TOUR DIARY – 19.06.04 | BAD SAULGAU, Privat
Kein Kommentar…
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Dieser Auftritt stand bereits seit Monaten fest. Sédon hatte als aktives Mitglied des Musikvereins Moosheim-Tissen exzellente Beziehungen zu den Organisatoren des traditionellen Sommerfests. Es war jedoch nicht so, dass wir uns aufgedrängt hätten, sondern die wollten uns wirklich haben. Ehrlich!! Angesichts der Tatsache, dass schon Größen wie DIE HAPPY auf dem Moosheimer Zeltfest gespielt hatten, war das natürlich geil…
Der Veranstalter wollte uns eine komplette PA-Anlage samt Ton- Bühnen- und Lichttechniker stellen. Das war natürlich gigantisch und (zumindest in dieser Größenordnung) in unserer bisherigen Geschichte einmalig! Dadurch dass Sédon direkt an der Quelle saß, konnte er sogar bestimmen, was und wen wir genau haben wollten. Einfach geil!! Allerdings: Wenn man mal bedenkt, dass in den letzten Jahren Unsummen für Coverrock-Größen wie MC SUNDAY ausgegeben wurden, dann waren unsere Wünsche überhaupt nicht übertrieben, sondern angemessen. Das Moosheimer Sommerfest ist schließlich seit Jahren ein Publikumsmagnet im Jahreskalender der Festzelte…
Wie auch immer. Jedenfalls trafen wir uns bereits am Nachmittag und brachten unser Equipment nach Moosheim. Bühne und Anlage standen schon komplett: Die Bühne dürfte von der Größe her an jene im Ulmer „Roxy“ herangekommen sein! Sound- und Lichtanlage waren schlichtweg astronomisch! Zumindest für unsere Verhältnisse. In aller Ruhe bauten wir unser Zeugs auf und machten Soundcheck. Am Mischpult saß (wie schon eine Woche zuvor beim Stadtpokal) Jürgen. Da wir massig Zeit hatten (und keine stressigen Leute im Zelt waren), konnten wir in aller Ruhe den optimalen Sound finden. Nebenher unterhielt man sich mit den beiden äußerst netten Jungs am Lichtpult oder man spazierte einfach über das Festgelände…
Irgendwann fuhr Judith ins Mc Donald’s, um für alle was zu Essen zu kaufen. Wie es sich für anständige Leute gehört, fragte Mischer Jürgen irgendwann, was er ihr den schuldig sei. Wie so oft lautete Judiths lapidare Antwort: „An Kuss auf mein Bauchnabel!“. Dabei entblößte sie ihren Bauch. Nicht unbeeindruckt starrte Jürgen auf das nackte Stück Haut und meinte dann trocken: „I will jo nix saga, aber in de siebzger Johr, hat do, wo du jetzt dei Hos hosch, halt scho dr Boscha agfanga!“. Jojo, Nippel und Sédon bepissten sich minutenlang vor Lachen, während Judith etwas verdutzt dreinblickte. Naja, wo der Jürgen recht hat, hat er recht! Auf Details, wie aufs „ausaschda“ 🙂 will ich jetzt gar nicht weiter eingehen. Kurzum: Der Nachmittag mit Mischer Jürgen war einfach von Anfang bis Ende absolut spaßig und eine Lachsalve folgte der nächsten! Obwohl Jürgen gut zehn Jahre mehr auf dem Buckel hat, als wir, bediente er sich bei seinem Humor und seinen Sprüchen aus der selben Schublade. Die Zeit bis zum Abend verging also wie im Flug… 🙂
Gegen 20.00 Uhr enterten die ersten Leute das riesige Festzelt. Wir drehten gelassen unsere Runden und freuten uns, dass vier von fünf Leuten „Hallo“ zu einem sagten. Am Getränkeausschank und am Imbissstand bekam man alles umsonst – kein einziger der zahlreichen Leute hinterm Tresen fragte nach Geld! Es ist zwar normal, dass man als Band umsonst verpflegt wird – es ist allerdings auch normal, dass die Leute hinter der Bar (oder sonst wo) einen nicht kennen. Dann muss man halt ne Weile rumdiskutieren und dann passt das. Nicht so in Moosheim! Wir finden es nach wie vor erstaunlich, aber es kannte uns jeder…
Mittlerweile legte DJ OSSI Musik auf. Ziemlich unfreundlich maulte er nach einem Song ins Mikro, dass er eine „Festbeleuchtung“ und nicht etwa eine „Weihnachtsbeleuchtung“ haben wolle. Und das zu einem Zeitpunkt, als schon einige Leute im Zelt waren! Die Jungs hinterm Mischpult grinsten und knipsten ihm kopfschüttelnd blaues statt rotes Licht an. So schlimm war’s zwar nicht, aber der gute Mann hätte ja auch einen seiner beiden Gehilfen („Zivis“, wie von einigen gescherzt wurde…) zum Lichtpult schicken können, anstatt ins Mikro zu maulen. Einige Zeit später hatte Jojo seine helle Freude, als er hörte wie DJ OSSI „Summer of 69“ von VAN HALEN (!) ankündigte. Naja, auch Profis machen Fehler…
Gegen 22.30 Uhr war es dann so weit: Nach unserem erstmals verwendeten Star-Wars-Intro starteten wir mit „Show for me“ in ein Programm der Superlative. Soundmäßig und lichttechnisch war’s dank Jürgen und den beiden Technikern auf jeden Fall absolut professionell! Doch auch wir zeigten uns spielerisch von unserer besten Seite und spielten erstaunlich souverän. Wir präsentierten die Songs unserer CD sowie unser Cover-Programm. In der Mitte unseres Sets hatten wir nach einer ca. halbstündigen Spielpause eine kleine Passage eingebaut, in der die E-Gitarre der Akustik-Klampfe wich. Erfahrungsgemäß tut es gut, zwischendurch mal etwas „Gas“ heraus zu nehmen. Obwohl es zunächst schwer war, in das riesige Zelt Stimmung zu bringen, bewegte man sich von Song zu Song mehr zu unserer Musik. Großteile der Festgäste hatten ihren Blick zur Bühne gerichtet und hörten aufmerksam zu. Zumindest in der vorderen Zelthälfte. Das war auf jeden Fall geil, denn auf Zeltfesten sind bekanntlich oft Leute, die lediglich der Party wegen am Start sind und kaum Interesse an der Musik haben. Die gab es in Moosheim natürlich auch, doch – und das war das Schöne – hielten sie sich sehr in Grenzen. Ein Höhepunkt unseres Gigs war wie so oft Sédons Schlagzeugsolo, das beim Publikum sehr gut ankam. Klar – spielte unser Done doch auch im heimischen Musikverein das Schlagzeug (wobei er sich da natürlich beherrschen muss).
