17.06.07

TOUR DIARY – 15.06.07 | BAD SAULGAU, Sternen

Eigentlich wollten wir an diesem Abend ausgiebig proben. Plötzlich erreichte uns ein Anruf von Franz Deni, seines Zeichens Frontmann der Bad Saulgauer Formation COLOR OF HOPE. Bei den Kollegen war aufgrund eines Unfalls kurzfristig die Support-Band abgesprungen und somit fragte Franz nun uns, ob wir diesen Job übernehmen könnten. „Wann?“ – „Gleich nachher. So um halb neun solltet ihr anfangen!“ Ein Blick auf die Uhr sagte halb sechs. „Alles klar, machen wir!“ 🙂

Früher hätten wir bei so was die Hosen gestrichen voll gehabt. Mittlerweile macht sich jedoch sogar bei uns so was wie Routine bemerkbar. Frohen Mutes eilten wir um halb neun in den Sternen, sagten „Hallo“, stöpselten ein und rockten los. Nach zwei Songs bestellte Nippel von der Bühne aus ein paar Getränke bei Wirtin Andrea. Nicht mal dafür hatte es im Vorfeld mehr gereicht. 🙂

Wir präsentierten unsere Songs und freuten uns über ca. 15 COLESLAW-Fans, die uns spontan in den Sternen gefolgt waren. Das waren jedoch bei Weitem nicht alle Zuschauer. Im Gegenteil – der Sternen war von vorne bis hinten gut gefüllt. Es gab kaum ein freies Plätzchen und nach den Songs kräftigen Applaus. So macht das Spaß! Uns war der Spontan-Gig allemal lieber, als eine Bandprobe. Jede Band spielt lieber vor Publikum, als alleine. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Publikum textsicher mitsingt. Danke dafür!

Nach unserem Gig präsentierten die Jungs von COLOR OF HOPE ihre Eigenkompositionen. Nicht selten ging’s in Richtung Metal. Vor allem Franz Deni überzeugte mit hörenswerten Gitarrensoli. Schee war’s!

Wir bedanken uns bei: Wirtin Andrea, Franz Deni und seinen Kollegen und natürlich bei unseren Fans, die spontan im Sternen aufkreuzten.

08.06.07

SOMMER-SHOWS BEI FREIEM EINTRITT

Holt eure Kalender raus und streicht euch folgende Termine dick an:

16.06.07 | WEISSENAU, Sportplatz, Shady Side Festival
22.06.07 | RENHARDSWEILER, Zelt, Vereinepokal SVR
20.07.07 | RAVENSBURG, Grüner Platz, Rutenfest

Alle drei Shows kosten keinen Eintritt! Weitere Infos zu den Spielzeiten usw. findet ihr hier. Besonders zu empfehlen ist unser Heimspiel in Renhardsweiler. Nicht nur, weil uns dort unsere Freunde von RUNLET supporten, sondern auch, weil wir dort unser komplettes Programm präsentieren werden. Wer sich also bei den letzten COLESLAW-Auftritten daran gestört hat, dass wir das eine oder andere Lied nicht gespielt haben, der möge am 22. Juni nach Renhardsweiler kommen! Dort gibt’s alle Songs in voller Länge! Versprochen!

21.05.07

TOUR DIARY – 19.05.07 | BIBERACH, Abdera

Frohen Mutes düsten wir in drei Autos nach Biberach an der Riß. Auch unser Tontechniker Jürgen, auf den wir bei den letzten Shows schweren Herzens verzichtet hatten, war wieder mit von der Partie. Unser 135. Konzert stand an und zwar in der Kulturhalle Abdera. Dort sollten wir an diesem Abend die Rock’n’Roll-Band MUFF aus der Ex-Kanzlerstadt Hannover supporten.

Als wir das Abdera betraten, war eben jene Combo bereits anwesend und baute auf. Wir schüttelten einige Hände und stellten uns vor. Einmal mehr sorgte der Name „Nippel“ bei den Kollegen für erstaunte Blicke. 🙂 Die Bandbesetzung von MUFF ist recht außergewöhnlich: Drei Jungs an Gitarre, Bass und Schlagzeug zuzüglich zwei (!) Frontfrauen. Und was für welche! Absolute Vollblut-Rockröhren! Sowohl optisch als auch musikalisch!

Die Kollegen von MUFF checkten Sound und wir taten es ihnen gleich. Auf Besucher warteten wir lange Zeit vergeblich. Scheinbar hingen alle irgendwo vor der Glotze. Der VFB Stuttgart wurde nämlich mit einem 2:1-Sieg über Cottbus Deutscher Fußballmeister. Erstaunlicherweise interessierte sich Jojo brennend für dieses Endergebnis. Der ehemalige Fußball-Hasser war im Laufe der Fußball-WM zum Fußball-Fan – naja, sagen wir mal zum Sympathisanten avanciert. Jeder, der unseren Jojo schon länger kennt, wird diesen Wandel kaum für möglich halten! Früher hätte man Jojo erzählen können, Michael Ballack sei kurz vor dem Schanzentisch mit Motorschaden ausgeschieden – er hätte es vermutlich geglaubt. Heute kann er sogar die Abseits-Regel erklären! Unglaublich! 😉 Ja, jedenfalls freute sich Jojo über den Meistertitel seiner Wahlheimatstadt. Der Rest nahm die Nachricht mehr oder weniger gleichgültig zur Kenntnis. Die Kollegen von MUFF fragten: „Ach, Biberach liegt in Baden-Württemberg?“ 🙂

Als wir um kurz vor halb zehn die Bühne betraten, waren noch immer kaum Leute im Abdera. „COLESLAW gibt auch für 10 oder 15 Leute hundert Prozent“, erklärte Nippel auf der Bühne und wir rockten mit Hingabe durch unser Set. Wir freuten uns über Janis und Clemens. Die beiden (nicht mal zehn Jahre alten) Jungs, hatten über mehrere Ecken eine CD von uns bekommen und sind seither unsere „größten Fans“, wie uns Janis’ Papa Ralf beteuerte. Gebannt standen sie vor der Bühne. Auch Eva und ihre Freundin Nico waren wieder von Saulgau aus hergefahren bzw. hatten sich herfahren lassen. Wir fühlten uns blendend, da mit Jürgen am Mischpult endlich wieder Delays an den richtigen Stellen erschallten und zudem das Roosophon benutzt werden konnte. Während wir in unsere Instrumente hämmerten, trudelten ein paar weitere Gäste ein. Als wir nach „This Misery“ die Bühne räumten, dürften ungefähr 30 Leute im Abdera gewesen sein.

