21.01.2008

TOUR DIARY – 19.01.08 | BIBERACH, Altes Haus ***UNPLUGGED***

Eigentlich sind wir ja eine unpolitische Band und für solche Zwecke nicht zu haben, doch keine Regel ohne Ausnahme: Um den Neujahrsempfang der Jusos Biberach mit ein paar Unplugged-Songs musikalisch zu umrahmen, begaben wir ins Alte Haus. Wenn dort irgendein Volldepp als Redner angekündigt gewesen wäre, hätten wir natürlich nicht gespielt. Dem war aber nicht so: Zu Gast war kein geringerer als der Porsche-Betriebsratsvorsitzende und ehemalige Profi-Thaiboxer Uwe Hück. Nippel kannte ihn bereits von einer anderen Veranstaltung und meinte zu seinen Bandkollegen: „Der ist in Ordnung, da können wir spielen!“. Done und Jojo waren einverstanden.

Jürgen war in Biberach ausnahmsweise nicht mit dabei, weil er MIDNIGHT SPECIAL in der Schweiz abmischte. Er hatte uns jedoch einen guten Powermischer vom Musikmarkt besorgt (an dieser Stelle geht ein Dankeschön an Fone!) und Nippel eine kurze Einweisung gegeben. Nachdem wir in Biberach ein paar Jusos begrüßt hatten, bauten wir auf uns kümmerten uns nach bestem Wissen und Gewissen selber um die Technik. Bei normalen Gigs wäre das ohne Jürgen nicht möglich, aber unplugged geht das. Wir checkten kurz einen Song an und begaben uns dann in eine Döner-Bude.

Gegen 18.00 Uhr waren wir zurück im Alten Haus. Dieses war bereits gut gefüllt, doch von Redner Uwe Hück und seinem Porsche war noch keine Spur. Juso-Chef Frederic meinte schließlich zu uns: „Jungs, fangt doch einfach schon mal an!“ Gesagt, getan! Wir betraten die Bühne, sagten kurz „Hallo“ und spielten ein paar Songs. Den Leuten schien’s zu gefallen. Uns gefiel jedoch nicht, dass eine unserer beiden Boxen immer wieder kurze Aussetzer hatte. Tja, bei so was ist Jürgen halt doch unersetzbar! Wie soll man sich während dem Spielen um technische Dinge kümmern? Nach „Here And Now“ legten wir eine planmäßige Pause ein und konnten das Problem mit ein paar Handgriffen beheben.

Juso-Chef Frederic betrat die Bühne und hielt eine kurze Begrüßungs-Ansprache. Gerade, als er zum Ende kam, ging die Tür auf und Uwe Hück spazierte herein. Absolut perfektes Timing! 🙂 Der 1,90-Hühne mit der akkurat rasierten Glatze betrat die Bühne und hatte sofort ein paar lockere Sprüche auf den Lippen. Er erklärte den Grund für seine leichte Verspätung: „Ich dachte, die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr! Dann hab ich aber mit der Evi telefoniert und dabei erfahren, dass die Veranstaltung bereits um 18.00 Uhr anfängt. Wo ist die Evi?“ Eine hübsche Blondine von den Jusos hob schüchtern die Hand. Hücks lässiger Kommentar: „Mensch, wenn ich das gewusst hätte, dann hätt ich öfter angerufen!“ Tja, und schon hatte er das Publikum auf seiner Seite… 🙂

Es folgte eine energische Rede über den deutschen Sozialstaat. Hück polarisierte gekonnt und zeigte auf, wo Geld verschwendet wird. „Wir müssen mehr in die Bildung investieren!“, war eine seiner zentralen Forderungen. Immer wieder platzierte er ein paar (vermutlich von langer Hand geplante) Gags und sorgte mit seiner lockeren Art für Gelächter: „Wenn der Wiedeking den 2. Advent feiert, dann sitzt er mit einer Kerze in der Hand vor dem Spiegel!“ 😀 Rhetorisch war die Rede mit Sicherheit ausbaufähig und auch einen roten Faden suchte man vergebens. Dafür spricht Hück die Sprache der einfachen Leute, ist hochgradig sympathisch und mit Herzblut bei der Sache. Ein Kumpel-Typ, mit dem man gerne mal ein Bier trinkt! Auf jeden Fall hörens- und sehenswert!

Nach Hücks Rede gaben wir noch ein paar Songs zum Besten. Mit „Like A Rockstar“ beendeten wir unser Set und sagten „Tschüss“. Auch Uwe Hück sagte „Tschüss“. Und zwar mit Handschlag. Und der hatte es in sich! Alter Schwede! Ob ihr es glaubt oder nicht: Jojos Fingerring wurde durch den enormen Händedruck verbogen! 🙂

Dank und Grüße gehen an: Frederic, Niklas, Evi und die anderen Jusos, Janis und seine Freunde, Uwe Hück und einmal mehr an Fone Müller!