06.06.04

TOUR DIARY – 04.06.04 | RAVENSBURG, Metro, Alterna Palooza Festival 2

Wie schon im letzten Jahr, sollten wir zusammen mit CABBAGE AND TURNIP in der „Metro“ spielen. Es fehlte noch eine dritte Band. Und da unsere Kumpels von SCANDALOUS (St. Anger, Marco, Felix und Caro) bereits seit längerem auf eine passende Gelegenheit für den ersten Auftritt warteten, lag es natürlich nahe, dass wir die einfach mitnahmen. So fuhren Marcos Ford und Nippels Corsa also nach RV Süd. Sédon war noch nicht am Start, da er alias DJ Done bereits in Moosheim zu tun hatte. Dort sollten wir einen Tag später auch spielen…

In der Metro angekommen begrüßten wir zunächst die Jungs von CABBAGE AND TURNIP und freuten uns, dass mit „Cool Tim“ und Jan auch zwei Mitglieder von (INSERT COOL NAME) am Start waren. Erstmals bauten wir bei einem Gig eine Art Merchandise-Stand auf, an dem es neben unserer CD nagelneue Buttons mit drei verschiedenen Motiven zu kaufen gab.

Eigentlich hätte es ein cooler Abend werden können. Doch irgendwie war bei der Organisation des kleinen Festivals was schief gelaufen. Jedenfalls waren gerade mal knapp über 30 Leute da, als SCANDALOUS um 20.15 Uhr anfingen. Und witzigerweise war der überwiegende Teil der anwesenden Gäste aus Bad Saulgau!

Wenn man mal bedenkt, dass es für SCANDALOUS der erste Auftritt war, spielten sie erstaunlich gut. Kaum spielerische Fehler und durchaus interessante Songs. Auch den (wenigen) Leuten schien’s zu gefallen, denn es gab nach jedem Song üppigen Applaus.

CABBAGE AND TURNIP präsentierten sich um einiges härter als noch im letzten Jahr. Und um einiges besser! Allerdings waren mit „Hey, hey, Wicky“ oder „Laudato si“ ein paar echt komische Songs dabei, welche wiederum gut zu dem noch komischeren Gelaber von Frontmann Fabian passten… 🙂

Mittlerweile waren einige Leute wieder gegangen, da sie in erster Linie wegen dem ersten Auftritt von SCANDALOUS gekommen waren. So spielten wir eine knappe Stunde vor einer Hand voll Leuten. War einer unserer schlimmsten Auftritte. Wir hatten Probleme mit einer massiven Rückkopplung, die trotz zurück gedrehtem Zerrkanal unaufhörlich aus der Gitarrenbox dröhnte. Erst am Schluss, als wir direkt in den Amp einstöpselten, hörte der Höllenlärm auf. Wie sich später herausstellen sollte, war Jojos Wa-wa-Pedal daran schuld. Ein Dunlop „Cry Baby“ sollte eigentlich für Qualität stehen, doch es war bereits das zweite, das bei uns einfach so kaputt ging…

Wir brachten unseren Gig zu Ende und wunderten uns, dass trotz den wenigen Leuten und trotz unseres schlechten Sounds, einige CDs und Buttons unter die Leute gegangen waren. Wir verluden unser Zeug in die Autos, verabschiedeten uns von den Ravensburgern und fuhren relativ bald nach Moosheim. Wir wollten schließlich nicht die einmalige Performance von „DJ Done und Mesmer“ verpassen. Und die war wirklich einmalig: Während Mesmer erwartungsgemäß einige Partykracher auflegte, lies sich unser Sédon nicht lumpen und hielt sein Wort: Sobald Mesmer mal kurz weg war, hämmerte ein geiler Song nach dem anderen aus den Boxen. PUDDLE OF MUDD, METALLICA usw!! Und nicht etwa “She hates me” und “Nothing else matters”, sondern “Away from me” und “Sad but true”! Haha, absolut geil!! Den Leuten gefiel’s zwar weniger – uns dafür umso mehr… 🙂

Danke: Michi Ehm und den anderen Organisatoren für ihre Mühe, Jonne und Manne für die Arbeit am Merchandise-Stand, allen Zuhörern, nicht Jojos „Cry Baby“ und natürlich DJ Done und Mesmer!!