Die drei Jungs und die zwei Mädels von MUFF machten sich bereit und boten nach einem kurzen Line-Check eine temporeiche Rock’n’Roll-Show. Die beiden Frontfrauen Anja und Sunny gaben mächtig Gas. Ihre schwarzen bzw. pinken Haare flogen regelrecht über die Bühne. Die fünf Hannoveraner wussten mit groovigen Riffs und zweistimmigem Frauengesang zu überzeugen. Dennoch wollten die wenigen Konzertbesucher trotz mehrmaliger Aufforderung nicht nach vorne kommen. Da wurde es Sunny zu bunt (man beachte das Wortspiel!): Sie begab sich ins Publikum, packte ein paar Leute an den Armen und zerrte sie vor die Bühne. So kann man’s auch machen! 🙂 Kurzum: eine hörens- und sehenswerte Combo! Der Verfasser dieses Gig Reviews lässt sich beim Schreiben dieser Zeilen gerade von der brandneuen CD „Horn Attack“ beschallen…

Wir danken: Daniel Wüst und dem gesamten Abdera-Team, MUFF (vor allem für Großteile der Backline!), Moni und Carina.

18.05.07

TOUR DIARY – 16.05.07 | WEINGARTEN, Ermlandhof, KBZO Rocknight

Das Körperbehindertenzentrum Oberschwaben – kurz KBZO – veranstaltete im Ermland Hof ein Benefizkonzert zu Gunsten einer Körperbehindertenschule in Peru. „Das klingt nach einer guten Sache“, dachten wir uns und sagten sofort zu.

Wir düsten in drei Autos über verregnete Straßen nach Weingarten. Mit von der Partie waren Stefan und Moni. Einmal mehr mussten wir auf unseren Jürgen verzichten. Alt-KBZO-Zivi Jojo führte uns über einige Umwege zum Ermland Hof. Das ist eine große Halle. Mit viel Holz. Brennt bestimmt gut, aber warum zur Hölle schreibe ich das in diesen Gig Review?

Wir begrüßten Cheforganisator Franz Stopper und zahlreiche behinderte Menschen vom KBZO. Jeder war seinen Fähigkeiten entsprechend irgendwo eingespannt und wusste genau, wo angepackt werden musste. Ein paar nette Jungs halfen uns beim Auslanden. Die Kollegen von NEW BEATS checkten gerade Sound und stellten von Anfang an klar: „The beat goes on!“ 😉

Die Zeit bis zu unserem Gig war dank Patrick extrem kurzweilig. Patrick ist ein aufgeweckter kleiner Junge, den wir im Erland Hof kennen (und lieben) lernten. Ohne Hemmungen kam er auf uns zu und plauderte locker aus dem Nähkästchen. Sein Themenspektrum reiche von seinen Erzieherinnen bis zum SIDO-Weihnachtssong. Absolut irre! 😉 Patrick wollte unsere Namen wissen und prägte sich diese sofort ein. Sédon war zu diesem Zeitpunkt unterwegs, um Carina zu holen. Wir erklärten Patrick, dass unser Schlagzeuger „Kantlma“ heißt. Irgendwann kam Done zurück und staunte nicht schlecht, als Patrick ihm sofort „KANTLMAAAAAA!!“ entgegenrief. 😉 Immer mal wieder hüpfte Patrick einem von uns auf die Schultern und ließ sich durch die Gegend tragen. Vor allem Stefan und Nippel waren Patricks „Lieblingsopfer“. Irgendwann ging Patrick zu Sédon und hatte auch bei ihm nur einen einzigen Wunsch: „Huckepack!!!“. Sédon: „Hä? Rock im Park??“ Hach, ohne unseren Schlagzeuger wäre das Leben nur halb so witzig… 😉

Wir hatten großen Spaß und freuten uns über viele altbekannte Gesichter. Beispielsweise war der Schlierer Hauptamtsleiter höchstpersönlich anwesend. Oder Regine. Oder einige Jungs von der SUMO. Wir führten zig Gespräche und ließen uns nebenher von Oldie-Sound beschallen. NEW BEATS präsentierten eigenwillige Coverversionen von alten Klassikern der BEATLES und Konsorten. Songs wie „Eleanor Rigby“ oder „Help“ wurden freejazzmäßig vorgetragen. Eigenwillig, aber interessant.

Weiter ging’s mit RYTHMIXX. Wiederum gab’s Oldies auf die Ohren, diesmal allerdings sehr realitätsnah. An der Gitarre erblickten wir überraschenderweise Jürgen Spannbauer, der früher mal bei THE GANG gespielt hatte. Besondere Freude bereitete uns der Klassiker „Gimme All Your Lovin’“ von ZZ TOP. Saugeiler Song! Wir saßen auf Biertischen und schlürften kopfnickend an unseren Spezis. Beim Schlierer Hauptamtsleiter musste es natürlich Bier sein, keine Frage! 😉

Zwischen den Bands betrat immer mal wieder unser Freund Patrick die Bühne und erzählte am Mikro Witze. Ein unglaublicher Bursche… 🙂

Nach RYTHMIXX betraten die Jungs von TINITUS die Bühne. Wiederum war Coverrock angesagt. Diesmal ging’s allerdings – der Bandname ließ es bereits erahnen – in die härtere Schiene. So wurde beispielweise „Enter Sandman“ von METALLICA vorgetragen. Gitarrenmann Sven überzeugte durch authentische Gitarrensoli. Am Keyboard langte Franz Stopper kräftig in die Tasten.