Es machte unglaublich Spaß in dem vollen Zelt zu roque. Insbesondere in den ersten Reihen standen massig Leute, die sichtlich Gefallen an uns(erer Musik) hatten. Von Zeit zu Zeit enterten ein paar Besoffene die Bühne und tanzten. Speziell die Fußballer des SV Braunenweiler (von Spitzentrainer Fone an diesem Tag souverän zum Meistertitel geführt) hatten ihre Abgesandten, die regelmäßig vor und auf der Bühne ihren Verein feierten. Wir gratulieren zur Meisterschaft!! Wie hieß die neue Liga doch gleich?? Okay, lassen wir das… 🙂
Vor ca. 1200 Leuten brachten wir nach mehreren Zugaben einen unserer erfolgreichsten Gigs der letzten Monate zu Ende. War (zumindest für uns) einfach gigantisch! Danke Moosheim!!
Im Anschluss an unseren Gig bedankten wir uns zunächst bei Jürgen und seinen beiden Kollegen für die absolut geile Ton- und Lichtperformance. Danach drehten wir unserer Runden und es gab an jeder Ecke Lob und Schulterklopfen. Vor allem für Sédon!
Uns freut es natürlich sehr, wenn es euch gefallen hat! Allerdings ist es erfahrungsgemäß halt so, dass man (fast) ausschließlich Lob und nie Kritik bekommt. Das ist zwar schön, aber mit Sicherheit nicht objektiv. Mann bekommt den (wohl nicht ganz unbegründeten) Eindruck, dass Leute, denen es nicht gefallen hat, lieber die Klappe halten. Wie auch immer. Jedem, der ehrliches Lob ausspricht, sind wir natürlich dankbar! Doch wir sind jedem mindestens genau so dankbar, der die Eier (bzw. Lippen) aufbringt und sagt: „Ich fand dies und das scheiße, weil…“.
Während Sédons Wege gleich nach dem Gig an die Bar führten, brachten Jojo, Nippel und Judith zunächst mal ihre Karossen samt Equipment nach Hause. Anschließend ließ man sich von Taxifahrer Gero wieder holen. Es war zwar mittlerweile schon 3.00 Uhr, doch das Sommerfest schien kein Ende zu nehmen. Bis es hell war, drehten wir unsere Runden durchs Zelt und unterhielten uns mit zig Leuten. Während Jojo mit einem James Hetfield-Verschnitt einen Auftritt klarmachte, diskutierte Nippel an der Bar mit CHAINDOGS-Gitarrenmann Mau.
Die erste, die das Feld räumte, war Judith. Manne beschloss irgendwann, sich den kompletten Abend nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. Doch wie so oft scheiterte er kläglich. Einfach Finger rein und los! So schwer?? 🙂
Um 5.30 Uhr fuhr Geros Taxi mit Jojo, Nippel und Co. nach Hause. Nippel versuchte unterwegs vom Rücksitz aus, ein offenes Radler durch die rechte Vorderscheibe zu werfen. Blöderweise traf er nur an die obere Fensterkante. Die Flasche prallte also zurück und ihr schaumiger Inhalt ergoss sich überall im Auto. „Typisch Nippel!!“, merkte der leicht genervte Gero an und erntete von allen Seiten Bestätigung… 🙂
Sédon ließ sich nicht lumpen. Wenn, dann richtig! Er dürfte so gegen 10.30 Uhr (!!) im Bett gewesen sein. Und als er um halb fünf endlich ausgeschlafen hatte, ging’s natürlich sofort wieder aufs Fest…
Für einen absolut geilen Abend bedanken wir uns bei: Jürgen für seine hervorragende Arbeit am Sound und seinen Humor, den beiden anderen Technikern für ihre professionelle Arbeit am Licht (Wir haben’s uns ein paar Tage später auf Video angeschaut!!), Jonne fürs Filmen, Gero für seine Dienste als Taxifahrer, Holger für sein stets ehrliches Urteil, Manne für seine rührenden Worte (ehrlich!!), Strauß, Zimmi, Fone, dem Musikverein Moosheim-Tissen fürs Engagieren, den Leuten an der Bar, am Weizenstand usw. für die Verpflegung und zu guter Letzt natürlich bei allen Zuhörern!!
„S’war it schlearcht, aber ihr mund meh koofra! Und s’wichdigschde: Scho, Scho und nommol Scho! Guck dr FACE a!! Ihr mund koschdümiert aufdredda! Ond wenn des dann mol älles laufd, dann bsorg i eich an Aufdridd im Schderna z’Reite!!“
Wie schon im letzten Jahr, sollten wir zusammen mit CABBAGE AND TURNIP in der „Metro“ spielen. Es fehlte noch eine dritte Band. Und da unsere Kumpels von SCANDALOUS (St. Anger, Marco, Felix und Caro) bereits seit längerem auf eine passende Gelegenheit für den ersten Auftritt warteten, lag es natürlich nahe, dass wir die einfach mitnahmen. So fuhren Marcos Ford und Nippels Corsa also nach RV Süd. Sédon war noch nicht am Start, da er alias DJ Done bereits in Moosheim zu tun hatte. Dort sollten wir einen Tag später auch spielen…
In der Metro angekommen begrüßten wir zunächst die Jungs von CABBAGE AND TURNIP und freuten uns, dass mit „Cool Tim“ und Jan auch zwei Mitglieder von (INSERT COOL NAME) am Start waren. Erstmals bauten wir bei einem Gig eine Art Merchandise-Stand auf, an dem es neben unserer CD nagelneue Buttons mit drei verschiedenen Motiven zu kaufen gab.
Eigentlich hätte es ein cooler Abend werden können. Doch irgendwie war bei der Organisation des kleinen Festivals was schief gelaufen. Jedenfalls waren gerade mal knapp über 30 Leute da, als SCANDALOUS um 20.15 Uhr anfingen. Und witzigerweise war der überwiegende Teil der anwesenden Gäste aus Bad Saulgau!
Wenn man mal bedenkt, dass es für SCANDALOUS der erste Auftritt war, spielten sie erstaunlich gut. Kaum spielerische Fehler und durchaus interessante Songs. Auch den (wenigen) Leuten schien’s zu gefallen, denn es gab nach jedem Song üppigen Applaus.