31.05.04

TOUR DIARY – 29.05.04 | BAD SAULGAU, Festplatz, Stadtpokal

Wir hatten seit unserer CD-Release-Party keinen größeren Gig mehr in unserer schönen Heimatstadt gespielt und sagten deshalb sofort zu. Der Musikmarkt Bad Saulgau sollte die Anlage stellen und Jürgen sollte wie schon bei der CD-Release- Party (siehe Gig Review vom 30.01.04) die Arbeit am Mischpult übernehmen. Man traf sich wie verabredet um 12.00 Uhr vor dem Musikmarkt. Jojo, Sédon, Manne und Jürgen kurvten im Kleinbus zum Zelt auf dem Festplatz und bauten auf. Allerdings war weit und breit keine Spur von Nippel. Der war der Meinung, dass man 13.00 Uhr ausgemacht hätte und stand folglich eine Stunde zu spät vor dem Musikmarkt. Zufällig kam Stefan Welzel vorbei und klärte den wartenden Nippel auf. Lachend fuhren die beiden auf den Festplatz. Die Anlage stand schon halbwegs. Jojo, Sédon, Manne und Jürgen waren bereits am Essen. Nippel erklärte sich freiwillig dazu bereit, 20 Euro in die Bandkasse zu zahlen. Somit war seine Verspätung getilgt… 🙂

Nach der Mahlzeit wurde weiter aufgebaut. Um 14.00 Uhr war dann auch Judith am Start. Wir ließen es gemütlich angehen – hatten wir doch jede Menge Zeit. Man steckte hier ein Kabel ein, man trug da eine Box hin und freute sich nebenbei über die Fußballer vom FC Chalais, die es sichtlich genossen, mal wieder richtig gutes Bier zu trinken… 🙂

Irgendwann war alles aufgebaut und der Soundcheck konnte beginnen. Wie es sich für eine ordentliche Band gehört, wurde mit dem Schlagzeug angefangen. Sédon trat seine Bass-Drum und Jürgen drehte an den Reglern, um das optimale herauszuholen. Dann folgte die Snare, dann die Toms usw. Wie immer halt. Nur ist es normalerweise halt so, dass man allein im Zelt ist und das war an diesem Tag blöderweise nicht der Fall. Ältere Generationen saßen bei Kaffee und Kuchen an den Biertischen im Zelt. Fassungslos schauten sie zur Bühne, wo Sédon minutenlang seine Schießbude bearbeitete. Lediglich die besoffenen Franzosen klatschten begeistert mit. Irgendwann kamen dann noch Bass und Gitarre und zu guter Letzt die ganze Band. Natürlich nahmen wir zur Kenntnis, dass sich das Zelt mehr und mehr leerte, aber was sollten wir machen?? Wenn ne große Anlage dasteht, dann bedarf es halt einem ordentlichen Soundcheck.

Auf einmal stand eine Frau (wohl eine Funktionärin des Stadtpokals) vor der Bühne und regte sich tierisch auf. Wir sollten gefälligst aufhören, die Leute gingen schon und so weiter und so fort. Achselzuckend erklärten wir ihr, dass das, was wir machen, ganz normal ist und dass das am nächsten Tag bei MIDNIGHT SPECIAL nicht anders sein würde. Das sah sie überhaupt nicht ein. Für sie war entscheidend, dass wir für 21.00 Uhr gebucht waren und dass jetzt am hellen Mittag die Leute gingen. Eine Kollegin kam hinzu. Auch ihr erklärten wir, wie’s aussieht. Sie war deutlich einsichtiger und hatte Verständnis. Auch Herr Rist an der Bonkasse war der Ansicht, dass das halt sein müsse. Immer wieder stand ein Fußballer im Zelt und maulte: „Ihr kennat dahoim proba!!“. Auch ihm erklärten wir, dass es sich keineswegs um eine Probe, sondern um einen bei jedem Auftritt üblichen Soundcheck handelte. Das schien er nicht zu kapieren. Sédon spielte den Dolmetscher und meinte, dass sich Fußballer vor einem Spiel doch auch aufwärmen müssen…

Nach längerem hin und her fragten wir Jürgen am Mischpult, wie lange wir den ungefähr noch brauchen würden. „Bis fertig isch!!“, lautete seine unbeeindruckte Antwort und so machten wir grinsend weiter… 🙂

Als wir fertig waren, war noch Zeit für einen Spaziergang bzw. Zeit zum nochmals heimgehen. Um 20.00 Uhr waren wir alle wieder am Start. Manne und Jonne setzten sich an die Kasse zum Eintritt kassieren. 3 Euro. Allen Schlaumeiern, die jetzt vielleicht ausrechnen, wie viel wir verdienen, sei folgendes gesagt: Es ist natürlich nicht so, dass wir das Ganze Geld bekommen. Und ist natürlich auch nicht so, dass wir am Abend kommen und mal kurz spielen. Habt ihr ja selbst grad gelesen. Und wenn dann einer an der Kasse steht und sich über 3 Euro Eintritt aufregt, dann soll er (oder sie) doch bitteschön daheim bleiben oder das Rauchen aufhören oder sonst was. Für einen Eintrittspreis von 3 Euro brauchen wir uns jedenfalls nicht zu rechtfertigen!