Als letzte Band hatten wir schließlich die Ehre. Wir waren ausgesprochen heiß, als wir die Bühne betraten. Nach einem kurzen Line-Check ging’s gleich in die Vollen. Insgesamt durften zu diesem Zeitpunkt etwa 150 Leute im Ermland Hof gewesen sein. Nicht wenige kamen vor die Bühne. Viele bekannte Gesichter waren dabei. Andy Gebhart von der SUMO schwang kräftig das Tanzbein. Die Stimmung war gut. Sogar einige Rollstuhlfahrer kamen nach vorn. Jojo widmete „Here And Now“ Eva, einem treuen Fan aus Bad Saulgau. Wir präsentierten mit großer Hingabe unser Set. Wenn man überall in freudige Gesichter blickt, ist es einfach am schönsten. „The Thing About You“ war unser vorerst letzter Song. Es gab „Zugabe!“-Rufe. Und zwar richtig viele. „So laut hat schon lang kein Publikum mehr Zugabe gerufen“, meinte ein grinsender Jojo und kündigte zwei weitere Songs an. „This Misery“ und „Show For Me“ wurden präsentiert. Und die Leute schrieen immer noch „Zugabe!!“. Viele wollten unbedingt „Like A Rockstar“ hören. Den Song wollten wir aber nicht spielen. Wir blieben hart. Als Entschädigung gab’s ein Drumsolo von Sédon auf die Ohren. Das war doch auch okay, oder?? 😉

Nach unserem Gig freuten wir uns über einige verkaufte CDs. Besonders begehrt waren an diesem Abend Sédons verschlisse Drumsticks. Viele Leute wollten welche haben. Bei einem Mädchen von KBZO hat Sédon schon den Spitznamen „Holzmichel“. Das finden wir so sauwitzig, dass wir jedes Mal Tränen lachen, wenn uns jemand daran erinnert… 😀

Wir blieben noch eine Weile im Ermland Hof und quatschten an allen Ecken und Enden. Die Jungs von der SUMO bekamen mehrere Duzend Paar Saitenwürste geschenkt und aßen wie die Weltmeister. [Ihr könnt die Dinger ja einfrieren und beim nächsten Maifest verkaufen! 😉 ]. Der Schlierer Hauptamtsleiter monierte wiederholt, dass wir „Like A Rockstar“ nicht gespielt hatten: „Meine Enttäuschung ist so tief, dass sie schon unterm Knie hängt“ – Jojo: „Deine Enttäuschung hängt ein Stück weiter oben!“ Hach, sind wir nicht lustig?? 😉

Dank und Grüße gehen an: Patrick, Patrick, Patrick (!!!), Franz Stopper samt seiner Schulklasse und alle andere Organisatoren, Stefan (danke fürs Fotografieren!), die Jungs von der Technik, die anderen Bands, den Schlierer Hauptamtsleiter Bauser, Mario-Kart-Bösewicht Bowser, Miriam & Kati, Eva Schuler samt Anhang, Chauffeur Norbert Schuler, Franz & Andi von der SUMO, Carina & Moni, Regine und an alle, die vergessen wurden!

14.05.07

TOUR DIARY – 12.05.07 | RAVENSBURG, huGo’s

Von Fachleuten wurden aus knapp 300 Bewerbungen die 50 vermeintlich stärksten Bands ausgewählt, um am Play Live Contest Baden-Württemberg teilzunehmen. Erfreulicherweise waren wir eine der auserwählten Combos. Am 12. Mai düsten wir zu unserem Vorrundenkonzert nach Ravensburg. Mit dabei war Carina. Später stießen auch noch Moni und Jojos Bruderherz Stefan hinzu. Leider mussten wir erneut auf unseren FOH-Mann Jürgen verzichten.

Das huGo’s ist mit Sicherheit eine ungewöhnliche Location für Rockkonzerte. Normalerweise handelt es sich dabei um eine Tanz-Disco, in welcher vornehmlich R’n’B und ähnliches gespielt wird (man möge uns eines besseres belehren, falls wir mit dieser Ansicht falsch liegen). Wir waren also neugierig. Im huGo’s angekommen stellte sich heraus, dass wir in einem Nebenclub namens Milch und Honig auftreten sollten, welchen man über den Hintereingang erreichen kann. Dort befanden sich an diesem Tag eine richtige (wenn auch nicht allzu große) Bühne und eine Tanzfläche. Es sah also aus, wie in einem ganz normalen Live-Club. Naja, vielleicht nicht ganz. Der Schuppen ist ein gutes Stück edler, wodurch die Bezeichnung „Schuppen“ eigentlich gar nicht passt… 😉

Wir begrüßten einige Mitglieder der anderen Bands. Als alle Combos eingetroffen waren, hielt Franz Baur vom Popbüro eine lässige und sehr informative Begrüßungsansprache, in welcher er die Regeln des Contests erläuterte. Zu unserer Freude sollte eine Jury aus drei Fachleuten (und nicht etwa das Publikum) die Bands nach sieben Kriterien bewerten und letztlich die Siegerband küren. Ausschließlich diese Siegerband sollte ins Halbfinale einziehen.