CABBAGE AND TURNIP präsentierten sich um einiges härter als noch im letzten Jahr. Und um einiges besser! Allerdings waren mit „Hey, hey, Wicky“ oder „Laudato si“ ein paar echt komische Songs dabei, welche wiederum gut zu dem noch komischeren Gelaber von Frontmann Fabian passten… 🙂
Mittlerweile waren einige Leute wieder gegangen, da sie in erster Linie wegen dem ersten Auftritt von SCANDALOUS gekommen waren. So spielten wir eine knappe Stunde vor einer Hand voll Leuten. War einer unserer schlimmsten Auftritte. Wir hatten Probleme mit einer massiven Rückkopplung, die trotz zurück gedrehtem Zerrkanal unaufhörlich aus der Gitarrenbox dröhnte. Erst am Schluss, als wir direkt in den Amp einstöpselten, hörte der Höllenlärm auf. Wie sich später herausstellen sollte, war Jojos Wa-wa-Pedal daran schuld. Ein Dunlop „Cry Baby“ sollte eigentlich für Qualität stehen, doch es war bereits das zweite, das bei uns einfach so kaputt ging…
Wir brachten unseren Gig zu Ende und wunderten uns, dass trotz den wenigen Leuten und trotz unseres schlechten Sounds, einige CDs und Buttons unter die Leute gegangen waren. Wir verluden unser Zeug in die Autos, verabschiedeten uns von den Ravensburgern und fuhren relativ bald nach Moosheim. Wir wollten schließlich nicht die einmalige Performance von „DJ Done und Mesmer“ verpassen. Und die war wirklich einmalig: Während Mesmer erwartungsgemäß einige Partykracher auflegte, lies sich unser Sédon nicht lumpen und hielt sein Wort: Sobald Mesmer mal kurz weg war, hämmerte ein geiler Song nach dem anderen aus den Boxen. PUDDLE OF MUDD, METALLICA usw!! Und nicht etwa “She hates me” und “Nothing else matters”, sondern “Away from me” und “Sad but true”! Haha, absolut geil!! Den Leuten gefiel’s zwar weniger – uns dafür umso mehr… 🙂
Danke: Michi Ehm und den anderen Organisatoren für ihre Mühe, Jonne und Manne für die Arbeit am Merchandise-Stand, allen Zuhörern, nicht Jojos „Cry Baby“ und natürlich DJ Done und Mesmer!!
Wir hatten seit unserer CD-Release-Party keinen größeren Gig mehr in unserer schönen Heimatstadt gespielt und sagten deshalb sofort zu. Der Musikmarkt Bad Saulgau sollte die Anlage stellen und Jürgen sollte wie schon bei der CD-Release- Party (siehe Gig Review vom 30.01.04) die Arbeit am Mischpult übernehmen. Man traf sich wie verabredet um 12.00 Uhr vor dem Musikmarkt. Jojo, Sédon, Manne und Jürgen kurvten im Kleinbus zum Zelt auf dem Festplatz und bauten auf. Allerdings war weit und breit keine Spur von Nippel. Der war der Meinung, dass man 13.00 Uhr ausgemacht hätte und stand folglich eine Stunde zu spät vor dem Musikmarkt. Zufällig kam Stefan Welzel vorbei und klärte den wartenden Nippel auf. Lachend fuhren die beiden auf den Festplatz. Die Anlage stand schon halbwegs. Jojo, Sédon, Manne und Jürgen waren bereits am Essen. Nippel erklärte sich freiwillig dazu bereit, 20 Euro in die Bandkasse zu zahlen. Somit war seine Verspätung getilgt… 🙂
Nach der Mahlzeit wurde weiter aufgebaut. Um 14.00 Uhr war dann auch Judith am Start. Wir ließen es gemütlich angehen – hatten wir doch jede Menge Zeit. Man steckte hier ein Kabel ein, man trug da eine Box hin und freute sich nebenbei über die Fußballer vom FC Chalais, die es sichtlich genossen, mal wieder richtig gutes Bier zu trinken… 🙂
Irgendwann war alles aufgebaut und der Soundcheck konnte beginnen. Wie es sich für eine ordentliche Band gehört, wurde mit dem Schlagzeug angefangen. Sédon trat seine Bass-Drum und Jürgen drehte an den Reglern, um das optimale herauszuholen. Dann folgte die Snare, dann die Toms usw. Wie immer halt. Nur ist es normalerweise halt so, dass man allein im Zelt ist und das war an diesem Tag blöderweise nicht der Fall. Ältere Generationen saßen bei Kaffee und Kuchen an den Biertischen im Zelt. Fassungslos schauten sie zur Bühne, wo Sédon minutenlang seine Schießbude bearbeitete. Lediglich die besoffenen Franzosen klatschten begeistert mit. Irgendwann kamen dann noch Bass und Gitarre und zu guter Letzt die ganze Band. Natürlich nahmen wir zur Kenntnis, dass sich das Zelt mehr und mehr leerte, aber was sollten wir machen?? Wenn ne große Anlage dasteht, dann bedarf es halt einem ordentlichen Soundcheck.
Auf einmal stand eine Frau (wohl eine Funktionärin des Stadtpokals) vor der Bühne und regte sich tierisch auf. Wir sollten gefälligst aufhören, die Leute gingen schon und so weiter und so fort. Achselzuckend erklärten wir ihr, dass das, was wir machen, ganz normal ist und dass das am nächsten Tag bei MIDNIGHT SPECIAL nicht anders sein würde. Das sah sie überhaupt nicht ein. Für sie war entscheidend, dass wir für 21.00 Uhr gebucht waren und dass jetzt am hellen Mittag die Leute gingen. Eine Kollegin kam hinzu. Auch ihr erklärten wir, wie’s aussieht. Sie war deutlich einsichtiger und hatte Verständnis. Auch Herr Rist an der Bonkasse war der Ansicht, dass das halt sein müsse. Immer wieder stand ein Fußballer im Zelt und maulte: „Ihr kennat dahoim proba!!“. Auch ihm erklärten wir, dass es sich keineswegs um eine Probe, sondern um einen bei jedem Auftritt üblichen Soundcheck handelte. Das schien er nicht zu kapieren. Sédon spielte den Dolmetscher und meinte, dass sich Fußballer vor einem Spiel doch auch aufwärmen müssen…
Nach längerem hin und her fragten wir Jürgen am Mischpult, wie lange wir den ungefähr noch brauchen würden. „Bis fertig isch!!“, lautete seine unbeeindruckte Antwort und so machten wir grinsend weiter… 🙂
Als wir fertig waren, war noch Zeit für einen Spaziergang bzw. Zeit zum nochmals heimgehen. Um 20.00 Uhr waren wir alle wieder am Start. Manne und Jonne setzten sich an die Kasse zum Eintritt kassieren. 3 Euro. Allen Schlaumeiern, die jetzt vielleicht ausrechnen, wie viel wir verdienen, sei folgendes gesagt: Es ist natürlich nicht so, dass wir das Ganze Geld bekommen. Und ist natürlich auch nicht so, dass wir am Abend kommen und mal kurz spielen. Habt ihr ja selbst grad gelesen. Und wenn dann einer an der Kasse steht und sich über 3 Euro Eintritt aufregt, dann soll er (oder sie) doch bitteschön daheim bleiben oder das Rauchen aufhören oder sonst was. Für einen Eintrittspreis von 3 Euro brauchen wir uns jedenfalls nicht zu rechtfertigen!