Als es 21.00 Uhr wurde und immer noch kaum Leute da waren, gingen wir noch auf ein Bier ins Forum. Um 22.00 Uhr sah es etwas besser aus. Wir fingen an zu Spielen. Zu unserer Erleichterung kamen dann doch ziemlich viele. Über 300 zahlende Gäste. Und dann waren da auch noch ca. 100 Leute aus den Fußballvereinen, die selbstverständlich freien Eintritt hatten. Dank Jürgen am Mischpult hatten wir fantastischen Sound. Es machte unglaublich Spaß zu spielen. Vor allem Jojo spielte sich in einen wahren Rausch und redete dem Teufel ein Ohr weg. Doch auch Nippel, Sédon („Dia scheiß Hausdira!!!“) und Judith zeigten sich in bester Spiellaune. Wir rockten bis in die Nacht. Um halb zwei war nach mehreren Zugaben Schluss.

Wir drehten unsere Runden durch das leerer werdende Festzelt. Vor allem Sédon, Judith, Manne und Jonne nutzen die Gunst der Stunde und holten sich ein Gartis-Getränk nach dem anderen. Nebenher baute man die Anlage ab und verlud alles in Jürgens Bus bzw. in unsere Pkws. Man fuhr zum Musikmarkt Müller zum Ausladen und hatte einen Heidenspaß. Nippel hatte als einer der wenigen nix getrunken und fuhr mit seinem Corsa. Auf seinem Beifahrersitz saßen Sédon und auf dessen Schoß Judith. Da Nippel ziemlich schnell durch die Baustelle vor dem Festplatz räuberte, verleerte Sédon seinen Wodka-Bull im Auto.

Man beschloss spontan noch zu Manne nach Hause zu fahren. Dort wollte man eine „Räuberpfanne“ essen. Kurz vor dem Kreisverkehr beim Paradies, überholte Jürgen Nippels Corsa. Strauß fuhr mit seinem Golf zwar ordnungsgemäß, wobei er trotzdem kriminell unterwegs war… 🙂

Neben der COLESLAW-Truppe waren auch noch ein paar andere Leute mit zu Manne gekommen. Jojo und Co. bereiteten die „Räuberpfanne“ zu, während einige andere im Esszimmer saßen. Zum Leidwesen von Mannes Schwester war’s ziemlich laut im Hause Dirlewanger. Katzakräg kam sie mehrmals nach unten und regte sich tierisch auf. Vor allem Jürgen wusste ihr peinliches Auftreten mit hintersinnigen Sprüchen zu kommentieren. Irgendwann war die „Räuberpfanne“ fertig. Allerdings war neben den sonst üblichen Zutaten auch noch allerhand anderes Zeug drin: Manne hatte in seinem Vollrausch unter anderem Schokolade und Zimt hinein gemischt. Als bereits der Morgen graute, gingen wir schließlich nach Hause…

Für einen absolut geilen Abend bedanken wir uns bei: Jürgen, Manne, Jonne, Gero, Strauß, Fone, Herr Frey und dem großen Rest der Stadtpokal-Organisatoren, der Belegschaft des Festzelts, Herr Rist und der einsichtigen Frau und natürlich bei allen Zuhörern.

29.05.04

TOUR DIARY – 27.05.04 | PFORZHEIM, Haus der Jugend

Magge (seines Zeichens Manager von ITCHY POOPZKID) hatte die geniale Idee für Sibbi (seines Zeichens Gitarrenmann von ITCHY POOPZKID) eine Überraschungsparty anlässlich seines 22. Geburtstags zu organisieren. Er mietete kurzerhand das „Haus der Jugend“ (HdJ) in Pforzheim und fragte per Email zig Bands, ob sie nicht Lust hätten, den Sibbi mal so richtig zu überraschen.

Klar hatten wir Lust und sagten natürlich sofort zu. Wir entschlossen uns dazu, einen Song von ITCHY POOPZKID einzustudieren. Und nichts erschien uns naheliegender, als mit „The Weed-Song“ den Klassiker schlechthin auszuwählen. Wir probten also und waren erstaunt, wie schnell wir das Stück drauf hatten. Ist halt doch nur Punk-Rock… 🙂

Am Donnerstagabend des 27. Mai kurvten wir zu dritt in Jojos Yaris nach Pforzheim. Die Suche nach dem HdJ erwies sich als äußerst schwierig. Vor allem, weil wir Landeier ein Problem damit hatten, dass die Straßen in der gesamten Pforzheimer Innenstadt zig Spurern hatten. Da hatte man’s schon gefunden und war lediglich ein paar Meter zu weit gerollt und schon war’s scheiße! Da ist nix mit mal kurz umdrehen oder so. Nein, da muss man dank unzähligen Abbiegepfeilen nochmals ne viertel Stunde fahren, bis man erneut an der entsprechenden Stelle vorbeikommt! Irgendwann stand Magge auf der Straße und winkte uns in einen Hinterhof. Erleichtert nahmen wir zur Kenntnis, dass auch die Landeier von GUNFIRE (Haha, das reimt sich sogar!!) mehrere Anläufe benötigt hatten… 🙂

Bereits um 19.30 Uhr legte mit DAMNASTY die erste Band los. Es folgten NOCH NE BAND, unsere Kollegen von GUNFIRE, SLAVE, FATHEAD, PUREMANIA und LAYABOUT. Fast ausnahmslos gute Bands! Vor allem SLAVE sagten uns sehr zu.

