30.07.06

TOUR DIARY – 28.07.06 | BAD SAULGAU, Realschule

Ein weiteres Schuljahr neigte sich dem Ende zu, was man als Normalsterblicher kaum mitkriegt, wenn man nicht mehr zur Schule geht. Es sei denn, man spielt (wie in unserem Fall) in einer Rockband und wird zu einem kleinen Festival in der Realschule eingeladen, welches das Schuljahr zünftig beenden soll. Da wir seit unserer Album-Release nicht mehr in unserer schönen Heimatstadt gespielt hatten, sagten wir zu. Ein kleines Heimspiel kann nie schaden… 🙂

Jojo und Jürgen klinkten sich fleißig in die Aufbauarbeiten mit ein. Sédon und Nippel hatten keine Zeit. Die beiden kamen erst abends in die Realschule, als die Bühne samt PA- und Lichtanlage bereits stand.

Gegen 19.00 Uhr kamen die ersten Leute zur Realschule. Viele bekannte Gesichter waren dabei. Und viele junge Menschen, die von ihren Eltern ausnahmsweise länger Ausgang bekommen hatten, weil Schulveranstaltung und so. 🙂 Auch Thimo und Holger waren da. Thimo als Mischer von Lack Of System. Holger als Kritiker („Jetza, wo send dia neie Songs??“). 😉 Wie immer schaffte es Holger ohne Eintritt zu bezahlen nach drinnen…

Um kurz nach acht betraten die Jungs von LOS die Bühne. Am Mischpult war wie bereits erwähnt nicht der Mützenmann, sondern Thimo Ströbel zu Gange. Crispin Black, Moritz Miller, Raphi Beautifulcorner und Fredy Earlyfarmer hämmerten in ihre Instrumente und brachten das Publikum schon zu früher Stunde gut in Fahrt. Es gab zahlreiche neue Songs auf die Ohren. Zumindest für uns waren die meisten Songs neu, denn wir hatten die Jungs schon seit Längerem nicht mehr live gesehen. Solide Vorstellung!

Im Anschluss folgte die REALSCHULBAND. Am Bass und an den Drums waren die Ex-POPPYCOCK-Mitglieder Merki und Marci zu Gange. Zeitweise spielte auch Niklas den Viersaiter. Fürs Gitarrenspiel war Jojos Schwager Martin (St.) Anger zuständig. Am Gesang wechselten sich ein paar hübsche Mädels ab. Manchmal sang auch Niklas. Einmal war ein Shouter auf der Bühne. Ja, ähm, das müssten jetzt eigentlich alle Bandmitglieder der REALSCHULBAND sein. Die wild zusammengewürfelte Combo spielte Coversongs verschiedener Stilrichtungen und präsentierte vereinzelt auch Eigenkompositionen. Die Stimmung war während dem gesamten Auftritt vorzüglich! Klar – schließlich war die Rockelite der Realschule Bad Saulgau am Werk! Dennoch ist die gute Stimmung mit Sicherheit nicht nur auf das Heimspiel in der eigenen Schule zurückzuführen. Wenn man mal bedenkt, dass es sich bei der Combo um eine relativ junge Schülerband ohne viel Auftrittserfahrung handelt, dann hat die Vorstellung mit Sicherheit Respekt und Lob verdient! Nicht alles, aber fast alles konnte sich hören lassen. Für Bad Saulgaus Rocknachwuchs ist also bestens gesorgt! 🙂

Für alle Freunde von Nostalgie: Unser Sédon hat seine ersten Banderfahrungen ebenfalls in der REALSCHULBAND gesammelt. Und zwar als Bassist! 🙂 Gitarrist war damals Thimo. Am Schlagzeug saß der Kappeler, der dem Sédon einst einen Reisnagel in den Daumen rammte, aber das nur am Rande. 😀 Jaja, so war das. Sédon flog damals übrigens von der Schule oder wie man heute so schön sagt: er wurde gegangen. Wegen seinem frechen Mundwerk! Kann man sich heute nur noch schwer vorstellen, aber es ist die Wahrheit! 😉

Okay, genug der Nostalgie! Nach der REALSCHULBAND waren wir an der Reihe. Als wir losrockten, bildete sich bereits nach wenigen Sekunden ein Moshpit vor der Bühne. Der war zwar klein, hatte es aber in sich! Es wurde heftig gepogt. So heftig, dass sich kein Mädel mehr vor die Bühne traute, wie Nippel bei einer Ansage anprangerte. Wir rockten mit Freude durch unser Set, was wir eigentlich immer tun. Ob’s immer gut ist, sei jetzt einfach mal dahingestellt, aber Spaß machen tut’s jedes Mal, das ist sicher! Daheim sowieso. Sebastian Birk von STICH schoss während unserem Auftritt fleißig Bilder von uns. [Lieber Birk, falls du diese Zeilen hier liest: Wir würden uns über die Bilder sehr freuen!] Nach ein paar Songs signalisierte uns Jürgen vom Mischpult aus, dass die Anlage Probleme machte. Irgendwie schienen die Boxen nicht mehr mitzuspielen. Wir versuchten die technische Pause zu überbrücken und Jojo holte einen (in Bad Saulgau weit bekannten) Kerl namens Bäasa auf die Bühne. Dieser gab durchs Roosophon ein lustiges Lied zum Besten. Das Publikum sang kräftig mit. Irgendwann funktionierte die Technik wieder halbwegs, doch der Sound der Boxen ließ nach wie vor zu wünschen übrig. Holger mag zwar ne große Klappe haben – wenn man ihn aber braucht, ist er immer sofort zur Stelle! Binnen weniger Minuten düste er in den Musikmarkt und holte neue Boxen. Während (!) wir „Here And Now“ spielten, wurde umgebaut. Wir wollen gar nicht wissen, wie sich das vor der Bühne angehört hat, aber he – es war das Beste, was getan werden konnte. So was gab’s noch nie und wird’s wohl auch so schnell nicht wieder geben! 😀