Als es 21.00 Uhr wurde und immer noch kaum Leute da waren, gingen wir noch auf ein Bier ins Forum. Um 22.00 Uhr sah es etwas besser aus. Wir fingen an zu Spielen. Zu unserer Erleichterung kamen dann doch ziemlich viele. Über 300 zahlende Gäste. Und dann waren da auch noch ca. 100 Leute aus den Fußballvereinen, die selbstverständlich freien Eintritt hatten. Dank Jürgen am Mischpult hatten wir fantastischen Sound. Es machte unglaublich Spaß zu spielen. Vor allem Jojo spielte sich in einen wahren Rausch und redete dem Teufel ein Ohr weg. Doch auch Nippel, Sédon („Dia scheiß Hausdira!!!“) und Judith zeigten sich in bester Spiellaune. Wir rockten bis in die Nacht. Um halb zwei war nach mehreren Zugaben Schluss.
Wir drehten unsere Runden durch das leerer werdende Festzelt. Vor allem Sédon, Judith, Manne und Jonne nutzen die Gunst der Stunde und holten sich ein Gartis-Getränk nach dem anderen. Nebenher baute man die Anlage ab und verlud alles in Jürgens Bus bzw. in unsere Pkws. Man fuhr zum Musikmarkt Müller zum Ausladen und hatte einen Heidenspaß. Nippel hatte als einer der wenigen nix getrunken und fuhr mit seinem Corsa. Auf seinem Beifahrersitz saßen Sédon und auf dessen Schoß Judith. Da Nippel ziemlich schnell durch die Baustelle vor dem Festplatz räuberte, verleerte Sédon seinen Wodka-Bull im Auto.
Man beschloss spontan noch zu Manne nach Hause zu fahren. Dort wollte man eine „Räuberpfanne“ essen. Kurz vor dem Kreisverkehr beim Paradies, überholte Jürgen Nippels Corsa. Strauß fuhr mit seinem Golf zwar ordnungsgemäß, wobei er trotzdem kriminell unterwegs war… 🙂
Neben der COLESLAW-Truppe waren auch noch ein paar andere Leute mit zu Manne gekommen. Jojo und Co. bereiteten die „Räuberpfanne“ zu, während einige andere im Esszimmer saßen. Zum Leidwesen von Mannes Schwester war’s ziemlich laut im Hause Dirlewanger. Katzakräg kam sie mehrmals nach unten und regte sich tierisch auf. Vor allem Jürgen wusste ihr peinliches Auftreten mit hintersinnigen Sprüchen zu kommentieren. Irgendwann war die „Räuberpfanne“ fertig. Allerdings war neben den sonst üblichen Zutaten auch noch allerhand anderes Zeug drin: Manne hatte in seinem Vollrausch unter anderem Schokolade und Zimt hinein gemischt. Als bereits der Morgen graute, gingen wir schließlich nach Hause…
Für einen absolut geilen Abend bedanken wir uns bei: Jürgen, Manne, Jonne, Gero, Strauß, Fone, Herr Frey und dem großen Rest der Stadtpokal-Organisatoren, der Belegschaft des Festzelts, Herr Rist und der einsichtigen Frau und natürlich bei allen Zuhörern.
Magge (seines Zeichens Manager von ITCHY POOPZKID) hatte die geniale Idee für Sibbi (seines Zeichens Gitarrenmann von ITCHY POOPZKID) eine Überraschungsparty anlässlich seines 22. Geburtstags zu organisieren. Er mietete kurzerhand das „Haus der Jugend“ (HdJ) in Pforzheim und fragte per Email zig Bands, ob sie nicht Lust hätten, den Sibbi mal so richtig zu überraschen.
Klar hatten wir Lust und sagten natürlich sofort zu. Wir entschlossen uns dazu, einen Song von ITCHY POOPZKID einzustudieren. Und nichts erschien uns naheliegender, als mit „The Weed-Song“ den Klassiker schlechthin auszuwählen. Wir probten also und waren erstaunt, wie schnell wir das Stück drauf hatten. Ist halt doch nur Punk-Rock… 🙂
Am Donnerstagabend des 27. Mai kurvten wir zu dritt in Jojos Yaris nach Pforzheim. Die Suche nach dem HdJ erwies sich als äußerst schwierig. Vor allem, weil wir Landeier ein Problem damit hatten, dass die Straßen in der gesamten Pforzheimer Innenstadt zig Spurern hatten. Da hatte man’s schon gefunden und war lediglich ein paar Meter zu weit gerollt und schon war’s scheiße! Da ist nix mit mal kurz umdrehen oder so. Nein, da muss man dank unzähligen Abbiegepfeilen nochmals ne viertel Stunde fahren, bis man erneut an der entsprechenden Stelle vorbeikommt! Irgendwann stand Magge auf der Straße und winkte uns in einen Hinterhof. Erleichtert nahmen wir zur Kenntnis, dass auch die Landeier von GUNFIRE (Haha, das reimt sich sogar!!) mehrere Anläufe benötigt hatten… 🙂
Bereits um 19.30 Uhr legte mit DAMNASTY die erste Band los. Es folgten NOCH NE BAND, unsere Kollegen von GUNFIRE, SLAVE, FATHEAD, PUREMANIA und LAYABOUT. Fast ausnahmslos gute Bands! Vor allem SLAVE sagten uns sehr zu.
