27.06.05

TOUR DIARY – 25.06.05 | HAUSEN AM ANDELSBACH, Live At Plaza

Mal wieder stand ein Festival an. Wir waren sehr neugierig, denn die Homepage von Live At Plaza sah vielversprechend aus.

Gegen 18.00 Uhr trudelten die Raumschiffe von Jojo, Nippel und Sédon in Hausen am Andelsbach ein. Neben Tontechniker Roos waren auch noch Moni und Carina mit an Bord. Nach kurzer Suche hatten wir das Festival-Gelände gefunden: War ein richtig schnuckeliges Plätzchen! Die Tanzfläche (oder auch der „Moshpit-Acker“) vor der enorm hohen Bühne war rundum von Büschen und Bäumen eingrenzt. So eine Art natürliches Kolosseum. 🙂

Wir begrüßten zahlreiche Jungs und Mädels, die das Festival (übrigens zum ersten Mal) veranstalteten. So freundlich wie an diesem Abend sind wir in der Vergangenheit selten empfangen worden! Jeder war total nett und hilfsbereit. Als wir unsere Autos vor die Bühne fuhren, waren sofort zig Leute da, die unser Zeug auf die Bühne schleppten.

Im Anschluss an die Arbeit wurden wir in eine kleine Hütte mitgenommen, die gleichzeitig der Backstagebereich war und mit einem durch Bauzäune abgegrenzten Weg direkt mit der Bühne verbunden war. In der Hütte saßen noch mehr freundliche Menschen aus Hausen, die gerade das Halbfinale des Confederation Cups (Deutschland gegen Brasilien – 2:3) anschauten. Roos und Nippel gesellten sich zu ihnen, während die Anti-Fußballfans Jojo und Sédon es mit ihren besseren Hälften vorzogen, draußen auf schlechtes Wetter zu warten. In der Hütte unterhielten sich die Hausener über den Vorabend, über zu viel Alkohol und über zu wenig Schlaf. Roos zog es vor, sich über die Regeländerungen im Fußball auszulassen: „Bald ist es so weit, dass Frauen die Abseits-Regel kapieren. Dann ist der Fußball tot!“ Dafür erntete er mal wieder Gelächter… 🙂

Mit der Zeit zogen schwarze Wolken auf. Es find an zu tröpfeln und binnen weniger Minuten prasselte ein typisches Sommergewitter auf das Festival-Gelände ein. Parallel zur Regenstärke verschlechterte sich der Empfang des Fernsehers. Gegen Ende des Fußballspiels musste man daher mit Ameisen-Fußball vorlieb nehmen. 🙂 Jojo sorgte auf der Bühne dafür, dass unser Equipment nicht nass wurde. Auch die Herren von der Tuttlinger Anlagenfirma deckten ihr Mischpult etc. mit Folien ab.

Nach einer guten halben Stunde war das Unwetter vorbei. Vor der Bühne hatte sich eine riesige PUDDLE OF MUDD gebildet. Trotzdem begaben sich die Kollegen von THE BROWNSTONES zum Soundcheck auf die Bühne. Um 21.00 Uhr kamen dann einige Besucher aufs Festival. Wenn man das schlechte Wetter bedenkt, dann waren das gar nicht mal so wenige! Gegen 21.30 legten THE BROWNSTONES mit ihrem Stoner-Rock los. Das Publikum stand zwar relativ weit von der Bühne weg, kam aber mehr und mehr in Fahrt.

Ca. eine Stunde später waren wir dran. Roos begab sich zu den Tuttlinger Kollegen hinters Mischpult und wir machten einen kurzen Line-Check. Danach startete er unser Intro und wir rockten los. Erfreulicherweise befanden sich viele Saulgauer im Publikum, wenngleich wir von der Bühne aus praktisch keinen sahen, da wir von den Scheinwerfern so sehr geblendet wurden. Der einzige, den wir (dank Blitzlicht) immer wieder erkannten, war Miche Hepp von der Zeitung. 🙂

Jürgen hatte nach eigenen Worten sehr mit dem Sound zu kämpfen. Zweimal fiel die komplette linke Seite der PA-Anlage aus – wofür er natürlich nichts konnte. Auch auf der Bühne waren die Soundverhältnisse eher schwierig. Wir rockten so gut es ging, aber Hand aufs Herz: Das war keine besonders gute Vorstellung von uns. Jojo und Nippel waren mit ihrem Spiel ziemlich unzufrieden. Lediglich Sédons Leistung war in Ordnung, obwohl sich eines seiner Tom-Mikros verabschiedete. In der zweiten Hälfte unseres Gigs konnte wir uns etwas steigern, aber das gelbe vom Ei war es trotzdem nicht. Wir bedankten uns beim Publikum (über 200 Leute) sowie bei den absolut freundlichen Organisatoren des Open Airs und räumten die Bühne für NME MINE.

Während wir unser Equipment zurück in unsere Autos brachten und über unsere Vorstellung diskutierten, fand Roos die richtigen Worte: „Jungs, es kann nicht jeder Gig optimal laufen. Vor einem halben Jahr hätten wir uns über einen solchen Auftritt gefreut!“ Damit hatte er wahrscheinlich recht.

Zurück auf dem Festival-Gelände freuten wir uns aber den geilen Sound von NME MINE. Zwar waren auch bei den Jungs aus Biberach die Soundverhältnisse nicht optimal, doch wussten sie dies durch ein absolut professionelle Vorstellung auszubügeln. Das Publikum kam gegen Schluss zunehmend in Fahrt. Die Pfütze vor der Bühne war mittlerweile fast komplett versickert, so dass doch noch Pogo getanzt wurde. Beeindruckende Vorstellung von NME MINE! Respekt!!

Im Anschluss an den Gig folgte eine lange Umbaupause, denn die Jungs von der EDDIE PALERMO SHOW BAND bauten auf der Bühne eine Art Küche (!) auf. Es stand ein Tisch mit Herdplatten und allerhand Lebensmitteln rum. Wir waren zwar neugierig, wie diese Utensilien in die Show eingebaut werden, doch leider auch zu müde, um noch länger zu bleiben. Wir drehten eine Abschiedrunde und düsten gen Heimat.

Herzlichen Dank an: Mike und sein Team (es war außerordentlich cool bei euch – wir wären jederzeit wieder dabei!), die Leute vom FOH, Miche Hepp, Carina, Moni, Cris, an die anderen Bands sowie an alle Zuhörer – speziell an die vielen Leute aus Saulgau: Claudi, Jonne, Pasl, 2x Stefan, Kilian, Bine, Ute usw. – ihr wisst, wer ihr seid.

