02.05.05

WERBESPOT MIT COLESLAW

Das Rote Kreuz Nagold arbeitet derzeit an einer großen Werbeaktion, mit der zur Blutspende und zu mehr Zivilcourage aufgerufen werden soll. Um hierbei auch jüngere Zielgruppen anzusprechen, wurden wir im Rahmen dieses Projekts für einen zweiteiligen Werbespot engagiert:

1. Teil: Bei einem Coleslaw-Konzert kommt es zu einem tragischen Unfall. Ein Konzertbesucher stürzt von der Galerie der Halle und verletzt sich dabei schwer. Die Band (das sind wir!) nimmt zwar Kenntnis davon – spielt jedoch unbeeindruckt weiter. Auch die anderen Konzertbesucher verhalten sich alles andere als hilfsbereit. Ganz im Gegenteil: Als endlich der Rettungsdienst eintrifft, versperren zahlreiche Gaffer den Weg. Schließlich pfuschen auch noch die Ärzte, so dass der schwer verletzte Konzertbesucher im Krankenhaus verstirbt.

2. Teil: Wiederum kommt es zu dem Unfall. Diesmal verhalten sich jedoch alle Beteiligten vorbildlich: Die Band hört sofort auf zu spielen, um Ruhe in die Halle zu bringen. Die Konzertbesucher machen für die Rettungkräfte bereitwillig Platz. Der Schlagzeuger der Band (das ist Sédon!) leistet sogar erste Hilfe. Im Krankenhaus wird dem schwer verletzten Konzertbesucher schließlich eine lebensrettende Blutkonserve verabreicht, während sich der Bassist der Band (das ist Nippel!) um seine Freundin kümmert.

So viel zum groben Inhalt des Werbespots, der am 25. und 26. Mai in der Konzerthalle in Nagold gedreht wird. Wer Lust hat, bei dem Dreh als Konzertbesucher zu fungieren, ist herzlich willkommen! Der fertige Werbespot wird an den Schulen im Nagolder Umkreis verteilt sowie in einigen Kinos ausgestrahlt. Des weiteren wird das Projekt in Presse und Rundfunk beworben.

Im November 2005 wird es in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz zu einem tatsächlichen Coleslaw-Konzert in der Nagolder Gegend kommen. Sobald der exakte Termin feststeht, erfahrt ihr es wie immer unter NEXT GIGS.

17.04.05

TOUR DIARY – 15.04.05 | RIEDLINGEN, Bollwerk

Wie viele andere Bands aus ganz Deutschland hatten auch wir uns für das 11. Altheimer Open Air beworben. Bereits als wir in die engere Auswahl kamen, schlugen unsere Herzen höher. Die endgültige Entscheidung fiel den Organisatoren schwer. Deshalb wurde im Riedlinger Club „Bollwerk“ kurzerhand ein Shoot Out anberaumt: Hierbei sollten insgesamt sechs Bands gegeneinander antreten – die Siegerband sollte die Ehre haben, am 29. Juli in Altheim zu spielen…

Ohne große Erwartungen (aber voller Vorfreude!) fuhren wir also an jenem Freitagabend nach Riedlingen ins Bollwerk. Wir waren ziemlich spät dran, doch dank einer ausführlichen Wegbeschreibung, die wir von den Organisatoren bekommen hatten, fanden wir auf Anhieb zum Bollwerk. Mischer Jürgen war bereits dort und begrüßte uns herzlich.

Die Reihenfolge, in der die sechs Band auftreten sollten, wurde ausgelost. Unser Los blieb bis zum Schluss liegen, was bedeutete, dass wir erst um 0.50 Uhr an der Reihe waren. Somit hatten wir uns umsonst beeilt. Naja, nix ist umsonst: Wir begrüßten einige Leute und gingen dann noch zum Vespern in eine nahe gelegene Döner-Bude. Zumindest Sédon, Nippel, Jürgen und Carina gingen dort hin. Jojo blieb als einziger im Bollwerk. Damit war er wirklich eine Ausnahme, denn die meisten Mitglieder der anderen Bands waren ebenfalls in der Döner-Bude versammelt, um dort zu speisen. Wen wundert’s?? 🙂

Als wir zurück ins Bollwerk kamen, spielte bereits die erste Combo: Die Jungs von VALÉRIEN präsentierten spaßigen Deutsch-Punk in bester SPORTFREUNDE-STILLER-Manier. Weiter ging’s mit den Lokalmatadoren von SOULSICK und INZANE, die härtere Geschütze auffuhren und brachiale Metal-Riffs präsentierten. Sowohl vor, als auch auf der Bühne, wurde fleißig headgebangt. Wir lauschten dem Sound und freuten uns über zahlreiche bekannte Gesichter, die uns ins Bollwerk gefolgt waren. Man unterhielt sich und hatte seinen Spaß. Übrigens: Das Bollwerk war von Anfang an brechend voll und platze fast aus allen Nähten! Die Stimmung war dementsprechend gut – wobei die Hitze fast unerträglich war. Die Pause zwischen zwei Bands wurde daher von den meisten Gästen genutzt, um sich draußen eine kleine Erfrischung zu gönnen.

Nach INZANE ging’s mit den Kollegen von SCRUBS weiter, die sich schnell und punkig präsentierten. Im Anschluss folgte die unserer Meinung nach stärkste Band des Abends: SEMTEX aus Ulm fuhren auf der progressiven New Metal Schiene – und das ziemlich gut! Melodische Strophen kontrastierten mit brachialen Schrei-Passagen. Sehr ordentliche Band!

Gegen Ende ihres Gigs machten wir uns bereit. Wir holten unsere Instrumente aus den Autos hievten sie durch das noch immer brechend volle Bollwerk. Man fühlte sich wie in der Sauna. Kurz vor dem Gig bekam für einen Moment jeder von uns die Kretze: Sédon suchte verzweifelt nach einem Teil der Hi-Hat. Nippel hielt Ausschau nach seinem Bass, den einer von den SEMTEX-Jungs versehentlich mitgenommen hatte. Jojo kämpfte mit seiner Gitarre, die sich durch den massiven Temperaturunterschied von draußen zu drinnen nur schwer stimmen ließ. Nach der anfänglichen Aufregung bekam man jedoch alles in den Griff und machte einen kurzen Line-Check.

