25.09.05

TOUR DIARY – 23.09.05 | MARKDORF, Theaterstadel, Rocknacht

So könnte es doch öfter sein!

Ausnahmsweise verzichteten wir auf einen Soundcheck und fuhren erst am Abend los. Mit von der Partie waren Stefan, Raidi, Carina, Moni und Alex. Als wir gegen 20.00 Uhr in Markdorf ankamen, hatten wir Probleme, überhaupt in den „Theaterstadel“ hineinzukommen, da bereits zig Leute vor der Tür Schlange standen. Schnell zurück zum Auto, ein paar Koffer und Instrumente geholt und schon bildeten die ganzen Menschen bereitwillig eine Gasse. Zweifler bringt man mit einem wichtigen Gesichtsausdruck und den Worten: „Wir sind von der Band!“ auch aus dem Weg… 🙂

Drinnen mussten wir erst mal staunen. Was für eine geile Location! Dank zahlreichen Säulen, Engeln und anderen Verzierungen hatte der Theaterstadel einen leichten Kirchen-Touch. Vor der großen Bühne befand sich wie immer eine Tanzfläche und gegenüber eine Bar. Direkt neben dieser Bar befand sich eine Nische, die sich hervorragend für unseren Merchstand eignete. Wir holten uns die Erlaubnis von einem netten Kerl namens Paul und bauten dann in dieser Nische unseren Kleiderschrank und so auf. Das beste vom Theaterstadel hab ich allerdings noch gar nicht erwähnt: Über der Tanzfläche gibt es eine Galerie, also ein zweites Stockwerk! Hier gibt’s ein Bild davon. Vom „Second Floor“ aus hat man optimale Sicht auf die Bühne und ist zudem in Sicherheit, aber dazu später mehr…

Als unser Merchstand aufgebaut war, wurden auch schon die Pforten geöffnet und die Leute strömten ins Innere. Und wie viele! Der Ansturm schien kein Ende zu nehmen. Binnen einer halben Stunde war der Theaterstadel praktisch voll. Umso erstaunter waren wir jedes Mal, wenn wir nach draußen gingen und dort immer noch über hundert Wartende erblickten. Bei den ersten beiden Combos, THE BUFFOONS und LIBIDO FROID, war die Stimmung bereits vorzüglich. Nach den beiden Gigs gingen wir in den Backstageraum, während unsere Mitgereisten den Merchstand übernahmen. Die Bezeichnung „Backstageraum“ ist diesmal wörtlich zu nehmen, denn die Künstlergarderobe befindet sich im Theaterstadel wirklich direkt hinter der Bühne. Wir stellten dort unsere Instrumente bereit und sahen amüsiert zu, wie sich die Kollegen von D.A.L. (Die Aufnahme läuft) mit aberwitzigen Kostümen ankleideten. Als das Intro ertönte, enterte die ungefähr zehnköpfige Truppe mit viel Bier die Bühne und präsentierte dort eine spaßige Mischung zwischen Rock und Ska. Uns sagte der Sound erstmals an diesem Abend zu und auch im Publikum steigerte sich die ohnehin schon gute Stimmung. Im Anschluss an D.A.L. bereiteten wir alles vor und verschwanden dann nochmals hinter der Bühne. Mittlerweile waren ca. 500 Leute im Theaterstadel – der Laden platzte aus allen Nähten.

Wir waren heiß wie selten zuvor, als Roos gegen 22.45 Uhr unser Intro laufen lies. Unter Applaus betraten wir die Bühne und rockten los. Bereits nach wenigen Sekunden hatten wir das Publikum auf unserer Seite. Leck mich am Arsch – die gingen ab wie noch nie! Von der Bühne bis zum FOH wurde zeitweise brachialster Pogo getanzt! Wir waren unheimlich froh, dass wir das Privileg hatten, auf der Bühne stehen zu dürfen. Auch die Leute, die sich oben auf der Galerie befanden, staunten nicht schlecht, als sie nach unten auf die Tanzfläche blickten. Dort wurde dermaßen gerockt, dass Jürgens Mischpult immer mal wieder einen Satz machte und plötzlich einen halben Meter weiter hinten stand! Das muss man sich mal vorstellen!! Es wurde geklatscht, geschrieen und gefeiert! Wir konnten machen was wir wollten – dem Publikum gefiel es! Uns natürlich auch!! Dabei ließen wir uns auch nicht von der Kotzlache aus dem Konzept bringen, die einer der Besucher direkt vor Jojo auf die Bühne gesetzt hatte. 🙂

Wir präsentierten uns in guter Form und wechselten immer wieder freudige Blicke mit unserem Mischer Jürgen, der das Ganze wohl genauso wenig fassen konnte wie wir! Einmal ging ein Mädchen ziemlich unsanft zu Boden und wurde dort zunächst liegen gelassen. Jojo versuchte etwas Ruhe in den Saal zu bringen und erklärte nach einem Song: „Leute, wenn jemand umfällt – sofort wieder aufheben!“ Weiter ging’s. Und wie! Wir hatten so großen Spaß, dass unser Auftritt wie im Fluge vorbei ging. Nach „Like A Rockstar“ sagten wir „Tschüss“ und verließen die Bühne. „Zugabe!“ schrie das Publikum. „Gerne!“ sagten wir und kamen noch einmal zurück. Mit „This Misery“ beendeten wir unseren Gig. Nippel zum Publikum: „Markdorf, das war heute unser 94. Konzert und ich sag das nicht jedes Mal: es war eines der besten! Ihr seid unglaublich!! Vielen Dank!!!“ Zu guter Letzt gab es noch ein Big Finish, wobei uns mal wieder einer von Sédons Drumsticks um die Ohren flog. 🙂 Hochzufrieden verließen wir die Bühne. Eins können wir an dieser Stelle schon versprechen: In Markdorf haben wir nicht zum letzten Mal gespielt!

Im Anschluss präsentierte sich der Rock-Vierer von SLIENT SCREAM in gewohnter Manier. Geile Band mit ausdrucksstarkem Gesang! Die Stimmung war ähnlich gut wie bei uns. Einmal kämpften sich Jojo und Nippel bis vor die Bühne. Dort ging es so heiß her, dass den beiden ein kurzer Blickkontakt genügte, um sich zu sagen: „Okay, hauen wir wieder ab!“ 🙂

Die Leute kauften an unserem Merchstand alle CDs weg, die wir dabei hatten. Mit so einem enormen Zuspruch hatten wir im Vorfeld natürlich nicht gerechnet! Gegen Ende der Show von SLIENT SCREAM lichtete sich das Publikum etwas. Wir freuten uns über viele Bekannte aus Nagold (Maggie und Co.), mit denen wir uns an unserem Merchstand eine Weile unterhielten. Irgendwann verstauten wir unser Zeug in den Autos, wobei Roos mal wieder alle möglichen Leute parodierte und wie so oft für allgemeines Gelächter sorgte. 🙂

Wir verabschiedeten und bedankten uns bei vielen Leuten und fuhren schließlich los. Nach einem kurzen Abstecher ins Ravensburger Mc Donald’s, ging’s zurück in die Heimat.

Für eines unserer schönsten Konzerte bedanken wir uns bei: Markdorf-Rock-City, Martin & den anderen Organisatoren, Freddy & SLIENT SCREAM, Paul & der ganzen Belegschaft vom Theaterstadel, Stückle, Elen, Maggie & Co., Stefan, Raidi, Alex, Moni und Carina.

So könnte es doch öfter sein!

18.09.05

TOUR DIARY – 16.09.05 | MENGEN, Alte Bibliothek, Musiknacht

In der letzten Zeit werden wir immer mal wieder gefragt, warum wir nicht mehr auf Musik- und Kneipennächten auftreten. Der Grund ist denkbar einfach und wer ein bisschen überlegt, kommt vielleicht selber drauf: Wir spielen mittlerweile nur noch eigene Songs. Da wir schlichtweg nicht so viele Songs im Programm haben, können wir auf absehbare Zeit keine abendfüllenden Konzerte mehr spielen. Deshalb sind wir auf Festivals oder zumindest auf Doppelkonzerte mit anderen Bands angewiesen. So also auch an diesem Abend, wo wir zusammen mit den Kollegen von GUNFIRE die Mengener Musiknacht beglücken sollten.