Anschließend waren wir an der Reihe: Nach unserem neuen Song „Show for me“ sowie unserem CD-Opener „Just asking“ spielte Jojo den ersten Ton von „The Weed-Song“. Bei Nippels: „Hi Böhmenkirch!“ schauten die Itchys, die bei unserem Gig direkt vor der Bühne standen, noch etwas planlos. Als Sédon jedoch einzählte und wir das punkige Intro von „The Weed-Song“ zum Besten gaben, da hatten sie’s kapiert und verfolgten grinsend unsere Version ihres Klassikers. In der ersten Strophe setzte blöderweise Nippels Bass aus. Unser Thimo (seines Zeichens Mischer von ITCHY POOPZKID) reagierte jedoch blitzschnell und behob das Problem binnen weniger Sekunden. Im Mittelteil des Songs brachte Jojo den Insider: „Applaus für den unglaublichen Gülle-Nippel!“, worauf hin sich die Itchys halb tot lachten. Im Anschluss an unseren Gig fielen sie uns um den Hals und freuten sich tierisch. Magge meinte lachend: „Hey, keine Coversongs!!“… 🙂

Komischerweise kam keine andere Band des Abends auf die Idee, nen Itchy-Song zu covern. Dafür klampfte (nach den Jungs von ONE SIDE SMILE) Tourmanager Stefan einen eigens für Sibbi komponiertes Geburtstagslied und erntete kräftig Applaus.

Nun folgten die Österreicher von 3 FEET SMALLER, mit denen die Itchys in diesen Tagen auf Tour waren. Sehr geile Band! Obwohl der Sound (wie auch schon bei den vorherigen Bands) nicht der Beste war, überzeugten die vier Jungs auf der ganzen Linie. Witzige Ideen, geile Songs und vor allem ne Bühnenperformance der Extraklasse!! Immer wieder trafen sich unsere Blicke mit denen von GUNFIRE, die wie wir anerkennend mit dem Kopf nickten.

Zu guter Letzt stand ein sichtlich gerührter Sibbi mit seinen beiden Kollegen auf der Bühne und meinte „Danke, danke, danke!! Da mir die Worte fehlen, lass ich meine Musik sprechen!“. Und dann präsentierten sich die Itchys in gewohnter Perfektion. Da fehlten dann den anderen die Worte… 🙂

Danach war Schluss mit Live-Mucke. Wir ließen uns noch vom Mägges erklären, wo das nächste Mägges ist, verabschiedeten uns von ein paar Leuten und fuhren dann auch schon los. Nach einer kurzen Stärkung im Burger-King, traten wir die Heimfahrt an. Jojo fuhr, Nippel hielt ihn mit seinem Gelaber wach und Sédon („Dia scheiß Hausdira!!!“) schlief auf der Rückbank. Er hatte es auch bitter nötig, denn während Jojo und Nippel am nächsten Tag frei hatten, musste Sédon bereits um 7.00 Uhr wieder in die Schreinerei. Um 3.00 Uhr kamen wir in Marbach an und weckten eisan Done. Verwundert meinte er: „Hä, mir fahrad doch erschd fünf Minuda??“… 🙂

Wir danken: Magge, Thimo, dem Herrn am Mischpult und den anderen Bands. Spezieller Dank geht an die Itchys, denn die haben uns vor knapp zwei Jahren auf die geniale Idee mit den Gig Reviews gebracht… 🙂

24.05.04

TOUR DIARY – 22.05.04 | ROTTENBURG, Kapuziner Schenke, Kneipennacht

Die Kneipennacht in Villingen Schwenningen war abgesagt worden – somit sollte der Gig in Rottenburg der fünfte und letzte unserer kleinen Musiknacht-Tour sein. Neben Jojo, Nippel und Sédon waren mal wieder Carina, Gero, Manne und Jonne mit von der Partie. Judith war mit ihrem Daddy für ein paar Tage verreist und konnte deshalb nicht dabei sein.