Wir holten uns das „Okay“ von Mischer Jürgen und rockten mit „Me Again“ los. Wir waren erfreut, dass trotz der späten Stunde noch sehr viele Leute im Bollwerk waren und vor der Bühne unserem Gig lauschten. Auf der Bühne fühlte man sich wie in einer Sauna: Der Schweiß rann über unsere Gesichter und Sédons Becken spritzen bei jedem Schlag mit Kondenswasser um sich! Kein Scheiß!! Kurz gesagt: S’war a Bollahitz im Bollwerk!! 🙂 Trotz dem Tropen-Klima machte es irrsinnig Spaß, in dem Riedlinger Club zu rocken. Die Leute vor der Bühne bewegten sich zum Sound – und schwitzen nicht weniger als wir! Zwischen den Songs gab’s kräftig Applaus, obwohl unsere spielerische Leistung an diesem Abend eher bescheiden war. Am Schluss wurde sogar nach einer Zugabe verlangt! Ausnahmsweise spielten wir keine – die anderen Bands hatten schließlich auch keine Möglichkeit dazu gehabt. Wir bedankten uns und verließen klatschnass die Bühne.

Nach unserem Gig leerte sich das Bollwerk zunehmend. An der Kasse stand für jede Band eine Art Briefkasten bereit. Jeder der nach draußen ging, hatte dort die Möglichkeit, für eine Band zu stimmten, indem er einfach seine Abstimmkarte in den jeweiligen Briefkasten warf. Irgendwann waren nur noch wenige Leute sowie die Mitglieder der einzelnen Bands da, die natürlich gespannt auf das Endergebnisses warteten. Einer der Organisatoren betrat plötzlich die Bühne und schnappte sich das Mirko. Sinngemäß wiedergegeben hat er ungefähr folgendes gesagt: „Es war verdammt knapp – ich werde jetzt die drei Bands mit den meisten Stimmen vorlesen: Auf Platz drei mit 56 Stimmten: VALÉRIN. Auf Platz zwei mit nur zwei Stimmen mehr: INZANE. Mit weiteren sechs Stimmen mehr hat COLESLAW aus Bad Saulgau gewonnen!“

?

Da waren wir erst mal sprachlos. Keiner von uns sagte was. Jeder hielt einen Moment inne und blickte ungläubig vor sich hin. Eine Sekunde später fiel man sich voller Freude gegenseitig um den Hals! COLESLAW beim Altheimer Open Air 2005 als Support von den H-BLOCKX – wir hatten es tatsächlich geschafft!! 🙂 Nicht nur wir, sondern auch einige unserer Fans (die, die noch da waren) lagen sich in den Armen! Wir bedankten uns für die großartige Unterstützung und wurden wenige Minuten später auch von Mitgliedern der anderen Bands beglückwünscht. Danke für diese netten Gesten – uns ist klar, wie gern auch ihr in Altheim dabei gewesen wärt!

Im Vorfeld dieses Shoot Outs war oftmals von einem Heimvorteil der Riedlinger Bands INZANE und SOULSICK die Rede gewesen. Natürlich war da was dran. Fairerweise sollte man jedoch dazu sagen, dass auch wir einen gewissen Heimvorteil hatten, denn von Bad Saulgau nach Riedlingen ist es schließlich nicht allzu weit. Bands wie SEMTEX aus Ulm oder SCRUBS aus Leutkirch hatten es jedenfalls bedeutend schwerer, Leute zu mobilisieren!

Wir blieben noch eine Weile im Bollwerk und unterhielten uns mit allen möglichen Leuten. Schließlich fuhren wir hochzufrieden nach Hause.

Wir danken dem Organisations-Team vom Shoot Out sowie der Belegschaft vom Bollwerk!

Außerdem danken wir unserem Roos am Mischpult, sowie den vielen Leuten, die mit uns nach Riedlingen gefahren sind, um uns zu unterstützen: Holger, Manne, Jonne, Zimmi, Niklas, Bine, Claudi, St. Anger, Silva, Margott, Maxi, Moni, Carina, Claudi W. & Anhang, den Jungs von der Bude (Bernde, Tobse & Co.), den Nagoldern (Cris, Stephan, Steffen usw…), Figel, Peider, Öre, Theresa & ihrem Kollegen (Fuck – mir ist dein Name schon wieder entfallen!), Julian, Schweitzi und allen, die ich vergessen hab!

Besonderer Dank geht an diejenigen, die uns noch nicht gekannt, aber trotzdem für uns gestimmt haben sowie an die anderen Bands: VALÉRIN, SOULSICK, INZANE, SCRUBS & SEMTEX.

Wir sehen uns am 29. Juli 2005 beim Altheimer Open Air!!

16.04.05

COLESLAW BEIM ALTHEIMER OPEN AIR

Wir konnten das Shoot Out im Riedlinger Bollwerk für uns entscheiden. Somit werden wir am 29. Juli 2005 beim Altheimer Open Air auftreten und dort unter anderem die H-BLOCKX supporten! Vielen Dank an alle, die mit uns nach Riedlingen gefahren sind! Ohne eure Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen…

Als Dankeschön gibt es unter der Rubrik DOWNLOADS ab sofort unseren brandneuen Song „Like A Rockstar“, den wir über die Ostertage zusammen mit Thimo Strobel aufgenommen haben, komplett zum runterladen. Ihr könnt mit dem Song machen, was ihr wollt: Brennen, euren Freunden weitergeben, auf andere Websites stellen oder covern – solange ihr ihn als unseren ausweist, ist alles erlaubt! 😉

10.04.05

TOUR DIARY – 08.04.05 | TUTTLINGEN, Tarantel

Dieser Gig wurde uns relativ kurzfristig angeboten. Da wir noch nie in Tuttlingen gespielt hatten und der Mensch am Telefon cool drauf war, haben wir ohne zu zögern zugesagt.

