen mit allen möglichen Salaten und Beilagen. Großes Lob an die Küche! Schließlich bauten wir noch unseren Merch-Stand samt Kleiderschrank auf. Der Kleiderschrank ist ein von Sédon geschreinertes Kunstwerk, indem unsere T-Shirts und Pullis aushängen. Schaut’s euch bei Gelegenheit mal an! Hechtsche Qualitätsarbeit!! 🙂

Als die Headliner-Band CRACK FAMILY aus Stuttgart angekommen war, war endlich auch die Backline am Start. Es wurde kurz soundgecheckt, was angesichts des kleinen Mischpults keinen großen Sinn machte. Wir beschränkten uns darauf, unsere Gesangsmikros anzutesten. Anschließend gesellten wir uns zu den Jungs von der CRACK FAMLY in den Backstageraum. Waren cool drauf, die Typen: Man schimpfte auf die GEMA, man fachsimpelte über Equipment und mal wieder warf man mit Sprüchen um sich, die nur im Zusammenhang witzig sind. Die lustige Unterhaltung wurde alle paar Minuten auf amüsante Weise unterbrochen: Jedes Mal, wenn jemand im Haus die Klospülung betätigte, dann hörte sich das im Backstageraum an, als stünde man vor den Niagarafällen: Unter tosenden Lärm rauschten die Exkremente diverser Hausbewohner durch ein Rohr, dass an der Wand des Backstageraums entlangführe! Kleiner Tipp an den Tarantel-Chef: Die Bands würden über diesen Schauspiel noch viel mehr lachen, wenn das betreffende Rohr durchsichtig wäre! 🙂

Gegen 20.30 Uhr legte TRIAL SHOT los. Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Laden so gut wie voll. Die Stimmung war dementsprechend und unsere Vorfreude auf den anstehenden Gig steigerte sich zunehmend. Als die Jungs um Frontfrau Martina (sieht einfach geil aus, wenn Frauen Bass spielen und singen!) unter Applaus die Bühne verließen, bereiteten wir in Ruhe alles vor. Die Leute gönnten sich derweil eine Erfrischung und gingen nach draußen, wo Nippels Karre direkt vor der Tür stand. Was beim Ausladen Vorteile hat, kann später Unannehmlichkeiten mit sich bringen: Kurz vor dem Gig kam ein netter Kerl namens Claudius zu Nippel und hatte folgendes in der Hand: Rückspiegel, Block und Stift. 🙂 Es gibt halt doch noch ehrliche Leute, die es wenigstens zugeben, wenn sie was kaputt gemacht haben.

Kurz nach halb zehn legten wir los. Die Leute kamen wieder nach drinnen und die Stimmung stieg. Trotz der enormen Hitze machte es großen Spaß zu rocken, denn das Publikum war sehr interessiert. Vor allem in den ersten Reihen bewegte man sich kräftig zum Sound. Jürgen musste den Monitorsound fast gänzlich wegdrehen, so dass das das korrekte Singen ziemlich schwer war. Auch Sédon hatte mit dem fehlenden Montitorsound zu kämpfen. Aber, hey, sind wir mittlerweile nicht professionell? Wir ließen uns nix anmerken und rockten so gut es ging! 🙂 Das Publikum rockte mit uns! Auch die Jungs von der CRACK FAMILY standen vor der Bühne und fanden sichtlich Gefallen an unserem Sound. Wie schon eine Woche zuvor in Mengen war auch diesmal wieder die Cris aus Nagold angereist, um unserer Gurkenmucke zu lauschen. War ein ausgesprochen cooler Gig, der uns großen Spaß gemacht hat! Nach „Exhausted“ räumten wir die Bühne für die Kollegen.

Die begannen ihr Set mit einem sehr sperrigen und langatmigen Song, so dass die Leute nur langsam vor die Bühne kamen. Als danach jedoch eine rockige Funk-Nummer gebracht wurde, da kam das Publikum wieder zunehmend in Fahrt und rockte auch mit der CRACK FAMILY ab! Sehr eigenwillige Band, die wir äußerst geil fanden! Vor allem Bassist Boernie wusste mit seinem prägnanten Slapp-Spiel zu überzeugen. Sänger Thomas arbeitete mit hammergeilen Effekten in der Stimme – so was haben wir bislang noch nicht zu hören bekommen! Die Band zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie aus vier gänzlich verschiedenen Typen besteht. Wenn man seine Augen von links nach rechts (Gruß an Jürgen!) wandern lies, dann sah es auf einen Blick so aus, als würden Rob Tujillo, Billie Joe Armstrong und Dave Grohl zusammen musizieren. 🙂 Der Bandname CRACK FAMILY rührt laut Bassist Boernie daher, dass „wir alle aus zerrissenen Familien kommen“. Dementsprechend ging Frontmann Thomas textlich sehr sozialkritisch aber auch politisch zu Werke. Am ehesten ließe sich der Sound von der CRACK FAMILY noch mit RAGE AGAINST THE MACHINE vergleichen, wobei nicht nur gerappt, sondern auch gesungen wurde. Auf jeden Fall eine sehr geile Band, die wir nicht so schnell vergessen werden. Respekt!

Nach dem Gig der CRACK FAMILY saßen wir noch eine Weile an unserem Merch-Stand. Ocarina hatte dort während unseres Gigs Sachen verkauft. Vielen Dank dafür! Auch die Jungs von der CRACK FAMILY hatten noch ein paar CDs und Buttons dazugelegt, die wir natürlich auch versuchten zu verchecken. Irgendwann bauten wir unseren Stand ab. Jürgen schnappte sich die Kasse von der CRACK FAMILY. Er wollte sie zu den Jungs im Backstageraum bringen. Gerade, als er dort die Tür öffnen wollte, kam deren Drummer Stefan nach draußen und stieß mit Jürgen zusammen. Die Kasse fiel zu Boden und das ganze Geld Kleingeld rollte durch die Gegend. Stefan: „Entschuldigung, das wollte ich nicht!“ Jürgen zuckte nur mit den Achseln und ging mit den Worten: „Mir doch egal. Isch jo eier Geld!“ zurück zum Merch-Stand. 🙂

Als wir alles in unseren Karossen verstaut hatten, verabschiedeten wir uns vor der coolen Belegschaft und von der CRACK FAMILY und traten die Heimreise an. Während Jojo, Sédon und Carina nach Hause gingen, nächtigte Jürgen bei Nippel, da er am nächsten morgen wieder zu Alfons „Goht Klar“ Müller in den Musikmarkt musste.