Nach der Ansprache von Franz wurde die Auftrittsreihenfolge ausgelost. Wir zogen die fünfte und letzte Spielzeit. Die Soundchecks fanden in umgekehrter Spielreihenfolge statt. Wir waren somit die ersten, die auf der Bühne standen und ein paar Songs ancheckten. Die Techniker von der Firma Bairle leisteten ordentliche Arbeit und wir hatten sowohl auf der Bühne als auch der davor guten Sound. Komischerweise gab es bei den anderen vier Bands im Anschluss Soundprobleme. Und zwar ganz massive: Laute Rückkopplungen, matschiger Sound. Das war schon sehr seltsam, da bei uns noch alles gepasst hatte. Einige Bandmitglieder waren sehr verärgert. Vor allem die Jungs von MY REPLY beschwerten sich. Franz vom Popbüro und auch die Techniker von Bairle waren ratlos und entschuldigten sich mehrfach.

Irgendwann kamen einige Besucher und die erste Band namens LONG JONES enterte die Bühne. Wow, was für eine geile Combo! Die solltet ihr euch unbedingt mal reinziehen! Soundmäßig ging’s grob in Richtung BON JOVI, aber doch irgendwie anders und vor allem härter. Begeistert standen wir vor der Bühne und dachten gleich mal: „Okay, gegen die Jungs werden wir es wohl schwer haben!“…

Es folgten MY REPLY, STROKER ACE und FABULOUS ISSUE. Unterm Strich betrachtet ein ausgesprochen starkes Line-Up! Als letzte Band betraten wir die Bühne und lieferten eine solide Show ab. Auch das Publikum ging ordentlich mit. An dieser Stelle seien die angereisten Saulgauer Crispin und Max herzlich gegrüßt! Nach einer halben Stunde verließen wir hochzufrieden die Bühne.

Die Jury zog sich zurück, um ihr Urteil zu fällen. Wir rechneten uns Chancen auf einen der vorderen Plätze aus. Entsprechend groß war unsere Enttäuschung, als wir lediglich den vierten Platz belegten. Hand auf’s Herz: Das hatten wir uns anders vorgestellt! Dennoch trugen wir’s mit Fassung und beglückwünschten die Siegerband MY REPLY. Mit Sicherheit standen die Jungs um Frontmann Flo nicht unverdient auf dem ersten Platz und die jungen Kollegen von FABULOUS ISSUE knapp dahinter. Eine Sache überraschte uns jedoch sehr: Die Jungs von LONG JONES belegten den letzten Platz, obwohl wir ihre Performance am stärksten gefunden hatten! Die Fachjury war offensichtlich anderer Meinung. Tja, so unterschiedlich können Geschmäcker sein…

Im Anschluss an die Ergebnisbekanntgabe nahm sich die Jury ausgiebig Zeit, um jeder Band ein individuelles Feedback zu geben. Einige Ratschläge erschienen uns etwas seltsam, aber es waren auch viele hilfreiche Tipps dabei, welche wir in Zukunft beherzigen werden.

Trotz einem für uns enttäuschenden Abend wollen wir es nicht versäumen, einigen Leuten zu danken: Franz, Katrin und dem gesamten Play-Live-Team, den Jungs von Bairle (bei uns habt ihr ganze Arbeit geleistet!), Crispin & Max (danke für den Support!), der Jury, Moni, Carina und Stefan.

07.05.07

TOUR DIARY – 05.05.07 | FREIBURG, Keller 264

In Freiburg hatten wir noch nie gespielt. Folglich freuten wir uns sehr über das Angebot von den LAZURIGHT-Jungs, sie bei ihrem Gig im Keller 264 zu supporten. Mit Jojo am Steuer düsten wir in einem Fahrzeug zielstrebig ins Breisgau. Mit von der Partie waren Moni und Carina. Nicht dabei war unser Mischer Jürgen.

Die lange Fahrt war ausgesprochen kurzweilig. Lediglich für Sédon muss sie eine Ewigkeit gedauert haben. Er kämpfte mal wieder gegen seine Reiseübelkeit. Schon ein komischer Typ, unser Drummer: Einerseits in der Mainacht ohne mit der Wimper zu zucken 10 Halbe in sich reinschütten und andererseits bei langen Autofahrten abkacken. Kreidebleich öffnete Sédon ein Fenster und fragte Fahrer Jojo: „Zieht’s?“ – Jojo: „Ja, schon.“ – Sédon: „Besser als Kotze im Genick!“ Überzeugendes Argument… 😉

Als wir in Freiburg ankamen, ging es Sédon schon wieder viel besser. Wir tuckerten durch die Innenstadt. In Freiburg muss man tuckern, weil da überall Blitzer stehen. Ohne größere Probleme fanden wir zum Keller 264. Dort standen wir jedoch vor verschlossenen Türen. Nach einigen Minuten gesellte sich LAZURIGHT-Gitarrist Hanni zu uns. Einige Zeit später trafen auch seine Kollegen und 264-Chef Ansgar ein. Letzterer wurde von einem Mitarbeiter des angrenzenden indischen Schnellrestaurants übelst beschimpft. Wir verstanden nicht ganz, wieso. Ansgar nahm es jedoch gelassen. Achselzuckend und grinsend stapften wir die Treppe zum Club hinunter.

Der Keller 264 ist eine interessante Location: Sehr verwinkelt, recht düster, unverkennbarer Gothic-Touch. Überall an den Wänden prangen schwarze Schmetterlinge. Vereinzelt sind geisterhafte Gesichter zu sehen. Es hängen Plakate aus, die zur Walpurgisnacht und anderen „dunklen Veranstaltungen“ einladen. An einer Stelle des Clubs steht ein gespenstisches Gestrüpp. Besonderes Gimmick: Am Tresen gibt’s nicht nur Getränke, sondern auch Friedhoflichter, die normalerweise auf Gräbern stehen! Auch wenn sich das alles ein bisschen klischeemäßig anhört, hat der Keller 264 definitiv Stil. Uns gefiel’s jedenfalls. Vor allem Sédon fühlte sich wohl.