„Auf’s Maul!!“

20.06.05

TOUR DIARY – 18.06.05 | MARKDORF, Lemon, Rock Explosion

COLESLAW PRESENTS

A LIVE PRODUCTION

STARRING SILVESTER SÉDON

ROMY SCHNEIDERHAN

JACK NIPPELSEN

PIERCE BROOSNAN

An diesem sonnigen Samstagnachmittag ging’s mit Roos und Sédon am Steuer in Richtung Bodensee nach Markdorf. Außer den üblichen vier Verdächtigen waren auch Thimo und Moni mit dabei. Roos glaubte mal wieder den Weg zu wissen – die göttliche Eingebung blieb an diesem Tag jedoch aus. Über ein paar Umwege kamen wir dennoch im Markdorfer Club Lemon an. War ein netter Laden. Zwar nicht sehr aufgeräumt, aber trotzdem nett. Wir begrüßten die Kollegen von SLIENT SCREAM und ein paar andere Menschen, die grad dabei standen. Nach unserem kurzen Soundcheck war es bereits nach 20.00 Uhr. Das Lemon öffnete seine Pforten.

Wir waren alle sehr hungrig und beschlossen daher in die Innenstadt zu fahren. Wegen unzureichender Ortskenntnis wartete Sédon mit seinem Auto, um Roos vorbei zu lassen. Roos wollte besonders knapp vorbei fahren. Wegen unzureichendem Augenmaß berührten sich die beiden Fahrzeuge. An der Roosschen Karosse knickte krachend der Rückspiegel ab… 🙂

Unterwegs zeigte sich mal wieder, wie klein die Welt manchmal ist: Als wir an einer Ampel standen, fuhr ein Auto neben uns auf die Abbiegespur. Jojo schaute rüber und wusste sofort, dass er den Fahrer kannte – allerdings nicht woher. Jojo drehte die Scheibe runter. Der Typ mit den langen Rastas ebenfalls. Jojo: „Hey, ich kenn dich!“ – Typ: „Ja, vom Damir!“ Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Es handelte sich um David – einen netten Kerl, den wir bei den Dreharbeiten zu unserer DVD „Exhausted“ in Stuttgart kennen gelernt hatten. 🙂 Bevor die Ampel auf Grün schaltete, konnte ihm Jojo gerade noch erklären, dass ein COLESLAW-Gig im Lemon anstand.

In der Innenstadt angekommen parkten wir unerlaubterweise auf dem Gehweg (Nippel: „D’Bandkass zahlt!“) und marschierten geradewegs in eine Döner-Bude. Wie in jeder Döner-Bude gab’s auch in dieser einen Fernseher. So konnten wir nicht nur essen und trinken, sondern bekamen auch mit, wie die Argentinier das 1:0 gegen Australien erzielten. Hierbei sei angemerkt, dass sich Jojo und Sédon nicht für Fußball interessieren. Überhaupt nicht! Kein bisschen!! Die könnten nicht mal ne Eckfahne vom Torpfosten unterscheiden! Daher interessierte es die beiden auch nicht, dass der Torschütze Diego Maradona hieß…

Wir speisten vorzüglich und freuten uns über den lustigen Türken, der uns freundlich bediente. Im Anschuss an das Mahl machten wir noch einen kleinen Abstecher in eine Eisdiele. Roos bestellte vier Kugeln und hatte damit ganz schön zu kämpfen. Wir setzten uns an einen Brunnen und schlotzten unser Eis. Als wir aufbrechen wollten, rasten gerade ein paar Proleten sauschnell in ihren Autos daher. Roos tat so, als würde er auf die Straße laufen. Einer der Proleten erschrak und stieg voll in die Eisen. Roos blieb dann aber doch auf dem Gehweg stehen und lachte ihn aus. 🙂 Wütend brauste der Prolet davon. Dem Roos gefiel das so gut, dass er das Spielchen an der nächsten Kreuzung wiederholte. Diesmal saß jedoch auch er im Auto… 🙂

Wir fuhren zurück zum Lemon. Während andere Leute sich ärgerten, freuten wir uns über die Tatsache, dass es dort keinen freien Parkplatz mehr gab. Wir parkten also ein Stückchen weiter weg am Straßenrand. Vor dem Lemon standen ein paar Leute rum. Ein besoffenes (oder auch bekifftes) Mädchen namens Anne laberte uns an. Im ersten Moment war sie uns lästig. Als wir jedoch bemerkten, dass die uns in ihrem Zustand praktisch alles glaubte, fanden wir zunehmend Spaß daran, sie auf den Arm zu nehmen (metaphorisch gemeint versteht sich). Dass Thimo sich als „Alfons“ vorstellte, war lediglich der Anfang. Später erzähle er ihr dann, wir würden so ne Art „Hardcore-Speed-Punk-Metal-Jazz“ (sinngemäß zitiert) spielen. 🙂 Sie war zwar zunächst skeptisch – ließ sich jedoch überzeugen, als wir alle bestätigend nickten. Nippel erklärte ihr später, dass die Bundesländer Baden Württemberg und Bayern aufgrund der beständigen CDU-Dominanz zu einem großen Bundesland zusammengefasst würden. 🙂 Auch das glaubte sie. Das Spielchen ging so lange weiter, bis sie schließlich nicht mehr mit uns redete…

So paradox das klingen mag, aber die Anne hat es tatsächlich geschafft, dass wir den kompletten Auftritt der ersten Band verpassten. Erst zum Gig von BUBBLEHEAD AND THE SPACEALCOHOLICS waren wir wieder im Club. Im Anschluss folgte SLIENT SCREAM. Trotz der schwierigen Soundverhältnisse im Lemon sagte uns der Gig zu. Vor allem Frontmann Freddy sowie Gastsängerin Elen wussten zu überzeugen. Vor der Bühne bildete sich ein ordentlicher Moshpit. Schätzungsweise waren insgesamt über 200 Leute im Club und davon pogten und hüpften ziemlich viele vor der Bühne.