Gegen 17.00 Uhr trudelten Nippel und Roos (mit Alexandra und Nadja) in der „Alten Bibliothek“ ein. Man begrüßte die Jungs von GUNFIRE und begutachtete die Location. Ist sehr schön dort: Alles ist mit Holz verkleidet, es stehen Bücherregale rum, es gibt Pflanzen, Teppichboden und so weiter und so fort. Wer stilvoll ein Bier trinken will, ist mit der „Bibo“ jedenfalls gut beraten! Da wir im hintersten Raum spielen sollten, mussten wir das Equipment ziemlich weit schleppen. Naja, immerhin ging das an diesem Tag schnell, denn GUNFIRE waren zu sechst. Keyboarder Andy fehlte zwar – dafür packte Manager Philipp mit an. Als alles aufgebaut war, stellten sich Nippel und GUNFIRE-Drummer Wuuz ans Fenster und schauten entzückt den kleinen Jungs (vermutlich C-Jugend) zu, die auf dem angrenzenden Fußballplatz kickten. Roos: „Spielt da Schulz au mit?“ 🙂

Gegen später trafen auch Done und Jojo in Mengen ein. Mit dabei waren Jojos Bruder Stefan und Moni. Die Jungs von GUNFIRE (oder „Bischdolafuier“ – wie Sédon stets zu sagen pflegt) konnten nun soundchecken, da Sédon das Multicore im Petto hatte. Für Laien: Ein Multicore ist so etwas ähnliches wie ein Baum, nämlich ein dickes Etwas, das sich am anderen Ende in lauter kleine und dünne Etwasse verzweigt. 🙂

Nun galt es, die Zeit bis zum Auftritt totzuschlagen. Zunächst wurde gegessen. Im Anschluss spielten einige von GUNFIRE Dart, während sich die Coleslaw-Fraktion mit Billard vergnügte. Roos und Stefan spielten ein Doppel gegen Jojo und Sédon. Letztere lochten meist zielsicher ein, bestimmten das Match lange Zeit und gingen deutlich in Führung. Roos schämte sich angesichts seines Unvermögens so sehr, dass er einmal sogar unter dem Tisch durchkriechen musste. Doch am Schluss konnte Roos dank einem Traum-Solo das Blatt nochmals wenden und die Partie für sich und Stefan entscheiden.

Gegen 21.30 Uhr legten die Kollegen von „Bischdolafuier“ los. Die Soundverhältnisse waren an diesem Abend nicht sonderlich gut. Den Leuten schien’s egal zu sein, denn die strömten zahlreich in die Alte Bibliothek. Nach ein paar Songs riss Gitarrenmann Piet eine Saite. Der Clou bei der Sache war, dass er die entsprechende Ersatzsaite bereits beim Soundcheck seinem Kollegen Wolfi gegeben und somit keine mehr hatte. Folglich fragte Piet nach der Gitarre von Jojo. Der wollte sie ihm natürlich geben, merkte dabei jedoch, dass er seinen Gitarrengurt zu Hause vergessen hatte. Da der Jojo ne Gitarre mit Security-Locks spielt, kann man da nicht einfach nen anderen Gurt dranmachen. Für Laien: Wenn man an einer Gitarre mit Security-Locks einen normalen Gurt befestigen will, dann ist das ungefähr so, wie wenn man versuchen würde, Fiat-Rückspiegel an einen Ferrari zu montieren. 🙂 Piet blieb also nix anderes übrig, als eine dickere Saite aufzuziehen. Für Laien: Wenn man auf eine Gitarre eine dickere Saite aufzieht, dann ist das ungefähr so, wie wenn ein 13-jähriges Mädchen ein XXL-Tampon benutzt. 🙂

Nach der ersten Runde GUNFIRE waren wir an der Reihe. Wir richteten alles her, Jojo lieh sich die Gitarre von Wolfi (abgesehen von den fehlenden Security-Locks exakt das gleiche Modell), wir gingen kurz zum Pipi machen, Roos lies unser Intro laufen und dann ging’s endlich los! Vor vollem Haus rockten wir durch unser Programm und kamen erstaunlich gut an. Angesichts der Tatsache, dass viele fremde Gesichter im Publikum waren, freute uns das ganz besonders. Jojo und Nippel patzten sich gegenseitig in die Ansagen und brachten das Publikum mehrmals zum Schmunzeln. Das Roosophon klang an diesem Abend besonders fies oder wie Jojo stets zu sagen pflegt: „Des duat wie domols!“ 🙂 Nach „Like A Rockstar“ und der Zugabe „This Misery“ räumten wir die (nicht vorhandene) Bühne und es ging mit der zweiten Runde GUNFIRE weiter.

Bassist Gregor und seine Combo präsentierten einen Mischmasch aus eigenen Songs und verschiedensten Coverstücken. Gegen Schluss ihres Gigs ging es in der vollen „Bibo“ immer heftiger zu Sache. Vor allem als die KOT-Mannen den Laden enterten, wurde es zunehmend gefährlich: Der Kronleuchter an der Decke schaukelte von Pogo-Tänzern angeschubst wild durch die Gegend und drohte runterzufallen. Einer der besoffenen Pogo-Menschen flog plötzlich direkt vor Sänger James heftig auf die Fresse. Auf der Homepage von KOT gibt’s sogar ein Bild davon. Wir verfolgten das wilde Treiben aus sicherem Abstand von unserem Merch-Stand aus, der direkt neben dem FOH aufgebaut war. Ich habe ja schon im letzten Gig Review darauf hingewiesen, dass jeder Auftritt was Besonderes hat – so auch dieser: Erstmals seit wir nun unseren Merch-Stand mit uns herumschleppen schafften wir es, nichts (NICHTS!) zu verkaufen!! GUNFIRE-Manager Philipp: „Heute haben sogar wir mehr verkauft als ihr!“ – Nippel: „Ja? Was denn??“ – Philipp: „Eine CD!“ – Nippel: „Kennst du die CDs, die an den Bäumen am Waldrand hängen, dass die Tiere nicht auf die Straße laufen??“ 🙂

Nach dem Gig von GUNFIRE und lustigen Gesprächen über Blut-Kanister, Tourbusse und andere Themen, traten wir die Heimfahrt an.

Vergelt’s Gott: „Bischdolafuier“ (Wolfi, Piet, Wuuz, James, Gregor, Philipp), der Belegschaft von der Alten Bibliothek (vor allem für das gute Essen), Nadja, Stefan, Moni, Alex, Alfons Müller-Lüdenscheidt, Peider, Flo, Lena und dir für das Lesen dieses Gig Reviews!

11.09.05

TOUR DIARY – 09.09.05 | TUTTLINGEN, Rittergarten

Mittlerweile ist es wirklich so, dass uns was fehlt, wenn wir mal mehr als zwei Wochen nicht auf der Bühne stehen. Unsere Freude war dementsprechend groß, als LAZURIGHT-Frontmann Gerhard anrief und uns einen Gig anbot. Im Tuttlinger Rittergarten war bei einem Festival kurzfristig eine Band abgesprungen. Wir überlegten nicht lange und sagten sofort zu…

Am Donnerstag vor dem Gig fuhr Jojo extra mit dem Zug von Stuttgart nach Saulgau, um dort sein Auto zu holen. Damit konnte er am Freitagabend schneller von Stuttgart nach Tuttlingen fahren. Nippel begab sich am Freitagmittag in den MMBS (Musikmarkt Bad Saulgau), wo unser FOH-Mann Jürgen und unser Homepage-Mann Holger arbeiteten. An diesem Tag arbeitete sogar Flori! 🙂 Nippel hantierte im MMBS etwas unbeholfen an der Kaffeemaschine rum. Jürgen: „Immer die Gschdudierte! Wie man eine Atombombe baut – das wissen sie! Wie man nen Kaffee macht – davon haben sie keine Ahnung!“ 🙂

Um kurz vor fünf düsten Jürgen, Nadja und Nippel nach Marbach-City, um Sédon und Carina abzuholen. Kurzerhand beschlossen wir, unseren Kleiderschrank (gehört zum Merch-Stand) dazulassen, so dass wir alle fünf in die Karosse von Nadja passten. Zielstrebig fuhren wir mit Jürgen am Steuer gen Tuttlingen. In Ennetach brachte uns eine Umleitung für kurze Zeit in Bedrängnis, aber wir fuhren trotzdem weiter. Ein anderer Autofahrer blieb mitten auf der Straße stehen. Jürgen hupte und fuhr einfach nen Kreis um ihn rum. Die Stimmung war famos! 🙂

Als wir im Tuttlinger Rittergarten angekommen waren, waren Jojo und Moni auch schon am Start. Wir begrüßten einige Mitglieder der anderen Bands sowie ein paar von den Organisatoren. Das Festival wurde übrigens von der SPD organisiert. Dementsprechend war der Rittergarten mit lauter Wahlplakaten tapeziert. Überall klebten die Visagen von Schröder und Co. an der Wand. Da wir an diesem Abend eröffnen sollten, hatten wir beim Soundcheck alle Zeit der Welt. Jürgen drehte so lange an den Reglern rum, bis alles passte. Auch die Rückkopplungen des Roosophons bekam er nach einigen Minuten in den Griff.