Die Bühne war recht klein. Dennoch schafften wir es, unser Equipment zweckmäßig aufzubauen und trotzdem jedem Musiker ausreichend Platz zu lassen. LAZURIGHT checkten Sound. Wir waren positiv überrascht: Dafür, dass anlagentechnisch nicht viel zur Verfügung stand, war der Klang ziemlich gut. Ausgesprochen gut! Einziges Problem waren die lauten Becken, aber das bekamen die beiden Thomase durch Abkleben in den Griff. Auch wir checkten Sound.

Nach 21.00 Uhr kamen nach und nach Leute in den Club. Auf den Straßen Freiburgs war bereits die Hölle los. Wir wissen nicht, ob es in Freiburg viele Singles gibt, aber die Single Nacht fand großen Zuspruch. Die meisten Leute, die in den Keller 264 kamen, machten es sich erst mal am Tresen gemütlich und wurden sogleich von zwei freundlichen Damen in Engelskostümen umgarnt. Die weißen Gestalten wirkten in dem düsteren Gemäuer wie Fremdkörper. Zunächst wussten wir nicht so recht, was die Engel wollten. Wir vermuteten irgendeine Promotion-Aktion. Nippel ging zu einem der Gottesboten hin und ließ sich aufklären: In jedem Club, der an der Single-Nacht teilnahm, gab es solche Engel. Sie waren für Kuppelei zuständig und bemühten sich folglich um eine Annäherung der beiden Geschlechter. Für ihre Aufgabe hatten sie allerhand Tricks auf Lager. Beispielsweise wurden Männlein und Weiblich nicht selten mit Handschellen zusammengekettet und waren somit zu einer Konversation verdammt. „Witzige Idee“, meinte Nippel zu dem Engel und erklärte mit Fingerzeig auf seine hed bussierenden Bandkollegen, dass es bei COLESLAW nicht viel zu tun gibt. „Du kannst höchstens über kreuz verkuppeln!“ Lachend zog der strahlende Engel weiter… 🙂

Irgendwann hatten wir großen Hunger. LAZURIGHT-Drummer Thomas und Nippel gingen zu Club-Chef Ansgar. Dieser drückte uns eine Speisekarte von einem Pizza-Express in die Hand und meinte, wir sollen einfach auf seine Kosten bestellen. Gesagt, getan! Einige Zeit später wurden leckere Pizzen geliefert, welche wir mit Genuss verspeisten. Die waren nicht nur schmackhaft, sondern unglaublich preiswert: Eine Party-Pizza, an der locker 5 Leute essen konnten, kostete gerade mal 3 (!!!) Euro. Hat man da noch Worte? Man sollte es Hanni gleichtun und nach Freiburg ziehen… 😉

Gegen 22.45 war den endlich Live-Musik angesagt. Wir rockten mit „Air To Breathe“ los und waren überrascht: Die meisten Leute erhoben sich vom Tresen und begaben sich vor die Bühne. Damit hatten wir bei der Single Nacht nicht unbedingt gerechnet! Entsprechend groß war unsere Spielfreude. Vor allem Sédon präsentierte sich (nach zuletzt zwei schwachen Gigs) in Bestform und brachte fast jedes Fill-In absolut tight rüber. Jojo und Nippel zeigten sich ansagenfreudig und plauderten an den Mikros locker aus dem Nähkästchen. Nur zwischen den Songs, versteht sich! 😉 Wir waren von der Resonanz positiv überrascht und konnten den überwiegenden Teil der gut 50 Besucher auf unsere Seite ziehen. Diese Publikumsgunst nutzen wir natürlich, um auf unser Album hinzuweisen.

LAZURIGHT-Drummer Thomas stand während unserer Show am Mischpult und regelte den Gesang. Irgendwann fand er den Knopf für die Nebelmaschine. Zufälligerweise stand diese direkt hinter dem Gitarrenamp seines Kollegen Hanni und blies kräftig Nebel hinein. Hanni verkannte die Situation und blickte entsetzt auf seinen rauchenden Amp. Kurz bevor die Tränen aus seinen Augen schossen, fing Jojo auf der Bühne herzhaft an zu lachen. Da kapierte auch Hanni, was Sache war und sein entsetzter Blick wich großer Erleichterung! 🙂 [Dabei wäre ein Amp-Defekt für Hanni dank Crate-Endorsement nicht all zu schlimm gewesen, aber das nur am Rande.]

Wir rockten weiter und hatten viel Spaß. Ein schöner Gig! Lediglich die Zugabe-Rufe wollten am Ende nicht so richtig erschallen. LAZURIGHT-Frontmann Gerhard half dankenswerter Weise ein wenig nach und der Rest des Publikums stieg mit ein. Wir spielten also zwei weitere Songs und beendeten kurz vor Mitternacht zufrieden unseren Gig.

Im Anschluss bereiteten sich die Jungs von LAZURIGHT auf ihre Show vor. Jojo und Sédon freuten sich am Merchandise-Stand über einige verkaufte CDs und nette Gespräche mit Peter und Co. Nippel traf sich derweil mit einem alten Schulkameraden, zog mit ihm durch die Freiburger Straßen und lernte das dortige Nachtleben kennen.

Gegen 0.15 Uhr legten die Kollegen von LAZURIGHT los. Wiederum erhoben sich die Leute vom Tresen und begaben sich auf die Tanzfläche. Es waren sogar noch mehr, als bei unserer Show. Auch die Stimmung war vergleichbar gut. Wir lauschten dem Sound und bestellten währenddessen das eine oder andere Getränk am Tresen. Es war ein ausgesprochen schöner Abend.