Respekt an: Jürgen, Ocarina, die Belegschaft der Tarantel, den Koch oder die Köchin, die CRACK FAMILY, TRIAL SHOT und Claudius (falls er zahlt).

08.04.05

SHOOT OUT FÜRS ALTHEIMER OPEN AIR

Wie viele andere Bands aus ganz Deutschland, haben auch wir uns vor einigen Wochen fürs Altheimer Open Air beworben. Mittlerweile sind wir in der Endauswahl! Da den Organisatoren die endgültige Entscheidung schwer fällt, wird es am 15.04.05 (Freitag) ein Shoot Out im Riedlinger Bollwerk geben: Hierbei treten insgesamt sechs Bands gegeneinander an – der Siegerband winkt ein Auftritt beim Altheimer Open Air! Welche Band das sein wird, entscheidet bei diesem Wettbewerb ausschließlich das Publikum. Wir brauchen also eure Unterstützung und freuen uns über jeden Einzelnen, der mit uns nach Riedlingen fährt! Beginn ist um 20.00 Uhr.

04.04.05

TOUR DIARY – 02.04.05 | MENGEN, Ablachhalle, Crossing All Over Festival

Wir hatten uns im Vorfeld sehr auf dieses Festival gefreut. Nach einer ziemlich durchwachsenen Bandprobe fuhren wir daher frohen Mutes nach Mengen. Sédon, Jojo und Thimo düsten direkt in die Ablachhalle, weil ersterer sein Schlagzeug hinbringen musste. Nippel machte noch einen kleinen Abstecher nach Dürmentingen, um dort Mischer Jürgen Roos abzuholen.

In Mengen angekommen begrüßten wir die Jungs von GUNFIRE sowie die Herren von Audio Concept, die allesamt schon kräftig mit Aufbauen beschäftigt waren. Wir packten hier und da ein wenig mit an, hängten unseren Banner an die Wand und bauten unseren Merch-Stand auf. Nach und nach trudelten auch die anderen drei Bands in Mengen ein: Das waren ROOKIE JAM aus Erlangen, PARK LANE 7 aus Bad Mergentheim und 3 FEET SMALLER aus Wien.

Wie fast immer bei solchen Festivals, kam man mit der Zeit ein wenig in Verzug, als eine Band nach der anderen Soundcheck hatte. Hinzu kam, dass die Jungs von Audio Concept, die in der Region eigentlich für ihre hervorragende Soundarbeit bekannt sind, an diesem Tag massive Probleme mit der PA-Anlage hatten: Vor allem die Bass-Drum übersteuerte und hatte krachende Nebengeräusche. Fast eine Stunde lang vermochte keiner das Problem in den Griff zu bekommen und so mutierte der Soundcheck zunehmend zu einem Bass-Drum-Check. Man testete verschiedene Mirkos, man wechselte den Kanal und irgendwann schafften es die Jungs dann doch, die Nebengeräusche (fast) gänzlich zu verbannen.

Man wurde gerade noch rechtzeitig mit den Soundchecks fertig, als um 20.00 Uhr die ersten Leute in die Ablachhalle strömten. Naja, „strömten“ ist vielleicht ein wenig übertrieben, denn anfangs füllte sich die Halle recht zäh. Die Jungs von ROOKIE JAM hatten die unangenehme Aufgabe um 21.00 Uhr das Festival vor fast leerer Halle zu eröffnen. Obwohl ihre Musik – eine Mischung aus Punk und Ska – nicht von schlechten Eltern war, schafften sie es kaum, die Leute vor die Bühne zu locken. Immerhin schien der Sound vielen Anwesenden zu gefallen, so dass im Anschluss an den Gig die ein oder andere CD am Merch-Stand von ROOKIE JAM den Besitzer wechselte.

Als wir uns (mit Hilfe von Backliner Thimo) auf unseren Gig vorbereiteten, da wurde die Halle dann etwas voller. Richtig viele waren für Crossing-All-Over-Verhältnisse zwar immer noch nicht da, aber so zwischen 300 und 400 Leute waren es allemal. Das Erfreuliche war, dass sich gut zwei drittel davon vor die Bühne begaben, als wir gegen 22.00 Uhr mit „Me Again“ losrockten. Die alte Weisheit: „Schlechte Generalprobe – guter Auftritt“ schien sich mal wieder zu bewahrheiten. Jedenfalls spielten wir deutlich besser, als einige Stunden zuvor in unserem Bandraum. Auch dem Publikum schien’s zu gefallen: Fast alle blickten in Richtung Bühne und applaudierten kräftig zwischen unseren Songs. Wir waren sehr zufrieden und gaben unser Bestes. Selbst diverse Missgeschicke konnten uns an diesem Abend nicht aufhalten: Beim Intro zu einem Song verabschiedete sich Sédons Drumstick-Holder. Bei „Just Asking“ löste sich der Gurt von Nippels Bass-Gitarre. Er fing sie jedoch auf und spielte so gut es ging weiter. Unser CD-Producer Holger, der sich mal wieder unters Publikum gemischt hatte, wollte nach einigen Worten „grad zom Schbrind asetzta“, als Nippel seinen Gurt in einem Break wieder anbrachte.