Als wir um 0.30 Uhr einstöpselten, hatte sich der Club bereits deutlich gelichtet. Während Jürgen sich hinters Mischpult begab, fungierte Thimo als Backliner. Ein Backliner ist ein Mensch, der den Musikern auf der Bühne hilft, alles anzuschließen. Wir rockten los und freuten uns, dass die ca. 50 noch anwesenden Gäste vor der Bühne gut abgingen. Unter ihnen befand sich auch David! Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass auch einige Nagolder am Start waren. Mal wieder war es drückend heiß. Als vor der Bühne gerade kräftig gepogt wurde, machte ein langhaariger Typ einen Backflip. Allerdings landete er leider nicht auf den Füßen, sondern ausgerechnet auf seinem Gesicht! Sah schmerzhaft aus – war es wahrscheinlich auch. Jedenfalls rannte der Typ sofort nach draußen und ward nicht mehr gesehen. Jojo und Nippel versuchten sich von der Bühne aus nach seinem Zustand zu erkundigen. Viele Leute zuckten mit den Achseln. Keiner schien ihn zu kennen. Naja, hoffen wir mal, dass es nicht all zu schlimm war…

Kurz vor halb zwei beendeten wir unseren Gig und bedankten uns bei dem tanzfreudigen Publikum, bei Lemon-Chef Michael sowie bei SLIENT SCREAM, die uns diesen Gig ermöglicht hatten. Im Anschluss bauten wir ab. Thimo klebte währenddessen mit PU-Schaum Mauslöcher zu… 🙂

Als wir unsere paar Sachen in den Autos verstaut hatten, tranken wir noch ein Gseff und drehten dann eine Abschiedsrunde. Auf der Heimfahrt mussten wir einmal mitten auf der Landstraße anhalten, weil mehrere Leitpfosten quer auf der Fahrbahn lagen. Nippel stieg aus und räumte sie bei Seite. Im nächsten Kaff hatten wir auch schon des Übels Ursache: In einem Saal war a Baurafäschd. Hajo, so isch halt.

Mir sagat Dankschee: SLIENT SCREAM (vor allem Freddy), Thimo, Moni, Michael, David, und Anne.

„You should’ve never gone to Hollywood“
(SYSTEM OF A DOWN)

16.06.05

DREHARBEITEN ABGESCHLOSSEN

Die Dreharbeiten zu unserem DRK-Werbespot sind mittlerweile abgeschlossen. Wir hatten ein paar lustige und schöne Tage in Nagold. Unter der Rubrik PICS könnt ihr euch Bilder vom Dreh anschauen. Die Aufnahmen werden in den nächsten Wochen zusammengeschnitten und entsprechend vertont. Der fertige Werbespot wird pünktlich zum Schuljahresbeginn (also im September) auf DVD erscheinen.

Als kleines Dankeschön für unsere Mitarbeit haben sich die Herren Luippold und Fiedler vom DRK ein paar extravagante Geschenke einfallen lassen. Eines davon fanden wir so witzig, dass wir es euch nicht vorenthalten wollen: Unter der Rubrik DOWNLOADS könnt ihr euch fortan „Das Leben eines Drumsticks“ zu Gemüte führen…

13.06.05

TOUR DIARY – 11.06.05 | MOOSHEIM, Zelt, Sommerfest

Nach der Rekordbesucherzahl im vergangenen Jahr und durch die guten Connections von Sédon war es nicht verwunderlich, dass wir auch 2005 für das Moosheimer Sommerfest engagiert wurden. Wir rechneten mit vollem Haus und nahmen uns daher für unseren letzten Cover-Gig vor, alle Register zu ziehen. Unser Mischer Jürgen Roooooooos lies sich nicht lumpen und fuhr eine absolut fette Anlage auf.

Wir trafen uns also am frühen Samstagmittag im Moosamer Fäschdzäld, bauten die Backline auf, checkten Sound und testeten unser neues Intro. Klang sehr geil! Während unserem Soundcheck torkelte plötzlich ein Überlebender des Vorabends ins Zelt. Nach ein paar Rundgängen entschloss sich der gute Kerl, direkt vor der Bühne ein Nickerchen einzulegen. Roos zeigte sich einmal mehr von seiner kulanten Seite und klebte dem Typ mit Klebeband die Ohren zu. 🙂 Das war mit Sicherheit kein Fehler, denn der Betrunkene lag direkt neben der Bassbox!

Als alles erledigt war, gingen wir nochmals nach Hause. Zwischen 20.00 und 21.00 Uhr fanden wir uns wieder im Festzelt ein und warteten auf Leute. Das Zelt füllte sich (wie immer in Moosheim) recht zäh. Uns war’s egal. In einem abgegrenzten Bereich neben der Bühne vertrieben wir uns die Zeit. Immer wieder begaben wir uns nach draußen und begrüßten Bekannte, die nach und nach im Zelt eintrudelten. Einmal mehr freuten wir uns über eine ganze Bande aus Nagold-Rock-City!

Als sich das Festzelt dann doch so langsam füllte, begab sich DJ MESMER hinter sein Pult und legte auf. Er bemühte sich um eine kommerzielle Schiene – blieb aber meist bei rockigem Sound, was uns natürlich zusagte. War um Klassen besser, als DJ OSSI im letzten Jahr! Zumindest aus unserer Sicht.

Gegen 22.30 Uhr lies Roos unser neues Chor-Intro laufen. Klang sehr atmosphärisch. Done: „Mir lauft’s grad eiskalt da Buckl na!“ Danach enterten wir die Bühne und rockten mit „Me Again“ los. Von Anfang an hatten wir irrsinnig viel Spaß. Gleich an dritter Stelle präsentierten wir den Song „American Idiot“ von GREEN DAY, den wir extra noch für diesen letzten Cover-Gig eingeprobt hatten. Das Publikum war anfangs etwas verhalten, kam mit der Zeit aber immer mehr in Fahrt. Vor der Bühne wurde das Tanzbein geschwungen und mitgesungen. Von den über 1000 Leuten im Zelt hatten ziemlich viele Interesse an unserem Sound. Natürlich bei weitem nicht alle, aber für ein Zeltfest waren’s auf jeden Fall erstaunlich viele! Jojo versuchte von der Bühne aus alle anwesenden Bands zu begrüßen. Das war gar nicht mal so einfach, denn es waren wirklich viele Bandmitglieder da: Leute von TOS, FACE, SCANDALOUS, CHAVENGER, POPPYCOCK, GUNFIRE, LUNATIC TERROR – um nur ein paar zu nennen. Jojo: „Ist eigentlich jemand von KOT da??“ Gerade als er seinen Mund zumachte, stürmten auch schon die Eminenz und der Lord B. vor die Bühne! Wir freuten uns wie die Sau und die Eminenz und der Lord B. freuten sich wie der Teufel! 🙂

Nach einem spielerisch sehr guten ersten Turn verabschiedeten wir uns nach ca. einer Stunde Spielzeit in die Pause. DJ MESMER musste wieder ran. Wir drehten derweil ein paar Runden durch das mittlerweile volle Zelt und freuten uns über zig bekannte Gesichter sowie über viel Betrieb an unserem Merch-Stand.