An besagtem Freitagmittag fuhren wir also mit Nippels und Sédons Karossen am Hofe des Musikmarkt vor. Nachdem wir kurz dass neue PA-Lager bestaunt hatten, schnappten wir uns Kartoffeldruckstudent Jürgen Roos und los ging die Fahrt! Außer uns Vieren war auch Ocarina mit von der Partie. Die Reise nach Tuttlingen verlief gewohnt kurzweilig und auch den Jugendclub „Tarantel“ hatten wir relativ schnell gefunden – und das obwohl Jürgen den Stadtplan falsch herum gehalten hatte! 🙂

Wir parkten direkt vor der Einganstür und begaben uns nach drinnen. Dort wurden wir freundlichst von der Belegschaft begrüßt. War ein netter Laden. So ne Mischung aus Kneipe (großer Tresen) und Live-Club (große Tanzfläche). Jürgen platzierte sein Rack neben dem Mischpult und verständigte sich mit dem Haustechniker. Wir saßen derweil im Backstageraum und unterhielten uns mit den netten Jungs und der netten Kroatin von der Opener-Band TRIAL SHOT. Wenig später gab’s ein geiles Buffet, an dem man sich bedienen konnte: Würstchen oder wahlweise Maultaschen mit allen möglichen Salaten und Beilagen. Großes Lob an die Küche! Schließlich bauten wir noch unseren Merch-Stand samt Kleiderschrank auf. Der Kleiderschrank ist ein von Sédon geschreinertes Kunstwerk, indem unsere T-Shirts und Pullis aushängen. Schaut’s euch bei Gelegenheit mal an! Hechtsche Qualitätsarbeit!! 🙂

Als die Headliner-Band CRACK FAMILY aus Stuttgart angekommen war, war endlich auch die Backline am Start. Es wurde kurz soundgecheckt, was angesichts des kleinen Mischpults keinen großen Sinn machte. Wir beschränkten uns darauf, unsere Gesangsmikros anzutesten. Anschließend gesellten wir uns zu den Jungs von der CRACK FAMLY in den Backstageraum. Waren cool drauf, die Typen: Man schimpfte auf die GEMA, man fachsimpelte über Equipment und mal wieder warf man mit Sprüchen um sich, die nur im Zusammenhang witzig sind. Die lustige Unterhaltung wurde alle paar Minuten auf amüsante Weise unterbrochen: Jedes Mal, wenn jemand im Haus die Klospülung betätigte, dann hörte sich das im Backstageraum an, als stünde man vor den Niagarafällen: Unter tosenden Lärm rauschten die Exkremente diverser Hausbewohner durch ein Rohr, dass an der Wand des Backstageraums entlangführe! Kleiner Tipp an den Tarantel-Chef: Die Bands würden über diesen Schauspiel noch viel mehr lachen, wenn das betreffende Rohr durchsichtig wäre! 🙂

Gegen 20.30 Uhr legte TRIAL SHOT los. Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Laden so gut wie voll. Die Stimmung war dementsprechend und unsere Vorfreude auf den anstehenden Gig steigerte sich zunehmend. Als die Jungs um Frontfrau Martina (sieht einfach geil aus, wenn Frauen Bass spielen und singen!) unter Applaus die Bühne verließen, bereiteten wir in Ruhe alles vor. Die Leute gönnten sich derweil eine Erfrischung und gingen nach draußen, wo Nippels Karre direkt vor der Tür stand. Was beim Ausladen Vorteile hat, kann später Unannehmlichkeiten mit sich bringen: Kurz vor dem Gig kam ein netter Kerl namens Claudius zu Nippel und hatte folgendes in der Hand: Rückspiegel, Block und Stift. 🙂 Es gibt halt doch noch ehrliche Leute, die es wenigstens zugeben, wenn sie was kaputt gemacht haben.

Kurz nach halb zehn legten wir los. Die Leute kamen wieder nach drinnen und die Stimmung stieg. Trotz der enormen Hitze machte es großen Spaß zu rocken, denn das Publikum war sehr interessiert. Vor allem in den ersten Reihen bewegte man sich kräftig zum Sound. Jürgen musste den Monitorsound fast gänzlich wegdrehen, so dass das das korrekte Singen ziemlich schwer war. Auch Sédon hatte mit dem fehlenden Montitorsound zu kämpfen. Aber, hey, sind wir mittlerweile nicht professionell? Wir ließen uns nix anmerken und rockten so gut es ging! 🙂 Das Publikum rockte mit uns! Auch die Jungs von der CRACK FAMILY standen vor der Bühne und fanden sichtlich Gefallen an unserem Sound. Wie schon eine Woche zuvor in Mengen war auch diesmal wieder die Cris aus Nagold angereist, um unserer Gurkenmucke zu lauschen. War ein ausgesprochen cooler Gig, der uns großen Spaß gemacht hat! Nach „Exhausted“ räumten wir die Bühne für die Kollegen.

Die begannen ihr Set mit einem sehr sperrigen und langatmigen Song, so dass die Leute nur langsam vor die Bühne kamen. Als danach jedoch eine rockige Funk-Nummer gebracht wurde, da kam das Publikum wieder zunehmend in Fahrt und rockte auch mit der CRACK FAMILY ab! Sehr eigenwillige Band, die wir äußerst geil fanden! Vor allem Bassist Boernie wusste mit seinem prägnanten Slapp-Spiel zu überzeugen. Sänger Thomas arbeitete mit hammergeilen Effekten in der Stimme – so was haben wir bislang noch nicht zu hören bekommen! Die Band zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie aus vier gänzlich verschiedenen Typen besteht. Wenn man seine Augen von links nach rechts (Gruß an Jürgen!) wandern lies, dann sah es auf einen Blick so aus, als würden Rob Tujillo, Billie Joe Armstrong und Dave Grohl zusammen musizieren. 🙂 Der Bandname CRACK FAMILY rührt laut Bassist Boernie daher, dass „wir alle aus zerrissenen Familien kommen“. Dementsprechend ging Frontmann Thomas textlich sehr sozialkritisch aber auch politisch zu Werke. Am ehesten ließe sich der Sound von der CRACK FAMILY noch mit RAGE AGAINST THE MACHINE vergleichen, wobei nicht nur gerappt, sondern auch gesungen wurde. Auf jeden Fall eine sehr geile Band, die wir nicht so schnell vergessen werden. Respekt!