Während wir rockten, saßen Jonne und Jojos Bruderherz Stefan am Merch-Stand und verkauften dort CDs und so. Jürgen freute sich am Mischpult über Jojos neuste Errungenschaft: Ein „Noisegate“, das an diesem Abend zum erstmalig zum Einsatz kam, verhinderte mit Erfolg Gitarrenrückkopplungen, die ein jeder Mischer so sehr hasst wie der Olli Kahn den Jens Lehmann! 🙂 Nach „This Misery“ und der Zugabe „Exhausted“ räumten wir unter Applaus die Bühne für 3 FEET SMALLER.

Wir verstauten unser Zeug im Backstagebereich und spazierten durch die Halle, die mittlerweile so ca. 500 Leute in sich hatte. Wir freuten uns zum einen über viel Lob und zum anderen über die geile Vorstellung von 3 FEET SMALLER! Vor allem Jojo, der seit Wochen deren CD hört, war sehr von dem Gig angetan und stand direkt vor der Bühne. Die Jungs um Frontmann Marcus gingen routiniert zu Werke und schafften es, das Publikum in Fahrt zu bringen. Es wurde kräftig gehüpft, geklatscht und gesungen!

Dementsprechend schwer hatten es die Lokalmatadoren von GUNFIRE im Anschluss, das Publikum bei Stange zu halten. Obwohl sich die Jungs abmühten, standen deutlich weniger Leute vor der Bühne, als zuvor bei 3 FEET SMALLER oder auch bei uns. Vielleicht lag es ja daran, dass viele der GUNFIRE-Fans irgendwo eingespannt waren – sei es an der Bar, am Weizenstand, an der Kasse oder sonst wo…

Als nach 1.00 Uhr die Jungs von PARK LANE 7 einstöpselten, waren bereits einige Leute nach Hause (oder auch nach K’Wald) gegangen. Von dieser Tatsache sichtlich unbeeindruckt, rockten die vier dunkel gekleideten Jungs selbstsicher durch ihr Programm und überzeugten so ziemlich jeden, der noch in der Halle war. Sehr geile Combo, die sich vor allem durch ihr präzises Zusammenspiel sowie durch ausdrucksstarken Gesang auszeichnete!

Gegen 2.30 Uhr war Schluss. Das Licht ging an und das Sicherheitspersonal versuchte – großteils ohne Erfolg – die Leute aus der Halle zu bringen. Wir verstauten unsere Instrumente in den Autos. Jojo fuhr gen Heimat. Sédon, Nippel, Jürgen und Holger blieben noch so lange, bis außer den Organisatoren kaum mehr einer in der Halle war. Man redete und hatte großen Spaß. Jürgen und Nippel besuchten zu später Stunde noch den Pizza-Stand in der Halle. Jürgen: „Eine Pizza!“ – Frau: „2 Euro!“ – Jürgen: „Waaa? So vill?? Friar hod a Pizza no zwoi Mark koschd!“ Jaja, früher war vieles anders! Musiker hatten zum Beispiel noch langes Haar… 🙂

Zu noch späterer Stunde setzten wir uns zu viert an einem Tisch. Eine nette Frau von der Bar fragte uns: „Wollt ihr noch Kaffee haben? Wir haben viel zu viel übrig!“ Wir nahmen das Angebot dankend an und so kam es, dass wir noch eine ganze Weile gemütlich beisammen saßen und Kaffee schlürften, während um uns rum schon geputzt wurde. Irgendwann verabschiedeten wir uns von den GUNFIRE-Buben und dem Audio Concept Team und fuhren dann nach Hause.

Grüße, Dank, Respekt und Rosenblüten vor die Füße gestreut gehen an: GUNFIRE (Piet, James, Wuuz, Wolfi, Gregor, Andi und Philipp), Jürgen, Thimo, Jonne, Stefan, Holger, Audio Concept (Wolfe, Stefan und noch einer), Claudi, Manne, Raidi, Schorsch, an die Belegschaft hinter der Bar, an den Pizza-Bäcker sowie an die anderen Bands.

01.04.05

COLESLAW-NEWSLETTER

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28.03.05

TOUR DIARY – 26.03.05 | LINDAU, Club Vaudeville, Emergenza Special Tour

Überrascht, dass hier ein Gig Review im Netz steht, obwohl gar kein Gig angekündigt war? Nun, das hat einen ganz einfachen Grund: Wir wussten selber nix von diesem Gig! Als wir an jenem Karsamstag gemütlich im Stinnes saßen und dort mit Thimo unseren neuen Song „Like A Rockstar“ aufnahmen, da schellte auf einmal das schneiderhansche Handy: Es war ITCHY POOPZKID-Manager Magge, dem für die am Abend stattfindende Emergenza Vorrunde in Lindau noch eine Gastband fehlte. Er gab uns ca. drei Stunden Zeit, um im „Club Vaudeville“ anzutanzen! Magge ist für seine Last-Minute-Anrufe bekannt: Bereits einige Tage vorher hatte er uns ähnlich kurzfristig einen Auftritt in Zürich (!) angeboten. Blöderweise war Jojo zu diesem Zeitpunkt in Stuttgart und Sédon in der Schreinerei gewesen, so dass wir schweren Herzens abgesagt hatten. Diesmal kam Magges Anruf jedoch sehr gelegen: Wir waren ja alle drei im Stinnes und hatten mit Thimo sogar einen Mischer dabei! Wir freuten uns wie die Griechen über ihren EM-Titel und ließen alles stehen und liegen: Unsere Aufnahme wurde kurzerhand auf Ostermontag verschoben, wir sagten per Handy noch einige Termine ab, wurden dafür teilweise beschimpft und fuhren dann trotzdem frohen Mutes mit zwei Autos gen Bodensee! Am Steuer saßen Thimo und St. Anger, denen an dieser Stelle herzlich für ihre spontane Hilfe gedankt sei! Neben den beiden war auch Moni mit von der Partie.