Irgendwann wollten Jojo und Nippel weiterrocken. Von Sédon war jedoch keine Spur. Dafür war mittlerweile Alfons „Goht klar!“ Müller in Moosheim eingetroffen und hatte sich „zum deierschda Faktor in dära Band“ (Zitat Alfons über Jürgen) ans Mischpult gesellt. Als unser Schlagzeuger Zitrone endlich am Start war, beendeten wir die Pause und rockten mit „Exhausted“ weiter. Jürgen drehte kräftig am Delay-Regler und Robert („Bobbe“) am Lichtpult lies die Scheinwerfer tanzen. Sowohl Sound als auch Licht waren an diesem Abend vom Feinsten! Schade war jedoch, dass die große Nebelmaschine kaputt war. So hatten wir nur eine ganz kleine auf der Bühne, die der Sédon manuell bedienen musste. Naja, es rauchte trotzdem und war besser als gar nix…

Während unserem zweiten Turn wurde die Stimmung noch besser als im ersten. Speziell als wir für den Song „Ironic“ spontan unsere ehemalige Sängerin Judith auf die Bühne holten, gab’s massig Applaus. [Cool, dass du mitgemacht hast, Judith!] Für alle, die’s immer noch nicht wissen: Judith singt mittlerweile bei FACE. Wer Lust hat, auf eine geballte Portion Cover-Rock mit Judith am Gesangsmikro (oder auch auf einen Schlagzeuger, der so brachial spielt, dass bereits das Zusehen weh tut), der sollte sich FACE unbedingt mal (wieder) anschauen! Die aktuellen Termine gibt’s hier.

Wir rockten weiter durch unser Set. „Like A Rockstar“ kam sehr gut an. Gegen Schluss brachten wir zum letzten Mal ein paar Cover-Klassiker aus den bisherigen drei Jahren COLESLAW. Nach „Schrei Nach Liebe“ verabschiedeten wir uns und verließen die Bühne. Nach anhaltenden „Zugabe!“-Rufen des Publikums betraten Jojo und Nippel zu zweit die Bühne und schnappten sich ihre Akustik-Gitarren. Zunächst wurde die Unplugged-Version von „All Your Fault“ präsentiert. Danach gab’s den Simon And Garfunkel Klassiker „The Boxer“ zu hören. Nippel und Jojo verließen die Bühne. Schlagzeuger Zitrone betrat sie allein und sorgte sofort für tosenden Beifall. Er präsentierte eines seiner berüchtigten Schlagzeug-Soli. Zu guter Letzt gab’s noch „This Misery“ auf die Ohren. Danach war Schluss. Mittlerweile war es ca. 1.30 Uhr. Ich glaub, man hat gesehen, dass das für uns ein besonderer Gig war! Wir hatten während unseres kompletten Konzerts enorm viel Spaß und ich glaub, wir haben auf der Bühne selten so viel gelacht… 🙂

Im Anschluss an unser Konzert verstauten wir zunächst mal unser Equipment. Danach gab’s noch a räade Sause im Festzelt. Man drehte seine Runden, wurde von den Jungs hinter der Bar mit Getränken versorgt und freute sich über viel Lob von verschiedensten Leuten! Jürgen sorgte in der Bar mit seinem „Papst Benedikt“-Shirt für Furore. Jojo war der erste, der gegen 2.30 Uhr das Feld räumte. Sédon marschierte um 4.00 Uhr aus dem Zelt. Als gegen 4.30 Uhr Lichtmensch Bobbe die Anlage in den Lastwagen verlud, packten Nippel und Jonne mit an. Das war heftig schwere Arbeit! Respekt an Leute, die das jedes Wochenende (oder noch öfter) machen! Im Anschluss an die Schinderei war man fast schon wieder nüchtern. Es ging zurück an die Bar, wo Sure und Co. immer noch kräftig ausschenkten. Zumindest für uns! 🙂 Um 5.30 Uhr ließen sich Nippel, Jonne, Strauß und Gilla-Mate von Fred heimfahren. Jürgen lies sich wenig später von seiner besseren Hälfte abholen. War für uns alle ein schöner Abend!

Wir bedanken uns bei Jürg… ähm, nö, dem Jürgen wird ab sofort nicht mehr gedankt! Ihr wollt wissen wieso? Na weil er dr deierschde Faktor in dära Band isch! 🙂 Okay, Spaß bei Seite! Der wahre Grund ist folgender: Anscheinend sind wir eine der wenigen Bands, die die Vorteile eines eigenen Tontechnikers zu schätzen wissen. Bei einer Live-Performance ist ein guter Mischer die halbe Miete und avanciert praktisch zum vierten Bandmitglied – so auch unser Roos! Den meisten Leuten im Publikum ist das nicht klar – drum sei es hier mal ausdrücklich gesagt! In diesem Sinne:

Jojo, Nippel, Sédon und Jürgen bedanken sich bei: den Leuten vom MV Moosheim-Tissen (speziell beim Dribl-Karle!), DJ MESMER & Bernde, Bobbe, den Menschen von der Bar (Sure, Katomb, Pudel, Michi, Tobse, Gilla-Mate, Fred, Lexe usw.), Judith, Jonne, Strauß, Manne, Gero, Gero, Gero, Moni, Carina und Holger (auch wenn er an diesem Abend wahrscheinlich an alles andere, nur nicht an uns gedacht hat…).

Natürlich sind wir froh über jeden Konzertbesucher. Ein paar verdienen trotzdem besondere Erwähnung: Dr. Modula, Christian, Cris, Lange, St. Anger, Margot, Stefan, Chris, die Eminenz, Lord B., Simon & Stefan, Jürgen (von FACE), Niklas, Matze, Linda, Tanja und alle, die vergessen wurden! Beschwerden bitte an coleslaw@web.de!!

04.06.05

TOUR DIARY – 02.06.05 | DAUGENDORF, Engel

Müsst ihr auch jedes Mal lachen, wenn ihr morgens die Zeitung aufschlagt und da stehen dann so lustige Sachen wie zum Beispiel „DAX im Minus“?

Ihr lest gar keine Zeitung? Ihr findet unsere Gig Reviews viel besser?? Ihr lest gerade zum aller ersten Mal einen Gig Review und fragt euch, was der Scheiß soll??? Wie auch immer – uns soll’s recht sein!