Anschließend waren wir an der Reihe: Nach unserem neuen Song „Show for me“ sowie unserem CD-Opener „Just asking“ spielte Jojo den ersten Ton von „The Weed-Song“. Bei Nippels: „Hi Böhmenkirch!“ schauten die Itchys, die bei unserem Gig direkt vor der Bühne standen, noch etwas planlos. Als Sédon jedoch einzählte und wir das punkige Intro von „The Weed-Song“ zum Besten gaben, da hatten sie’s kapiert und verfolgten grinsend unsere Version ihres Klassikers. In der ersten Strophe setzte blöderweise Nippels Bass aus. Unser Thimo (seines Zeichens Mischer von ITCHY POOPZKID) reagierte jedoch blitzschnell und behob das Problem binnen weniger Sekunden. Im Mittelteil des Songs brachte Jojo den Insider: „Applaus für den unglaublichen Gülle-Nippel!“, worauf hin sich die Itchys halb tot lachten. Im Anschluss an unseren Gig fielen sie uns um den Hals und freuten sich tierisch. Magge meinte lachend: „Hey, keine Coversongs!!“… 🙂
Komischerweise kam keine andere Band des Abends auf die Idee, nen Itchy-Song zu covern. Dafür klampfte (nach den Jungs von ONE SIDE SMILE) Tourmanager Stefan einen eigens für Sibbi komponiertes Geburtstagslied und erntete kräftig Applaus.
Nun folgten die Österreicher von 3 FEET SMALLER, mit denen die Itchys in diesen Tagen auf Tour waren. Sehr geile Band! Obwohl der Sound (wie auch schon bei den vorherigen Bands) nicht der Beste war, überzeugten die vier Jungs auf der ganzen Linie. Witzige Ideen, geile Songs und vor allem ne Bühnenperformance der Extraklasse!! Immer wieder trafen sich unsere Blicke mit denen von GUNFIRE, die wie wir anerkennend mit dem Kopf nickten.
Zu guter Letzt stand ein sichtlich gerührter Sibbi mit seinen beiden Kollegen auf der Bühne und meinte „Danke, danke, danke!! Da mir die Worte fehlen, lass ich meine Musik sprechen!“. Und dann präsentierten sich die Itchys in gewohnter Perfektion. Da fehlten dann den anderen die Worte… 🙂
Danach war Schluss mit Live-Mucke. Wir ließen uns noch vom Mägges erklären, wo das nächste Mägges ist, verabschiedeten uns von ein paar Leuten und fuhren dann auch schon los. Nach einer kurzen Stärkung im Burger-King, traten wir die Heimfahrt an. Jojo fuhr, Nippel hielt ihn mit seinem Gelaber wach und Sédon („Dia scheiß Hausdira!!!“) schlief auf der Rückbank. Er hatte es auch bitter nötig, denn während Jojo und Nippel am nächsten Tag frei hatten, musste Sédon bereits um 7.00 Uhr wieder in die Schreinerei. Um 3.00 Uhr kamen wir in Marbach an und weckten eisan Done. Verwundert meinte er: „Hä, mir fahrad doch erschd fünf Minuda??“… 🙂
Wir danken: Magge, Thimo, dem Herrn am Mischpult und den anderen Bands. Spezieller Dank geht an die Itchys, denn die haben uns vor knapp zwei Jahren auf die geniale Idee mit den Gig Reviews gebracht… 🙂
Die Kneipennacht in Villingen Schwenningen war abgesagt worden – somit sollte der Gig in Rottenburg der fünfte und letzte unserer kleinen Musiknacht-Tour sein. Neben Jojo, Nippel und Sédon waren mal wieder Carina, Gero, Manne und Jonne mit von der Partie. Judith war mit ihrem Daddy für ein paar Tage verreist und konnte deshalb nicht dabei sein.
Erstmals schafften wir es, unser komplettes Equipment und sechs Leute im Bus zu verstauen. Ging grad so. Der Bus war danach zwar tiefer gelegt, aber Busfahrer Jojo bugsierte unser Gefährt trotzdem zielsicher gen Rottenburg am Neckar. Die vorbeifahrenden Fußballer von Grün-Weiß-Tübingen kuckten zwar blöd – beließen es zu unserem Glück aber dabei… 🙂
Als wir durch die Gassen der Rottenburger Altstadt schipperten, spielte Jojo mal wieder sein so sehr geliebtes „Scheiße!“-Spiel. Ständig tippte er das Gaspedal an und lies unser Gefährt holpernd und krachend durch die Straßen sausen. Die zahlreichen Passanten staunten Bauklötze!! Vor allem dann, wenn die Businsassen die Fenster herunterkurbelten und kollektiv „Scheiße!!“ riefen… 🙂
Von Dr. Phil. Dipl. Kartenleser Manne geführt, fanden wir zielsicher zur „Kapuziner Schenke“. Als wir in die kleine Seitengasse, in der das „Kapuz“ ansässig war, einbogen, folgte zunächst allgemeines Gelächter: Wir mussten durch einen verratzten Torbogen fahren und fanden ein verwinkeltes, heruntergekommenes und riesiges Gebäude vor. Nahezu eine Festung. Sédon fand als erster die passenden Worte: „Ritterburg odr wa???“… 🙂
Wir parkten neben den Pferdekutschen, während ratternd die Zugbrücke heruntergelassen wurde. Neugierig betraten wir die Schenke. S’war sehr düster. Man sah kaum die Hand vor Augen. Eine Treppe führte hinab ins etwas hellere Kellergewölbe. Und siehe da – von wegen Ritterburg!! Das äußerst geräumige Kapuz glich viel mehr einem Dschungel: Überall hingen Schlingpflanzen an den Felsen! Aus den Wänden ragten Dinosaurierskelette und andere urzeitliche Fossilien! Wer schon mal im Europa Park in Rust war und dort das Dinosaurier-Dingsbums gefahren ist, der kann sich’s ungefähr vorstellen. War ein herrlicher Anblick!! Und wisst ihr, was noch viel herrlicher war?? Dass wir in diesem Ambiente spielen durften!!! 🙂
Nippel schüttelte dem Mann hinterm Tresen die Hand: „Hi. Wir sind die Band!“. Der Kerl namens Christus (!!!) erwies sich als Chef der Kapuziner Schenke und führte uns nicht ohne Stolz durch seine selbst gestaltete Höhle. Wir entschlossen uns dazu, am hinteren Ende des Kellers zu spielen. Das erschien uns sinnvoller, als im Nebenraum, welcher übrigens im Sternenhimmel-Design erstrahlte. Vom hinteren Ende des Kellers war man halbwegs gut zu sehen und auch die Klangverhältnisse waren dort besser als im Nebenraum. Außerdem befand sich am hinteren Ende des Kellers das größte Dinosaurierskelett. Wir konnten uns das Aufhängen unseres Banners also sparen…
Wir bauten auf und unterhielten uns nebenher mit „Kitzu“ (so wurde Christus von allen genannt). Von Anfang an erinnerte uns sein Geschwätz an Yannis Complicis (Hab keine Ahnung, ob man das so schreibt…) aus der Kult-Radiosendung „Nix verstehn in Athen“ von SWR3. Und siehe da: Kitzu war tatsächlich Grieche!! Was uns erst später auffiel: Auf der Eingangstür der Kapuziner Schenke prangten SWR3-Aufkleber mit der Aufschrift: „NIX VERSTEHN“… 🙂
Wir bauten also auf und checkten Sound. Klappte alles bestens. Wir speisten im Mc Donald’s und begaben uns Punkt 8 Uhr wieder zurück in die Dinosaurierhöhle. Zunächst warteten wir ne ganze Weile vergeblich auf Leute. „I glaub do kommt koi Sau!“, meinte Sédon und erntete zustimmendes Nicken vom Rest.