Irgendwann nach der LAZURIGHT-Show traf auch Nippel wieder im Keller 264 ein und trank mit Drummer Thomas ein paar Jägermeister. Allgemein waren die LAZURIGHT-Jungs recht durstig. Es ist schon eine tolle Sache, wenn man einen Bandpapa wie Martin dabei hat, der nicht nur beim Auf- und Abbau mit anpackt, sondern auch als Busfahrer fungiert. Ein klasse Typ! 🙂

Jojo unterhielt sich eine ganze Weile mit dem sympathischen Club-Chef Ansgar. Einige Getränke später drehten wir eine Abschiedsrunde und beluden Jojos Auto. Hannis freundliches Übernachtungsangebot wurde ausgeschlagen und wir traten die Heimreise an.

Jojo bugsierte seine Kollegen und die beiden Mädels sicher über leere Straßen. Zeitweise schliefen alle. Alle außer Jojo, versteht sich. Eigentlich versuchen wir so was tunlichst zu vermeiden, denn als Fahrer ist man über wachhaltende Gespräche froh. Naja, aber manchmal greift die Müdigkeit halt um sich.

Kurz vor Krauchenwies fluchte Jojo und hielt an. Obwohl seine Mitfahrer wie gesagt alle schliefen oder zumindest dösten, wusste sofort jeder, was Sache war: Wir waren an einen Unfall herangefahren. Ein Ford Fiesta war in einer scharfen Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen und hing wie ein Keil unter der Leitplanke. Wir stiegen aus und checkten die Lage. Trotz des mit Sicherheit heftigen Aufpralls, stiegen Gott sei Dank auch die Insassen des Unfall-Wagens aus. Zu unserem Erstaunen waren alle betrunken. Auch der Fahrer. Mannomann! Und wo kamen sie her? Aus dem Mengener M-Park. Alles klar…

Wir versuchten mit vereinten Kräften, den verkeilten Ford aus der Leitplanke rauszukriegen. Zunächst ohne Erfolg. Es rauchte und stank. Schreiner Sédon stemmte sich mit voller Kraft gegen das Fahrzeug und konnte es schließlich befreien. Der Unfall-Fahrer wollte zu unserem Entsetzen nach Villingen-Schwenningen weiterfahren. Dabei war es offensichtlich, dass hier ein Totalschaden vorlag. Jojo redete auf die Verunfallten ein und machte ihnen klar, dass eine Weiterfahrt viel zu riskant war und dass sie darüber hinaus eine Anzeige wegen Fahrerflucht riskieren würden. Schließlich war die Leitplanke deutlich demoliert. „Das zahlt die Versicherung, aber ihr müsst das melden!“, meinte auch Carina. Aus für uns unerfindlichen Gründen ärgerten sich die Verunfallten mehr über den finanziellen Schaden, als dass sie sich über ihr Glück im Unglück freuten: Hinter der Leitplanke wäre es steil abwärts gegangen…

Ein zufällig vorbeifahrender Krankenwagen wurde mit den Worten „Nein, wir brauchen keine Polizei!“ weitergeschickt. Schon klar, dass vor allem der Fahrer des Unfall-Wagens mit seinen „zwei, drei Bier“ im Blut (vielleicht waren es auch fünf oder sechs?) keine Polizei haben wollte. Im Laufe der Konversation fiel uns auf, dass er stark an der Hand blutete. Allerdings war sein Arm bereits komplett verbunden. Die Verletzung konnte also unmöglich von dem Autounfall stammen. Komisch. Vielleicht ein Schlägerei im M-Park oder so? Alles Spekulation. Wir wussten es nicht und fragten auch nicht weiter nach. Letzten Endes konnten wir die Verunfallten davon überzeugen, ihr Auto stehen zu lassen. Mit Nippels Handy wurde ein Abschleppdienst gerufen. Noch bevor dieser eintraf, verabschiedeten wir uns und fuhren weiter.

Während der restlichen Heimfahrt diskutierten wir angeregt über den Unfall, über die beteiligten Personen und über Alkohol am Steuer. Dass man den M-Park-Sound mit 0,0 Promille nur schwer aushält, ist ja verständlich, aber als Fahrer sollte man sich halt dennoch zurückhalten! 😉

In diesem Sinne: Hört mehr Rockmusik und macht keine Scheiße!

Wir bedanken uns bei: Hanni, Pablo, Thomas, Gerhard, Martin und Anhang (vor allem für die Backline!), Ansgar uns seiner lässigen Belegschaft, dem Pizza-Service (Liefert ihr auch nach Bad Saulgau?), Moni und Carina.

07.05.07

BANDPORTRAIT IM BLIX

In der Maiausgabe des Kultur- und Veranstaltungsmagazins BLIX befindet sich auf Seite 41 ein absolut lesenswertes COLESLAW-Bandportrait. Erhältlich ist die Zeitschrift fast überall in Gaststätten, Geschäften und sonstigen öffentlichen Gebäuden Oberschwabens. Hier gibt’s den Artikel als PDF-Version. Herzlichen Dank an Christian Bohner für die gründliche Recherche und das spaßige Interview!

30.04.07

TOUR DIARY – 28.04.07 | METZINGEN, Club Thing

Im Club Thing in Metzingen (bei Reutlingen) war ein kleines Festival geplant – unter anderem mit den Hardrockern von SEMTEX. Die Ulmer Kollegen mussten ihren Gig jedoch kurzfristig absagen. Wir und UNSTUCC bekamen ein paar Tage vor dem Festival das Angebot, SEMTEX zu ersetzen. Jojo telefonierte kurz bei seinen Bandkollegen durch. Dort war die Freude groß! Die Wochenendplanung wurde kurzfristig über Bord geworfen und der Gig zugesagt. Auch die Jungs von UNSTUCC sagten zu. Die Kollegen von AMPHONIC komplettierten das Line-Up.