Mit neuer Anlagenpower rockten wir weiter durch unser Set und brachten unseren Auftritt schließlich mit den zwei Zugaben „Daydream Diary“ und „Closer Tonight“ zu Ende. Im Anschluss bauten wir so schnell es ging ab, denn wir wollten unbedingt noch ins Stadtforum. Dort legte nämlich am selben Abend DJ THOMAS FRIEDRICH auf. Thomas hat sich zuletzt auf der After-Show-Party unserer Album Release als DJ empfohlen. Die Songauswahl ließ auch an diesem Abend keine Wünsche offen, doch leider spielte auch bei Thomas die Technik verrückt. Oftmals musste er Songs abbrechen, da die CD sprang. Das ist natürlich sehr unpraktisch, wenn man die Gäste ihn Fahrt bringen will. Wir hatten trotzdem viel Spaß im Forum. Vor allem dank Muckel und Joe von TOS, die kein Auge trocken ließen und durch aberwitzige Aktionen für Gelächter sorgten… 😀

Zusammen mit den beiden Lausbuaba machten Jürgen, Holger und Thimo sogar noch einen Abstecher in die Mausefalle, wo die Stimmung weiter steil nach oben ging. Irgendwann in den frühen Morgenstunden torkelte Jürgen zur nippelschen Residenz, welche er dank angelehnter Tür betreten konnte und dann zusammen mit Katze Garfield nächtigte…

Für einen lockeren und lustigen Abend geht ein herzliches „Vergelt’s Gott“ an: die Organisatoren und Helfer der Realschule samt Schulband, Frau Bar… (ähm, ich hab keine Ahnung, wie man das schreibt, aber sie hat uns an diesem Abend ohnehin das ‚Du’ angeboten)… Martina, Holger (!), Stefan und Alex fürs Merchen, Moni, Thimo, Manne, Gero, Muckel, Joe und natürlich DJ THOMAS FRIEDRICH.

27.07.06

VOTET FÜR UNS!

Wir sind diese Woche bei den Neuvorstellungen der DasDing Netzparade vertreten. Hier und jetzt könnt ihr für unseren Song „Here And Now“ voten und uns damit vielleicht in die Netzcharts hieven! 😉

24.07.06

TOUR DIARY – 22.07.06 | ISNY, Jugendzentrum Go-In

Zu viert düsten wir mit drei Musikinstrumenten in zwei Autos in ein Jugendhaus. Das JuZe Go-In ist eine nette Location in Isny. Als wir unser Equipment anschleppten, freuten wir uns über ein schönes COLESLAW-Plakat im Eingangsbereich und über den noch schöneren Schmetterling, der sich sanft darauf niederließ und den Sonnenschein genoss. Wir begrüßten die bezaubernde Organisatorin Ricarda samt Team sowie WOMEN’S WARDROBE aus Kempten. Als wir Gitarrist Dave die Hand schüttelten, dachten wir wohl alle das gleiche: Dave sieht Claudio Sanchez (Frontmann der Progressive Rockband COHEED AND CAMBRIA) zum verwechseln ähnlich! 🙂 Auch spielerisch konnte er mit dem New Yorker mithalten, doch dazu später mehr…

Die Soundchecks verliefen reibungslos, so dass wir uns schon bald nach oben in den riesigen Backstageraum begeben konnten. Ricarda versorgte uns dort mit allem, was das Herz (oder auch der Magen) begehrt und bekochte uns. Mangels Öl klebten die Spagetti, was aber durch die superleckere Soße mehr als kompensiert wurde. Wir unterhielten uns mit den sympathischen Kollegen von WOMEN’S WARDROBE sowie mit den Nagoldern Dr. Modula und Christian Fiedler, die extra wegen uns Vollspacken gekommen waren. Selber schuld! 😉 Jürgen bedankte sich bei den beiden noch mal für die Übernachtungsmöglichkeit in Nagold (siehe Gig Review vom 20.05.06): „Danke für die Übernachtungsmöglichkeit!“ Ricarda bezog das Ganze auf sich und meinte fassungslos: „Was??“ – Tja, unser Jürgen weiß einfach, wie man’s macht. Ein Charmeur der besonderen Art… ;-b

Das JuZe Go-In ist übrigens ein Traum von einem Jugendhaus! Drei Stockwerke, sehr geräumig, verratzt, aber trotzdem nicht heruntergekommen, Fernseher, Tischkicker – wirklich sehr geil! Die Stammleserschaft unserer Gig Reviews weiß, das an dieser Stelle eine obligatorische Frage kommt: WIESO GIBT ES SO WAS NICHT IN BAD SAULGAU???