Nach dem Soundcheck begaben wir uns in den Backstageraum, wo einige Mitlieder der anderen Bands (LAZURIGHT, SECOND WAY) bereits in einer lustigen Bier-Runde beisammen saßen. Eine Sache scheint in Tuttlingen Mode zu sein: Durch den Backstageraum führt die Abwasserleitung vom ganzen Haus! Wie schon ein halbes Jahr zuvor in der „Tarantel“ (siehe Gig Review vom 08.04.05) freuten wir uns jedes Mal, wenn einer die Klospülung betätigte und damit für lustige Geräusche sorgte. Naja, so extrem wie in der Tarantel war es diesmal zwar nicht, aber trotzdem lustig… 🙂 Wir unterhielten uns mit den Kollegen von den anderen Bands, die allesamt sehr nett waren. Auch das scheint in Tuttlingen Mode zu sein! Als wir erzählten, dass wir von Saulgau kommen, meinte der Drummer von SECOND WAY, er ginge dort manchmal ins Thermalbad. „Dort stinkt’s!“, meinte er grinsend. Sein Bandkollege fügte hinzu: „Mein Traumjob ist Kassierer im Thermalbad. Da kannst du einen fahren lassen und keiner merkt was…“ 🙂

Kurz nach 20.00 Uhr enterten wir die Bühne und legten los. Leider waren abgesehen von den Mitgliedern der anderen Bands kaum Leute im Rittergarten. Wir rockten trotzdem kraftvoll und spielfreudig durch unser Programm. Jeder Gig hat etwas Besonderes – so auch dieser: Erstmals in unserer (mittlerweile 92 Auftritte umfassenden) Karriere schaffte es Nippel, dass an der E-Gitarre eine Saite riss! Naja, wenn’s bis zum nächsten Saitenriss wieder 92 Konzerte dauert, dann können wir damit gut leben! 🙂 Sédon überbrückte die Pause mit einem Schlagzeugsolo. Gerhard von LAZURIGHT überlies Jojo für die letzten drei Songs dankenswerterweise seine Gitarre und es konnte weitergehen. Nach „Like A Rockstar“ verließen wir die Bühne. Das Publikum wollte keine Zugabe, also spielten wir auch keine.

Im Anschluss präsentierten die Jungs von LAZURIGHT ihre abwechslungs- und ideenreichen Eigenkompositionen. Mittlerweile standen viele Leute vor der Bühne und fanden sichtlich Gefallen an dem Sound – unter anderem Nippel. Jojo düste derweil bereits wieder nach Bad Saulgau zu einer Geburtstagfeier. Sédon, Carina, Jürgen und Nadja saßen im Biergarten vom Rittergarten am Merch-Stand, welcher ohne Kleiderschrank nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Trotzdem schaffte es Roos durch seine Redegewandtheit, ein paar CDs zu verkaufen… 🙂

Wir hatten draußen viel Spaß: Roos schwärmte von Sturmfluten in Frankreich, Carina warf seine Bierflasche um, während drinnen die Jungs von SECOND WAY rockten. Ebenfalls eine hörenswerte Band! Zu SIAMBOK können wir nix sagen, da wir während ihrem Gig die Segel strichen und ins Tuttlinger Mc Donald’s düsten. Dort legten sich Jürgen und Sédon mit einem jungen Kerl an – östlicher Herkunft versteht sich. 🙂 Der Volldepp wollte sich natürlich sofort prügeln. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass wir bei so was nicht mitmachen…

Die anschließende Heimfahrt war sehr schweigsam. Sédon, Carina und Nippel schliefen auf der Rückbank. Auch Jürgen nickte auf dem Beifahrersitz von Zeit zu Zeit ein. Nadja lenkte unser Gefährt durch den strömenden Regen.

Danke: Nadja, Gerhard und seiner Band LAZURIGHT, Fabian und den anderen SPD-Menschen, SECOND WAY, Carina und Moni.

23.08.05

TOUR DIARY – 21.08.05 | BAD SAULGAU, Parkhaus Lindenstraße, Altstadt Festival

Wir von COLESLAW sowie eine Gruppe engagierter Bandfreunde hatten beschlossen nach einjähriger Pause wieder ein Rockfestival im Rahmen des Bad Saulgauer Altstadtfests auf die Beine zu stellen. Jojo nahm als Cheforganisator die Sache in die Hand und engagierte acht Bands: 5 BUGS, ITCHY POOPZKID, [INSERT COOL NAME], RUNLET, SOULSICK, RIDICULOUS, THINKLESS und POPPYCOCK sollten zusammen mit uns von COLESLAW das Altstadt Festival bestreiten. Zudem scharte Jojo einige engagierte Helfer um sich. So war beispielsweise unser Mischer Jürgen (zusammen mit Alfons vom MMBS, Getsch und Thimo) für die technische Seite des Festivals zuständig, unser Webmaster Holger (www.inbeat.de) zauberte zum Nulltarif eine Homepage und Nadja zeigte sich für die Betreuung des Backstagebereichs verantwortlich. Darüber hinaus gab es einige, die bei der Durchführung des Festivals an vorderster Front mitarbeiteten: Neben Sédon waren dies Raidi, Bauser und die beiden Stefans. Nippel konnte nur bedingt helfen, da er in der Woche vor dem Festival als Betreuer in einem Jugendzeltlager mitwirkte.

Als die Vorbereitungen für das Altstadt Festival in die heiße Phase gingen, zogen alle an einem Strang: Binnen weniger Stunden wurde das Parkhaus in der Lindenstraße mit vereinten Kräften in eine Konzertarena umfunktioniert. Bei der Beleuchtung hatte sich Jürgen etwas besonderes einfallen lassen: Von der Bühne bis zum FOH erstreckte sich eine Traverse, die mit Scannern und anderem Schnickschnack vollgehängt war. Diese Konstruktion sollte für beeindruckende Lichtspiele während den Konzerten sorgen. Auch die PA-Anlage war vom Feinsten, da Alfons „Fone“ Müller kurzerhand den Truck von MIDNIGHT SPECIAL mitsamt Inhalt und Getsch bestellt hatte! Ein Zelt vom DRK diente als Backstagebereich. Jürgens bessere Hälfte Nadja tischte dort liebevoll ein Büfett auf, mit allem was das Herz begehrt – unter anderem gab es Krautsalat. 🙂 Im Parkhaus selber wurde eine Bar aufgebaut; daneben war Platz für Merchandise-Stände. Obwohl sich das Festival-Team im Vorfeld nie (!) komplett getroffen und Jojo fast alles per Email geregelt hatte, sollte die Organisation des Festivals äußerst professionell über die Bühne gehen. Nur eine Sache hatten wir leider nicht in der Hand: das Wetter! Wie so oft in diesem Jahr lies es der Herrgott kräftig strömen, was dem Altstadtfest alles andere als dienlich war. Sehen wir’s mal positiv: Wir vom Altstadt Festival hatten immerhin das Glück, mit dem Parkhaus in der Lindenstraße eine wetterfeste Location ausgesucht zu haben! Trotzdem hat auch uns das feuchte Wetter mit Sicherheit einige Besucher gekostet…

Als am Samstag gegen 19.30 Uhr die Jungs von RIDICULOUS das Festival eröffneten, war das Parkhaus noch sehr spärlich gefüllt. Von Band zu Band steigerte sich die Besucherzahl jedoch, so dass am Ende über 300 Leute dem Emo-Punk der 5 BUGS lauschten. Vor den routinierten Berlinern hatten RUNLET überzeugt und die Jungs von [INSERT COOL NAME] einmal mehr für erstaunte Gesichter gesorgt. 🙂 An der Bar herrschte reger Betrieb und wir ackerten, was das Zeug hielt. Einmal gab es eine Stoßzeit, wo die Belegschaft fast nicht mehr mit dem Ausschenken nachkam. Manne, Moni, Carina, Fone und Tini sei an dieser Stelle herzlich für ihre spontane Hilfe gedankt.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag blieb den meisten vom Festival-Team nur wenig Schlaf, da rund um die Uhr jemand im Parkhaus sein musste, um Nachtwache zu halten.

Auch am Sonntag war das Wetter regnerisch und feucht. Durch unser schönes Backstagezelt floss ständig Wasser. Immerhin befand sich dort eine Rinne, so dass das Schauspiel recht malerisch und fast schon gewollt aussah. Jojo scherzte: „Wir haben sogar nen Bach im Backstagezelt! Der war ganz schön teuer!!“ 🙂

Gegen 15.30 Uhr enterten die Jungs von GRUPPENZWANG mit ihrem melodischen Hip Hop die Bühne. Der halbstündige Gig war relativ kurzfristig anberaumt worden. Den ca. 50 Besuchern schien es großteils zu gefallen, wenngleich Rapper Monti auf der Bühne mal wieder kräftig herumkasperte („Hallo, wir sind COLESLAW! Unser dritter Mann fehlt heute leider…“) und mit schwäbischen Ansagen um sich warf. Für alle, die’s nicht wissen: Der vollbärtige DJ von GRUPPENZWANG namens Shocki ist der kleine Bruder von der Eminenz – aber das nur am Rande… 🙂

Nach einer längeren Umbaupause legten im Anschluss die Jungs von THINKLESS los. Mittlerweile war auch Nippel vom Zeltlager zurück und staunte über das von seinen Kollegen prachtvoll hergerichtete Parkhaus. Nach THINKLESS präsentierten sich die Jungs von POPPYCOCK mit großteils neuen Songs.

Man vertrieb sich die Zeit im Backstagezelt und freute sich, als sich das Parkhaus im Laufe des Abends füllte. Auch der seit Tagen unter Dauerstress stehende Jojo kam nun zunehmend zur Ruhe und nahm zufrieden zur Kenntnis, dass das Altstadt Festival unter seiner Regie reibungslos funktionierte.

Freudig begrüßten wir die Kollegen von ITCHY POOPZKID, die plötzlich ins Backstagezelt kamen. Trotz Plattenvertrag erkannten uns die drei und fielen uns um den Hals! 🙂 Auch ihr Manager Magge, der sich mit seinem Auto durch einen heftigen Regenschauer hatte kämpfen müssen, ließ nicht lange auf sich warten. Magge freute sich nicht minder uns zu sehen, lobte die Organisation des Festivals und war bester Laune.