Nach sechs Wochen Pause waren wir heiß darauf, endlich mal wieder live zu rocken. So düsten wir fröhlich nach Daugendorf in den Engel. Dort begrüßten wir erst mal Ralf Kopp (den Chef des Hauses) sowie die Jungs von THINKLESS, die an diesem Abend ebenfalls spielen sollten. Kurze Zeit später trudelten unser Rockstar-Coach Holger Fiesel sowie unser Zivi Jürgen Roos ein. Einem lustigen Abend auf intellektuell hohem Niveau stand also nichts mehr im Wege… 🙂

Während Gott (für Roos: Luzifer) Abend werden lies, bauten wir unseren Merch-Stand auf. Jojos Bruder Mc Stefan, der nach über acht Monaten Schottland wieder ins Land der Dichter, Denker und Scheitelträger zurückgekehrt war, setzte sich sofort dahinter. Viel Umsatz erwarteten wir an diesem Abend nicht. Trotzdem sollte jeder sehen, was unser toller Hecht Sédon beim Hecht alles geschreinert hatte! Nippel prangerte an, dass unser Merch-Stand für den Engel wohl etwas übertrieben war. Er schlug als Alternative einen „Bruststand“ vor. Fiesel lies sich diese einmalige Gelegenheit natürlich nicht entgehen und korrigierte lautstark: „Nippel, des hoißt Bauchlada!“ Alle, die gerade dabei standen, lachten Tränen! Vor allem Jojo bepisste sich vor Lachen! Tja, den „Bruststand“ wird der Nippel in Zukunft wohl noch öfters zu hören bekommen. Mal wieder war der Beweis erbracht, dass selbst Leute vom Dorf de Gschdudierte von Zeit zu Zeit was vormachen können… 🙂

Zu unserer Überraschung gesellten sich plötzlich Steffen und Christian aus Nagold zu uns! Das sind die Chefs des DRK-Werbespot-Projekts. Die ohnehin schon lustige Runde wurde also erneut bereichert. Man unterhielt sich und lies sich nebenher von Engel-Chef Ralf (oder auch von seiner reizenden Bedienung) mit Getränken versorgen. Wir von der Band bekamen die Getränke umsonst. Holger musste zahlen und meinte zu Ralf: „Bei deine günschdige Preise zahl i doch gern!“ Ralf spazierte breit grinsend zurück zu Theke. Holger: „Des hot er jetzt hoffentlich richtig verschdanda!“ – Stefan: „Wieso? Isch’s Bier hier deier??“ – Holger: „Für a Dorfboiz scho!“ 🙂

Der Engel füllte sich an diesem Abend recht zäh. Trotzdem kam immer mal wieder jemand rein. Unter anderem waren TOS-Basser Joe sowie CHAVENGER-Frontmann Achim am Start.

Als erste Combo des Abends eröffnete die ENGEL-HOUSE-BAND mit einigen Coversongs. Am Bass und am Gesang war wie immer Engel-Chef Ralf persönlich am Werk. Als ersten Song präsentierte das Trio den BILLY IDOL Klassiker „Rebell Yell“. Nippel sang mit. Holger: „Hä? Welche Band hot des covert, dass du des kennsch?? – Nippel: „HIM!“ – Holger: „Wenn da no zwoi Johr jünger wärsch, dann dädsch wahrscheinlich moina, des sei an Song von da ENGEL-HOUSE-BAND!“ 🙂

Im Anschluss enterten die Newcomer von THINKLESS die Bühne und präsentierten ihre punkigen Eigenkompositionen. Das konnte sich hören lassen! Auf jeden Fall eine der besseren Nachwuchsband hier in der Gegend! Kleines Manko: Keiner der Jungs war im Besitz eines Stimmgeräts. 🙂 Zudem hatte Drummer Flori keine Sticks dabei. Sédon half ihm natürlich bereitwillig mit seinem „Brasilianer-Glomp“ (Zitat Firma Inbeat) aus. Von wegen „Glomp“! Es sollte im Laufe des Abends kein einziger Drumstick brechen…

Als letzte Band des Abends legten schließlich wir los. Sédon hatte (wie immer) seine eigene Snare dabei, was bei den Leuten direkt vor der Bühne für schmerzverzerrte Gesichter sorgte. Egal. „Dia muss räad bälla!“ (Zitat Sédon). Es machte uns großen Spaß, in der lockeren Atmosphäre des Engel vor ca. 50 Gästen zu rocken. Wir spielten relativ sicher, wenngleich sowohl Jojo als auch Nippel jeden Verspieler des jeweils anderen mit so deutlichem Blick kommentierten, dass es der halbe Engel mitbekam. 🙂 Naja, das sind halt die schönen Seiten von Kneipen-Gigs! Wenn wir bald in Altheim spielen (*räusper*), dann stehen Jojo und Nippel so weit auseinander, dass sie sich kaum sehen! Okay, das war übertrieben. Wir wollen die Kirche mal schön in Betzenweiler lassen… 🙂

Unser Set war an diesem Abend mit ausschweifenden Ansagen gespickt, woran hauptsächlich Sédon Schuld hatte! Er sagte zwar nix – es gab aber massig viel über ihn zu sagen. 🙂 Nach ca. 50 Minuten Programm brachten wir mit „Exhausted“ unser Set zu Ende, bedankten uns und verließen die Bühne. War ein schöner Gig!

Im Anschluss saß man wieder gemütlich beisammen und lies sich abermals mit Getränken versorgen. Obwohl immer mal wieder der Satz: „Das Niveau sinkt!“ zu vernehmen war, blieben all zu krasse Ausflüge in die Botanik an diesem Abend die Ausnahme! Ich will nicht sagen, dass alles über der Gürtellinie war, aber zumindest kann ich guten Gewissens behaupten, dass das meiste nicht über den Schamhaaransatz hinausging. Angesichts der Personenkonstellation dieses Abends kann das mit Sicherheit eine kleine Sensation bezeichnet werden! 🙂

Für einen lockeren Abend im Engel bedanken wir uns bei: Ralf & Belegschaft, Fiesel, Roos, Stefan, Ocarina, Dr. mOdula, Christian & Anhang, Liese, Tobse, den Jungs von THINKLESS sowie der ENGEL-HOUSE-BAND.

„Kooot?“

03.06.05

ALTSTADT FESTIVAL AM 20. & 21. AUGUST 2005

Ein Team mit und um COLESLAW veranstaltet beim diesjährigen Altstadtfest in Bad Saulgau an zwei Abenden das Altstadt Festival. Nach 2002 und 2003 gehen wir nach einem Jahr Pause bereits in die dritte Runde. Früher noch auf dem Parkdeck hinter dem Gasthaus „Dreikönig“, findet das ganze dieses Jahr in einer neuen, wetterfesten Location statt: dem Parkhaus in der Lindenstraße. Wir konnten wieder ein tolles Line-Up für beide Abende mit Bands aus verschiedenen Musikrichtungen zusammenstellen.

[INSERT COOL NAME] (Ravensburg), RUNLET (Pfullendorf), 5 BUGS (Berlin), THINKLESS, POPPYCOCK, SOULSICK (Riedlingen), COLESLAW und ITCHY POOPZKID (Eislingen an der Fils) werden diese zwei Tage zu einem unvergesslichen Musikerlebnis machen! Bei freiem Eintritt und fairen Getränkepreisen gibt es keine Ausreden mehr…

Alle Infos unter www.altstadt-festival.de! Wir sehen uns!!