St. Anger fuhr voraus und gab kräftig Gummi. Jojo versuchte den Weg zum Club Vaudeville auszuchecken. Moni gab seelischen Beistand. Im anderen Auto drückte auch Thimo das Gaspedal durch und demonstrierte die beeindruckenden Kickdown-Fähigkeiten des gustavschen Automobils. Nippel kritzelte mit einem Edding eine Setlist auf einen verratzten Schreibblock. Sédon kämpfte derweil auf der Rückbank gegen seine Übelkeit, die durch unseren rasanten Fahrstil kombiniert mit seinem leerem Magen ausgelöst wurde. That’s real Rock n’ Roll!! 🙂

In Rekordzeit kamen wir in Lindau an und machten den Club Vaudeville ausfindig. Man stürmte hinein und fiel erst mal Magge um den Hals! Ist schon ne tolle Sache, dass der sofort an uns gedacht hat! (Lieber Magge, falls du diese Zeilen hier liest: Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, dann sind wir auch in Zukunft jederzeit bereit für Spontan-Gigs aller Art!) Nach der Begrüßung ging’s sofort auf die Bühne. Dort schüttelten wir die Hände einiger freundlicher Emergenza-Menschen und stöpselten unsere Instrumente ein. Thimo begab sich hinters Mischpult und zauberte uns gemeinsam mit Monitormischer Markus einem Bomben-Sound – und das innerhalb von wenigen Minuten!

Erst nach dem Soundcheck hatten wir Zeit, den Club Vaudeville ein wenig zu begutachten: Ein ausgesprochen schöner Laden, den auch schon deutsche Rockgrößen wie die H-BLOCKX beehrt hatten. Wir drehten ein paar Runden und stellten überrascht fest, dass an diesem Abend auch unsere Ravensburger Kollegen von FATAL ATMOSPHERE sowie von SECONDARY RAPSCHOOL bei Emergenza mitmachten. Man hielt ein kurzes Schwätzchen und freute sich darüber, dass mehr und mehr Leute in den Club strömten. Als jeder von uns einen Gesprächspartner gefunden hatte, kam auch schon Magge um die Ecke und signalisierte uns, dass wir in fünf Minuten anfangen sollten. Wir begaben uns also zurück auf die (übrigens recht große) Bühne.

Nach dem „Okay!“ von Mischer Thimo rockten wir los. Obwohl an diesem Abend wohl keiner außer „St. Anger“ und „Some Kind Of Moni“ wegen uns da war, schien unser Sound zu gefallen: Ein Großteil der Leute verließ den Vorraum des Clubs und stellte sich vor die Bühne. Wir präsentierten in erster Linie unsere neuen Songs und ernteten ordentlichen Applaus. Der Monitorsound auf der Bühne war an diesem Abend vorzüglich! Wenn doch mal etwas nicht stimmte, dann brauchte man Monitormischer Markus nur einen kurzen Blick zuzuwerfen und er verstand sofort, was zu tun war. Thimo übernahm an diesem Abend mit Bravour die Aufgabe unseres Mischers Jürgen, so dass das Delay an den richtigen Stellen kam! Mit einem fetten Finish wollten wir unseren halbstündigen Spontan-Gig zu Ende bringen. Blöderweise zerbrach beim abschließenden Trommelwirbel einer von Sédons Drumsticks, so dass der Schlussschlag an diesem Abend dann doch etwas spärlich ausfiel. Grinsend bedankten uns bei dem interessierten Publikum und wünschten ANOPHELES, die den eigentlichen Contest eröffneten sollten, viel Glück.

Wir brachten unsere Instrumente zurück in die Karossen und lauschten anschließend dem Gig von ANOPHELES. Ordentliche Band, wenngleich deren Frontmann vor dem Auftritt vielleicht das ein oder andere Bier zuviel getrunken hatte… 🙂

Anschließend ging’s mit den Jungs von FATAL ATMOSPHERE weiter. Die Jungs um Sänger Tobi kamen gut an und klangen dank fetter Anlage um Klassen besser als neulich im Weingartener Weißbierkeller. Einmal mehr gab Gitarrist Walle König superschnelle Gitarrensoli zum besten! Wer auf rockigen Crossover steht und Bands wie SUCH A SURGE mag, der sollte sich FATAL ATMOSPHERE unbedingt mal anhören!

Als wir so vor der Bühne standen und dem Sound lauschten, da kam auf einmal der Magge und nahm uns mit in einen gemütlichen Backstageraum. Dort lobte er unseren Sound – übte aber auch konstruktive Kritik, welche natürlich umso mehr wert ist, wenn sie von einem Bandexperten wie Magge kommt. Dann machte er uns mal wieder ein Angebot, bei dem unsere Herzen höher schlugen: Er lud uns auf die Frankfurter Musikmesse (!) ein, wo wir uns als COLESLAW am Emergenza-Stand präsentieren dürfen! Dort kann man beispielsweise Merchanise verkaufen, CDs verteilen, Kontakte knüpfen und vielleicht sogar ein paar Unplugged-Songs präsentieren. Wir waren von den Socken!! Jetzt mussten wir uns nur noch einen Tag aussuchen. Jojo: „Freitag ist wohl am besten!“ – Magge: „Ah, okay, da sind die Bulls auch da!“ – Nippel: „Die EMIL BULLS???“ – Magge: „Ja, die EMIL BULLS!“ HeieiEieieieiei! Jetzt hoffen wir mal, dass das wirklich hinhaut… 🙂

Im Anschluss an unser Gespräch begutachteten wir den von oben bis unten vollgemalten Backstageraum und stießen auf einige lustige Gesichter diverser Bandmitglieder, die laut Magge „der Guido von den DONOTS“ gezeichnet hatte. Irgendwann lies Thimo seinen Körperdüften freien Lauf, so dass wir den Raum verlassen mussten und fortan den Beats von SECONDARY RAPSCHOOL lauschten. Da einige von uns sehr müde waren, sagten wir relativ bald „Tschüss!“ zu Magge und kratzen die Kurve.