Gegen halb elf enterten die vier Jungs und Frontfrau Svenja von WOMEN’S WARDROBE die Bühne und legten los. Moderner Rock, der keiner eindeutigen Schublade zuzuordnen ist. Wir fanden gefallen an dem Sound und schauten uns fast die gesamte Show an. Am besten gefiel uns Dave, der sich zu allem Überfluss auch noch bewegte wie Claudio Sanchez und abartige Gitarrensoli zum Besten gab. Wow, das war echt beeindruckend! Auch die verbleibenden Bandmitglieder spielten solide. Geile Combo, die aus diesem Grund gleich mal unter der Rubrik LINKS verlinkt wird und der ihr bei Gelegenheit unbedingt mal einen Besuch abstatten solltet!

Tja, so gut uns der Gig von WOMEN’S WARDROBE auch gefiel, so wenig gefiel uns die Tatsache, dass gerade mal 15 Leute ins Go-In gekommen waren. Als wir im Anschluss die Bühne enterten, wurden es nicht mehr, sondern eher sogar noch weniger. Tja, und diesmal ist die Fußball-WM eine denkbar schlechte Ausrede! :-/ Nun gut, immerhin konnten wir die wenigen Anwesenden überzeugen und zum Tanzen bringen. Nach zeitweiliger Abstinenz waren (neben Dr. Modula und Christian Fiedler) auch Cris und Lange am Start. Vier Nagolder fahren wegen uns Vollspacken nach Isny! Mannomann! Hmm, im Fall von Cris und Lange ist die Bezeichnung „fahren“ nicht ganz zutreffend. Ihr Auto hatte bereits nach kurzer Fahrt den Geist aufgegeben, so dass sie es an einer Autobahnraststätte zurück gelassen hatten und die verbleibenden 150 km getrampt waren. Heieiei, was soll man da noch sagen??

Wir rockten in der brütenden Liveclub-Hitze mit Hingabe durch unser Set. Eine Sache ist hoffentlich deutlich geworden: Wir geben auch bei zehn Besuchern 100 Prozent! Ehrensache!!

Im Anschluss an das am schlechtesten besuchte Konzert unserer „Karriere“ hatten wir noch viel Spaß mit den Nagoldern und der Go-In-Belegschaft und traten dann irgendwann die Heimfahrt an. Diese war extrem mühsam, da wir teilweise noch vom Vorabend (Bächtlefest) geschädigt waren… 😉

Dankend erwähnen möchten wir: Ricarda und ihr Team, den Techniker, WOMEN’S WARDROBE, Dr. Modula, Christian Fiedler, Cris und Lange.

02.07.06

TOUR DIARY – 30.06.06 | BINZWANGEN, Binzwanger Open Air

Schon wieder fiel ein WM-Spiel von Deutschland mit einem Auftritt von uns zusammen. Diesmal war es das Viertelfinale gegen Argentinien. Eine Top-Begegnung also, die sich natürlich kaum einer entgehen lassen wollte. Nippel und Sédon schauten sich die erste Halbzeit bei Jürgen zu Hause an. Jürgen war als deutscher Argentinien-Liebhaber hin und her gerissen. Letzten Endes drückte er zwar schon seinem Heimatland die Daumen, aber er war so nervös, dass er das Spielgeschehen gar nicht wirklich mitverfolgen wollte…

Wir nutzen die Halbzeitpause, um nach Binzwangen zu düsen. Jojo war dort schon zu Gange und somit war unsere lustige Kapelle vollzählig. Das Gelände des Binzwanger Open Airs war wie jedes Jahr schön hergerichtet. Einzige Besonderheit: in der ans Gelände angrenzenden Halle wurde natürlich das WM-Spiel übertragen. Die Stimmung war bombastisch, als Miroslav Klose in der 80. Minute zum 1:1 ausglich. Die Begegnung ging in die Verlängerung und als diese keine weiteren Tore mehr mit sich brachte, war Elfmeterschießen angesagt. Torhüter Jens Lehmann hielt (angeblich dank Andi Köpke) zweimal und avancierte zum Held des Abends. Die Leute waren total aus dem Häuschen!! Während grenzenloser Jubel durchs Land fegte, checkten wir Sound.

Tja, und während ein unendlicher Autokorso durchs Land fuhr, standen wir vor ca. 50 Leuten auf der Bühne und guckten in die Röhre. Gegen die Fußball-Euphorie anzuspielen, ist ein zweckloses Unterfangen! Wir nahmen es gelassen und gaben trotzdem unser Bestes. Ehrensache! 😉

Nach uns spielte noch ne Band. Also um genauer so sein spielten sogar noch drei Bands. Die erste davon hieß NOCH NE BAND. 🙂 Mit denen hatten wir den ganzen Abend über viel Spaß und lustige Gespräche. Das Trio überzeugte mit fetzigem Deutschpunk. Je später es wurde, desto mehr Leute versammelten sich vor der Bühne. Vor allem ein Song mit dem Refrain: „Wir würden so gerne mal Weltmeister sein!“ kam gut an. Wer das jetzt für flach hält, weil derzeit viele Bands WM-Songs machen, dem sei gesagt, dass der Text normalerweise: „Wir würden so gerne mal Headliner sein!“ heißt. 🙂 „Die meisten Leute wissen blöderweise nicht, was ein Headliner ist“, erklärte uns Frontmädel Vanessa nach dem Gig…

Wikipedia hilft: „Der Ausdruck Headliner bezeichnet eine Band, die bei einem Konzert oder Festival den Hauptteil spielt, also am bekanntesten ist oder durch Vorbands unterstützt (supported) wird, meistens die längste Spielzeit zur Verfügung hat sowie die meisten Zuschauer anzieht.“