Nach dem Gig der CRACK FAMILY saßen wir noch eine Weile an unserem Merch-Stand. Ocarina hatte dort während unseres Gigs Sachen verkauft. Vielen Dank dafür! Auch die Jungs von der CRACK FAMILY hatten noch ein paar CDs und Buttons dazugelegt, die wir natürlich auch versuchten zu verchecken. Irgendwann bauten wir unseren Stand ab. Jürgen schnappte sich die Kasse von der CRACK FAMILY. Er wollte sie zu den Jungs im Backstageraum bringen. Gerade, als er dort die Tür öffnen wollte, kam deren Drummer Stefan nach draußen und stieß mit Jürgen zusammen. Die Kasse fiel zu Boden und das ganze Geld Kleingeld rollte durch die Gegend. Stefan: „Entschuldigung, das wollte ich nicht!“ Jürgen zuckte nur mit den Achseln und ging mit den Worten: „Mir doch egal. Isch jo eier Geld!“ zurück zum Merch-Stand. 🙂

Als wir alles in unseren Karossen verstaut hatten, verabschiedeten wir uns vor der coolen Belegschaft und von der CRACK FAMILY und traten die Heimreise an. Während Jojo, Sédon und Carina nach Hause gingen, nächtigte Jürgen bei Nippel, da er am nächsten morgen wieder zu Alfons „Goht Klar“ Müller in den Musikmarkt musste.

Respekt an: Jürgen, Ocarina, die Belegschaft der Tarantel, den Koch oder die Köchin, die CRACK FAMILY, TRIAL SHOT und Claudius (falls er zahlt).

08.04.05

SHOOT OUT FÜRS ALTHEIMER OPEN AIR

Wie viele andere Bands aus ganz Deutschland, haben auch wir uns vor einigen Wochen fürs Altheimer Open Air beworben. Mittlerweile sind wir in der Endauswahl! Da den Organisatoren die endgültige Entscheidung schwer fällt, wird es am 15.04.05 (Freitag) ein Shoot Out im Riedlinger Bollwerk geben: Hierbei treten insgesamt sechs Bands gegeneinander an – der Siegerband winkt ein Auftritt beim Altheimer Open Air! Welche Band das sein wird, entscheidet bei diesem Wettbewerb ausschließlich das Publikum. Wir brauchen also eure Unterstützung und freuen uns über jeden Einzelnen, der mit uns nach Riedlingen fährt! Beginn ist um 20.00 Uhr.

04.04.05

TOUR DIARY – 02.04.05 | MENGEN, Ablachhalle, Crossing All Over Festival

Wir hatten uns im Vorfeld sehr auf dieses Festival gefreut. Nach einer ziemlich durchwachsenen Bandprobe fuhren wir daher frohen Mutes nach Mengen. Sédon, Jojo und Thimo düsten direkt in die Ablachhalle, weil ersterer sein Schlagzeug hinbringen musste. Nippel machte noch einen kleinen Abstecher nach Dürmentingen, um dort Mischer Jürgen Roos abzuholen.

In Mengen angekommen begrüßten wir die Jungs von GUNFIRE sowie die Herren von Audio Concept, die allesamt schon kräftig mit Aufbauen beschäftigt waren. Wir packten hier und da ein wenig mit an, hängten unseren Banner an die Wand und bauten unseren Merch-Stand auf. Nach und nach trudelten auch die anderen drei Bands in Mengen ein: Das waren ROOKIE JAM aus Erlangen, PARK LANE 7 aus Bad Mergentheim und 3 FEET SMALLER aus Wien.

Wie fast immer bei solchen Festivals, kam man mit der Zeit ein wenig in Verzug, als eine Band nach der anderen Soundcheck hatte. Hinzu kam, dass die Jungs von Audio Concept, die in der Region eigentlich für ihre hervorragende Soundarbeit bekannt sind, an diesem Tag massive Probleme mit der PA-Anlage hatten: Vor allem die Bass-Drum übersteuerte und hatte krachende Nebengeräusche. Fast eine Stunde lang vermochte keiner das Problem in den Griff zu bekommen und so mutierte der Soundcheck zunehmend zu einem Bass-Drum-Check. Man testete verschiedene Mirkos, man wechselte den Kanal und irgendwann schafften es die Jungs dann doch, die Nebengeräusche (fast) gänzlich zu verbannen.

Man wurde gerade noch rechtzeitig mit den Soundchecks fertig, als um 20.00 Uhr die ersten Leute in die Ablachhalle strömten. Naja, „strömten“ ist vielleicht ein wenig übertrieben, denn anfangs füllte sich die Halle recht zäh. Die Jungs von ROOKIE JAM hatten die unangenehme Aufgabe um 21.00 Uhr das Festival vor fast leerer Halle zu eröffnen. Obwohl ihre Musik – eine Mischung aus Punk und Ska – nicht von schlechten Eltern war, schafften sie es kaum, die Leute vor die Bühne zu locken. Immerhin schien der Sound vielen Anwesenden zu gefallen, so dass im Anschluss an den Gig die ein oder andere CD am Merch-Stand von ROOKIE JAM den Besitzer wechselte.

Als wir uns (mit Hilfe von Backliner Thimo) auf unseren Gig vorbereiteten, da wurde die Halle dann etwas voller. Richtig viele waren für Crossing-All-Over-Verhältnisse zwar immer noch nicht da, aber so zwischen 300 und 400 Leute waren es allemal. Das Erfreuliche war, dass sich gut zwei drittel davon vor die Bühne begaben, als wir gegen 22.00 Uhr mit „Me Again“ losrockten. Die alte Weisheit: „Schlechte Generalprobe – guter Auftritt“ schien sich mal wieder zu bewahrheiten. Jedenfalls spielten wir deutlich besser, als einige Stunden zuvor in unserem Bandraum. Auch dem Publikum schien’s zu gefallen: Fast alle blickten in Richtung Bühne und applaudierten kräftig zwischen unseren Songs. Wir waren sehr zufrieden und gaben unser Bestes. Selbst diverse Missgeschicke konnten uns an diesem Abend nicht aufhalten: Beim Intro zu einem Song verabschiedete sich Sédons Drumstick-Holder. Bei „Just Asking“ löste sich der Gurt von Nippels Bass-Gitarre. Er fing sie jedoch auf und spielte so gut es ging weiter. Unser CD-Producer Holger, der sich mal wieder unters Publikum gemischt hatte, wollte nach einigen Worten „grad zom Schbrind asetzta“, als Nippel seinen Gurt in einem Break wieder anbrachte.