02.05.05

WERBESPOT MIT COLESLAW

Das Rote Kreuz Nagold arbeitet derzeit an einer großen Werbeaktion, mit der zur Blutspende und zu mehr Zivilcourage aufgerufen werden soll. Um hierbei auch jüngere Zielgruppen anzusprechen, wurden wir im Rahmen dieses Projekts für einen zweiteiligen Werbespot engagiert:

1. Teil: Bei einem Coleslaw-Konzert kommt es zu einem tragischen Unfall. Ein Konzertbesucher stürzt von der Galerie der Halle und verletzt sich dabei schwer. Die Band (das sind wir!) nimmt zwar Kenntnis davon – spielt jedoch unbeeindruckt weiter. Auch die anderen Konzertbesucher verhalten sich alles andere als hilfsbereit. Ganz im Gegenteil: Als endlich der Rettungsdienst eintrifft, versperren zahlreiche Gaffer den Weg. Schließlich pfuschen auch noch die Ärzte, so dass der schwer verletzte Konzertbesucher im Krankenhaus verstirbt.

2. Teil: Wiederum kommt es zu dem Unfall. Diesmal verhalten sich jedoch alle Beteiligten vorbildlich: Die Band hört sofort auf zu spielen, um Ruhe in die Halle zu bringen. Die Konzertbesucher machen für die Rettungkräfte bereitwillig Platz. Der Schlagzeuger der Band (das ist Sédon!) leistet sogar erste Hilfe. Im Krankenhaus wird dem schwer verletzten Konzertbesucher schließlich eine lebensrettende Blutkonserve verabreicht, während sich der Bassist der Band (das ist Nippel!) um seine Freundin kümmert.

So viel zum groben Inhalt des Werbespots, der am 25. und 26. Mai in der Konzerthalle in Nagold gedreht wird. Wer Lust hat, bei dem Dreh als Konzertbesucher zu fungieren, ist herzlich willkommen! Der fertige Werbespot wird an den Schulen im Nagolder Umkreis verteilt sowie in einigen Kinos ausgestrahlt. Des weiteren wird das Projekt in Presse und Rundfunk beworben.

Im November 2005 wird es in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz zu einem tatsächlichen Coleslaw-Konzert in der Nagolder Gegend kommen. Sobald der exakte Termin feststeht, erfahrt ihr es wie immer unter NEXT GIGS.

17.04.05

TOUR DIARY – 15.04.05 | RIEDLINGEN, Bollwerk

Wie viele andere Bands aus ganz Deutschland hatten auch wir uns für das 11. Altheimer Open Air beworben. Bereits als wir in die engere Auswahl kamen, schlugen unsere Herzen höher. Die endgültige Entscheidung fiel den Organisatoren schwer. Deshalb wurde im Riedlinger Club „Bollwerk“ kurzerhand ein Shoot Out anberaumt: Hierbei sollten insgesamt sechs Bands gegeneinander antreten – die Siegerband sollte die Ehre haben, am 29. Juli in Altheim zu spielen…

Ohne große Erwartungen (aber voller Vorfreude!) fuhren wir also an jenem Freitagabend nach Riedlingen ins Bollwerk. Wir waren ziemlich spät dran, doch dank einer ausführlichen Wegbeschreibung, die wir von den Organisatoren bekommen hatten, fanden wir auf Anhieb zum Bollwerk. Mischer Jürgen war bereits dort und begrüßte uns herzlich.

Die Reihenfolge, in der die sechs Band auftreten sollten, wurde ausgelost. Unser Los blieb bis zum Schluss liegen, was bedeutete, dass wir erst um 0.50 Uhr an der Reihe waren. Somit hatten wir uns umsonst beeilt. Naja, nix ist umsonst: Wir begrüßten einige Leute und gingen dann noch zum Vespern in eine nahe gelegene Döner-Bude. Zumindest Sédon, Nippel, Jürgen und Carina gingen dort hin. Jojo blieb als einziger im Bollwerk. Damit war er wirklich eine Ausnahme, denn die meisten Mitglieder der anderen Bands waren ebenfalls in der Döner-Bude versammelt, um dort zu speisen. Wen wundert’s?? 🙂

Als wir zurück ins Bollwerk kamen, spielte bereits die erste Combo: Die Jungs von VALÉRIEN präsentierten spaßigen Deutsch-Punk in bester SPORTFREUNDE-STILLER-Manier. Weiter ging’s mit den Lokalmatadoren von SOULSICK und INZANE, die härtere Geschütze auffuhren und brachiale Metal-Riffs präsentierten. Sowohl vor, als auch auf der Bühne, wurde fleißig headgebangt. Wir lauschten dem Sound und freuten uns über zahlreiche bekannte Gesichter, die uns ins Bollwerk gefolgt waren. Man unterhielt sich und hatte seinen Spaß. Übrigens: Das Bollwerk war von Anfang an brechend voll und platze fast aus allen Nähten! Die Stimmung war dementsprechend gut – wobei die Hitze fast unerträglich war. Die Pause zwischen zwei Bands wurde daher von den meisten Gästen genutzt, um sich draußen eine kleine Erfrischung zu gönnen.

Nach INZANE ging’s mit den Kollegen von SCRUBS weiter, die sich schnell und punkig präsentierten. Im Anschluss folgte die unserer Meinung nach stärkste Band des Abends: SEMTEX aus Ulm fuhren auf der progressiven New Metal Schiene – und das ziemlich gut! Melodische Strophen kontrastierten mit brachialen Schrei-Passagen. Sehr ordentliche Band!

Gegen Ende ihres Gigs machten wir uns bereit. Wir holten unsere Instrumente aus den Autos hievten sie durch das noch immer brechend volle Bollwerk. Man fühlte sich wie in der Sauna. Kurz vor dem Gig bekam für einen Moment jeder von uns die Kretze: Sédon suchte verzweifelt nach einem Teil der Hi-Hat. Nippel hielt Ausschau nach seinem Bass, den einer von den SEMTEX-Jungs versehentlich mitgenommen hatte. Jojo kämpfte mit seiner Gitarre, die sich durch den massiven Temperaturunterschied von draußen zu drinnen nur schwer stimmen ließ. Nach der anfänglichen Aufregung bekam man jedoch alles in den Griff und machte einen kurzen Line-Check.