Tja, was soll man dazu sagen? Wenn NOCH NE BAND, die im Schnitt gerade mal gut 17 Jahre alt sind, so weiter machen, dann werden sie schätzungsweise noch oft Headliner sein! Tolle Combo mit viel Charme und Wortwitz! Die stolze Mami von Geschwisterpaar Marco (Drums) und Vanessa (Bass & Vocals) saß übrigens am Merch-Stand und verkaufte CDs. Eine einzige Rockerfamilie also. So gehört sich das! 😀

Während dem Gig von NOCH NE BAND streiften wir übers Gelände. Mal wieder waren einige bekannte Gesichter da, was uns sehr freute. Auf das hässliche Gesicht eines glatzköpfigen Volldeppen hätten wir aber gut und gerne verzichten können. Der betrunkene Typ pöbelte grundlos Nippel an und wurde handgreiflich, als Nippel sich verbal wehrte. Jojo eilte seinem Kollegen zu Hilfe und fing ebenfalls an, mit dem Kerl zu diskutieren. Da man aber mit Erbsenhirnen nicht vernünftig diskutieren kann, kratzen Jojo und Nippel dann aber doch lieber die Kurve, weil dem Typen die Worte ausgingen… :-/

Nach NOCH NE BAND kam noch ne Band. Die Braunschweiger von CUMSHOT präsentierten Ska. Wir lauschten noch ein paar Minuten und packten dann unsere Sachen. Als die CAPONES auf der Bühne standen, waren wir bereits zu Hause.

Wir bedanken uns bei: der KLJB Binzwangen, dem coolen Tontechniker (Jürgen hatte viel Spaß mit ihm!), Vanessa, Marco, deren Mami und Steffen von NOCH NE BAND, Carina und natürlich Miroslav Klose!

26.06.06

TOUR DIARY – 24.06.06 | RAVENSBURG, Balthes

“Mein Raaaaaavensburg im Schwabenland
Wie liegst du schön am Schussenstrand…“

Kennt ihr das Lied?

Nein??

Egal.

Jedenfalls stand ein Gig in Ravensburg an. Bei bestem Wetter düsten wir also in bester Laune los. Als wir in der Stadt der vielen Türme angekommen waren, hatten wir große Probleme, zur Live-Kneipe Balthes vorzudringen, da fast die komplette Innenstadt mit Bauzäunen abgesperrt war. Der Grund war ein Stadtlauf, der am Abend stattfinden sollte. Tja, da standen wir erst mal blöd da. Jojo schob Absperrungen beiseite, um vorwärts zu kommen. Sédon und Nippel bevorzugten es, rückwärts durch eine Einbahnstraße zu fahren. Auf diese Art schafften wir es schließlich doch bis zum Balthes. Wir luden aus, begrüßten unsere Alena-Jungs und auch die Mitglieder von FABULOUS ISSUE und SABOTAGE.

Das Balthes sieht auf den ersten Blick aus, wie eine ganz normale Kneipe. Erst wenn man bis ganz nach hinten zu den Toiletten vordringt, erblickt man die Treppe, die nach unten in ein finsteres Kellergewölbe führt. Dort gibt es ein FOH und eine Bühne. Das Kellergewölbe ist zwar nicht all zu groß, hat aber definitiv Live-Club-Charakter! Außerdem ist es dort sehr stickig und riecht nach Wein, sobald es heiß wird… 🙂

Blöderweise machten wir ausgerechnet um 17.00 Uhr Soundcheck, obwohl das WM-Achtelfinale Deutschland gegen Schweden im oberen Teil der Kneipe (genauer gesagt draußen im Biergarten) übertragen wurde. Jojo und Sédon störte das kaum. Die beiden interessieren sich nicht für Fußball. Nicht mal wenn WM ist. Nippel und Jürgen hingegen saßen auf heißen Kohlen. Trotzdem machten wir einen ordentlichen Soundcheck – man ist schließlich Musiker und da gehört das einfach dazu! Wir verpassten die gesamte erste Halbzeit samt den beiden Podolski-Toren. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn das nicht die beste Halbzeit seit Jahren gewesen wäre! Das stand zumindest in der Zeitung. Tja, so kann’s laufen…

Zur zweiten Halbzeit setzten wir uns bei kühlem Weizenbier (Waldemar Hartmann lässt grüßen) und Pizza in den Biergarten und verfolgten zusammen mit vielen anderen Menschen das Spiel. Ein lustiger Kerl unterhielt sich mit uns. Er erzählte aus seinem Leben, in dem er so gut wie nichts ausgelassen hatte. Nicht mal einen Gefängnisaufenthalt. Urplötzlich erhob sich der schräge Vogel von seinem Stuhl und ließ mitten im Biergarten seine Hose runter, um Nippel und Sédon sein neuestes Tattoo zu zeigen. Sédon hatte schon Angst, gleich einen Penis vor Augen zu haben und war dann sichtlich beruhigt, als es bei einem Oberschenkel blieb… 😉

Ja, bei dem ganzen Spaß wurde der souveräne 2:0-Sieg der deutschen Elf fast schon zur Nebensache. Allerdings nur fast. Als wir nämlich nach der Partie Eis schleckend durch die Stadt spazierten, wurden wir Augenzeugen eines endlosen Autokorsos. Unglaublich, wie da gefeiert wurde! Ich brauch euch das schätzungsweise nicht zu erzählen, denn wenn ihr euch nach dem WM Spiel nicht gerade in Dürmentingen oder Betzenweiler aufgehalten habt, dann habt ihr schätzungsweise auch so einen Autokorso gesehen! 😉 Wir hatten unsere helle Freude an dem wild hupenden, schwarz, rot, gelben Fahnenmeer und verfolgten das Spektakel vom Stadtpark aus. Wir lachten Tränen, als wir ein Auto erblickten, das an der Stoßstange eine Schweden-Flagge durch den Dreck schleifte… 😀

Das wilde Treiben wollte kein Ende nehmen. Die armen Säue, die am Stadtlauf teilnahmen und zwischen all den feiernden Betrunkenen durch die Hitze joggten, waren echt zu bemitleiden. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen Stadtlauf!