Als sich gegen 20.30 Uhr wider Erwarten doch einige in die Schenke verirrten, starteten wir unser Unplugged-Set. Kam schon erstaunlich gut an und erntete viel Applaus. Als wir nach einer kurzen Pause unsere CD live vorstellten, geschah das Unfassbare: Das Kapuz füllte sich bis auf den letzten Platz! Und die Leute in den ersten Reihen gingen ab wie Sau: Da wurde gepogt und gehüpft – einfach nur geil!! Einige sangen sogar mit. Bei unseren eigenen Songs! Und das in Rottenburg am Neckar!! Hammers!!! Die Singenden waren übrigens aus Nagold, wo wir vor Kurzem auch bei einer Kneipennacht gespielt hatten. Fleißige Gig Review-Leser erinnern sich vielleicht noch an eine gewisse Elen, die bei unserem Gig in Nagold kurzzeitig das Gesangsmikro übernommen hatte. Genau die war mir ihren Freundinnen und Freunden extra wegen uns nach Rottenburg gekommen! Wir freuten uns über die enorme Resonanz und zeigten uns spielerisch von unserer besten Seite. Es machte einfach unglaublich viel Spaß! Beim Zugaben-Teil holten wir erneut Elen auf die Bühne, was die ohnehin schon geile Stimmung nochmals anheizte! Gegen 1.00 Uhr war dann Schluss.
Wir unterhielten uns im Laufe der Nacht mit zahlreichen Leuten (vor allem mit den Nagoldern), während der hochzufriedene Kitzu von Zeit zu Zeit eine Tequillia -Runde schmiss. Nippel machte Bekanntschaft mit einer hübschen Blondine, ihres Zeichens PH-Studentin im letzten Semester. Sah aus wie 20, war zu Nippels Erstaunen aber 27. Naja, jedenfalls beobachtete Jojo später amüsiert, wie die angehende Grundschullehrerin von vier jungen Männern umworben wurde. Als wir grad alle draußen vor unserem Bandbus standen, zog sie Hand in Hand mit einem der vier Typen um die nächste Ecke. Okay, kurz vor dem Berufseinstieg darf man schon noch einmal die Sau rauslassen… 🙂
Kitzu, der im Anschluss an unseren Gig unsere „Strawberry Week“-CD in voller Dröhnung laufen ließ, zeigte sich äußerst gesprächig. Er gab sich kumpelhaft, legte einem des öfteren den Arm um die Schulter und redete über Gott und die Welt. Für ungläubiges Kopfschütteln sorgte seine Behauptung, dass „die scheiß Rottenburger“ mit insgesamt über 12.000 Euro bei ihm in der Kreide stünden. Nippel glaubte ihm zunächst nicht, bis Kitzu in seine Hemdtasche griff und ihm sämtliche Schuldscheine vor Augen führte. Zu hart! Der Rekordschuldner stand bei sage und schreibe 3.500 Euro!! Kitzu äußerte außerdem mehrmals Interesse an einem erneuten Gig von uns. Mal sehen was draus wird…
Mittlerweile hatte sich die Kapuziner Schenke halbwegs gelehrt. Wir verabschiedeten uns von der Belegschaft und starteten den Bandbus. War ein rundum gelungener Abend! Ein paar CDs verkauft, geile Stimmung, nette Leute, volles Haus usw… War mit Verlaub das beste Konzert unserer Keipen(nacht)tour!! Auch die Götter sind zufrieden: „Jawohl! Jawohl! Jawohl!“…
Wir begaben uns noch kurz auf die After-Show-Party der Kneipennacht, wo eine ordentliche Coverband spielte. Allerdings wurde die Band so dermaßen scheiße abgemischt, dass wir bald wieder gingen…
Bei der Heimfahrt schlief diesmal keiner: Die Partystimmung riss einfach nicht ab. Erst vor Sédons Haus schlief Manne, der im Laufe des Abends einiges gebechert hatte, auf Jojos Fahrersitz ein. Da er keine Anstalten machte, in absehbarer Zeit aufzustehen, zog in Jojo kurzerhand aus dem Bus: Kopfüber landete Manne im Kies. Beleidigt stieg er wieder ein und legte sich erneut auf den Fahrersitz. Kompromisslos zog Jojo ihn ein zweites Mal nach draußen. Allerdings war Mannes Aufprall nun um einiges unsanfter: Er schlug sich den Ellbogen blutig. Tja, selber Schuld! Ohne Anzeichen eines schlechten Gewissens kurvte Jojo mit seinen Insassen weiter…
In Saulgau angekommen verluden wir unser Zeug in den Stinnes. Blöde Arbeit! Jojo fuhr anschließend noch Carina nach K-Wald. Es wurde bereits wieder hell (war ja auch schon nach 5.00 Uhr). Und was fährt um diese unmögliche Zeit vor unserem Bandbus her?? Ist doch naheliegend: Exakt der gleiche Bus! Okay, er war deutlich neuer, hatte keine Rostflecken und bestimmt noch länger TÜV als unserer. Dafür hat unserer überdimensionale COLESLAW-Aufkleber an der Seite! Haha!! Hupend überholte Jojo den anderen gelben Sprinter und kurvte Carina nach Hause.
Dank euch war’s geil: Manne, Jonne, Gero, Carina, Kitzu & Belegschaft, Elen & die anderen Nagolder, CD-Verkäufer, Dinosaurier, „Scheiße!“, Thimo und Papa Mutschler.