Während wir rockten, saßen Jonne und Jojos Bruderherz Stefan am Merch-Stand und verkauften dort CDs und so. Jürgen freute sich am Mischpult über Jojos neuste Errungenschaft: Ein „Noisegate“, das an diesem Abend zum erstmalig zum Einsatz kam, verhinderte mit Erfolg Gitarrenrückkopplungen, die ein jeder Mischer so sehr hasst wie der Olli Kahn den Jens Lehmann! 🙂 Nach „This Misery“ und der Zugabe „Exhausted“ räumten wir unter Applaus die Bühne für 3 FEET SMALLER.

Wir verstauten unser Zeug im Backstagebereich und spazierten durch die Halle, die mittlerweile so ca. 500 Leute in sich hatte. Wir freuten uns zum einen über viel Lob und zum anderen über die geile Vorstellung von 3 FEET SMALLER! Vor allem Jojo, der seit Wochen deren CD hört, war sehr von dem Gig angetan und stand direkt vor der Bühne. Die Jungs um Frontmann Marcus gingen routiniert zu Werke und schafften es, das Publikum in Fahrt zu bringen. Es wurde kräftig gehüpft, geklatscht und gesungen!

Dementsprechend schwer hatten es die Lokalmatadoren von GUNFIRE im Anschluss, das Publikum bei Stange zu halten. Obwohl sich die Jungs abmühten, standen deutlich weniger Leute vor der Bühne, als zuvor bei 3 FEET SMALLER oder auch bei uns. Vielleicht lag es ja daran, dass viele der GUNFIRE-Fans irgendwo eingespannt waren – sei es an der Bar, am Weizenstand, an der Kasse oder sonst wo…

Als nach 1.00 Uhr die Jungs von PARK LANE 7 einstöpselten, waren bereits einige Leute nach Hause (oder auch nach K’Wald) gegangen. Von dieser Tatsache sichtlich unbeeindruckt, rockten die vier dunkel gekleideten Jungs selbstsicher durch ihr Programm und überzeugten so ziemlich jeden, der noch in der Halle war. Sehr geile Combo, die sich vor allem durch ihr präzises Zusammenspiel sowie durch ausdrucksstarken Gesang auszeichnete!

Gegen 2.30 Uhr war Schluss. Das Licht ging an und das Sicherheitspersonal versuchte – großteils ohne Erfolg – die Leute aus der Halle zu bringen. Wir verstauten unsere Instrumente in den Autos. Jojo fuhr gen Heimat. Sédon, Nippel, Jürgen und Holger blieben noch so lange, bis außer den Organisatoren kaum mehr einer in der Halle war. Man redete und hatte großen Spaß. Jürgen und Nippel besuchten zu später Stunde noch den Pizza-Stand in der Halle. Jürgen: „Eine Pizza!“ – Frau: „2 Euro!“ – Jürgen: „Waaa? So vill?? Friar hod a Pizza no zwoi Mark koschd!“ Jaja, früher war vieles anders! Musiker hatten zum Beispiel noch langes Haar… 🙂

Zu noch späterer Stunde setzten wir uns zu viert an einem Tisch. Eine nette Frau von der Bar fragte uns: „Wollt ihr noch Kaffee haben? Wir haben viel zu viel übrig!“ Wir nahmen das Angebot dankend an und so kam es, dass wir noch eine ganze Weile gemütlich beisammen saßen und Kaffee schlürften, während um uns rum schon geputzt wurde. Irgendwann verabschiedeten wir uns von den GUNFIRE-Buben und dem Audio Concept Team und fuhren dann nach Hause.

Grüße, Dank, Respekt und Rosenblüten vor die Füße gestreut gehen an: GUNFIRE (Piet, James, Wuuz, Wolfi, Gregor, Andi und Philipp), Jürgen, Thimo, Jonne, Stefan, Holger, Audio Concept (Wolfe, Stefan und noch einer), Claudi, Manne, Raidi, Schorsch, an die Belegschaft hinter der Bar, an den Pizza-Bäcker sowie an die anderen Bands.

01.04.05

COLESLAW-NEWSLETTER

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28.03.05

TOUR DIARY – 26.03.05 | LINDAU, Club Vaudeville, Emergenza Special Tour

Überrascht, dass hier ein Gig Review im Netz steht, obwohl gar kein Gig angekündigt war? Nun, das hat einen ganz einfachen Grund: Wir wussten selber nix von diesem Gig! Als wir an jenem Karsamstag gemütlich im Stinnes saßen und dort mit Thimo unseren neuen Song „Like A Rockstar“ aufnahmen, da schellte auf einmal das schneiderhansche Handy: Es war ITCHY POOPZKID-Manager Magge, dem für die am Abend stattfindende Emergenza Vorrunde in Lindau noch eine Gastband fehlte. Er gab uns ca. drei Stunden Zeit, um im „Club Vaudeville“ anzutanzen! Magge ist für seine Last-Minute-Anrufe bekannt: Bereits einige Tage vorher hatte er uns ähnlich kurzfristig einen Auftritt in Zürich (!) angeboten. Blöderweise war Jojo zu diesem Zeitpunkt in Stuttgart und Sédon in der Schreinerei gewesen, so dass wir schweren Herzens abgesagt hatten. Diesmal kam Magges Anruf jedoch sehr gelegen: Wir waren ja alle drei im Stinnes und hatten mit Thimo sogar einen Mischer dabei! Wir freuten uns wie die Griechen über ihren EM-Titel und ließen alles stehen und liegen: Unsere Aufnahme wurde kurzerhand auf Ostermontag verschoben, wir sagten per Handy noch einige Termine ab, wurden dafür teilweise beschimpft und fuhren dann trotzdem frohen Mutes mit zwei Autos gen Bodensee! Am Steuer saßen Thimo und St. Anger, denen an dieser Stelle herzlich für ihre spontane Hilfe gedankt sei! Neben den beiden war auch Moni mit von der Partie.