Hmmmmm, und natürlich auch ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für ein Festival, wie wir wenig später im Balthes feststellen mussten. Als nämlich FABULOUS ISSUE und im Anschluss SABOTAGE auf der Bühne standen, waren zu keinem Zeitpunkt mehr als 30 Leute am Start. Die wenigen Anwesenden saßen nur rum… :-/

Als wir gegen 22.30 Uhr die Bühne enterten, besserte sich die Situation ein wenig. Knapp 50 Leute stellten sich vor die Bühne und verfolgten unseren Gig. Wir gaben alles. Allös!!! Der Schweiß lief in Strömen. Der Gig entpuppte sich zu einer wahren Hitzeschlacht! Vor der Bühne schwang der stockbesoffene Gruppenzwang-Rapper Christian kräftig das Tanzbein. Der gute Kerl war von einer verloren Wette gezeichnet: Sein Kopf war (bis auf wenige Haare) kahlgeschoren, weil Deutschland gegen Schweden nicht ausgeschieden war. Dumm gelaufen… 😉

Wir spielten einen unserer besseren Gigs und hatten einmal mehr große Freude. Im Publikum waren neben Mirijam und ihrem Kollegen auch einige BA-Mädels am Start, die extra wegen Jojo gekommen waren. Ihnen zu Liebe spielten wir als Zugabe die Ballade „Closer Tonight“ und verließen danach unter Applaus die Bühne. Nippel räumte direkt nach dem Gig das Feld. Der Rest hatte noch großen Spaß mit den netten Jungs von SABOTAGE, bis es irgendwann nach Hause ging.

Euch gebühren Lob, Dank und Ehre: Simon und Stefan von Alena4, Schellinger, SABOTAGE und FABULOUS ISSUE, Moni, den BA-Mädels, Mirijam & Anhang und natürlich Lukas Podolski!

26.06.06

50.000 HOMEPAGE-BESUCHER

Obgleich viele von euch wohl gerade Schweiz gegen Ukraine angeschaut haben, haben es einige Homepage-Besucher währenddessen geschafft, den Counter auf über 50.000 springen zu lassen. Seit dem 7. August 2004 wurde unsere Homepage also über 50.000 Mal aufgerufen, was im Schnitt einer täglichen Besucherzahl von ungefähr 72 entspricht. Danke für die Treue! Wir werden uns zusammen mit unserem Webmaster Holger darum bemühen, unsere Internetpräsenz auch in Zukunft interessant und informativ zu gestalten und freuen uns über jede Art von konstruktiver Kritik (band@coleslaw-music.de).

19.06.06

TOUR DIARY – 17.06.06 | BIBERACH, Abdera

Sei gegrüßt, lieber Gig Review-Leser!

Mal wieder ein kleines Jubiläum für alle Freunde von Statistiken: Unser 111. Auftritt stand an. Und zwar in einer Location, die wir zur Kategorie „Warum gibt’s so was nicht in Bad Saulgau?“ zählen – dem Biberacher Abdera. Ein toller Club! Modernes Erscheinungsbild, große Bühne, Kapazität für gut 300 Leute, gute Anfahrts- und Auslademöglichkeit, schöner Backstageraum und so weiter und so fort. Wunderhübsch!

Im Abdera angekommen wurden wir freundlich von den Veranstaltern (Lena, Kata und Co. von Lilienthal e.V.) begrüßt. Mit Freude nahmen wir zur Kenntnis, dass unsere drei Visagen das Cover des aktuellen Abdera-Programmhefts zierten. Nippel und Emo-Done nahmen mit noch größerer Freude zur Kenntnis, dass die Visage von Kollege Jojo mit diversen Events vollgedruckt war, während ihre beiden in vollem Glanz erstrahlten… 🙂

Einige Jungs hängten gerade die Lichtanlage wieder auf, die wegen der Übertragung der Fußball-WM abgehängt worden war, wie einer der Jungs erklärte. Wir bauten derweil unsere Backline auf. Die netten Menschen vom Abdera packten mit an und waren sofort zur Stelle, wenn wir irgendwelche Wünsche hatten. Der für die Technik zuständige Mensch kam sogar her und fragte uns: „SM 58 normal oder Beta?“ Wow, das zeugt von Kompetenz! Zur Erklärung: Bei einem SM 58 handelt es sich um ein Gesangsmikrofon der Marke Shure; und zwar nicht um irgendeins, sondern um das Gesangsmikro schlechthin! Nahezu bei allen (ordentlichen) Live-Veranstaltungen wird damit gearbeitet. Das SM 58 ist unter den Gesangsmikrofonen so etwas wie das Tempo unter den Taschentüchern, der Fendt unter den Traktoren, das Becks unter den Bieren, der Billy Boy unter den Kondomen oder auch das Mc Donald’s unter den Fast-Food-Ketten. Die Frage, ob es ein normales SM 58 oder ein Beta sein darf, ist ungefähr so wie die Frage: „Big Mac oder Mc Chicken?“ Beides ist gut – jeder Sänger beziehungsweise Esser hat aber seine individuellen Präferenzen. Während sich in letzterem Fall Nippel für den Big Mac und Jojo für den Mc Chicken entscheiden würde, so entschied sich bei der Mikrofonfrage Nippel für ein normales SM 58 und Jojo für die Beta-Ausführung (Tontechniker Roos hatte das so angeordnet). Tja, wieder was gelernt, was? Ihr solltet mehr Gig Reviews lesen, anstatt den ganzen Tag vor der Glotze zu hängen! 😉