Wir ziehen unseren Hut vor: Magge, Thimo, St. Anger, Moni, den Backlinern, Monitormischer Markus, Emergenza, Judith Braun, Claudi, den Ravensburgern (Weingarten zähl ich da jetzt einfach dazu!) und dem angenehmen Publikum.

24.03.05

OSTERGESCHENK

Als kleines Ostergeschenk gibt es unter der Rubrik DOWNLOADS die Unplugged-Version von „All Your Fault“ komplett zum herunterladen. Jojo und Nippel haben den Song im Musicland Tonstudio Albstadt in einer Live-Session eingespielt. In diesem Sinne: Frohe Ostern und viel Spaß beim Hören!!

21.03.05

TOUR DIARY – 19.03.05 | BAD SAULGAU, Stadtforum

Über die Wintermonate ist es eigentlich fast immer so, dass Auftritte eher rar sind – so also auch in diesem Winter. Da unser letzter Auftritt in Bad Saulgau schon eine Weile zurücklag (November 04) und wir zudem ein paar neue Songs am Start hatten, waren wir natürlich sofort dabei, als uns das Stadtforum als Support von FLATTED FIFTH engagierte.

Man traf sich am Samstagnachmittag im Stadtforum und war sofort erfreut, als die Jungs von FLATTED FIFTH ihre PA-Anlage anschleppten: Vom feinsten! Zumindest für unsere Verhältnisse. Unser Tontechniker Jürgen Rooooooooos schleppte zudem noch einige Bässe (Boxen für die tiefen Soundfrequenzen) an. Nach eigenen Worten hatte ihn das ALTER BRIDGE Konzert angespornt, das wir einige Tage zuvor mit ihm zusammen besucht hatten…

Während die Mannen von FLATTED FIFTH ihre Anlage hinstellten und wir unseren Merch-Stand (ein Hoch auf unseren Trommler, der nebaher au no Schreiner isch!) aufbauten, lies Gott Abend werden. Offiziell wäre bereits um 19.00 Uhr Konzertbeginn gewesen. Wir zögerten das ganze jedoch noch ein Weilchen hinaus: Während Sédon heimfuhr (!) vertrieben sich Jojo, Nippel und Roos die Zeit im Backstageraum. Unser Mischer sorgte einmal mehr mit Anekdoten aus seinem g-Roos-artigen Leben für Kurzweil. Im Gegensatz zu den letzten Gig Reviews, will ich ihn diesmal jedoch nicht zitieren. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass unsere saubere Bandpage auf irgendwelchen dreckigen Porno-Seiten verlinkt wird… 🙂

Um 19.45. Uhr rockten wir mit unserem brandneuen Song „Me Again“ los. Wir waren erfreut, dass bereits zu so früher Stunde ca. 250 Leute da waren! Nach „Thoughts Of An Idiot“ ging es dann mit einigen älteren Stücken weiter. Obwohl es massig Applaus gab und wir den Eindruck hatten, dass die meisten Leute unseren Auftritt ziemlich geil fanden, blieb die Stimmung insgesamt eher verhalten. Ausnahme: Als Jojo bei „Just Asking“ Coleslaw-Fan Martin auf die Bühne holte und dieser dann mit Bravour den Gitarren-Part übernahm, da war das Publikum zu recht begeistert! Unglaublich, der Bursche! Respekt!! Unter tosendem Applaus verließ er die Bühne. Im Anschluss präsentierten wir „Like A Rockstar“ – ein weiterer Song, der an diesem Abend Premiere hatte.

Die Jungs, die in den Kreisen von LACK OF SYSTEM verkehren, sowie die Nagolder Cris & Stephan bewegten sich wie immer fleißig zum Sound und stachen so aus der Masse heraus. Witzig waren auch die drei kleinen Jungs Sven, Nico und Sandro (alles Gitarrenschüler von Nippel), die direkt vor der Bühne standen. Die waren außerordentlich froh, dass wir an diesem Abend schon so früh spielten, denn wenn man neun Jahre alt ist, dann hat man ansonsten so seine Probleme, wenn man einen Coleslaw-Gig sehen will! Obwohl mindestens einem von ihnen die Lautstärke sichtlich zu hoch war, standen sie während unserem kompletten Auftritt in der ersten Reihe und grinsten uns schelmisch an… 🙂

Während wir spielten, verkaufte Jonne am Merch-Stand. Es gab unter anderem nagelneue Pullis und Aufkleber. An dieser Stelle möchten wir mal ein Lob an Ingo Gessler aus Marbach aussprechen! Der ist grad dabei, einen Copy-Shop aufzubauen und macht außerordentlich gute Arbeit! Dass das nicht selbstverständlich ist, davon kann wohl fast jeder Saulgauer ein Lied singen… 😉

Mit „This Misery“ brachten wir schließlich unseren Gig zu Ende und verschwanden hinter dem Bühnenvorhang. Anstatt den ansonsten üblichen „Zugabe!“-Rufen, gab es diesmal sogar einen kleinen Sprechchor: „Wir wollen Exhausted hören!!!“ Es hat halt doch seine Vorteile, wenn man ne absehbare Zugabe bringt. 🙂 Wir kamen dem Wunsch natürlich nach und spielten zu guter Letzt noch „Exhausted“, wobei Roos am Mischpult mal wieder kräftig am Delay-Regler drehte…

Insgesamt gesehen war das mit Sicherheit einer unserer besseren Gigs. Zwar hatten sich sowohl Jojo als auch Nippel speziell bei den neuen Songs etwas unsicher gefühlt – insgesamt hatten sie aber ordentlich gespielt und waren zufrieden. Sédon hingegen hatte eine der besten Shows seines bisherigen Lebens hingelegt! Jeder, der ihn nur ansatzweise kennt, weiß natürlich, dass er so etwas nie von sich selber behaupten würde, aber es soll hier trotzdem gesagt sein! Zumindest freute sich Sédon nach dem Gig über massig Lob von Holger, Thimo und Co. Die roossche Soundarbeit war ebenfalls erste Sahne und stellte (nicht zuletzt dank fetter Anlage) so ziemlich alles bisher da gewesene in den Schatten – zumindest was Coleslaw anbetrifft. Von ALTER BRIDGE will ich jetzt gar nicht reden… 🙂