St. Anger fuhr voraus und gab kräftig Gummi. Jojo versuchte den Weg zum Club Vaudeville auszuchecken. Moni gab seelischen Beistand. Im anderen Auto drückte auch Thimo das Gaspedal durch und demonstrierte die beeindruckenden Kickdown-Fähigkeiten des gustavschen Automobils. Nippel kritzelte mit einem Edding eine Setlist auf einen verratzten Schreibblock. Sédon kämpfte derweil auf der Rückbank gegen seine Übelkeit, die durch unseren rasanten Fahrstil kombiniert mit seinem leerem Magen ausgelöst wurde. That’s real Rock n’ Roll!! 🙂

In Rekordzeit kamen wir in Lindau an und machten den Club Vaudeville ausfindig. Man stürmte hinein und fiel erst mal Magge um den Hals! Ist schon ne tolle Sache, dass der sofort an uns gedacht hat! (Lieber Magge, falls du diese Zeilen hier liest: Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, dann sind wir auch in Zukunft jederzeit bereit für Spontan-Gigs aller Art!) Nach der Begrüßung ging’s sofort auf die Bühne. Dort schüttelten wir die Hände einiger freundlicher Emergenza-Menschen und stöpselten unsere Instrumente ein. Thimo begab sich hinters Mischpult und zauberte uns gemeinsam mit Monitormischer Markus einem Bomben-Sound – und das innerhalb von wenigen Minuten!

Erst nach dem Soundcheck hatten wir Zeit, den Club Vaudeville ein wenig zu begutachten: Ein ausgesprochen schöner Laden, den auch schon deutsche Rockgrößen wie die H-BLOCKX beehrt hatten. Wir drehten ein paar Runden und stellten überrascht fest, dass an diesem Abend auch unsere Ravensburger Kollegen von FATAL ATMOSPHERE sowie von SECONDARY RAPSCHOOL bei Emergenza mitmachten. Man hielt ein kurzes Schwätzchen und freute sich darüber, dass mehr und mehr Leute in den Club strömten. Als jeder von uns einen Gesprächspartner gefunden hatte, kam auch schon Magge um die Ecke und signalisierte uns, dass wir in fünf Minuten anfangen sollten. Wir begaben uns also zurück auf die (übrigens recht große) Bühne.

Nach dem „Okay!“ von Mischer Thimo rockten wir los. Obwohl an diesem Abend wohl keiner außer „St. Anger“ und „Some Kind Of Moni“ wegen uns da war, schien unser Sound zu gefallen: Ein Großteil der Leute verließ den Vorraum des Clubs und stellte sich vor die Bühne. Wir präsentierten in erster Linie unsere neuen Songs und ernteten ordentlichen Applaus. Der Monitorsound auf der Bühne war an diesem Abend vorzüglich! Wenn doch mal etwas nicht stimmte, dann brauchte man Monitormischer Markus nur einen kurzen Blick zuzuwerfen und er verstand sofort, was zu tun war. Thimo übernahm an diesem Abend mit Bravour die Aufgabe unseres Mischers Jürgen, so dass das Delay an den richtigen Stellen kam! Mit einem fetten Finish wollten wir unseren halbstündigen Spontan-Gig zu Ende bringen. Blöderweise zerbrach beim abschließenden Trommelwirbel einer von Sédons Drumsticks, so dass der Schlussschlag an diesem Abend dann doch etwas spärlich ausfiel. Grinsend bedankten uns bei dem interessierten Publikum und wünschten ANOPHELES, die den eigentlichen Contest eröffneten sollten, viel Glück.

Wir brachten unsere Instrumente zurück in die Karossen und lauschten anschließend dem Gig von ANOPHELES. Ordentliche Band, wenngleich deren Frontmann vor dem Auftritt vielleicht das ein oder andere Bier zuviel getrunken hatte… 🙂

Anschließend ging’s mit den Jungs von FATAL ATMOSPHERE weiter. Die Jungs um Sänger Tobi kamen gut an und klangen dank fetter Anlage um Klassen besser als neulich im Weingartener Weißbierkeller. Einmal mehr gab Gitarrist Walle König superschnelle Gitarrensoli zum besten! Wer auf rockigen Crossover steht und Bands wie SUCH A SURGE mag, der sollte sich FATAL ATMOSPHERE unbedingt mal anhören!

Als wir so vor der Bühne standen und dem Sound lauschten, da kam auf einmal der Magge und nahm uns mit in einen gemütlichen Backstageraum. Dort lobte er unseren Sound – übte aber auch konstruktive Kritik, welche natürlich umso mehr wert ist, wenn sie von einem Bandexperten wie Magge kommt. Dann machte er uns mal wieder ein Angebot, bei dem unsere Herzen höher schlugen: Er lud uns auf die Frankfurter Musikmesse (!) ein, wo wir uns als COLESLAW am Emergenza-Stand präsentieren dürfen! Dort kann man beispielsweise Merchanise verkaufen, CDs verteilen, Kontakte knüpfen und vielleicht sogar ein paar Unplugged-Songs präsentieren. Wir waren von den Socken!! Jetzt mussten wir uns nur noch einen Tag aussuchen. Jojo: „Freitag ist wohl am besten!“ – Magge: „Ah, okay, da sind die Bulls auch da!“ – Nippel: „Die EMIL BULLS???“ – Magge: „Ja, die EMIL BULLS!“ HeieiEieieieiei! Jetzt hoffen wir mal, dass das wirklich hinhaut… 🙂

Im Anschluss an unser Gespräch begutachteten wir den von oben bis unten vollgemalten Backstageraum und stießen auf einige lustige Gesichter diverser Bandmitglieder, die laut Magge „der Guido von den DONOTS“ gezeichnet hatte. Irgendwann lies Thimo seinen Körperdüften freien Lauf, so dass wir den Raum verlassen mussten und fortan den Beats von SECONDARY RAPSCHOOL lauschten. Da einige von uns sehr müde waren, sagten wir relativ bald „Tschüss!“ zu Magge und kratzen die Kurve.