Nachdem die Sache mit den Mikros geklärt war, bauten wir weiter auf und machten schließlich einen ausgiebigen Soundcheck. Einer der Jungs vom Abdera fragte mit Blick auf unsere T-Shirt-Box, ob wir einen Merchandise-Stand aufbauen wollten. Wir bejahten und mir nix dir nix standen zwei (sogar mit schwarzen Tüchern bedeckte) Tische bereit. Wir brauchten nur noch unser Merch-Zeugs drauf zu stellen. Wow! An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Abdera-Crew für die professionelle Arbeit und fürs „unter die Arme greifen“!

Als alles vorbereitet war, ging’s ans Abendessen. Es gab Lasagne mit Salat und Tiramisu als Nachtisch. Auch daran war absolut nix auszusetzen! Normalerweise hätte Kata für uns gekocht, doch aufgrund eines (erst wenige Tage zurück liegenden Rollerunfalls), waren ihre Hände bandagiert. Aua! Ihre Schwester Sandra übernahm den Job der Köchin mit Bravour! Wir speisten, tranken und lachten… 🙂

Gegen 20.00 Uhr betraten die ersten Besucher das Abdera. Wohl aufgrund der Fußball-WM und des schönen Wetters kamen nicht all zu viele, aber knapp 70 Leute dürften allemal da gewesen sein, als wir gegen kurz vor dreiviertel zehn mit „Me Again“ losrockten. Weiter ging’s mit „Never Ending Chain“. Fast unser komplettes neues Album wurde live präsentiert. Was soll man sagen? Es waren (wie bereits erwähnt) nicht all zu viele Leute da, aber diejenigen, die da waren, hatten wir binnen weniger Minuten auf unserer Seite! Vor der Bühne wurde kräftig getanzt und gepogt. Und wie! Damit hatten wir nicht gerechnet. Die Freude des Publikums übertrug sich auf uns. Bis auf ein paar kleinere Fehler spielten wir recht gut und souverän und hatten zudem großen Spaß. Sogar noch ein bisschen größeren Spaß als sonst! Selbst unsere Ansagen waren an diesem Abend ganz gut und sorgten für den ein oder anderen Lacher! 🙂

Als Nippel in der Mitte des Sets die Gitarre und Jojo den Bass übernahm, ging die Spielsicherheit mangels Bandprobe ein wenig zurück. Sédons Monitor klang während dem Gig zeitweise wie ein Panzer beim Schießen, aber das schien ihn nicht weiter zu stören. Jedenfalls sagte er nichts. Stattdessen ließ er mal wieder die Sticks bersten… 🙂

Gegen Ende unseres Sets gab’s zur Freude der klatschenden Besucher ein littlejacketsches Drum-Solo auf die Ohren. Als wir irgendwann die Bühne verließen, verlangte das Publikum nach einer Zugabe. Selbigem Wunsch kamen wir natürlich gerne nach. Blöderweise schrieen die Zuschauer nach unserer Zugabe („Like A Rockstar“ und „Closer Tonight“) noch lauter „Zugabe!“ als zuvor. :-/

Mit einem fetten Finish brachten wir unsere Show zu Ende und verließen hochzufrieden die Bühne. Sofort wurden wir von einigen Leuten angesprochen. Es gab Lob und Schulterklopfen. Und Umsatz am Merch-Stand. $$$$$$$$$$$$$!!! 😀

Wir blieben noch eine ganze Weile im Abdera, unterhielten uns mit lustigen Biberachern (Alex, Andi usw.) und freuten uns über den fetzigen Rocksound, den der DJ auflegte. SYSTEM OF A DOWN, DIE ÄRZTE, DIE HAPPY, die Lokalmatadoren von NME.MINE und viele andere Combos tönten aus den Lautsprechern. Herrlich! Wenn die Musik stimmt, dann bleibt man gerne!

Gegen 1.00 Uhr war der Club dann aber doch so langsam leer. Wir verabschiedeten uns von den Veranstaltern sowie von ein paar noch anwesenden Besuchern. Jojo, Nippel, Sédon und Moni traten die Heimreise (inklusive Mc Donald’s) an. Jürgen machte mit ein paar Abdera-Menschen noch einen Abstecher in die Unheilbar, wo er schon immer mal hin wollte. Dort musste er wegen extrem höhenlastigem Sound die Ohrstöpsel rauskramen, weil höhenlastiger Sound für die Ohren nicht gut ist. In Jürgens astronomischem Alter erst recht nicht! Da muss man schon froh sein, wenn er eine Snare-Drum von zwei Metern Entfernung noch hört… 😉

Wir danken: Moni fürs Merchen und Sachen durch die Gegend tragen, dem tollen (!!!) Biberacher Publikum inklusive de Sulgamer Figel, Öre, Peider und Andrea.