Wir holten uns das „Okay“ von Mischer Jürgen und rockten mit „Me Again“ los. Wir waren erfreut, dass trotz der späten Stunde noch sehr viele Leute im Bollwerk waren und vor der Bühne unserem Gig lauschten. Auf der Bühne fühlte man sich wie in einer Sauna: Der Schweiß rann über unsere Gesichter und Sédons Becken spritzen bei jedem Schlag mit Kondenswasser um sich! Kein Scheiß!! Kurz gesagt: S’war a Bollahitz im Bollwerk!! 🙂 Trotz dem Tropen-Klima machte es irrsinnig Spaß, in dem Riedlinger Club zu rocken. Die Leute vor der Bühne bewegten sich zum Sound – und schwitzen nicht weniger als wir! Zwischen den Songs gab’s kräftig Applaus, obwohl unsere spielerische Leistung an diesem Abend eher bescheiden war. Am Schluss wurde sogar nach einer Zugabe verlangt! Ausnahmsweise spielten wir keine – die anderen Bands hatten schließlich auch keine Möglichkeit dazu gehabt. Wir bedankten uns und verließen klatschnass die Bühne.

Nach unserem Gig leerte sich das Bollwerk zunehmend. An der Kasse stand für jede Band eine Art Briefkasten bereit. Jeder der nach draußen ging, hatte dort die Möglichkeit, für eine Band zu stimmten, indem er einfach seine Abstimmkarte in den jeweiligen Briefkasten warf. Irgendwann waren nur noch wenige Leute sowie die Mitglieder der einzelnen Bands da, die natürlich gespannt auf das Endergebnisses warteten. Einer der Organisatoren betrat plötzlich die Bühne und schnappte sich das Mirko. Sinngemäß wiedergegeben hat er ungefähr folgendes gesagt: „Es war verdammt knapp – ich werde jetzt die drei Bands mit den meisten Stimmen vorlesen: Auf Platz drei mit 56 Stimmten: VALÉRIN. Auf Platz zwei mit nur zwei Stimmen mehr: INZANE. Mit weiteren sechs Stimmen mehr hat COLESLAW aus Bad Saulgau gewonnen!“

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Da waren wir erst mal sprachlos. Keiner von uns sagte was. Jeder hielt einen Moment inne und blickte ungläubig vor sich hin. Eine Sekunde später fiel man sich voller Freude gegenseitig um den Hals! COLESLAW beim Altheimer Open Air 2005 als Support von den H-BLOCKX – wir hatten es tatsächlich geschafft!! 🙂 Nicht nur wir, sondern auch einige unserer Fans (die, die noch da waren) lagen sich in den Armen! Wir bedankten uns für die großartige Unterstützung und wurden wenige Minuten später auch von Mitgliedern der anderen Bands beglückwünscht. Danke für diese netten Gesten – uns ist klar, wie gern auch ihr in Altheim dabei gewesen wärt!

Im Vorfeld dieses Shoot Outs war oftmals von einem Heimvorteil der Riedlinger Bands INZANE und SOULSICK die Rede gewesen. Natürlich war da was dran. Fairerweise sollte man jedoch dazu sagen, dass auch wir einen gewissen Heimvorteil hatten, denn von Bad Saulgau nach Riedlingen ist es schließlich nicht allzu weit. Bands wie SEMTEX aus Ulm oder SCRUBS aus Leutkirch hatten es jedenfalls bedeutend schwerer, Leute zu mobilisieren!

Wir blieben noch eine Weile im Bollwerk und unterhielten uns mit allen möglichen Leuten. Schließlich fuhren wir hochzufrieden nach Hause.

Wir danken dem Organisations-Team vom Shoot Out sowie der Belegschaft vom Bollwerk!

Außerdem danken wir unserem Roos am Mischpult, sowie den vielen Leuten, die mit uns nach Riedlingen gefahren sind, um uns zu unterstützen: Holger, Manne, Jonne, Zimmi, Niklas, Bine, Claudi, St. Anger, Silva, Margott, Maxi, Moni, Carina, Claudi W. & Anhang, den Jungs von der Bude (Bernde, Tobse & Co.), den Nagoldern (Cris, Stephan, Steffen usw…), Figel, Peider, Öre, Theresa & ihrem Kollegen (Fuck – mir ist dein Name schon wieder entfallen!), Julian, Schweitzi und allen, die ich vergessen hab!

Besonderer Dank geht an diejenigen, die uns noch nicht gekannt, aber trotzdem für uns gestimmt haben sowie an die anderen Bands: VALÉRIN, SOULSICK, INZANE, SCRUBS & SEMTEX.

Wir sehen uns am 29. Juli 2005 beim Altheimer Open Air!!

16.04.05

COLESLAW BEIM ALTHEIMER OPEN AIR

Wir konnten das Shoot Out im Riedlinger Bollwerk für uns entscheiden. Somit werden wir am 29. Juli 2005 beim Altheimer Open Air auftreten und dort unter anderem die H-BLOCKX supporten! Vielen Dank an alle, die mit uns nach Riedlingen gefahren sind! Ohne eure Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen…

Als Dankeschön gibt es unter der Rubrik DOWNLOADS ab sofort unseren brandneuen Song „Like A Rockstar“, den wir über die Ostertage zusammen mit Thimo Strobel aufgenommen haben, komplett zum runterladen. Ihr könnt mit dem Song machen, was ihr wollt: Brennen, euren Freunden weitergeben, auf andere Websites stellen oder covern – solange ihr ihn als unseren ausweist, ist alles erlaubt! 😉

10.04.05

TOUR DIARY – 08.04.05 | TUTTLINGEN, Tarantel

Dieser Gig wurde uns relativ kurzfristig angeboten. Da wir noch nie in Tuttlingen gespielt hatten und der Mensch am Telefon cool drauf war, haben wir ohne zu zögern zugesagt.

An besagtem Freitagmittag fuhren wir also mit Nippels und Sédons Karossen am Hofe des Musikmarkt vor. Nachdem wir kurz dass neue PA-Lager bestaunt hatten, schnappten wir uns Kartoffeldruckstudent Jürgen Roos und los ging die Fahrt! Außer uns Vieren war auch Ocarina mit von der Partie. Die Reise nach Tuttlingen verlief gewohnt kurzweilig und auch den Jugendclub „Tarantel“ hatten wir relativ schnell gefunden – und das obwohl Jürgen den Stadtplan falsch herum gehalten hatte! 🙂

Wir parkten direkt vor der Einganstür und begaben uns nach drinnen. Dort wurden wir freundlichst von der Belegschaft begrüßt. War ein netter Laden. So ne Mischung aus Kneipe (großer Tresen) und Live-Club (große Tanzfläche). Jürgen platzierte sein Rack neben dem Mischpult und verständigte sich mit dem Haustechniker. Wir saßen derweil im Backstageraum und unterhielten uns mit den netten Jungs und der netten Kroatin von der Opener-Band TRIAL SHOT. Wenig später gab’s ein geiles Buffet, an dem man sich bedienen konnte: Würstchen oder wahlweise Maultaschen mit allen möglichen Salaten und Beilagen. Großes Lob an die Küche! Schließlich bauten wir noch unseren Merch-Stand samt Kleiderschrank auf. Der Kleiderschrank ist ein von Sédon geschreinertes Kunstwerk, indem unsere T-Shirts und Pullis aushängen. Schaut’s euch bei Gelegenheit mal an! Hechtsche Qualitätsarbeit!! 🙂