Am Samstag wurden die Karossen mit Equipment und Carina beladen und los ging die Fahrt! Unser Mischer Jürgen konnte leider nicht mit dabei sein, da er am selben Abend bei den Bad Saulgauer Kollegen von SPOTLIGHT hinter den Reglern stehen musste. So waren wir froh, dass im Club Thing mit Tommy ein kompetenter und netter FOH-Mann anwesend war. Auch die Veranstalter, die Belegschaft und die Bands waren supernett. Wir sind selten so freundlich empfangen worden! Die Chemie stimmte von Anfang an. Von Spannungen konnte also keine Rede sein. Zumindest nicht im übertragenen Sinn. Im wörtlichen Sinn hingegen schon: Der Club Thing ist ein altes Stromumspannwerk. Zig Stromleitungen hängen einige Meter über dem Gebäude und surren bedrohlich vor sich hin. Gott sei Dank schien am Abend unseres Auftritts die Sonne! Nieselregen wäre tragisch gewesen… 😉

Der Club Thing ist nicht einfach ein Club, sondern ein richtiger CLUB! Geräumig, schön verratzt, große Bühne, fette Anlage, ungeputzte Toiletten und Bierkastentürme bis zur Decke! That’s real Rock’n’Roll! 🙂 Wir fühlten uns pudelwohl und verschönerten die Wände mit ein paar COLESLAW-Aufklebern. Falls sich jemand wundert, wieso auch im Frauenklo einer klebt – das war Carina! Wir selber würden da niemals reingehen… 😉

Nach den Soundchecks begaben wir uns nach draußen und genossen zusammen mit den anderen Bands die Sonne. Bedingt durch die Stromleitungen unterhielten wir uns über Spannungen und Strahlungen. AMPHONIC-Drummer Heizi sorgte mit einer Anekdote für kollektives Gelächter: Angeblich gibt es irgendwo einen Typen, der mit seinem Auto so lange durch die Gegend fährt, bis er eine Stelle findet, wo er keinen Handyempfang hat. Dort schläft er dann, der gute Mann. Da die Zahl an Handyfunkmasten bekanntlich in der Zunahme begriffen ist, wird das Finden eines Schlafplatzes immer zeitaufwändiger… 😉

Wir freuten uns riesig, als irgendwann Cris aus Nagold (leider ohne Kollege Lange) aufkreuzte! Einmal mehr kam sie nicht mit leeren Händen, sondern überreichte uns ein dickes Fotoalbum mit zahlreichen COLESLAW-Bildern aus dem Jahr 2006. Bereits im Vorjahr hatten wir so eins bekommen! Gespannt blätterten wir durch die Seiten und freuten uns über tolle Aufnahmen. Carina war empört, weil Sédon auf fast allen Bildern Grimassen schneidet… 😉

Um halb zehn gingen wir nach drinnen. Wir betraten als erste Band des Abends die Bühne und bretterten los. Knapp 50 Leute waren anwesend und lauschten fast ausnahmslos unserem Sound. Ein richtig netter Club-Gig eben. Mischer Tommy zauberte uns vorzüglichen (Monitor-)Sound. Mit Freude nahmen wir zur Kenntnis, dass unsere neuen Songs bei Cris auf Gefallen stießen. Wir präsentierten uns spielfreudig. Sédon leistete sich den ein oder anderen Patzer. Jojo und Nippel grinsten sich ein paar Mal an. Insgesamt war’s aber eine solide Vorstellung. Jedenfalls verkauften wir nach unserem Gig ein paar CDs, was wir sehr cool fanden.

Weniger cool war die enorme Hitze im Club Thing. Okay, es war schwül draußen, aber irgendwas war trotzdem komisch. Der Schweiß lief in Strömen. Erstaunt stellte Nippel fest, dass sämtliche Heizkörper im Club auf Hochtouren liefen! Natürlich waren die Drehregler abgerissen, so dass man die Temperatur nicht zurückdrehen konnte. Herrlich! Tja, der Club Thing steckt eben in jeder Hinsicht voller Energie… 😉

Energie ist ein gutes Stichwort: Nachdem wir die Bühne geräumt hatten, präsentierten die Jungs von AMPHONIC energiegeladenen und experimentellen Progressive Rock. Vor allem Bassist Martin produzierte auf seinem Viersaiter abgefahrene Sounds. Interessante Combo, die nicht so ohne weiteres mit anderen Bands verglichen werden kann. TOOL ist mit Sicherheit nicht das schlechteste Stichwort. Am besten, ihr hört euch AMPHONIC bei Gelegenheit an und macht euch selber ein Bild von ihrem vielseitigen Sound!

Nach AMPHONIC übernahm UNSTUCC das Zepter. Der Bandname ließ es bereits vermuten: Die Jungs fuhren die harten Geschütze auf und es gab brachiale Shouts und beinharte Riffs auf die Ohren. Runtergestimmte Gitarren ließen den Club Thing erzittern… 🙂

Nippel und Jojo spielten mit drei netten Mädels namens Caro, Lisa und Sarah eine ganze Weile Tischkicker und errangen glorreiche Siege, obwohl die Damen sich wacker schlugen. Gegen Haschke vom Club Thing und seinen Kollegen gab es im Anschluss jedoch eine bittere 10:1 Niederlage. Da war’s dann schlagartig vorbei mit der Siegeseuphorie. Tja, wir sollten wohl doch besser bei der Musik bleiben… 😉

Irgendwann war Schluss mit Live-Mucke. Wir drehten eine ausgedehnte Abschiedsrunde und fuhren gen Heimat. Unterwegs wurde mal wieder bei einem Mc Donald’s Restaurant Halt gemacht. Eigentlich ist es voll ungesund, so spät noch zu essen, aber hey, man lebt nur einmal… 😉

Merci beaucoup: Cris (vor allem für das tolle Fotoalbum!), Tommy fürs Mischen, AMPHONIC und UNSTUCC (es war supernett und absolut locker mit euch – jederzeit gerne wieder!), Bonsai von BACKUP 7 (danke fürs Vermitteln!) und last but not least Carina.