Ganz besonders möchten wir uns bei den Leuten vom Abdera und bei Lilienthal e.V. bedanken! Wir haben uns absolut wohl gefühlt! Bei euch war so vieles selbstverständlich, was in anderen Locations Luxus ist! Vielen herzlichen Dank! Wir kommen jederzeit gerne wieder…

Alles in allem ein rundum gelungener Abend!

„Ama Freidig, Schallbladda. Ama Samsdig, do schbield doch dia Kabäll vom jonga Jäggle. Kolesla odr so. Do sieschd mi idda!“

15.06.06

ALBUM-KRITIK IM TAPED MAG

In der aktuellen Ausgabe des Online-Magazins Taped Mag sind wir diesen Monat als „Local Hero“ vertreten. Auf Seite 51 wird unser Debüt-Album „The Calming Influence“ unter die Lupe genommen und einer Kritik unterzogen.

12.06.06

TOUR DIARY – 10.06.06 | FRIEDRICHSHAFEN, Bahnhof Fischbach

Uns stand ein stressiger Samstag bevor. Um allen Stress dieses Samstags mitzubekommen, solltet ihr nicht nur diesen, sondern auch den Gig Rieview von Moosheim lesen! Ja, aber wer will denn von Stress reden, wenn man an einem Tag gleich zwei großartige Auftritte spielen darf; noch dazu, wenn einer davon der Southside Opener Wettbewerb ist? Wir jedenfalls nicht! Das Wort „Stress“ wird in diesem und auch im nächsten Gig Review nicht mehr vorkommen. Versprochen!

Ja, wie gesagt: der Southside Opener Wettbewerb stand an. 40 süddeutsche Bands hatten sich hierfür beworben. Eine Jury hatte aus diesen Bewerbungen die sechs (vermeintlich) besten Combos ausgesucht, und – kneif uns mal einer – wir waren dabei! 😀 Ich denke, es ist keine falsche Bescheidenheit zu sagen, dass uns das ziemlich überrascht hat. Jedenfalls empfanden wir es also großes Kompliment, mit tollen Bands wie RUNLET, LAZURIGHT und KARMA.CONNECT auf eine Ebene gestellt zu werden. Das Line-Up wurde von SIAMBOK und FAKE NEVER FADES komplettiert – zwei Combos, die wir bis dato noch nicht kannten.

Nachdem wir in Moosheim alles aufgebaut hatten (da stand an diesem Abend ebenfalls ein Gig an; siehe nächster Gig Review!), düsten wir gegen 15.00 Uhr in Richtung Friedrichshafen los. Mit am Start waren auch unsere Mädels. Mal wieder wusste keiner den Weg zur Location – in diesem Fall zum Bahnhof Fischbach. Alexandra druckte in letzter Minute eine Wegbeschreibung aus, die uns über Stock und Stein, über Feldwege und kleine Kuhkäffer und nicht etwa über Ravensburg führte. Nippel fuhr voraus, Jojo und Sédon hinterher. Unterwegs wurde hart gebremst, gehupt und mangels Ortskenntnis auch mal schlagartig die Fahrtrichtung gewechselt. Trotzdem fanden wir dank der Wegbeschreibung fast auf Anhieb zum Bahnhof Fischbach. Wir stellten unsere Karossen ab uns stiegen aus. Nippel und Jojo kriegten sich heftig in die Haare und maulten sich gegenseitig an, weil dem einen der Fahrstil vom jeweils anderen missfallen hatte. Jürgen kommentierte den Streit der beiden wie folgt: „Jetzt ist es aus mit der Band!“ 🙂 Okay, es ist verständlich, dass unser Mischer Jürgen bei den horrenden Gagen, die wir ihm für seine Arbeit zahlen, Angst vor einer Bandauflösung hat. Er wäre schließlich von heute auf morgen seiner Lebensgrundlage entraubt! Wie sollte er da seine Eisbären-Hunde ernähren?? ;-b Doch nix von alledem traf ein. Bereits nach ein paar Minuten war der Disput wieder vergessen und Jojo und Nippel verstanden sich wie eh und je. Wär ja noch schöner… 🙂

Wir betraten den Bahnhof Fischbach. Wow, wir hatten mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einem edlen Club! Das ist zwar ein alter Bahnhof, der ist aber richtig toll ausgebaut und hergerichtet! Tolle Bühne, tolle Anlage, tolle Bar, toller Backstageraum – Rockmusiker, was willst du mehr? 🙂 Wir begrüßten den Cheftechniker und die Kollegen von LAZURIGHT. Da wir die einzige Drei-Mann-Combo des Abends waren und bis zu diesem Zeitpunkt nur eine Gitarrenbackline am Start war, konnten wir gleich mit unserem Soundcheck loslegen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die Backline, der wir an diesem Tag aufgrund unseres Moosheim-Gigs nichts beisteuern konnten. Der Soundcheck klappte vorzüglich. Jürgen drehte an den Reglern und beschaffte uns erstklassigen Monitorsound, den man nicht nur hörte, sondern auch spürte. So muss das sein! 😀

Im Anschluss an den Soundcheck brachten wir unser Zeug in den Backstageraum und unterhielten uns mit den netten Jungs von SIAMBOK. Auch RUNLET, FAKE NEVER FADES und die Leute von der Jury sowie von der Schwäbischen Zeitung (Veranstalter des Southside Opener Wettbewerbs) waren mittlerweile da und wir unterhielten uns querbeet. Lediglich KARMA.CONNECT fehlte noch, da die Jungs und ihr Mädel am frühen Abend auch noch in Blaubeuren auf der Bühne standen.