SOULSICK fuhr derweil auf der Bühne die schweren Geschütze auf und präsentierte beinharten, aber hörenswerten Metal, der an die frühen METALLICA-Alben erinnerte. Frontmann Tom wurde von allen möglichen Leuten mit James Hetfield verglichen, was nicht weiter verwunderlich war: Erstens sah Tom ihm zum verwechseln ähnlich, zweitens spielte er das selbe Gitarrenmodell und drittens kam auch seine Stimme erstaunlich nahe an die seines erklärten Idols heran!

Im Anschluss machten wir uns für unseren Gig bereit. Mittlerweile waren knapp 400 Leute im Parkhaus. Die meisten davon schlossen zur Bühnenkante auf, als Jürgen gegen 19.45 Uhr unser Intro laufen lies. Unter Applaus enterten wir die Bühne und legten mit „Me Again“ los. Jojo begrüßte das Publikum und schon ging’s mit „Thoughts Of An Idiot“ weiter. Wir hatten Spaß wie schon lange nicht mehr und rockten was das Zeug hielt! Obwohl wir alle drei total übernächtigt waren und durch den Zeltlageraufenthalt von Nippel nicht geprobt hatten, präsentierten wir uns in Topform und spielten einen unserer besten Gigs überhaupt! Das war mehr als erstaunlich, denn bei Festivals, die man selbst organisiert, wird der eigene Gig erfahrungsgemäß oft scheiße. Beim Altstadtfest 2002 und 2003 war das bei uns so gewesen – diesmal nicht! Auch das Publikum merkte, dass unsere Spielfreude an diesem Abend ins unermessliche stieg und applaudierte zwischen den Songs wie verrückt! Nippel: „Seid mal alle leise. Ich zähl bis drei, und dann klatscht ihr und schreit aus voller Kehle: Eins, zwei, drei!“ – Der anschließende Lärm vom Publikum suchte seinesgleichen! 🙂 Wir rockten weiter und freuten uns über Thimo, Magge und die Itchys, die uns von der seitlichen Bühnenkante aus mit Gesten anfeuerten. Jojo bedankte sich bei allen Bands des Wochenendes und für die großartige Unterstützung. Mit „Like A Rockstar“ und der Zugabe „This Misery“ brachten wir unseren Gig zu Ende und verließen hochzufrieden die Bühne. Dort stand Thimo und meinte anerkennend: „Jungs, bester Auftritt ever!!“ 🙂

Wir räumten kurz unser Zeug beiseite und machten dann Platz für die Itchys, die das Parkhaus im Anschluss in gewohnter Manier rockten! Das Publikum (mittlerweile über 500 Leute) reagierte anfangs etwas verhalten, doch Sibbi, Dani und Tobi wären nicht ITCHY POOPZKID, wenn sie das nicht in den Griff bekommen würden. Mit aufmunternden Ansagen über Thimo Strobel, Boms und Mulis sowie mit viel Hingabe beim Spielen schafften sie es, das Publikum in Fahrt zu bringen. Vor allem gegen Ende ihres Gigs wurde vor der Bühne fleißig gemosht! Die drei Punkerseckel aus Eislingen an der Fils haben auf beeindruckende Weise klargestellt, dass sie ihren jüngst ergatterten Plattenvertrag voll und ganz verdient haben! Am 7. Oktober wird das Debut-Album „Heart To Believe“ in den Läden stehen. Holt es euch – wir tun’s auch!

Um 22.00 Uhr war Schluss mit Live-Sound. Bad Saulgau ist halt eine Kurstadt – da kann man am Sonntagabend nicht bis in die Puppen Krach machen. Trotzdem hat Bad Saulgau an diesen Wochenende gezeigt, dass es bei entsprechenden Veranstaltungen durchaus rocken kann wie der Teufel! Wenn wir den Regen berücksichtigen, dann sind wir mit der Resonanz des Altstadt Festivals jedenfalls sehr zufrieden und können uns durchaus vorstellen, etwas derartiges erneut aufzuziehen!

Am Montag nach dem Festival begaben sich Jojo, Nippel und Jürgen in den Musikmarkt, um dort einige Sachen auszuladen. Auch MMBS-Chef Alfons „Fone“ Müller, der uns die Anlage von MIDNIGHT SPECIAL zu Verfügung gestellt hatte, zeigte sich mit dem vergangenen Wochenende sehr zufrieden. Fone zu Nippel: „Und, wie fandest du es am Samstag?… ach, du warst ja im Urlaub!“ – Nippel: „Urlaub ist gut. Ich war im Zeltlager!“ – Fone: „Das hast du ja geschickt hinbekommen!“ – Nippel: „Naja…“ – Fone zu Jojo: „Du siehst fertig aus!“ – Jojo: „Ich hatte übers Wochenende nur zwei und vier Stunden Schlaf!“ – Jürgen: „Du musst halt den Sex weglassen!“ – Fone: „Das gibt’s bei mir auch öfters!“ – Jojo (grinsend): „Den Sex weglassen??“ – Fone: „Nein, das nicht, aber zwei und vier Stunden!“ – Nippel (grinsend): „Respekt, so lang kann ich nicht…“ Hach, sind wir nicht lustig?? 🙂

Jojo, Nippel, Sédon und Jürgen verbeugen sich tief vor den Mitorganisatoren und Helfern des Altstadt Festivals: RAIDI, BAUSER, STEFAN, STEFAN, NADJA, THIMO, GETSCH und FONE. Es mag manchmal so erscheinen, als ob ihr die Arbeit macht und wir von COLESLAW Lob und Ehre abstauben. Deshalb sei an dieser Stelle ausdrücklich gesagt, dass ohne euch das Altstadt Festival 2005 niemals möglich gewesen wäre! Wir von COLESLAW können uns glücklich schätzen, solche Leute wie euch zu haben!

Für spontane Hilfe bedankt sich das Festival-Team bei: Manne, Carina, Moni, Tini und Bianca.

Außerdem sei folgenden Leuten gedankt: Holger für die Gratis-Homepage, Miche Hepp und Anis Micijevic für die Berichterstattung in der Schwäbischen Zeitung, Tobse fürs Merchen, dem anonymen Spender, der uns die Parkhausmiete überwiesen hat, Claudi & Magge fürs Fotografieren, Altstadtfest-Organisator Gaisi, dem Bauhof, dem Gabelstaplerfahrer, den Aufräumern von den Stadtwerken und Audio Concept.

Besonderer Dank geht an die Sponsoren, ohne die wir ein derartiges Festival nicht finanzieren hätten können: Pizzeria Alte Linde, Kreissparkasse, Fotostudio Rack, Kaufhaus Linder, Afri Cola, Computerfachhandel Microtrend, Fahrschule Meschenmoser, Augenoptik Nerlich, Getränkevertrieb Zimmermann, Musikmarkt Bad Saulgau und Inbeat.

Dank geht auch an die anderen Bands: 5 BUGS, ITCHY POOPZKID, [INSERT COOL NAME], RUNLET, SOULSICK, RIDICULOUS, THINKLESS, POPPYCOCK und GRUPPENZWANG.

Zu guter Letzt sei dem Publikum gedankt, welches uns bewiesen hat, dass Bad Saulgau rockbar ist! Speziell erwähnen möchten wir: Cris & Lange, Dr. Modula & Fiedler, Nova, Gerhard, Yannis & Emanuel, Alex sowie alle Anwesenden vom Kajuzl 2005.

23.08.05

ALTSTADT FESTIVAL WAR EIN VOLLER ERFOLG

Mit über 300 Besuchern am Samstag und über 500 Besuchern am Sonntag (plus Laufpublikum) war unser Altstadt Festival am vergangenen Wochenende trotz Regen ein voller Erfolg! Wir danken unseren Helfern, den Bands, den Sponsoren und allen Besuchern! Durch die gute Resonanz ist es durchaus möglich, dass es im nächsten Jahr zu einer Neuauflage kommt…

Näheres zum vergangenen Altstadt Festival erfahrt ihr unter der Rubrik GIG REVIEWS.

15.08.05

TOUR DIARY – 13.08.05 | BAD BUCHAU, Freibad, Beach Party

Unser 90. Konzert sollte so manche Premiere mit sich bringen: Unter anderem wurde zum ersten Mal in unserer Bandgeschichte ein Gig durch die Polizei abgebrochen, aber dazu später mehr…

Am späten Nachmittag düsten die Sédonsche sowie die Nippelsche Karosse nach Bad Buchau zum Freibad, wo eine Beach Party angesagt war. Mischer Jürgen war bereits vor Ort, da er sich um die Anlage gekümmert hatte. Sédon staunte über die Bühne: Das Dach bestand aus zwei großen Sonnenschirmen und der Drum-Riser aus vier Biertischen! 🙂 Sah alles ziemlich lustig aus – erfüllte aber seinen Zweck.