29.04.07

VORRUNDE PLAY LIVE CONTEST

Wie die meisten von euch bereits wissen, nehmen wir dieses Jahr am Play Live Contest teil. Unser Vorrundenkonzert findet am 12. Mai 2007 im Ravensburger huGo’s statt. Ab sofort sind verbilligte Eintrittskarten für 4,00 Euro (normalerweise 5,00 Euro) erhältlich. Wer welche haben will, der möge uns bitte in den nächsten Tagen eine Email (band@coleslaw-music.de) schreiben!

07.04.07

TOUR DIARY – 05.04.07 | DAUGENDORF, Engel

Zum dritten Mal in unserer Bandgeschichte sollten wir im Engel auf der Bühne stehen. Der Engel ist eine nette Kneipe im Herzen Daugendorfs – leicht zu erkennen, an der überdimensionalen Gibson Les Paul, die draußen an der Hausfassade hängt. Gegen Abend betraten wir den Engel und sagten „Hallo“. Auch die anderen Bands waren bereits anwesend. Keine Emo-Frisuren heute.

Wir setzten uns an den Tresen und bestellten – wie immer im Engel – erst mal was zu trinken. Als nach einiger Zeit unser FOH-Mann Jürgen und unser Homepage-Mann Holger eintrafen, war’s vorbei mit der Ruhe. Der Eintritt in den Engel war an diesem Abend frei und so war Ralf Kopps Laden binnen kurzer Zeit gerammelt voll. Es konnte losgehen!

THE RECKLESS GNOMES, eine Newcomerband aus der Buchauer Gegend, betrat die Bühne. Die drei Mädels um Hahn im Korb Pascal präsentierten punkige Songs à la SIMPLE PLAN und Co. Wir lauschten mit einem Ohr ihrem Sound und mit dem anderen unserem Jürgen, der von seinem bevorstehenden Radler-Urlaub schwärmte. Wenn ich diese Zeilen hier schreibe, ist unser Jürgen bereits in Frankreich und jagt seinen Drahtesel über die Berge. Ganz allein. Naja, ab und an wird er sich vielleicht mit Eufemiano Fuentes treffen…

Als zweite Combo war HÄVY ROXX an der Reihe. Die vier Jungs um Huhn im Korb Tiamat präsentierten klassischen Rock. „Motorrad-Sound“, wie der ehemalige CHAINDOGS-Frontmann Kern zutreffend formulierte. Mit ihm und mit seinem Ex-Bandkollegen Seifried unterhielten wir uns ne Weile. Und natürlich mit TOS vo Auladorf, die ebenfalls als Gäste im Engel zu Gange waren und mit vielen anderen Leuten (z.B. Anna-Lena). Im Engel trifft man eigentlich immer auf alte Bekannte. Ob man will oder nicht.

Als dritte Band spielten die Hochberger von CHAVANGER. Die Kollegen von TOS sangen textsicher mit. Gegen halb zwölf machten wir uns bereit.

Wir enterten die Bühne und eröffneten in der gemütlichen Engel-Atmosphäre mit unserem gar nicht gemütlichen Song „Air To Breathe“. Weiter ging’s mit „Never Ending Chain“ und „Me Again“. Sédon versuchte, sein Schlagzeug so sanft wie möglich zu spielen, da es im Engel leicht mal zu laut werden kann. Bei diesem Unterfangen ging jedoch zeitweise Sédons Rhythmusgefühl flöten. Jojo rächte sich bei „Closer Tonight“ mit einem Free-Jazz-Solo. Nippel kündigte den neuen Song „Aldrin“ als Shuffle an. Was zur Hölle ist ein Shuffle? Nun, der klassische Shuffle ist ein ternärer Rhythmus (drei Töne pro Zähleinheit), der aus Achtelnoten besteht, wobei die mittlere Achtel übergebunden (respektive „weggespart“) wird. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, der sollte sich „Whatever You Want“ von STATUS QUO anhören! Es gibt allerdings auch einen binären Shuffle. Das behauptet zumindest Holger und der muss es ja wissen. Schließlich hat er Schlagzeug und Trompete gelernt und nicht Blockflöte, so wie normale Menschen das im Grundschulalter tun… 😉

Nach der Zugabe „Show For Me“ beendeten wir unseren kleinen Kneipengig und gingen wieder zum gemütlichen Teil über. Schließlich war mittlerweile Karfreitag. Wir bestellten uns was zu trinken und freuten uns über die Überraschungseier, die der Osterhase gegen 1.00 Uhr im Engel ablieferte.
Irgendwann wollten wir nach Hause. Nur Jürgen wollte nicht: Er spielte in aller Seelenruhe Dart, obwohl am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe seine private Tour de France anstand. Ein Pfeil nach dem anderen flog auf die Dartscheibe. Trotz ordentlichem Spiel hatte unser Jürgen nicht den Hauch einer Chance. Die Konkurrenz war außerordentlich stark. Eine Gruppe gutgebauter Jungs, denen man auf den ersten Blick jegliches Feingefühl absprechen würde, knallte einen Pfeil nach dem anderen in die Tripple-20. Tja, so kann’s gehen… 🙂

Dank und Grüße gehen an: Ralf Kopp & sein Team und an alle, die sich angesprochen fühlen. Wer sich für Shuffle-Rhythmen interessiert, der sollte mittwochs hier vorbei schauen!