Nachdem wir die Bühne geräumt hatten, bereitetet sich die Jungs von FLATTED FIFTH auf ihren Auftritt vor. Nach längerem Line-Check starteten sie ihn ein buntes Cover-Set, das mit zahlreichen Perlen aus mehreren Jahrzehnten Rockgeschichte gespickt war. Allgemein zeichneten sich die Jungs um Frontmann Markus durch Songs aus, an die sich andere Bands nicht mal rantrauen: Vor allem einige Klassiker von den RED HOT CHILI PEPPERS („Otherside“, „Under The Bridge“, „Parallel Universe“, „Californication“ etc.) wurden mit Bravour vorgetragen. Da waren mit Sicherheit nicht nur wir beeindruckt! Auch sonst war für jeden was dabei. Sédon freute sich über ACDC, Nippel war von einigen THE OFFSPRING-Klassikern („Genocide“!!!) oder FARIN URLAUBs „Okay“ sehr angetan und auch Jojo war durchweg begeistert. Die Jungs spielten über dreieinhalb Stunden komplett ohne Pause durch. Respekt! Anfangs wirkte das Publikum zwar noch etwas desinteressiert – im Laufe des Abends wurde die Stimmung jedoch noch richtig gut. Gegen 0.45 Uhr brachten die Kollegen ihren Auftritt mit ein paar Songs von DIE SCHRÖDERS zu Ende. Geiler Auftritt!

Mittlerweile war das Stadtforum ziemlich leer geworden. Man redete noch mit zig Leuten über alles Mögliche, bis schließlich folgende Einsicht einkehrte: „Noch miad kommd domm!“ Wir gingen also nach draußen, wo dann doch noch ganz schön lang weitergeredet wurde. Zu lang, wie sich später herausstellen sollte: Plötzlich kreuzten drei Jungs aus dem Osten Europas auf (Zitat Sédon: „Kanischdrkepf“). 🙂 Als wir uns irgendwann zu Fuß auf den Heimweg machten, verfolgten uns diese Typen. Obwohl wir zu siebt waren und die nur zu dritt, waren wir beunruhigt. Ganz egal ob wir mal zwei Minuten stehen blieben oder die Richtung wechselten – die drei „Kanischdrkepf“ blieben uns auf den Versen und unterhielten sich auch lautstark in ihrer Landessprache – vermutlich über uns. So was kann einen schon verdammt aufregen: Wegen solchen einzelnen Vollidioten werden oftmals alle Ausländer in einen Topf geworfen und völlig zu unrecht abgestempelt!

Als sich irgendwann Jojo und Moni von Roos, Nippel, Sédon, Cris & Stephan (beide aus Nagold) trennten, hatten die drei Typen immerhin so viel „Anstand“, dass sie bei der Fünfergruppe blieben. Als sie uns noch näher auf die Pelle rückten, tat Roos das einzig richtige: Er wählte 110 und wurde dann ans Bad Saulgauer Polizeirevier verwiesen. Roos: „Hallo, hier Jürgen Roos am Apparat. R, zwei O, S, Jürgen! Wir laufen grad durch die Saulgauer Innenstadt und uns verfolgen seit längerem drei junge Herren – östlicher Herkunft versteht sich. Die provozieren und koldern durch die Gegend! […]“. Aus jetziger Sicht betrachtet, mag die roossche, hochdeutsche Version des schwäbischen Wortes „koldra“ amüsant erscheinen – zu dem Zeitpunkt, als ihm dieses Wort über die Lippen glitt, war uns jedoch überhaupt nicht zum Lachen zu Mute! Als das Telefongespräch beendet war, bogen wir gerade in die Störckstraße ein, wo sich das Polizeirevier befindet. Unmittelbar nachdem einige Polizisten nach draußen gekommen waren, suchten unsere Verfolger (wen wundert’s??) das Weite. Wir unterhielten uns kurz mit den Beamten und erklärten ihnen, dass wir auf dem Weg zum Stinnes sind.

Polizeibeamte mögen bei der Allgemeinheit vielleicht einen schlechten Ruf haben – wir müssen ihnen ein großes Kompliment aussprechen: Ohne lang zu überlegen, fuhren sie mit ihrem Streifenwagen eine Eskorte und suchten die drei Typen! Da die Beamten alle paar Minuten an uns vorbeifuhren, waren wir sehr erleichtert. Am Stinnes angekommen übergaben wir Stephan und Cris aus Nagold den Stinnes-Schlüssel. Sie machten es sich mit ihren Schlafsäcken auf den Sofas in unserem Bandraum bequem. An eventuelle Neider: Wer regelmäßig mehrere hundert Kilometer fährt, um einen Coleslaw-Gig zu sehen, der darf natürlich auch mal in unserem Bandraum schlafen! 🙂

Nippel, Sédon und Roos begaben sich anschließend zur michelbergerschen Residenz, um dort zu nächtigen. Es war ein weiser Entschluss gewesen, den beiden Nagoldern unserem Stinnes-Schlüssel zu überlassen! Wir hätten’s zwar auch nicht für möglich gehalten, aber unsere drei Verfolger kamen tatsächlich noch an den Stinnes und versuchten – Gott sei Dank ohne Erfolg – die Tür zu öffnen. Keine Ahnung, woher die vom Stinnes wussten! Wahrscheinlich sind sie uns trotz Polizei irgendwie gefolgt. Jetzt glauben wir einfach mal an das gute im Menschen und hoffen, dass nicht in ein paar Tagen unser Bandraum leer ist…

Im Zusammenhang mit unserem 75. Konzert verbeugen wir uns tief vor: Jonne, Roos, Olli, Ryan, Holger (Fähnlein Fieselschweif), Thimo, Gaisi & Belegschaft (Manne, St. Anger etc.), FLATTED FIFTH & Anhang (Role etc.), Miche Hepp, Dod, Cris & Stephan, Sven, Sandro, Nico, der TBG (Vanessa etc.), der Polizei und dem Kathano-Team (www.kathano.com).