Wir bauten gemütlich auf und machten nebenher Bekanntschaft mit den witzigen Kollegen von ROCK’N’FUN – einer Coverrock-Formation aus Aulendorf. Role, Wolfgang und Dietmar waren circa doppelt so alt und circa genauso nett wie wir. Man kam jedenfalls blendend aus. 🙂

Nach einem kurzen Soundcheck düsten Nippel, Sédon und Carina nach Otterswang, um dort im TOS-Bandraum das Roosophon abzuholen, welches wir einen Abend zuvor in Bad Schussenried auf der Bühne vergessen hatten. An dieser Stelle geht nochmals ein Dankeschön an TOS-Drummer Jürgen, der das Teil für uns mitgenommen hat! Wir laberten ein Weilchen mit den TOS-Buben und fuhren dann wieder los. Auf dem Weg zurück nach Bad Buchau fielen uns am Straßenrand zig Plakate auf und die gefielen uns gar nicht: Blöderweise war dieser Samstag geradezu mit Partys vollgestopft. Neben der Beach Party in Bad Buchau gab es zwei weitere in Aulendorf und in Zwiefalten. Zudem waren auch in Otterswang sowie in Kanzach Partys angesagt. Da es zu allem Überfluss auch noch nach Regen aussah, war uns bereits vor dem Gig klar, dass die von Veranstalter Uwe angepeilten 1500 Leute niemals nach Bad Buchau kommen würden…

Kurz vor 20.00 Uhr legte DJ PUDDING los. War ein netter Kerl, der extravagant aussah, aber 0815-Mucke spielte. Eine gute Stunde später legten die Herren von ROCK’N’FUN mit alten Rockklassikern von ZZ TOP und Konsorten los. Gitarrenmann Dietmar lies seine Finger über das Griffbrett tanzen und intonierte hörenswerte Gitarrensoli. Leider waren kaum Leute da – geschweige denn vor der Bühne. Die paar, die das Tanzbein schwangen, konnte man an zwei Händen abzählen. Immerhin sah das Wetter mittlerweile wieder recht stabil aus – der erwartete Regenschauer schien auszubleiben.

Wir saßen neben dem FOH, ließen es uns mit Pommes und Cola-Weizen gut gehen und freuten uns über einige Leute, die extra wegen uns gekommen waren. Während sich Jürgen, Thimo und Co. Angeregt unterhielten, saß Nippel mit seinem Laptop auf einer Bank und schrieb den Gig Review des Vorabends. Sédon zog es vor, mit Carina die schönen Seiten des Lebens zu genießen. Irgendwann kam ein Typ und schimpfte mit den beiden, weil sie das Festgelände trotz Absperrung verlassen hatten. Arschloch! Mit Genugtuung nahm Sédon zur Kenntnis, dass im Laufe des Abends immer mal wieder Leute durch die Absperrung kamen und sich so das Eintrittsgeld sparten… 🙂

Als die Kollegen von ROCK’N’FUN ihren Gig beendet hatten, begaben wir uns auf die Bühne und machten erst mal einen ausgiebigen Line-Check. Danach ertönte unser Intro und roos ging’s! Das Publikumsinteresse hielt sich auch bei uns stark in Grenzen, doch immerhin schafften wir es ca. 25 Leute vor die Bühne zu bringen, die sichtlich Gefallen an unserem Sound fanden und sich fleißig bewegten. Wir hatten großen Spaß auf der mehrstufigen Bühne und liefen während dem Spielen fleißig durch die Gegend. Dank Funksender konnten sich Jojo und Nippel sogar ab und zu ins Publikum begeben, was sehr gut ankam und für eine persönliche Atmosphäre sorgte. Sédon drosch mal wieder kräftig auf seine Schießbude ein, Cris und Lange tanzten vor der Bühne, das Roosophon sorgte für erstaunte Blicke und eigentlich hätte alles wunderbar sein können, wenn nicht ein paar Anwohner die Polizei gerufen hätten. Diese rückte sofort aus und machte Veranstalter Uwe kräftig Feuer unterm Arsch. Uwe ging zu Jürgen ans Mischpult und meinte: „Du musst leiser machen!“ – Jürgen: „Nö, mach ich nicht!“ – „Du musst aber, weil die Polizei Stress macht!“ – „Mir doch egal!“ So ging das Spiel eine ganze Weile. Jojo, Nippel und Sédon bekamen auf der Bühne von all dem kaum was mit, bis Jürgen schließlich gezwungenermaßen die Anlage herunterfuhr. Verdutzt wurde „Just Asking“ als improvisierte Unplugged-Version beendet. Zur großen Enttäuschung einiger Gäste mussten wir unseren Gig an dieser Stelle abbrechen. Jojo: „Sorry, aber so können wir unmöglich weiterspielen!“ Wir waren sehr verärgert. Vor allem Jürgen am FOH schimpfte was das Zeug hielt! So was hatten wir noch nie erlebt!! Auch die Kollegen von ROCK’N’FUN schüttelten ungläubig die Köpfe. Naja, ob es uns passte oder nicht – wir konnten nix dran ändern. Wir entschuldigten uns bei einigen Fans, die extra wegen uns gekommen waren. Die meisten zeigten sich verständnisvoll und meinten: „Kein Problem – ihr könnt ja auch nix dafür!“…

Einige Zeit später führten Nippel und Sédon ein klärendes Gespräch mit Veranstalter Uwe, der trotz allem freundlich blieb. Im Anschluss bauten wir gemächlich ab und düsten nach Hause.

Lovin’, Hugs and Kisses gehen an: ROCK’N’FUN, DJ PUDDING, Uwe, den Leuten am Weizenstand, Cris & Lange, Thimo, Sigi, Carina, Stefan, Stefan, Michael!, Raidi, Pasl, Vroni, Jenny, Sonja und allen anderen, die vor der Bühne waren.

14.08.05

TOUR DIARY – 12.08.05 | BAD SCHUSSENRIED, Stadthalle, TOS Album Release Festival

Die Kollegen von TOS hatten ein Festival in der Schussenrieder Stadthalle auf die Beine gestellt. Anlass war die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums „An Illusion That Blinds You From The Truth“. Wir düsten los und holten unterwegs Mischer Jürgen sowie Backliner Holger ab. In Schussenried angekommen begrüßten wir erst mal einige Kollegen. Neben uns und TOS sollten auch THINKLESS, CHAVENGER und NULLTARIF auftreten.

Unser Soundcheck beschränkte sich an diesem Abend auf ein kurzes Antesten des Roosophons. Wer noch nicht weiß, was es mit dem Roosophon auf sich hat, der soll gefälligst den Gig Review von Heudorf lesen! Nachdem auch der Merch-Stand aufgebaut war, gingen wir eine Runde in die Stadt. Unterwegs schauten wir im Bandraum von SHERIFF vorbei. Die Kapelle SHERIFF hieß früher einmal DIE SPINNER und dort hatte unser Backliner (Webmaster, Producer, Berater, Freund, Großmaul…) Holger Schlagzeug gespielt. Die ehemaligen Bandkollegen von Holger waren witzig drauf. Mal wieder schwelgte man in alten Zeiten. Man redete über Harald Schmidt, über das Southside Festival, über schlechte Sänger, über Schweden und über… ach, wieso erzähl ich das eigentlich? Jedenfalls war’s sehr lustig. 🙂 Nach einer knappen halben Stunde sagten wir „Tschüss“ und spazierten weiter durch die Stadt. Bei Hasan wurden genüsslich einige Döner verspeist. Holger schmeckte es nicht.

Zurück in der Stadthalle schauten wir uns den Gig von den Newcomern THINKLESS an. Bei den Jungs geht’s vorwärts! Erstmals hatten sie ihre Demo-CD „Fragmentary“ dabei. Nippel kaufte sich eine und fand sofort Gefallen an dem gelungenen Artwork.

Im Anschluss präsentierten die Jungs von CHAVENGER rockige Songs und versuchten sich zudem an politischen Ansagen. Das können wir auch: SPD wählen! Das sagen zumindest Nippel und Jojo. Done sagt wie immer: „I woiß it, sagat ihr!“ 😉

Nach CHAVENGER waren wir an der Reihe. Unmittelbar vor unserem Gig steckte sich Mischer Jürgen einen Kleiderbügel in den Nacken und sorgte mit seinem Frankenstein-Look für Gelächter. 🙂 Backliner Holger richtete auf der Bühne alles äußerst professionell her: „Für jeden zwei Flaschen Mineralwasser. Eine offen, die andere noch zu, aber schon leicht angedreht – es könnte ja sein, dass ihr nachher feuchte Hände habt!“ 🙂 Respekt, Holger! Auf dich ist Verlass!!

Als alles hergerichtet war, ertönte unser Intro und wir enterten die Bühne. Bereits nach kurzer Zeit versammelte sich in der ersten Reihe eine Gruppe Headbanger, die kräftig ihre Haare tanzen ließen. Sah geil aus! Wir rockten durch unser Set und gaben unser Bestes, um die Stimmung für TOS anzuheizen. Zum zweiten Mal hatten wir großen Spaß mit unserem brandneuen Roosophon. Beim Instrumentenwechsel wollte Nippel (wie immer) seinen Gürtel entfernen, um Jojos Klampfe nicht zu verkratzen. Jojo wollte ihm dabei helfen und zog wie blöd an Nippels Gürtel. Scheppernd flog die Gürtelschnalle auf den Boden – der Rest vom Gürtel blieb an Nippels Hose hängen und wollte dort einfach nicht weg. Backliner Holger stürmte sofort auf die Bühne und schaffte lachend Abhilfe. 🙂 Nach „This Misery“ war unser Gig zu Ende. Jojo und Nippel standen zum Big Finish bereit – Sédon stand einfach auf und verließ die Bühne. ??? Okay, dann halt kein Big Finish. 🙁

Wir räumten unser Zeug beiseite und wünschten den Kollegen von TOS alles Gute.