Erstmals schafften wir es, unser komplettes Equipment und sechs Leute im Bus zu verstauen. Ging grad so. Der Bus war danach zwar tiefer gelegt, aber Busfahrer Jojo bugsierte unser Gefährt trotzdem zielsicher gen Rottenburg am Neckar. Die vorbeifahrenden Fußballer von Grün-Weiß-Tübingen kuckten zwar blöd – beließen es zu unserem Glück aber dabei… 🙂

Als wir durch die Gassen der Rottenburger Altstadt schipperten, spielte Jojo mal wieder sein so sehr geliebtes „Scheiße!“-Spiel. Ständig tippte er das Gaspedal an und lies unser Gefährt holpernd und krachend durch die Straßen sausen. Die zahlreichen Passanten staunten Bauklötze!! Vor allem dann, wenn die Businsassen die Fenster herunterkurbelten und kollektiv „Scheiße!!“ riefen… 🙂

Von Dr. Phil. Dipl. Kartenleser Manne geführt, fanden wir zielsicher zur „Kapuziner Schenke“. Als wir in die kleine Seitengasse, in der das „Kapuz“ ansässig war, einbogen, folgte zunächst allgemeines Gelächter: Wir mussten durch einen verratzten Torbogen fahren und fanden ein verwinkeltes, heruntergekommenes und riesiges Gebäude vor. Nahezu eine Festung. Sédon fand als erster die passenden Worte: „Ritterburg odr wa???“… 🙂

Wir parkten neben den Pferdekutschen, während ratternd die Zugbrücke heruntergelassen wurde. Neugierig betraten wir die Schenke. S’war sehr düster. Man sah kaum die Hand vor Augen. Eine Treppe führte hinab ins etwas hellere Kellergewölbe. Und siehe da – von wegen Ritterburg!! Das äußerst geräumige Kapuz glich viel mehr einem Dschungel: Überall hingen Schlingpflanzen an den Felsen! Aus den Wänden ragten Dinosaurierskelette und andere urzeitliche Fossilien! Wer schon mal im Europa Park in Rust war und dort das Dinosaurier-Dingsbums gefahren ist, der kann sich’s ungefähr vorstellen. War ein herrlicher Anblick!! Und wisst ihr, was noch viel herrlicher war?? Dass wir in diesem Ambiente spielen durften!!! 🙂

Nippel schüttelte dem Mann hinterm Tresen die Hand: „Hi. Wir sind die Band!“. Der Kerl namens Christus (!!!) erwies sich als Chef der Kapuziner Schenke und führte uns nicht ohne Stolz durch seine selbst gestaltete Höhle. Wir entschlossen uns dazu, am hinteren Ende des Kellers zu spielen. Das erschien uns sinnvoller, als im Nebenraum, welcher übrigens im Sternenhimmel-Design erstrahlte. Vom hinteren Ende des Kellers war man halbwegs gut zu sehen und auch die Klangverhältnisse waren dort besser als im Nebenraum. Außerdem befand sich am hinteren Ende des Kellers das größte Dinosaurierskelett. Wir konnten uns das Aufhängen unseres Banners also sparen…

Wir bauten auf und unterhielten uns nebenher mit „Kitzu“ (so wurde Christus von allen genannt). Von Anfang an erinnerte uns sein Geschwätz an Yannis Complicis (Hab keine Ahnung, ob man das so schreibt…) aus der Kult-Radiosendung „Nix verstehn in Athen“ von SWR3. Und siehe da: Kitzu war tatsächlich Grieche!! Was uns erst später auffiel: Auf der Eingangstür der Kapuziner Schenke prangten SWR3-Aufkleber mit der Aufschrift: „NIX VERSTEHN“… 🙂

Wir bauten also auf und checkten Sound. Klappte alles bestens. Wir speisten im Mc Donald’s und begaben uns Punkt 8 Uhr wieder zurück in die Dinosaurierhöhle. Zunächst warteten wir ne ganze Weile vergeblich auf Leute. „I glaub do kommt koi Sau!“, meinte Sédon und erntete zustimmendes Nicken vom Rest.

Als sich gegen 20.30 Uhr wider Erwarten doch einige in die Schenke verirrten, starteten wir unser Unplugged-Set. Kam schon erstaunlich gut an und erntete viel Applaus. Als wir nach einer kurzen Pause unsere CD live vorstellten, geschah das Unfassbare: Das Kapuz füllte sich bis auf den letzten Platz! Und die Leute in den ersten Reihen gingen ab wie Sau: Da wurde gepogt und gehüpft – einfach nur geil!! Einige sangen sogar mit. Bei unseren eigenen Songs! Und das in Rottenburg am Neckar!! Hammers!!! Die Singenden waren übrigens aus Nagold, wo wir vor Kurzem auch bei einer Kneipennacht gespielt hatten. Fleißige Gig Review-Leser erinnern sich vielleicht noch an eine gewisse Elen, die bei unserem Gig in Nagold kurzzeitig das Gesangsmikro übernommen hatte. Genau die war mir ihren Freundinnen und Freunden extra wegen uns nach Rottenburg gekommen! Wir freuten uns über die enorme Resonanz und zeigten uns spielerisch von unserer besten Seite. Es machte einfach unglaublich viel Spaß! Beim Zugaben-Teil holten wir erneut Elen auf die Bühne, was die ohnehin schon geile Stimmung nochmals anheizte! Gegen 1.00 Uhr war dann Schluss.