10.03.05

NEUE SONGS

Als großes Ziel haben wir uns für 2005 vorgenommen, uns auf unsere eigenen Songs zu konzentrieren. Auch bei unserem anstehenden Gig im Bad Saulgauer Stadtforum am 19. März werden wir ausschließlich Coleslaw-Material spielen.

Wie in einem älteren News-Eintrag bereits erwähnt, sind wir zur Zeit damit beschäftigt, neue Songs zu schreiben. Einige davon wollen wir am 19. März erstmals präsentieren: „This Misery“ kennen manche von euch eventuell schon. Mit „Thoughts Of An Idiot“, „Me Again“ und „Like A Rockstar“ haben wir zudem drei brandneue Songs im Gepäck!

01.03.05

TOUR DIARY – 28.02.05 | GB – EDINBURGH, The Canons‘ Gait ***UNPLUGGED***

Eigentlich wollten Jojo und Nippel lediglich für ein paar Tage nach Schottland in den Urlaub fahren, doch Jojos Bruder Stefan checkte dort kurzerhand einen Gig im „The Canons’ Gait“ ab, den wir natürlich dankend annahmen. Leider konnte Sédon nicht mit auf die Insel fliegen, weil die Anzahl der Haustüren bei der Schreinerei Hecht in den Plus hinein musste…

So flogen Jojo und Nippel also zu zweit nach Schottland. Man fühlte sich großartig, als beim Check-In im Flughafen die Gitarrentaschen (anstatt den ansonsten üblichen Koffern) auf Bomben und Waffen untersucht wurden. Die Frau mit dem Metall-Detektor schaute uns fast schon ehrfürchtig an und meinte kleinlaut: „Keine Angst, den Instrumenten passiert nix!“ Okay – das mit dem ‚ehrfürchtig’ haben wir uns vielleicht auch nur eingebildet… 🙂

Als unser Ryanair-Flieger schließlich in Glasgow landete, suchten wir den Bahnhof auf. Dort machten wir Bekanntschaft mit Benjamin aus Bayern, der seinen Bruder in Aberdeen besuchen wollte. Ein ausgesprochen witziger Typ! Seine Sporttasche war randvoll mit Weißwürsten und Weizenbier und sein Sprachschatz umfasste Sprüche wie: „Merkt ihr was?? Wir sind grad wie die Russen: Die wollen sich auch nicht integrieren!“ 🙂 Wer jetzt ein falsches Bild von Benjamin hat, dem sei gesagt, dass er Edmund Stoiber genau so scheiße fand wie wir…

Unsere ersten Tage in Edinburgh waren äußerst erlebnisreich. Jojos Bruderherz Stefan führte uns souverän zu allen möglichen Schauplätzen: Wir besichtigten das Castle und die halbfertige Akropolis, wir erklommen zahlreiche Berge, wir schauten uns das Grab eines prominenten Hundes an, wir besuchten das Café, indem der erste Harry Potter Roman geschrieben wurde und so weiter und so fort. Schöne Passantinnen wurden bei unseren Streifzügen stets mit dem aussagekräftigen Wort „Plus!“ kommentiert. 🙂

Auch unsere Nächte waren toll: Wir tranken Bier und Whiskey in allen möglichen Pubs, freuten uns über grandiose Live-Musik an allen Ecken und Enden und machten Bekanntschaft mit zig netten Leuten aus aller Herren Länder. Allein schon die WG von Stefan, in der auch wir hausten, verdient ein Multi-Kulti-Prädikat: Sie besteht aus dem Amerikaner Joe, dem Österreicher Florian, dem Franzosen Jean sowie dem Australier Rob. Alle vier supernett! Nach anfänglichen Schwierigkeiten diskutierten auch wir fleißig auf Englisch. Manchmal wunderten sich Jojo und Nippel über sich selbst, denn es ist schon erstaunlich, was einem da bereits nach kurzer Zeit alles über die Lippen gleitet. Jojo: „Our drummer has to stay in Germany because he is a carpenter and he has to do his work.“ – Nippel: „But that doesn’t matter, because he wouldn’t be able to talk to you anyway!“ Unsere früheren Englisch-Lehrer wären stolz auf uns! 🙂

An einem Abend stellte uns Stefan in einem Club einige seiner Studentenkolleginnen vor. Lauter nette Mädels und „Plus!“ 🙂 Da wir schon einiges intus hatten, klappte es mit der englischen Sprache sogar noch besser. Wir redeten wie Wasserfälle. Jojo drehte seine Runden, sprach wildfremde Leute an und verteilte fleißig Flyer, die Stefan extra wegen unseres Gigs gedruckt hatte. Irgendwann bekam Jojo Ärger mit einem bösen Türsteher: „No Flyers!!!“ – Jojo: „Why not? In Germany that’s normal!“ – Türsteher: „But we are in the UK!!!!!!“ Mit diesen Worten nahm er Jojo sämtliche Flyer weg. Zum Glück hatte Stefan noch einige in der Tasche. Der böse Türsteher war jedoch eine Ausnahme: Insgesamt betrachtet sind schottische Türsteher viel freundlicher als deutsche Türsteher! Eines haben sie mit den unsrigen dennoch gemeinsam: Sie können kein Deutsch! 🙂

Trotz dem bösen Türsteher hatten wir großen Spaß an diesem Abend. Spät in der Nacht traten wir schließlich torkelnd den Heimweg an. Man fand ein weißes Kissen auf der Straße und kickte es fortan vor sich her. Irgendwann trafen wir eine Gruppe junger Schotten, die eine 3 bis 4 Meter hohe Werbetafel durch die Gegend trugen. Diese bestand aus Plastik sowie aus einem dicken Vierkantholz-Mast. Sofort rannten wir zu den Jungs hin und wollten unser Kissen gegen die Werbetafel eintauschen. Wir diskutierten rum und priesen unser Kissen an – die Schotten wollten es aber nicht haben.