Wir ziehen unseren Hut vor: Magge, Thimo, St. Anger, Moni, den Backlinern, Monitormischer Markus, Emergenza, Judith Braun, Claudi, den Ravensburgern (Weingarten zähl ich da jetzt einfach dazu!) und dem angenehmen Publikum.

24.03.05

OSTERGESCHENK

Als kleines Ostergeschenk gibt es unter der Rubrik DOWNLOADS die Unplugged-Version von „All Your Fault“ komplett zum herunterladen. Jojo und Nippel haben den Song im Musicland Tonstudio Albstadt in einer Live-Session eingespielt. In diesem Sinne: Frohe Ostern und viel Spaß beim Hören!!

21.03.05

TOUR DIARY – 19.03.05 | BAD SAULGAU, Stadtforum

Über die Wintermonate ist es eigentlich fast immer so, dass Auftritte eher rar sind – so also auch in diesem Winter. Da unser letzter Auftritt in Bad Saulgau schon eine Weile zurücklag (November 04) und wir zudem ein paar neue Songs am Start hatten, waren wir natürlich sofort dabei, als uns das Stadtforum als Support von FLATTED FIFTH engagierte.

Man traf sich am Samstagnachmittag im Stadtforum und war sofort erfreut, als die Jungs von FLATTED FIFTH ihre PA-Anlage anschleppten: Vom feinsten! Zumindest für unsere Verhältnisse. Unser Tontechniker Jürgen Rooooooooos schleppte zudem noch einige Bässe (Boxen für die tiefen Soundfrequenzen) an. Nach eigenen Worten hatte ihn das ALTER BRIDGE Konzert angespornt, das wir einige Tage zuvor mit ihm zusammen besucht hatten…

Während die Mannen von FLATTED FIFTH ihre Anlage hinstellten und wir unseren Merch-Stand (ein Hoch auf unseren Trommler, der nebaher au no Schreiner isch!) aufbauten, lies Gott Abend werden. Offiziell wäre bereits um 19.00 Uhr Konzertbeginn gewesen. Wir zögerten das ganze jedoch noch ein Weilchen hinaus: Während Sédon heimfuhr (!) vertrieben sich Jojo, Nippel und Roos die Zeit im Backstageraum. Unser Mischer sorgte einmal mehr mit Anekdoten aus seinem g-Roos-artigen Leben für Kurzweil. Im Gegensatz zu den letzten Gig Reviews, will ich ihn diesmal jedoch nicht zitieren. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass unsere saubere Bandpage auf irgendwelchen dreckigen Porno-Seiten verlinkt wird… 🙂

Um 19.45. Uhr rockten wir mit unserem brandneuen Song „Me Again“ los. Wir waren erfreut, dass bereits zu so früher Stunde ca. 250 Leute da waren! Nach „Thoughts Of An Idiot“ ging es dann mit einigen älteren Stücken weiter. Obwohl es massig Applaus gab und wir den Eindruck hatten, dass die meisten Leute unseren Auftritt ziemlich geil fanden, blieb die Stimmung insgesamt eher verhalten. Ausnahme: Als Jojo bei „Just Asking“ Coleslaw-Fan Martin auf die Bühne holte und dieser dann mit Bravour den Gitarren-Part übernahm, da war das Publikum zu recht begeistert! Unglaublich, der Bursche! Respekt!! Unter tosendem Applaus verließ er die Bühne. Im Anschluss präsentierten wir „Like A Rockstar“ – ein weiterer Song, der an diesem Abend Premiere hatte.

Die Jungs, die in den Kreisen von LACK OF SYSTEM verkehren, sowie die Nagolder Cris & Stephan bewegten sich wie immer fleißig zum Sound und stachen so aus der Masse heraus. Witzig waren auch die drei kleinen Jungs Sven, Nico und Sandro (alles Gitarrenschüler von Nippel), die direkt vor der Bühne standen. Die waren außerordentlich froh, dass wir an diesem Abend schon so früh spielten, denn wenn man neun Jahre alt ist, dann hat man ansonsten so seine Probleme, wenn man einen Coleslaw-Gig sehen will! Obwohl mindestens einem von ihnen die Lautstärke sichtlich zu hoch war, standen sie während unserem kompletten Auftritt in der ersten Reihe und grinsten uns schelmisch an… 🙂

Während wir spielten, verkaufte Jonne am Merch-Stand. Es gab unter anderem nagelneue Pullis und Aufkleber. An dieser Stelle möchten wir mal ein Lob an Ingo Gessler aus Marbach aussprechen! Der ist grad dabei, einen Copy-Shop aufzubauen und macht außerordentlich gute Arbeit! Dass das nicht selbstverständlich ist, davon kann wohl fast jeder Saulgauer ein Lied singen… 😉

Mit „This Misery“ brachten wir schließlich unseren Gig zu Ende und verschwanden hinter dem Bühnenvorhang. Anstatt den ansonsten üblichen „Zugabe!“-Rufen, gab es diesmal sogar einen kleinen Sprechchor: „Wir wollen Exhausted hören!!!“ Es hat halt doch seine Vorteile, wenn man ne absehbare Zugabe bringt. 🙂 Wir kamen dem Wunsch natürlich nach und spielten zu guter Letzt noch „Exhausted“, wobei Roos am Mischpult mal wieder kräftig am Delay-Regler drehte…

Insgesamt gesehen war das mit Sicherheit einer unserer besseren Gigs. Zwar hatten sich sowohl Jojo als auch Nippel speziell bei den neuen Songs etwas unsicher gefühlt – insgesamt hatten sie aber ordentlich gespielt und waren zufrieden. Sédon hingegen hatte eine der besten Shows seines bisherigen Lebens hingelegt! Jeder, der ihn nur ansatzweise kennt, weiß natürlich, dass er so etwas nie von sich selber behaupten würde, aber es soll hier trotzdem gesagt sein! Zumindest freute sich Sédon nach dem Gig über massig Lob von Holger, Thimo und Co. Die roossche Soundarbeit war ebenfalls erste Sahne und stellte (nicht zuletzt dank fetter Anlage) so ziemlich alles bisher da gewesene in den Schatten – zumindest was Coleslaw anbetrifft. Von ALTER BRIDGE will ich jetzt gar nicht reden… 🙂