Wir sollten eine Ehrung der Stadt mit ein bisschen Musik umrahmen. Im kleinen Saal des Stadtforums wurden erfolgreiche Jugendsportler und erfolgreiche Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ geehrt. Zusammen mit einem Streichquartett des Jugendstreichorchesters spielten wir „Back to you“, „Take a look at my heart“ und „Yesterday“. Musikschulleiter Hohn und Bürgermeister Häfele zeigten sich begeistert und lobten unser Spiel. Ersterer sorgte für allgemeines Gelächter, als er unseren schönen Bandnamen „koleslaf“ aussprach. Bürgermeister Häfele verbesserte ihn, wofür wir ihm sehr dankbar waren… 🙂
Wir spielten in folgender Besetzung:
STREICHQUARTETT:
Veronika Burth – Geige
Thomas Sali – Geige
Andreas Brillisauer – Bratsche
Sabine Binder – Cello
COLESLAW:
Jojo – Akustik-Gitarre, Gesang
Nippel – Akustik-Gitarre, Gesang
Wir danken: Fribbe, Herr Beikircher, Herr Häfele und Herr Hohn. Außerdem gratulieren wir allen, die geehrt wurden!
Nach einer kleinen Pause von ca. einem Monat folgte mit Sigmaringen das vierte Konzert unserer Kneipennacht-Tour. Wir sollten zusammen mit einem Hip-Hop-DJ das Jugendhaus „Checkpoint“ beschallen. Da diese Location ein gutes Stück größer war, als bei den bisherigen Kneipennächten, konnten wir es erstmals nicht bei unserer Probenanlage belassen. Wie zuletzt in Scheer begleitete uns auch diesmal wieder unser Thimo, der neben seinem Behringer Mischpult und seinen Effekten auch die Anlage von Heinz im Gepäck hatte…
Man traf sich wie immer auf dem Stinneshof und lud alles mögliche in die Karossen (Bandbus & Mannes Passat mitsamt Anhänger). Mit von der Partie waren neben Thimo und Manne auch noch Gero, Jonne, Stefan, Änsge und Frank. Und natürlich Jojo, Nippel und Judith. Sédon hatte noch zu tun und wollte später nachkommen. Man kurvte also ohne ihn nach Sigmaringen („Scheiße!“) und begutachtete den (das?) Checkpoint.
Sah sehr vielversprechend aus! War ein richtiger Club mit Live-Bühne und so. Die Leute von der Belegschaft (Zivi Jörn, Alex Speh und einige andere) waren äußerst nett und ließen uns absolute Narrenfreiheit. Wir bauten also in aller Ruhe auf. Plötzlich bemerkte Thimo, dass er das Netzteil seiner Endstufe vergessen hatte und so wurden Manne und Stefan nochmals nach Saulgau geschickt, um das gute Stück zu holen. Irgendwann kam ein Anruf auf Jojos Handy: „Wir stehen in Herbertingen und hatten einen Unfall…“. Jojo lachte zunächst und glaubte Manne nicht: „Du Wichser! Des isch it wohr! Mit so was macht ma koine Witz!!“ usw… Doch irgendwann waren Jojo (und alle, die plötzlich mit fragenden Blicken um ihn herum standen) davon überzeugt, dass es wohl doch stimmte. Man war betroffen. „Aber eich isch nix bassiert??“, fragte Jojo besorgt. – „Nö, aber das Auto…“ blablabla…
So ging das ne ganze Weile, bis Manne und Stefan auf einmal lachend und unversehrt vor dem Jugendhaus standen. Diese Ärsche!! Obwohl in COLESLAW-Kreisen mit Sicherheit über vieles gelacht wird, was andere geschmacklos finden würden, war für Jojo und für die meisten anderen das mit dem Unfall gar nicht komisch. Überhaupt nicht! Stefans und Mannes grinsende Fressen wurden mit Mittelfingern und Vorwürfen quittiert. Naja, im Laufe des Abends verzieh man ihnen dann doch. Man redete zumindest nicht mehr darüber…
Mittlerweile war auch Sédon (mit Carina) eingetroffen und es wurde soundgecheckt. Wir waren beeindruckt, was Thimo bei den Itchys dazugelernt hatte: Sowohl auf der Bühne als auch davor, war der Sound exzellent. Wir hatten uns bisher auf der Bühne selten so wohl gefühlt.
Nachdem die Arbeit getan war, hatten wir noch Zeit für allerlei andere Dinge: Jojo schoss eine von Jonne mitgebrachte Teekanne per Tennisball von einem Barhocker und freute sich wie ein kleines Kind, als das Porzellan zu Bruch ging. Nippel unterhielt sich mit dem netten Kerl an der Kasse (Andy), der als studierter Veranstaltungstechniker normalerweise für Großevents wie Rock am Ring, Rock im Park oder auch BRYAN ADAMS- oder PHIL COLLINS-Konzerte zuständig war. Das erzählte er zumindest. Er klang aber glaubhaft und war äußerst sympathisch. Ohne wenn und aber war er sofort dazu bereit, unsere CDs an der Kasse zu verchecken. Irgendwann gingen wir nach oben in den Backstageraum (Jaaaaa, wieder einer!!). Man lieferte sich heiße Billard- bzw. Tischkickerschlachten uns ließ sich nebenher von einem blonden Mädel mit Essen und trinken versorgen… 🙂
Wir warteten ziemlich lang und fingen erst gegen 21.30 Uhr mit Spielen an. War schon ironisch: Da hatten wir bei den letzten drei Musiknächten in seltsamen Kneipen gespielt, die eigentlich eher für ältere Generationen ausgelegt waren und immer war das Haus voll gewesen. Und dabei hatten wir dort mit unserer kleinen Probenraumanlage nicht den besten Sound gehabt. Tja, und diesmal war der Sound dank Thimo und Heinz hammermäßig, die Location war erstmals ein (ziemlich geiles) Jugendhaus, man konnte verbilligte Eintrittsbändel für nur 4 Euro (statt den üblichen 12,50 Euro) erwerben und trotzdem fehlte es erstmals an Leuten! Viel mehr als 50 Gäste waren zu keinem Zeitpunkt des Abends da. Aber – und das war das Schöne – unser Sound gefiel den anwesenden Leuten immens. Sowohl unsere eigenen Stücke als auch unsere Coversongs (teils mit Judith) kamen gut an. Wir verkauften einige CDs und bekamen mehrere – teilweise recht interessante – Anfragen für Auftritte. Überall gab’s Lob. Selbst unser kritischer und ehrlicher Thimo lobte uns: „Spielerisch und soundmäßig war’s hammers!!“.