Nun sollten Jojo und Stefan Augenzeugen eines denkwürdigen Ereignisses werden: Einer der Schotten schnappte sich die Werbetafel und holte voll aus. Offenbar wollte er damit auf unser Kissen schlagen. Da nicht nur wir, sondern auch der Schotte ziemlich betrunken war, verfehlte er sein Ziel jedoch um Weiten: Nippel, der neben dem Kissen stand, bekam den Holzbalken volle Kanne auf die Rübe geknallt! Es tat einen dermaßen lauten Schlag und es war geradezu verwunderlich, dass Nippel nicht die Besinnung verlor! Der Schotte hatte großes Mitleid, denn das war natürlich nicht seine Absicht gewesen! Nippel rieb sich den Kopf und quittierte die Entschuldigungsversuche des Schotten zunächst mit einem „Fuck you!“. Der Schotte hatte so ein schlechtes Gewissen, dass er uns seine Fahne sogar schenken wollte! Nippel lehnte dankend ab. Als die anfängliche Wut verflogen war, wurde dann aber doch noch Friede geschlossen.

Wir zogen weiter und kickten immer noch unser Kissen vor uns her. Plötzlich waren auch noch einige Fremde in unserer Fußballmannschaft. Als Stefan das Kissen schließlich mit einem sauberen Abschlag über eine hohe Mauer beförderte, war das Spiel zu Ende und alle Akteure verließen applaudierend das Spielfeld… 🙂

Am Abend vor unserem Gig war eine Hausparty in Stefans WG. Bereits dort gaben wir einige Unplugged-Songs zum Besten, um ein wenig Werbung für den anstehenden Gig zu machen. Trotzdem waren wir erstaunt, als am 28. Februar schließlich über 60 Leute im Canons’ Gait aufkreuzten, um unser kleines Unplugged-Konzert zu sehen. Fast alle Leute von der Hausparty waren gekommen und hatten zum Teil sogar einige Freunde mitgebracht. Ein Gast verdient besondere Erwähnung: Nippels ehemaliger Austauschschüler Jon Harris war extra aus der Londoner Gegend mit dem Zug angereist, um unserer Musik zu lauschen! Nippel und Jon hatten sich seit etwa sieben Jahren nicht mehr gesehen!!

Das Canons’ Gait bot ein äußerst gemütliches Ambiente mit viel Holz und einer großen Kellerbar. Die Gäste machten es sich gemütlich uns lauschten unserem fast zweistündigen Unplugged-Set. Jojo und Nippel hatten sich vor dem Auftritt extra noch einige Lyrics durchgelesen, um beim Singen möglichst wenig Fehler zu machen: Wegen der vielen englischsprachigen Leute war das sehr wichtig! Es waren (laut Stefan) Studentinnen („Plus!“) und Studenten aus folgenden Ländern am Start: Schottland, England, Irland, Frankreich, Italien, Holland, Norwegen, Amerika, Österreich, Deutschland, Australien, Türkei, Schweiz und Bulgarien. Erstaunlich, oder nicht?? 🙂

Während wir spielten, sammelte Stefan mit einem Hut etwas „Small Change“, um Geld für die Anlage sowie für die Taxifahrten (!) zwischen dem Canons’ Gait und dem Music Store zusammen zu bekommen. Ein Mädel bekam den Hut in die Hand gedrückt und schaute ihn verwundert an. Anstatt Geld hinein zu werfen, setzte sie ihn schließlich auf, so dass alle bereits gesammelten Münzen heraus fielen und durch die Gegend rollten. 🙂 Trotzdem hatten wir am Ende genug Geld zusammen, um unsere Unkosten zu begleichen. Danke an alle Spender!

Während unserem Gig ging die Aufmerksamkeit der Gäste zeitweise zurück. Am Schluss war die Stimmung jedoch weid doba em Plus und es wurde mitgesungen und mitgeklatscht. „The Boxer“ von Simon & Garfunkel war unsere letzte Zugabe. Unter Applaus stellten wir unsere Klampfen ins Eck und verließen zufrieden die Bühne. Im Anschluss gab es viel Lob in allen möglichen Sprachen.

Eine allerletzte Zugabe folgte einen Tag später, als Jojo und Nippel bei der „International Student Night“ im „Bannermans“ einen Karaoke-Song zum Besten gaben.

Aus nahe liegenden Gründen, ist der Rest dieses Gig Reviews in englischer Sprache gehalten…

We want to thank the following persons: First of all Stefan for being our tourist guide, flat president and gig manager, Joe & Rob & Florian & Jean & the two Australian guests Liz and Katie for making us feel home, Jon Harris for coming the long and expensive way from England, Aoife & Lisa & Clara & Jan for the great night at “Dropkick Murphy’s”, Anais & Claire for talking about de rien et de tout, Gerrit & Alexander for the pub tours, the unknown Scottish guy for the flag attack, Benjamin from Bavaria for meeting us again in Edinburgh (UNBELIEVABLE!!!), Andrew MacLachlan for the guided tour and the coffee in the Scottish Parliament, Sean for being the first American who bought our CD, the staff of The Canons’ Gait, the guys from the music store “Scayles Music”, the taxi drivers and all the people who spent the night(s) with us. Finally we want to thank you for reading this gig review!!

Wenn wir jetzt sagen würden: “Wir waren zweimal hier!“ (S’erschd ond s’ledschd mol), dann wäre das gelogen! 🙂