Wir unterhielten uns im Laufe der Nacht mit zahlreichen Leuten (vor allem mit den Nagoldern), während der hochzufriedene Kitzu von Zeit zu Zeit eine Tequillia -Runde schmiss. Nippel machte Bekanntschaft mit einer hübschen Blondine, ihres Zeichens PH-Studentin im letzten Semester. Sah aus wie 20, war zu Nippels Erstaunen aber 27. Naja, jedenfalls beobachtete Jojo später amüsiert, wie die angehende Grundschullehrerin von vier jungen Männern umworben wurde. Als wir grad alle draußen vor unserem Bandbus standen, zog sie Hand in Hand mit einem der vier Typen um die nächste Ecke. Okay, kurz vor dem Berufseinstieg darf man schon noch einmal die Sau rauslassen… 🙂

Kitzu, der im Anschluss an unseren Gig unsere „Strawberry Week“-CD in voller Dröhnung laufen ließ, zeigte sich äußerst gesprächig. Er gab sich kumpelhaft, legte einem des öfteren den Arm um die Schulter und redete über Gott und die Welt. Für ungläubiges Kopfschütteln sorgte seine Behauptung, dass „die scheiß Rottenburger“ mit insgesamt über 12.000 Euro bei ihm in der Kreide stünden. Nippel glaubte ihm zunächst nicht, bis Kitzu in seine Hemdtasche griff und ihm sämtliche Schuldscheine vor Augen führte. Zu hart! Der Rekordschuldner stand bei sage und schreibe 3.500 Euro!! Kitzu äußerte außerdem mehrmals Interesse an einem erneuten Gig von uns. Mal sehen was draus wird…

Mittlerweile hatte sich die Kapuziner Schenke halbwegs gelehrt. Wir verabschiedeten uns von der Belegschaft und starteten den Bandbus. War ein rundum gelungener Abend! Ein paar CDs verkauft, geile Stimmung, nette Leute, volles Haus usw… War mit Verlaub das beste Konzert unserer Keipen(nacht)tour!! Auch die Götter sind zufrieden: „Jawohl! Jawohl! Jawohl!“…

Wir begaben uns noch kurz auf die After-Show-Party der Kneipennacht, wo eine ordentliche Coverband spielte. Allerdings wurde die Band so dermaßen scheiße abgemischt, dass wir bald wieder gingen…

Bei der Heimfahrt schlief diesmal keiner: Die Partystimmung riss einfach nicht ab. Erst vor Sédons Haus schlief Manne, der im Laufe des Abends einiges gebechert hatte, auf Jojos Fahrersitz ein. Da er keine Anstalten machte, in absehbarer Zeit aufzustehen, zog in Jojo kurzerhand aus dem Bus: Kopfüber landete Manne im Kies. Beleidigt stieg er wieder ein und legte sich erneut auf den Fahrersitz. Kompromisslos zog Jojo ihn ein zweites Mal nach draußen. Allerdings war Mannes Aufprall nun um einiges unsanfter: Er schlug sich den Ellbogen blutig. Tja, selber Schuld! Ohne Anzeichen eines schlechten Gewissens kurvte Jojo mit seinen Insassen weiter…

In Saulgau angekommen verluden wir unser Zeug in den Stinnes. Blöde Arbeit! Jojo fuhr anschließend noch Carina nach K-Wald. Es wurde bereits wieder hell (war ja auch schon nach 5.00 Uhr). Und was fährt um diese unmögliche Zeit vor unserem Bandbus her?? Ist doch naheliegend: Exakt der gleiche Bus! Okay, er war deutlich neuer, hatte keine Rostflecken und bestimmt noch länger TÜV als unserer. Dafür hat unserer überdimensionale COLESLAW-Aufkleber an der Seite! Haha!! Hupend überholte Jojo den anderen gelben Sprinter und kurvte Carina nach Hause.

Dank euch war’s geil: Manne, Jonne, Gero, Carina, Kitzu & Belegschaft, Elen & die anderen Nagolder, CD-Verkäufer, Dinosaurier, „Scheiße!“, Thimo und Papa Mutschler.