Chris, Joe und Jürgen präsentierten im Anschluss die Songs von ihrem Album und zeigten sich auf der Bühne sehr kreativ: Unter anderem spielte Joe seinen Bass wie ein Cello! Mit Bogen!! Unglaublich, aber das funktionierte und klang darüber hinaus auch noch ziemlich gut! Die Stimmung war beim TOS-Gig durchgehend gut. Auf jeden Fall ein gelungenes Album-Release!

Zu guter Letzt war noch NULLTARIF dran. Das Trio präsentierte deutschen Punk und erinnerte nicht nur aufgrund des singenden Schlagzeugers an DIE ÄRZTE. War insgesamt solider Sound. Leider lichtete sich das Publikum zunehmend. Wir saßen während dem Gig an unserem Merch-Stand und freuten uns über einige verkaufte CDs. By the way: Mittlerweile haben wir über 650 Exemplare von unserer EP „Strawberry Week“ unter die Leute gebracht.

Als sich der Gig von NULLTARIF dem Ende neigte, brachten wir unser Zeug in die Autos. TOS-Frontmann Chris enterte derweil als Gastmusiker nochmals die Bühne und zeigte, dass er neben der Gitarre auch mit dem Schlagzeug umgehen kann. Eine gute halbe Stunde später verabschiedeten wir uns von TOS und Co. und düsten nach Hause. Was uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war: Unser Roosophon stand immer noch auf der Bühne und wartete darauf, mitgenommen zu werden. Ein dickes Minus für Backliner Holger!! 🙂

Wir danken: Moni, TOS (Chris, Joe, Jürgen), den anderen Bands, Jonne, Holger, Claudi, Bine, Raidi, Bauser, 2x Stefan, Manne, Strauß, Figel, Peider, Holger, Öre und allen anderen, die wegen uns von Saulgau hergefahren sind, Lothar, den Männern von Audio Concept, den Leuten hinter der Bar und allen, die jetzt grad denken: „Und mich haben diese arroganten Wichser mal wieder vergessen!“ 😉

01.08.05

TOUR DIARY – 30.07.05 | HEUDORF AM BUSSEN, Fest ohne Grenzen

Wir trafen uns am späten Mittag mit den Kollegen von [INSERT COOL NAME] und CABBAGE AND TURNIP in Bad Saulgau beim Kaufland. Man begrüßte sich herzlich und düste in einer kleinen Kolonne gen Heudorf. Das liegt übrigens nur drei Kilometer von Dürmentingen entfernt und da residiert unser unglaublicher Mischer Jürgen Roos! Nippel und Sédon hatten sich bereist im Vorfeld einen Schlafplatz bei Genosse Roos gesichert – eine ordentliche Sause war also vorprogrammiert.

In Heudorf angekommen freuten wir uns über einen Lkw-Anhänger, der als Bühne diente, über eine geile Anlage vom MMBS sowie über ein liebevoll zusammengeschustertes FOH. Das alles befand sich auf einer Wiese, die etwas abseits von Heudorf lag. Einige Dorfmenschen waren gerade damit beschäftigt, das Gelände mit einem Bauzaun einzugrenzen. Andere Dorfmenschen vergnügten sich mit zahlreichen Spielen wie zum Beispiel Schubkarren fahren oder „Bierkästenunterdenfüßenstapelnabernichtrunterfallen“. Wir schauten ihnen dabei zu und unterhielten uns nebenher mit den Kollegen. Wie schon am Vortag in Altheim sah der Himmel auch an diesem Abend alles andere als vielversprechend aus…

Wir machten einen kurzen Soundcheck und freuten uns dabei über ein neues Gimmick auf der Bühne – das Roosophon! Das Roosophon war nichts anderes als ein alter Telefonhörer, der neben Jojos Mikro montiert wurde. Wenn man hineinsingt, dann klingt das wie durch ein Telefon – Musiker nennen das den „Telefoneffekt“. Klingt richtig geil und kommt bei Songs wie zum Beispiel „The Thing About You“ oder „Like A Rockstar“ an den entsprechenden Stellen sehr fett! Wir sind jedenfalls restlos begeistert vom Roosophon! Ein Hoch auf unseren Mischer Roos, der das Teil in mehr als sieben Stunden Arbeit zusammengebaut hat! 🙂 Ein weiteres Hoch auf den Typ, der die Siegerehrung moderiert hat! Junge, so ein Schwäbisch ist sogar für uns erstaunlich!! 🙂

Nach dem Soundcheck ging Nippel an den Getränkeausschank und bestellte sich ein Spezi. Er gab einen der Gutscheine her, die er zuvor vom Veranstalter bekommen hatte. Der Kerl hinter der Bar meinte: „Die sind fürs Essen. Getränke bekommst du auch so!“ – Nippel: „So viel wie ich will??“ – „Du solltest halt nicht kotzen!“ – „Ich hab ja auch nur ein Spezi bestellt!“ – „Du kennst unser Spezi nicht!“ Dann gab der Typ dem Nippel eine Flasche, die dank ihrer komischen Form und ihrem seltsamen Etikett eher einem Mittel zum Wunden verätzen als einem Spezi ähnelte! 🙂 Das Ganze schmeckte wie schlechtes Schwipp Schwapp. Sédon erging es ähnlich: Er hatte sich ein Radler bestellt. Er trank einen Schluck und verzog sofort das Gesicht. Mit den Worten: „Wa isch au des für a Gilla?“ schüttete er das „Radler“ in die Wiese. Obacha, des Gseff! Holger, der mittlerweile auch in Heudorf eingetroffen und noch sichtlich vom Vortag geschädigt war, meinte lachend: „Das hätt ich dir gleich sagen können. Die Brauerei in Hailtingen ist für ihr schlechtes Bier bekannt!“ 🙂

Sédon lies sich also von unseren Nagoldern Cris und Lange mit Jackie Cola versorgen. Ja, die beiden waren (so unglaublich das klingen mag) erneut am Start! Nach Altheim hatten sie im Auto übernachtet. In Riedlingen wurde gegessen und danach ging’s nach Heudorf – und das alles wegen uns! Obwohl wir mittlerweile fast schon mit ihnen rechnen, so erstaunen uns die zwei doch immer wieder… 🙂

Irgendwann spazierte Nippel an den Rand eines Gerstefelds, um dort seine Blase zu entleeren. Jojo und Jürgen rannten urplötzlich auf ihn los und taten so, als ob sie ihn hineinschubsen wollten. Nippel flüchtete ins Feld, tappte in ein Loch und flog kopfüber in die Gerste! Roos, Jojo, Moni und die Nagolder kriegten sich vor Lachen kaum mehr ein! 🙂 Nippel klagte im Anschluss über Juckreiz, was nicht weiter verwunderlich war: Überall klebte Gerste an seinen Klamotten… 🙂

Nach 21.00 Uhr starteten die Jungs von CABBAGE AND TURNIP in ihren vorerst letzten Gig. Die Jungs um ihren scheidenden Bassisten Michi wollen sich eine Sommerpause gönnen und danach schauen wie, bzw. ob es überhaupt weiter geht. Leider hatten die Jungs einen denkbar ungünstigen Tag für ihr Abschiedkonzert erwischt: Es waren kaum Leute am Start. Die wenigen, die sich auf das Gelände verirrt hatten, standen überall – nur nicht vor der Bühne. Auch als nach CABBAGE AND TURNIP die Jungs von [INSERT COOL NAME] losrockten, zeigten die Dorfmenschen kaum Interesse. Das war sehr schade, denn Bene und seine Mannen präsentierten sich in Bestform! Wir hatten einen Heidenspaß und freuten uns über die mit viel Hingabe vorgetragenen Songs. Auch Jürgen, der die Inserts zum ersten Mal sah, war sichtlich beeindruckt. Geile Vorstellung!