Nachdem wir die Bühne geräumt hatten, bereitetet sich die Jungs von FLATTED FIFTH auf ihren Auftritt vor. Nach längerem Line-Check starteten sie ihn ein buntes Cover-Set, das mit zahlreichen Perlen aus mehreren Jahrzehnten Rockgeschichte gespickt war. Allgemein zeichneten sich die Jungs um Frontmann Markus durch Songs aus, an die sich andere Bands nicht mal rantrauen: Vor allem einige Klassiker von den RED HOT CHILI PEPPERS („Otherside“, „Under The Bridge“, „Parallel Universe“, „Californication“ etc.) wurden mit Bravour vorgetragen. Da waren mit Sicherheit nicht nur wir beeindruckt! Auch sonst war für jeden was dabei. Sédon freute sich über ACDC, Nippel war von einigen THE OFFSPRING-Klassikern („Genocide“!!!) oder FARIN URLAUBs „Okay“ sehr angetan und auch Jojo war durchweg begeistert. Die Jungs spielten über dreieinhalb Stunden komplett ohne Pause durch. Respekt! Anfangs wirkte das Publikum zwar noch etwas desinteressiert – im Laufe des Abends wurde die Stimmung jedoch noch richtig gut. Gegen 0.45 Uhr brachten die Kollegen ihren Auftritt mit ein paar Songs von DIE SCHRÖDERS zu Ende. Geiler Auftritt!

Mittlerweile war das Stadtforum ziemlich leer geworden. Man redete noch mit zig Leuten über alles Mögliche, bis schließlich folgende Einsicht einkehrte: „Noch miad kommd domm!“ Wir gingen also nach draußen, wo dann doch noch ganz schön lang weitergeredet wurde. Zu lang, wie sich später herausstellen sollte: Plötzlich kreuzten drei Jungs aus dem Osten Europas auf (Zitat Sédon: „Kanischdrkepf“). 🙂 Als wir uns irgendwann zu Fuß auf den Heimweg machten, verfolgten uns diese Typen. Obwohl wir zu siebt waren und die nur zu dritt, waren wir beunruhigt. Ganz egal ob wir mal zwei Minuten stehen blieben oder die Richtung wechselten – die drei „Kanischdrkepf“ blieben uns auf den Versen und unterhielten sich auch lautstark in ihrer Landessprache – vermutlich über uns. So was kann einen schon verdammt aufregen: Wegen solchen einzelnen Vollidioten werden oftmals alle Ausländer in einen Topf geworfen und völlig zu unrecht abgestempelt!

Als sich irgendwann Jojo und Moni von Roos, Nippel, Sédon, Cris & Stephan (beide aus Nagold) trennten, hatten die drei Typen immerhin so viel „Anstand“, dass sie bei der Fünfergruppe blieben. Als sie uns noch näher auf die Pelle rückten, tat Roos das einzig richtige: Er wählte 110 und wurde dann ans Bad Saulgauer Polizeirevier verwiesen. Roos: „Hallo, hier Jürgen Roos am Apparat. R, zwei O, S, Jürgen! Wir laufen grad durch die Saulgauer Innenstadt und uns verfolgen seit längerem drei junge Herren – östlicher Herkunft versteht sich. Die provozieren und koldern durch die Gegend! […]“. Aus jetziger Sicht betrachtet, mag die roossche, hochdeutsche Version des schwäbischen Wortes „koldra“ amüsant erscheinen – zu dem Zeitpunkt, als ihm dieses Wort über die Lippen glitt, war uns jedoch überhaupt nicht zum Lachen zu Mute! Als das Telefongespräch beendet war, bogen wir gerade in die Störckstraße ein, wo sich das Polizeirevier befindet. Unmittelbar nachdem einige Polizisten nach draußen gekommen waren, suchten unsere Verfolger (wen wundert’s??) das Weite. Wir unterhielten uns kurz mit den Beamten und erklärten ihnen, dass wir auf dem Weg zum Stinnes sind.

Polizeibeamte mögen bei der Allgemeinheit vielleicht einen schlechten Ruf haben – wir müssen ihnen ein großes Kompliment aussprechen: Ohne lang zu überlegen, fuhren sie mit ihrem Streifenwagen eine Eskorte und suchten die drei Typen! Da die Beamten alle paar Minuten an uns vorbeifuhren, waren wir sehr erleichtert. Am Stinnes angekommen übergaben wir Stephan und Cris aus Nagold den Stinnes-Schlüssel. Sie machten es sich mit ihren Schlafsäcken auf den Sofas in unserem Bandraum bequem. An eventuelle Neider: Wer regelmäßig mehrere hundert Kilometer fährt, um einen Coleslaw-Gig zu sehen, der darf natürlich auch mal in unserem Bandraum schlafen! 🙂

Nippel, Sédon und Roos begaben sich anschließend zur michelbergerschen Residenz, um dort zu nächtigen. Es war ein weiser Entschluss gewesen, den beiden Nagoldern unserem Stinnes-Schlüssel zu überlassen! Wir hätten’s zwar auch nicht für möglich gehalten, aber unsere drei Verfolger kamen tatsächlich noch an den Stinnes und versuchten – Gott sei Dank ohne Erfolg – die Tür zu öffnen. Keine Ahnung, woher die vom Stinnes wussten! Wahrscheinlich sind sie uns trotz Polizei irgendwie gefolgt. Jetzt glauben wir einfach mal an das gute im Menschen und hoffen, dass nicht in ein paar Tagen unser Bandraum leer ist…

Im Zusammenhang mit unserem 75. Konzert verbeugen wir uns tief vor: Jonne, Roos, Olli, Ryan, Holger (Fähnlein Fieselschweif), Thimo, Gaisi & Belegschaft (Manne, St. Anger etc.), FLATTED FIFTH & Anhang (Role etc.), Miche Hepp, Dod, Cris & Stephan, Sven, Sandro, Nico, der TBG (Vanessa etc.), der Polizei und dem Kathano-Team (www.kathano.com).