Als die Headliner-Band CRACK FAMILY aus Stuttgart angekommen war, war endlich auch die Backline am Start. Es wurde kurz soundgecheckt, was angesichts des kleinen Mischpults keinen großen Sinn machte. Wir beschränkten uns darauf, unsere Gesangsmikros anzutesten. Anschließend gesellten wir uns zu den Jungs von der CRACK FAMLY in den Backstageraum. Waren cool drauf, die Typen: Man schimpfte auf die GEMA, man fachsimpelte über Equipment und mal wieder warf man mit Sprüchen um sich, die nur im Zusammenhang witzig sind. Die lustige Unterhaltung wurde alle paar Minuten auf amüsante Weise unterbrochen: Jedes Mal, wenn jemand im Haus die Klospülung betätigte, dann hörte sich das im Backstageraum an, als stünde man vor den Niagarafällen: Unter tosenden Lärm rauschten die Exkremente diverser Hausbewohner durch ein Rohr, dass an der Wand des Backstageraums entlangführe! Kleiner Tipp an den Tarantel-Chef: Die Bands würden über diesen Schauspiel noch viel mehr lachen, wenn das betreffende Rohr durchsichtig wäre! 🙂

Gegen 20.30 Uhr legte TRIAL SHOT los. Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Laden so gut wie voll. Die Stimmung war dementsprechend und unsere Vorfreude auf den anstehenden Gig steigerte sich zunehmend. Als die Jungs um Frontfrau Martina (sieht einfach geil aus, wenn Frauen Bass spielen und singen!) unter Applaus die Bühne verließen, bereiteten wir in Ruhe alles vor. Die Leute gönnten sich derweil eine Erfrischung und gingen nach draußen, wo Nippels Karre direkt vor der Tür stand. Was beim Ausladen Vorteile hat, kann später Unannehmlichkeiten mit sich bringen: Kurz vor dem Gig kam ein netter Kerl namens Claudius zu Nippel und hatte folgendes in der Hand: Rückspiegel, Block und Stift. 🙂 Es gibt halt doch noch ehrliche Leute, die es wenigstens zugeben, wenn sie was kaputt gemacht haben.

Kurz nach halb zehn legten wir los. Die Leute kamen wieder nach drinnen und die Stimmung stieg. Trotz der enormen Hitze machte es großen Spaß zu rocken, denn das Publikum war sehr interessiert. Vor allem in den ersten Reihen bewegte man sich kräftig zum Sound. Jürgen musste den Monitorsound fast gänzlich wegdrehen, so dass das das korrekte Singen ziemlich schwer war. Auch Sédon hatte mit dem fehlenden Montitorsound zu kämpfen. Aber, hey, sind wir mittlerweile nicht professionell? Wir ließen uns nix anmerken und rockten so gut es ging! 🙂 Das Publikum rockte mit uns! Auch die Jungs von der CRACK FAMILY standen vor der Bühne und fanden sichtlich Gefallen an unserem Sound. Wie schon eine Woche zuvor in Mengen war auch diesmal wieder die Cris aus Nagold angereist, um unserer Gurkenmucke zu lauschen. War ein ausgesprochen cooler Gig, der uns großen Spaß gemacht hat! Nach „Exhausted“ räumten wir die Bühne für die Kollegen.

Die begannen ihr Set mit einem sehr sperrigen und langatmigen Song, so dass die Leute nur langsam vor die Bühne kamen. Als danach jedoch eine rockige Funk-Nummer gebracht wurde, da kam das Publikum wieder zunehmend in Fahrt und rockte auch mit der CRACK FAMILY ab! Sehr eigenwillige Band, die wir äußerst geil fanden! Vor allem Bassist Boernie wusste mit seinem prägnanten Slapp-Spiel zu überzeugen. Sänger Thomas arbeitete mit hammergeilen Effekten in der Stimme – so was haben wir bislang noch nicht zu hören bekommen! Die Band zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie aus vier gänzlich verschiedenen Typen besteht. Wenn man seine Augen von links nach rechts (Gruß an Jürgen!) wandern lies, dann sah es auf einen Blick so aus, als würden Rob Tujillo, Billie Joe Armstrong und Dave Grohl zusammen musizieren. 🙂 Der Bandname CRACK FAMILY rührt laut Bassist Boernie daher, dass „wir alle aus zerrissenen Familien kommen“. Dementsprechend ging Frontmann Thomas textlich sehr sozialkritisch aber auch politisch zu Werke. Am ehesten ließe sich der Sound von der CRACK FAMILY noch mit RAGE AGAINST THE MACHINE vergleichen, wobei nicht nur gerappt, sondern auch gesungen wurde. Auf jeden Fall eine sehr geile Band, die wir nicht so schnell vergessen werden. Respekt!

Nach dem Gig der CRACK FAMILY saßen wir noch eine Weile an unserem Merch-Stand. Ocarina hatte dort während unseres Gigs Sachen verkauft. Vielen Dank dafür! Auch die Jungs von der CRACK FAMILY hatten noch ein paar CDs und Buttons dazugelegt, die wir natürlich auch versuchten zu verchecken. Irgendwann bauten wir unseren Stand ab. Jürgen schnappte sich die Kasse von der CRACK FAMILY. Er wollte sie zu den Jungs im Backstageraum bringen. Gerade, als er dort die Tür öffnen wollte, kam deren Drummer Stefan nach draußen und stieß mit Jürgen zusammen. Die Kasse fiel zu Boden und das ganze Geld Kleingeld rollte durch die Gegend. Stefan: „Entschuldigung, das wollte ich nicht!“ Jürgen zuckte nur mit den Achseln und ging mit den Worten: „Mir doch egal. Isch jo eier Geld!“ zurück zum Merch-Stand. 🙂

Als wir alles in unseren Karossen verstaut hatten, verabschiedeten wir uns vor der coolen Belegschaft und von der CRACK FAMILY und traten die Heimreise an. Während Jojo, Sédon und Carina nach Hause gingen, nächtigte Jürgen bei Nippel, da er am nächsten morgen wieder zu Alfons „Goht Klar“ Müller in den Musikmarkt musste.

Respekt an: Jürgen, Ocarina, die Belegschaft der Tarantel, den Koch oder die Köchin, die CRACK FAMILY, TRIAL SHOT und Claudius (falls er zahlt).