Zum Schluss waren wir an der Reihe. Während unserem Intro betraten wir die Bühne und legten los. Wir hatten nicht sonderlich viel von diesem Gig erwartet – zu Unrecht, wie sich rausstellen sollte: Vermutlich dank Heimvorteil schafften wir es ca. 40 Leute vor die Bühne zu locken. Naja, immerhin. Wir spielten einen unserer besten Gigs überhaupt (vor allem Sédon!) und sorgten für gute Stimmung. Immer dann, wenn man absolut nix erwartet, wird’s irgendwie doch geil! Wir zeigten enorme Spielfreude und hatten großen Spaß mit unserem nagelneuen Roosophon. Auch den Leuten schien das seltsame Utensil zu gefallen. Keine Frage – dieses Teil wird uns auch bei zukünftigen Gigs begleiten, darauf könnt ihr Gift nehmen! 🙂

Mitten in unserem Set stimmten wir „Happy Birthday To You“ für ein Mädels namens Livi an. Alles gute zum 19ten! Livi freute sich sehr über unser Ständchen. Wir rockten weiter. Plötzlich kamen drei junge Mädels (neun, elf und zwölf Jahre alt) vor die Bühne und bangten wie verrückt! Ihr langen Haare tanzten durch die Gegend und zogen die Blicke magisch an. Irgendwann knieten die drei sogar vor der Bühne im Matsch! Bei unserer Zugabe holten wir Jenni, Jessi und Nicole zu uns auf die Bühne, wo sie ihr Haarspektakel erneut zelebrierten! Die drei hatten einen Heidenspaß! Wir übrigens auch! Wer hat nicht gerne Tänzerinnen auf der Bühne – noch dazu, wenn sie über zehn Jahre jünger sind?? 😉

Nach dieser etwas anderen Zugabe bedankten wir uns beim Publikum und verließen hochzufrieden die Bühne. Jojo und Sédon bauten sofort ab. Nippel ging erst mal an die Bar und lies sich dort von Geburtstagskind Livi einen schmackhaften Cocktail zubereiten – es sollte nicht der letzte des Abends bleiben…

Irgendwann war alles außer unserem Merch-Stand sicher in unseren Karossen verstaut. Im Falle von Sédon sogar sicherer, als ihm lieb war: Er hatte den Schlüssel im Auto vergessen und die Tür zugehauen. 🙂 Naja, das ist zwar ärgerlich, aber so was kommt halt vor. Der Merch-Stand wurde dann eben bei Holger im Auto untergebracht.

Nach und nach räumten unsere Ravensburger Kollegen das Feld. Auch Jojo fuhr mit den anderen Saulgauern relativ bald nach Hause. Schließlich kratzte auch Holger die Kurve. Sédon, Roos, Nippel und die beiden Nagolder hatten noch eine ausgesprochen spaßige Party bis zum Morgengrauen. Cris und Lange gingen im Auto schlafen, während Roos, Nippel und Sédon noch einen Fußmarsch nach Dürmentingen hinter sich bringen mussten. In der Roosschen Residenz wartete bereits dessen bessere Hälfte Nadja auf uns und empfing uns freundlich. Gegen 6.00 Uhr in der Früh gingen wir zu Bett. Am nächsten Morgen gab es ein üppiges Frühstück.

Für einen unerwartet schönen Abend bedanken wir uns bei: den Organisatoren des Fests ohne Grenzen, Stefan, Holger, Cris & Lange, Raidi, Bucki, Moni, Nadja, MMBS (unter anderem für die Ersatzendstufe), den Technikern, [INSERT COOL NAME], CABBAGE AND TURNIP, Livi, den anderen Menschen hinter der Bar sowie beim magischen Dreieck: Balakov, Bobic, El… ähm wir meinen natürlich: Jessi, Jenni, Nicole. Ihr wart bezaubernd!

Wir bedanken uns NICHT bei der Brauerei Hailtingen!

31.07.05

TOUR DIARY – 29.07.05 | ALTHEIM, Altheimer Open Air

Am Anfang dieses Gig Reviews möchten wir uns zunächst einmal bedanken und zwar bei allen Leuten, die uns am 15.04.05 beim Shoot Out im Riedlinger Bollwerk unterstützt haben. Euch allein haben wir den Auftritt beim Altheimer Open Air zu verdanken!

Das Altheimer Open Air ist das größte und bekannteste Festival in unserer Umgebung. In den letzten Jahren waren wir dort regelmäßig als Zuschauer zugange – dass wir einmal selbst dort spielen durften, war etwas Besonderes für uns. Entsprechend groß war unsere Vorfreude, denn wir sollten in Altheim unter anderem die einstigen Crossover-Pioniere H-BLOCKX supporten!

In der Woche vor dem Open Air probten wir fleißig. Bei einer Probe warteten Jojo und Nippel (wie so oft) auf Sédon, der mal wieder nicht zum vereinbarten Zeitpunkt im Bandraum erschien. Als schließlich mit halbstündiger Verspätung sein Auto auf den Stinneshof kurvte, riss Jojo leicht wütend das Fenster auf, um Sédon anzumaulen. Auch Nippel stand genervt am Fenster. Sédon stieg aus, streckte die Arme in den Himmel und rief aus voller Kehle: „Wir spielen in Altheim!!!“ Das war intelligent gemacht, denn Jojos und Nippels Verärgerung war sofort wie weggeblasen… 🙂

Am Nachmittag des 29. Juli trafen wir uns voller Vorfreude bei Nippel und düsten in drei Autos los. Unterwegs stießen wir auf einen BMW, der mit 60 über die Landstraße tuckerte. Wir warteten kurz, bis dieser BMW hinter einem Traktor feststeckte und überholten dann im Dreierpack. 🙂 In Waldhausen holten wir unseren Mischer Jürgen sowie unseren Backliner Holger ab, die sofort für gute Stimmung sorgten.

In Altheim angekommen wurden wir freundlich von den Organisatoren empfangen. Überall hieß es „Hallo Coleslaw!“ Holger: „Das gibt’s ja nicht, jetzt werde sogar ich schon so begrüßt!“ – Nippel: „Na was hast du erwartet? Hallo DIE HAPPY oder was??“ 🙂 Wir bekamen unsere Backstage-Ausweise ausgehändigt und wurden von Organisator Dominik kurz übers Gelände geführt. Wie immer in Altheim war alles bestens hergerichtet. Neben dem Festivalgelände durften wir uns in diesem Jahr erstmals auch den Backstagebereich zu Gemüte führen: Hinter der Bühne stand der Nightliner (Reisebus) von den H-BLOCKX. Ein Weg führte von der Bühne bis ins Backstagezelt, wo für jede Band ein gut gefüllter Kühlschrank bereit stand. Wir fanden das total außergewöhnlich! Altrockstar Holger bremste unseren Enthusiasmus und erklärte uns, dass das ganz normal ist. Dann holte er sich gleich mal ein Bier aus dem Kühlschrank. Im Zelt machten wir Bekanntschaft mit den netten Kollegen von NEVERMIND und kamen sofort blendend aus.

Rechts vor der (für unsere Verhältnisse enorm großen) Bühne bauten wir unseren Merchandise-Stand auf. Nachdem unser Equipment ausgeladen war, stellten wir unsere Autos in einem abgetrennten Parkbereich ab. Der war eigentlich nur für die Bands gedacht und nirgends ausgeschildert. Trotzdem kamen auf einmal unsere Nagolder Hardcore-Fans Cris und Lange daher gefahren. Wir begrüßten sie freudig und nahmen sofort ihren weinroten Mercedes in Augenschein, der an den Fenstern mit Coleslaw-Fotos vollgeklebt war. Ihr seid unglaublich!!

Eigentlich war alles perfekt – abgesehen von den dunklen Wolken, die am Himmel aufzogen. Die sahen sehr nach Regen aus. Die Polizei kam extra auf dem Festivalgelände vorbei, um eine Unwetterwarnung auszusprechen! Auch H-BLOCKX-Frontmann Henning verzog das Gesicht, als er gegen 16.00 Uhr mit den Worten „Guten Morgen!“ aus dem Tourbus kam und gen Himmel blickte. Henning: „Was meint ihr? Hält das Wetter?“ – Jojo: „Sieht nicht gut aus. Grad war die Polizei da und hat ne Unwetterwarnung ausgesprochen.“ Naja, abwarten und Tee trinken…

Um 17.00 Uhr machten wir als einzige Band des Abends einen Soundcheck. Der Monitorsound war umwerfend gut – man hörte sich perfekt. Beruhigt legten wir die Instrumente nieder und vertrieben uns die Zeit im Backstagezelt. Dort unterhielt sich Holger angeregt mit den witzigen Franzosen von P.O.BOX. Wir unterschrieben derweil fleißig Plakate, die als Preise für ein Gewinnspiel gedacht waren. Natürlich unterschrieben darauf nicht nur wir, sondern auch alle anderen Bands – sonst wäre das Gewinnspiel nicht sehr reizvoll gewesen… 🙂

Um 18.00 Uhr war Einlass. Wir begaben uns nach draußen und begrüßten zahlreiche bekannte Gesichter. Jojos Bruder Stefan, Jonne und Gero nahmen am Merch-Stand platz. Wir freuten uns sehr auf unseren Gig, obwohl es immer mal wieder leicht tröpfelte. Um 19.00 Uhr machten wir uns spielbereit. Unser Backliner Holger hatte alles bestens hergerichtet: Für jeden von uns stand ein geöffnetes Mineralwasser bereit. Daneben lag ebenfalls für jeden ein Handtuch. 🙂

Jürgen begab sich zum FOH und lies unser Intro laufen. Wir betraten die Bühne und rockten los. Obwohl sich am Himmel dunkle Wolken türmten, sollte es während unseres gesamten Gigs trocken bleiben. Trotzdem waren wohl viele Leute wegen der unsicheren Wetterlage zu Hause geblieben. Gerade mal zwischen 200 und 300 Leute waren über das Gelände verstreut, als wir spielten. „Egal!“ dachten wir uns und zeigten uns von unserer besten Seite. Wir rockten was das Zeug hielt und konnten zumindest die meisten Anwesenden restlos überzeugen. Zwischen unseren Songs gab’s ordentlich Applaus. Die Nagolder schwangen wie immer kräftig das Tanzbein. Uns machte es großen Spaß auf der gigantischen Altheim-Bühne zu rocken! Wenn uns das vor ein paar Jahren einer erzählt hätte – wir hätten ihn für verrückt erklärt! Mit „This Misery“ beendeten wir unser knapp 45-minütiges Set, verließen hochzufrieden die Bühne und umarmten uns. Sédon: „Jungs, wir haben in Altheim gespielt!!“ 🙂

Im Anschluss an unseren Gig räumten wir unser Zeug (natürlich nur das, was von NEVERMIND nicht gebraucht wurde) von der Bühne und wünschten dem Trio aus Schlitz 🙂 viel Glück. Leider fing es jetzt zu regnen an und die Leute vor der Bühne waren nur schwer bei Stange zu halten. Trotzdem lauschten einige dem spaßigen Deutsch-Punk von NEVERMIND. Unter anderem wurde eine lustige Coverversion von „Emanuela“ (FETTES BROT) präsentiert.