Wenn man das alles bedenkt, dann war der Abend trotz den wenigen Leuten ziemlich cool. Lieber 50 Leute, die sich für unsere (eigenen) Lieder interessieren und aufmerksam zuhören, als 150 Leute, die stockbesoffen auf jeden x-beliebigen Sound abgehen (Albstadt lässt grüßen)… 🙂
Im Anschluss an unseren Auftritt legte ein Hip-Hop-DJ auf. Das Publikum wechselte erwartungsgemäß – es kam aber erfreulicherweise zu keinen Streitereien, obwohl einige der eintreffenden Gäste alles andere als freundlich aussahen. Während Thimo sein Equipment hütete und am Mischpult arbeitete, ging der Rest wieder nach oben in den sehr geräumigen Backstageraum.
Zunächst saß jeder müde herum. Manne und Stefan erzählten begeistert von THE DAREDEVILS. Die hatten im Bistro „Roanja’s“ schnellen Rock n’ Roll und Rockabilly der Sechziger präsentiert. Muss beeindruckend gewesen sein! Beide erzählten mit strahlenden Gesichtern und glasigen Augen! Ist blöd, dass man als Band kaum eine Möglichkeit hat, sich mal eine der anderen Combos anzuschauen. Naja, so wollte man’s und nicht anders…
Jojo war der einzige, der aktiv gegen die müde Stimmung ankämpfte: Auf einmal wollte er „Die Reise nach Jerusalem“ (!) spielen und obwohl das zunächst keinen interessierte, baute er fleißig Stühle auf. Grinsend nahmen auf einmal die ersten Platz. Gero spielte den DJ und nach kurzer Zeit rannten Jojo, Nippel, Stefan, Manne und ein Kerl namens René im Kreis um die Stühle herum. Irgendwann lies Gero den Sound richtig lange laufen. Verdammt lange! Die Läufer rannten sich schwindelig. Obwohl die Musik noch immer lief, kam irgendwann Stefan ins Straucheln. Leidtragender war Nippel, der vor ihm rannte: Vom kräftigen Stefan angestoßen flog der schmächtige Nippel ihm hohen Bogen zur Tür hinaus, stieß unterwegs eine Blechmülltonne um, blieb auf dem Rücken im Hausgang liegen und lachte. Obwohl’s spektakulär aussah, hatte er (im Gegensatz zum Mülleimer) keinen Kratzer. Tja, und auf einmal waren wieder alle wach und lachten Tränen. Lediglich Sédon pennte bereits nach kurzer Zeit wieder auf dem Sofa. 🙂
Als die Party zu Ende war, wurde abgebaut. Man spielte nebenher mit Tellern Frisbee und so. Anschließend kurvten wir zurück zum Stinnes. Die Insassen des Busses und des Passates des Mannes schleppten Equipment durch die Gegend. Sédons Karre stand regungslos daneben. Das tat sie eine ganze Weile. Das tat sie sogar noch, als Bus und Passat schon wieder nach Hause fuhren. Die Erklärung war denkbar einfach: Sédon schlief. Tief und fest. Naja, besser auf dem Stinneshof, als während der Fahrt. Irgendwann weckte ihn Carina und so zogen auch die letzten beiden nach Haus…
Euch gebührt Respekt: NICHT MANNE, NICHT STEFAN, Thimo, Heinz, Jonne, Gero, Änsge, Carina, Zivi Jörn (von der Band SEITENWEISE), Alex Speh, dem blonden Mädchen, den anderen vom Checkpoint, Herr Ockert & Konzert X, Nina (www.certain-death.de) und allen anderen Zuhörern.
Wer die letzten Gig Reviews gelesen hat, der weiß, dass uns Herr Mutschler (Judiths Papa) seit einiger Zeit seinen gelben Mercedes Sprinter als Bandbus zur Verfügung stellt. Als Dankeschön dafür spielten wir anlässlich seines 50. Geburtstags ein Privatkonzert in seinem Garten…
Wir danken: Herrn Mutschler für seinen Bus!!
Beim „Tag der Vereine“ präsentierte sich jeder Bad Saulgauer Verein irgendwo in der Stadt. Die Fußballer waren im Stadion, die Handballer waren in der Stadthalle (und so weiter und so fort…) und die Jugendmusikschule war halt im Foyer der Stadthalle.
Auf Wunsch von Musikschulleiter Ralf Hohn sollten wir einen Auszug aus unserem Tonkunst-Programm (siehe Gig Review vom 19.09.03) darbieten. Jojo, Nippel und Gitarrenlehrer Fribbe entschieden sich für die Evergreens „Back to you“, „Take a look at my heart“, „Nothing else matters“ und „Yesterday“.
Da es sich kaum lohnte, extra für diese vier Songs eine PA-Anlage aufzufahren, nutzten wir den “Tag der Vereine“ für ein kleines Experiment: COLESLAW reduzierte sich auf Jojo und Nippel (Sédon und Judith mussten eh arbeiten…) und das Jugendstreichorchester reduzierte sich auf ein Streichquartett. Wir spielten auf Vorschlag von Alban Beikircher (Leiter des Jugendstreichorchesters) „klassisch“, was auf rockisch übersetzt soviel wie „unverstärkt“ heißt. Jojo und Nippel sangen also ohne Mikro (!) – ihre beiden Akustik-Gitarren wurden nur ganz leicht per Amp verstärkt.
Im Endeffekt spielten wir nicht mal vor 20 Leuten. Überraschenderweise klangen die abgespeckten Songs erstaunlich gut, aber doch anders. Wer das legendäre „Revolver“-Album von den BEATLES kennt, der kann sich’s ungefähr vorstellen. Nicht dass wir uns mit den BEATLES vergleichen wollen – nein, ganz und gar nicht! Das Klangbild war halt ein ähnliches… 🙂
Vor allem Fribbe war beeindruckt und fasste den Entschluss, mal ein ganzes Konzert auf diese Art und Weise aufzuziehen. Dann natürlich schon verstärkt und außerdem noch mit Sédon an der Perkussion und so. Aber trotzdem ganz dezent und nur mit wenigen Streichern. Fribbe hatte sogar vor, einen (oder auch mehrere) unserer eigenen Songs mit neuem Gewand (sprich: Streicher etc.) zu versehen. Wir sind gespannt, was draus wird…
Wir spielten in folgender Besetzung:
STREICHQUARTETT:
Katharina Hinger – 1. Geige
Corina Scheffold – 2. Geige
Johanna Miele – Bratsche
Ferdinand Gerstetter – Cello
COLESLAW:
Jojo – Akustik-Gitarre, Gesang
Nippel – Akustik-Gitarre, Gesang
Dankeschön: Fribbe, Iris (für ihr Emergenza-Lob, ihre Umarmung und ihre liebe Art) sowie Alban Beikircher.