Kurz nach 19.00 Uhr kamen die ersten Leute in den Club. Wenig später traf auch der Fanbus von LAZURIGHT und SIAMBOK (beide Bands sind aus der Tuttlinger Gegend) ein, so dass sich so langsam ein ordentlicher Pulk an Leuten bildete. In Anbetracht des tollen Line-Ups und der Tatsache, dass der Eintritt frei war, verwunderte es nicht, dass viele Leute nach Fischbach kamen. Kurz nach 20.00 Uhr legte mit FAKE NEVER FADES die erste Band des Abends los. Gleich mal harte Kost zu Beginn! Frontfrau Dora, die im Backstageraum noch so ruhig und freundlich gewesen war, lieferte brachiale Shouts, kombiniert mit gesungenen Passagen. Ingesamt ist der Sound wohl als (New-)Metal einzustufen. Am Anfang der Show standen noch relativ wenig Leute vor der Bühne, doch das änderte sich nach und nach.

Als wir im Anschluss an FAKE NEVER FADES die Bühne betraten, war der Club bereits ordentlich gefüllt. Schätzungsweise knapp 200 Leute. Die Jury und die Kommentatoren von der SZ überbrückten die Umbaupause, indem sie zunächst den Gig von FAKE NEVER FADES mit lobenden Worten kommentierten und im Anschluss uns ankündigten. Ja, wir wollten eigentlich loslegen, aber aus unerfindlichen Gründen machte Nippels Bass Probleme. Nippel machte den Sender weg und versuchte es mit Kabel, aber das half nichts. Tja, in solchen Fällen macht es sich dann eben bezahlt, dass man bei zig Auftritten sein Ersatzinstrument umsonst durch die Gegend schleppt. Nippel sprintete in den Backstageraum, flog dort in der Eile fast über andere Bandmitglieder drüber (Sorry!) und schnappte sich seinen Ersatzbass. Jojo erklärte dem Publikum kurz, was los war und nach einer kleinen Verzögerung und unserem Intro konnten wir dann doch mit „Me Again“ loslegen. Puh! Wir rockten durch unser Programm und freuten uns über ein sehr interessiertes und aufgeschlossenes Publikum. Wir ernteten kräftigen Applaus. Unsere Ansagen waren an diesem Abend (mal wieder) nicht das gelbe vom Ei, so dass wir lieber unsere Musik sprechen ließen, was dem Publikum ohnehin besser gefiel, als unser Geschwätz. 🙂 Es waren einige bekannte Gesichter im Publikum zu finden. Besonders der Anblick des Schwarzwald-Mägges erfüllte uns mit großer Freude! 🙂 Nach „This Misery“ verließen wir unter Applaus die Bühne. Jojo und Sédon waren mit ihrem Spiel sehr zufrieden; Nippel gab zu, dass ihn die Sache mit dem Bass ein wenig aus dem Konzept gebracht hatte. Trotzdem dürften wir insgesamt betrachtet einen (hoffentlich) guten Eindruck hinterlassen haben.

Wir hatten leider keine Zeit mehr, uns die Show von den SIAMBOK anzuschauen. In Rekordzeit packten wir unsere Sachen zusammen, verabschiedeten uns von zig Leuten und wünschten den anderen Bands viel Spaß und alles Gute. Schon waren wir wieder unterwegs in Richtung Moosheim, wo das nächste Publikum bereits auf uns wartete. So was ist schön! 🙂

Obwohl das Endergebnis des Southside Opener Wettbewerbs erst nach unserem Moosheim-Gig verkündet wurde, sei an dieser Stelle gesagt, dass LAZURIGHT später den ersten Platz abräumten und somit beim Southside Festival 2006 auf der Bühne stehen dürfen! Herzlichen Glückwunsch von unserer Seite! Wir gönnen’s euch von Herzen. Macht was draus, genießt den Augenblick und lasst euch fotografieren! Später könnt ihr dann euren Kindern sagen: „Schaut, damals, als man die Instrumente noch selber gespielt hat, war ich Rockstar!“ 😉

Für einen tollen (wenn auch kurzen) Abend im Bahnhof Fischbach bedanken wir uns bei: den Veranstaltern und Redakteuren von der Schwäbischen Zeitung (Christiane usw.), der Jury, dem Cheftechniker (ich hab leider deinen Namen vergessen!), RUNLET, LAZURIGHT, SIAMBOK, FAKE NEVER FADES und KARMA.CONNECT, Stefan fürs Merchen und fürs Stellung halten (bisch an reade Kerle!), Magge und unseren Mädels.

Besonderer Dank geht an diejenigen, die extra (oder unter anderem) wegen uns nach Fischbach gefahren sind. Auf die Gefahr hin, dass ich jemanden vergesse, versuche ich jetzt trotzdem, alle aufzuzählen: St. Anger & Marco, Steffen, Tobi & der dritte im Bunde, Eva & Flo sowie Jens Halder & Anhang. Du warst auch da, aber du stehst hier nicht dabei? Beschwer dich: beschwerden@coleslaw-music.de.