Der Ska von P.O.BOX sagte uns weniger zu. Wir setzten uns daher an einen Tisch im Backstagezelt. Auf einmal kam H-BLOCKX-Frontmann Henning herein und gesellte sich zu uns. Nippels Kumpel Niklas staunte nicht schlecht, als er auf einmal mit einem echten Rockstar am Tisch saß und dieser gleich mal eine Zigarette schnorrte. 🙂 Da hatte man im Vorfeld alles mögliche über die H-BLOCKX gehört – sie seinen arrogant, unfreundlich und kompliziert – und auf einmal sitzt man mit ihrem Frontmann an einem Tisch und er ist ein ganz normaler Mensch wie du und ich. Von Arroganz keine Spur! Henning war sehr freundlich und plauderte locker aus dem Nähkästchen. Nach ein paar Minuten meinte er: „Ich bin übrigens der Henning!“ – Jojo: „Das haben wir uns fast schon gedacht!“ 🙂 Jojo: „Ich weiß noch ganz genau, wie ich vor zehn Jahren „Little Girl“ auf meiner ersten Gitarre nachgespielt hab und dazu vor dem Spiegel posierte.“ Henning schaute etwas verdutzt und meinte: „Dabei sind die Griffe doch so einfach!“ Jaja, damals… Gitarrero Jojo, H-BLOCKX-Fan der ersten Stunde, nutzte natürlich daraufhin die Chance und stellte alle seine Fragen, die er schon immer mal loswerden wollte und das waren einige. Henning nahm sich aber alle Zeit der Welt, machte sich zwischendurch ein Bierchen auf und prostete uns zu. Auch die Vans Warped Tour in Amerika war ein Thema – 30 Städte in 31 Tagen. Damals waren unter anderem EMINIEM, BLINK 182, und ICE-T mit am Start, was selbst dem erfahren H-Block noch einen Glanz in die Augen zauberte. ICE-T, der immer ausschweifende Backstageparties feierte und auch nicht davor zurückschreckte, bei einer Wasserschlacht, seine „richtige“ Wumme zu ziehen und im Scherz mit tödlichen Schüssen zu drohen; morgens mit den PENNYWISE-Jungs grillen und viele solche Geschichten. Wir hörten gespannt zu und saßen mit aufgerissenen Mündern da, so weit aufgerissen, dass man den Nightliner der H-BLOCKX problemlos darin hätte parken können. 🙂

Auf die Frage, wie viele Konzerte die H-BLOCKX mittlerweile gespielt hatten, meinte Henning: „Heute ist unser 1000stes!“ – Nippel: „Jetzt echt? Oder habt ihr das bei den letzten 20 Gigs auch schon gesagt??“ – Henning (grinsend): „Naja, so ganz genau weiß ich’s nicht, aber wenn die Stimmung scheiße ist, dann kommt so eine Ansage immer gut!“ 🙂 Irgendwann suchte Nippels Kumpel Niklas nach einem Blatt Papier, um sich Autogramme zu holen. Nippel: „Ich besorg dir was zum Schreiben!“. Nippel ging also nach draußen und traf vor der Bühne Niklas’ Kumpel Daniel. Der fragte: „Wo ist der Niklas??“ Nippel: „Der ist Backstage und unterhält sich mit dem Henning von den H-BLOCKX.“ Daniel: „Echt? Hmm, vielleicht bringt er ihn ja dazu, in die SPD einzutreten!“ Lachend ging Nippel weiter zum Merch-Stand, wo er sich ein paar Flyer schnappte. Holger: „Mein Bier ist leer. Ich geh ins Backstagezelt.“ – Nippel: „Gib dem Niklas die Flyer. Der will Autogramme holen!“ – „Goht klar!“, entgegnete Holger und stapfte gen Backstagebereich. Im Zelt angekommen gab er Niklas die Flyer und holte sich ein neues Gseff. Niklas reichte Henning einen Flyer nach dem anderen. Henning: „Was soll ich schreiben?“ – Niklas: „Für Daniel“, „Für Robert“ usw… Stefan meinte grinsend: „Für Ebay!“ – Henning: „Das hab ich auch schon mal probiert – keiner wollte es haben!“ 🙂

Im Anschluss an P.O.BOX präsentierte BOPPIN’B fetzige Sascha-Songs in bester Elvis-Manier. Es war sehr unterhaltsam, den Jungs zuzuhören. Auch dem Publikum gefiel’s. BOPPIN’B spielte sehr lange. Während dem gesamten Gig regnete es nicht. Erst als gegen halb eins die H-BLOCKX die Bühne enterten, goss es wie aus Kübeln. Das tat der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch. Mehrere tausend Leute waren mittlerweile auf dem Festivalgelände. Die H-BLOCKX präsentierten einen Hit nach dem anderen und wurden vom Publikum trotz Regen total abgefeiert. Fetter Sound, geile Bühnenpräsenz! Henning zum Publikum: „Wenn ihr nass werdet, dann tu ich das auch!“ Dann kippte er sich eine komplette Flasche Mineralwasser über den Kopf. 🙂 Irgendwann brachte er (wie angekündigt) seine Ansage: „Altheim, wir haben uns unser 1000stes Konzert extra für euch aufgehoben!“ und erntete wie erwartet tosenden Applaus. Wir saßen während dem Gig meistens an unserem Merch-Stand. Manne baute dort mit einer Plane ein Dach auf, so dass wir ein trockenes Plätzchen hatten. Manchmal gingen wir auch hinter die Bühne, um von dort aus den H-BLOCKX zuzuschauen. Mit dem Jonny Cash-Klassiker „Ring Of Fire“ beendeten sie ihren beeindruckenden Gig. Uns hat’s sehr gefallen! Fette Show!!

Das Gelände leerte sich durch den Regen ziemlich schnell. Überall war es matschig. Man musste beim Rumlaufen aufpassen, dass man nicht auf die Fresse flog. Wir blieben noch eine ganze Weile in Altheim und hatten großen Spaß! Irgendwann saßen wir alle wieder im Backstagezelt. Die Kollegen von NEVERMIND liefen dort stockbesoffen durch die Gegend und sorgten für gute Stimmung. Auch Holger war gut dabei. Er hat an diesem Abend auf beeindruckende Weise gezeigt, dass man auch mit über 30 noch das volle Programm eines 15-jährigen abspulen kann. Respekt!! 😉

Nach und nach fuhren dann auch die letzten nach Hause. Was für ein geiler Abend! So könnte es doch immer sein…

Jojo, Nippel, Sédon und Jürgen bedanken sich herzlich bei: Holger, Stefan, Jonne, Gero, Manne, Zimmi, dem Altheimer Open Air Team (Liese, Jürgen, Dominik, Max und vielen anderen…), dem Team von Audio Concept, NEVERMIND, P.O.BOX, H-BLOCKX (vor allem Henning), Spoiler-Hanne, Claudi, Raidi, Bauser, Cris & Lange, Harry & Anhang, Dr. Modula, Pasl, Vroni, St. Anger, Silva, Marco, Maxi, Niklas, Robert, Daniel, Carina, Moni und Alex.

25.07.05

ALTHEIMER OPEN AIR, ROCKSTRINGS AUF DVD, ALBUM

Hier ein paar Informationen zu derzeit häufig gestellten Fragen:

Beim Altheimer Open Air, wo wir am kommenden Freitag auftreten, sind wir Opener. Wer uns sehen will, sollte spätestens um 19.00 Uhr auf dem Festivalgelände sein. Der Kartenvorverkauf wurde mittlerweile eingestellt – es wird jedoch noch Karten an der Abendkasse geben.

Unsere beiden Rockstrings-Konzerte (8. & 9. Juli in Krauchenwies) wurden von einem Kamera-Team mitgeschnitten. In einiger Zeit werden die besten Songs dieses Events auf DVD erscheinen. Momentan werden die Aufnahmen noch bearbeitet.

Unser geplantes Album erscheint definitiv erst 2006. Wir wollen uns für diese CD ausgiebig Zeit nehmen und uns nicht unter Druck setzen. Die nächsten Wochen und Monate werden wir nutzen, um neue Songs zu schreiben. Bereits jetzt haben wir neues Material, das wir jedoch noch nicht live präsentieren wollen. Unser Studio-Aufenthalt ist für Ende 2005 geplant. Bis es so weit ist, sind wir noch einige Male live unterwegs. Aktuelle Konzertdaten erfahrt ihr wie immer unter NEXT GIGS.