20.05.04

TOUR DIARY – 18.05.04 | BAD SAULGAU, Stadtforum ***UNPLUGGED***

Wir sollten eine Ehrung der Stadt mit ein bisschen Musik umrahmen. Im kleinen Saal des Stadtforums wurden erfolgreiche Jugendsportler und erfolgreiche Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ geehrt. Zusammen mit einem Streichquartett des Jugendstreichorchesters spielten wir „Back to you“, „Take a look at my heart“ und „Yesterday“. Musikschulleiter Hohn und Bürgermeister Häfele zeigten sich begeistert und lobten unser Spiel. Ersterer sorgte für allgemeines Gelächter, als er unseren schönen Bandnamen „koleslaf“ aussprach. Bürgermeister Häfele verbesserte ihn, wofür wir ihm sehr dankbar waren… 🙂

Wir spielten in folgender Besetzung:

STREICHQUARTETT:
Veronika Burth – Geige
Thomas Sali – Geige
Andreas Brillisauer – Bratsche
Sabine Binder – Cello

COLESLAW:
Jojo – Akustik-Gitarre, Gesang
Nippel – Akustik-Gitarre, Gesang

Wir danken: Fribbe, Herr Beikircher, Herr Häfele und Herr Hohn. Außerdem gratulieren wir allen, die geehrt wurden!

10.05.04

TOUR DIARY – 08.05.04 | SIGMARINGEN, Checkpoint, Kneipennacht

Nach einer kleinen Pause von ca. einem Monat folgte mit Sigmaringen das vierte Konzert unserer Kneipennacht-Tour. Wir sollten zusammen mit einem Hip-Hop-DJ das Jugendhaus „Checkpoint“ beschallen. Da diese Location ein gutes Stück größer war, als bei den bisherigen Kneipennächten, konnten wir es erstmals nicht bei unserer Probenanlage belassen. Wie zuletzt in Scheer begleitete uns auch diesmal wieder unser Thimo, der neben seinem Behringer Mischpult und seinen Effekten auch die Anlage von Heinz im Gepäck hatte…

Man traf sich wie immer auf dem Stinneshof und lud alles mögliche in die Karossen (Bandbus & Mannes Passat mitsamt Anhänger). Mit von der Partie waren neben Thimo und Manne auch noch Gero, Jonne, Stefan, Änsge und Frank. Und natürlich Jojo, Nippel und Judith. Sédon hatte noch zu tun und wollte später nachkommen. Man kurvte also ohne ihn nach Sigmaringen („Scheiße!“) und begutachtete den (das?) Checkpoint.

Sah sehr vielversprechend aus! War ein richtiger Club mit Live-Bühne und so. Die Leute von der Belegschaft (Zivi Jörn, Alex Speh und einige andere) waren äußerst nett und ließen uns absolute Narrenfreiheit. Wir bauten also in aller Ruhe auf. Plötzlich bemerkte Thimo, dass er das Netzteil seiner Endstufe vergessen hatte und so wurden Manne und Stefan nochmals nach Saulgau geschickt, um das gute Stück zu holen. Irgendwann kam ein Anruf auf Jojos Handy: „Wir stehen in Herbertingen und hatten einen Unfall…“. Jojo lachte zunächst und glaubte Manne nicht: „Du Wichser! Des isch it wohr! Mit so was macht ma koine Witz!!“ usw… Doch irgendwann waren Jojo (und alle, die plötzlich mit fragenden Blicken um ihn herum standen) davon überzeugt, dass es wohl doch stimmte. Man war betroffen. „Aber eich isch nix bassiert??“, fragte Jojo besorgt. – „Nö, aber das Auto…“ blablabla…

So ging das ne ganze Weile, bis Manne und Stefan auf einmal lachend und unversehrt vor dem Jugendhaus standen. Diese Ärsche!! Obwohl in COLESLAW-Kreisen mit Sicherheit über vieles gelacht wird, was andere geschmacklos finden würden, war für Jojo und für die meisten anderen das mit dem Unfall gar nicht komisch. Überhaupt nicht! Stefans und Mannes grinsende Fressen wurden mit Mittelfingern und Vorwürfen quittiert. Naja, im Laufe des Abends verzieh man ihnen dann doch. Man redete zumindest nicht mehr darüber…

Mittlerweile war auch Sédon (mit Carina) eingetroffen und es wurde soundgecheckt. Wir waren beeindruckt, was Thimo bei den Itchys dazugelernt hatte: Sowohl auf der Bühne als auch davor, war der Sound exzellent. Wir hatten uns bisher auf der Bühne selten so wohl gefühlt.

Nachdem die Arbeit getan war, hatten wir noch Zeit für allerlei andere Dinge: Jojo schoss eine von Jonne mitgebrachte Teekanne per Tennisball von einem Barhocker und freute sich wie ein kleines Kind, als das Porzellan zu Bruch ging. Nippel unterhielt sich mit dem netten Kerl an der Kasse (Andy), der als studierter Veranstaltungstechniker normalerweise für Großevents wie Rock am Ring, Rock im Park oder auch BRYAN ADAMS- oder PHIL COLLINS-Konzerte zuständig war. Das erzählte er zumindest. Er klang aber glaubhaft und war äußerst sympathisch. Ohne wenn und aber war er sofort dazu bereit, unsere CDs an der Kasse zu verchecken. Irgendwann gingen wir nach oben in den Backstageraum (Jaaaaa, wieder einer!!). Man lieferte sich heiße Billard- bzw. Tischkickerschlachten uns ließ sich nebenher von einem blonden Mädel mit Essen und trinken versorgen… 🙂

Wir warteten ziemlich lang und fingen erst gegen 21.30 Uhr mit Spielen an. War schon ironisch: Da hatten wir bei den letzten drei Musiknächten in seltsamen Kneipen gespielt, die eigentlich eher für ältere Generationen ausgelegt waren und immer war das Haus voll gewesen. Und dabei hatten wir dort mit unserer kleinen Probenraumanlage nicht den besten Sound gehabt. Tja, und diesmal war der Sound dank Thimo und Heinz hammermäßig, die Location war erstmals ein (ziemlich geiles) Jugendhaus, man konnte verbilligte Eintrittsbändel für nur 4 Euro (statt den üblichen 12,50 Euro) erwerben und trotzdem fehlte es erstmals an Leuten! Viel mehr als 50 Gäste waren zu keinem Zeitpunkt des Abends da. Aber – und das war das Schöne – unser Sound gefiel den anwesenden Leuten immens. Sowohl unsere eigenen Stücke als auch unsere Coversongs (teils mit Judith) kamen gut an. Wir verkauften einige CDs und bekamen mehrere – teilweise recht interessante – Anfragen für Auftritte. Überall gab’s Lob. Selbst unser kritischer und ehrlicher Thimo lobte uns: „Spielerisch und soundmäßig war’s hammers!!“.

Wenn man das alles bedenkt, dann war der Abend trotz den wenigen Leuten ziemlich cool. Lieber 50 Leute, die sich für unsere (eigenen) Lieder interessieren und aufmerksam zuhören, als 150 Leute, die stockbesoffen auf jeden x-beliebigen Sound abgehen (Albstadt lässt grüßen)… 🙂

Im Anschluss an unseren Auftritt legte ein Hip-Hop-DJ auf. Das Publikum wechselte erwartungsgemäß – es kam aber erfreulicherweise zu keinen Streitereien, obwohl einige der eintreffenden Gäste alles andere als freundlich aussahen. Während Thimo sein Equipment hütete und am Mischpult arbeitete, ging der Rest wieder nach oben in den sehr geräumigen Backstageraum.

Zunächst saß jeder müde herum. Manne und Stefan erzählten begeistert von THE DAREDEVILS. Die hatten im Bistro „Roanja’s“ schnellen Rock n’ Roll und Rockabilly der Sechziger präsentiert. Muss beeindruckend gewesen sein! Beide erzählten mit strahlenden Gesichtern und glasigen Augen! Ist blöd, dass man als Band kaum eine Möglichkeit hat, sich mal eine der anderen Combos anzuschauen. Naja, so wollte man’s und nicht anders…

Jojo war der einzige, der aktiv gegen die müde Stimmung ankämpfte: Auf einmal wollte er „Die Reise nach Jerusalem“ (!) spielen und obwohl das zunächst keinen interessierte, baute er fleißig Stühle auf. Grinsend nahmen auf einmal die ersten Platz. Gero spielte den DJ und nach kurzer Zeit rannten Jojo, Nippel, Stefan, Manne und ein Kerl namens René im Kreis um die Stühle herum. Irgendwann lies Gero den Sound richtig lange laufen. Verdammt lange! Die Läufer rannten sich schwindelig. Obwohl die Musik noch immer lief, kam irgendwann Stefan ins Straucheln. Leidtragender war Nippel, der vor ihm rannte: Vom kräftigen Stefan angestoßen flog der schmächtige Nippel ihm hohen Bogen zur Tür hinaus, stieß unterwegs eine Blechmülltonne um, blieb auf dem Rücken im Hausgang liegen und lachte. Obwohl’s spektakulär aussah, hatte er (im Gegensatz zum Mülleimer) keinen Kratzer. Tja, und auf einmal waren wieder alle wach und lachten Tränen. Lediglich Sédon pennte bereits nach kurzer Zeit wieder auf dem Sofa. 🙂

Als die Party zu Ende war, wurde abgebaut. Man spielte nebenher mit Tellern Frisbee und so. Anschließend kurvten wir zurück zum Stinnes. Die Insassen des Busses und des Passates des Mannes schleppten Equipment durch die Gegend. Sédons Karre stand regungslos daneben. Das tat sie eine ganze Weile. Das tat sie sogar noch, als Bus und Passat schon wieder nach Hause fuhren. Die Erklärung war denkbar einfach: Sédon schlief. Tief und fest. Naja, besser auf dem Stinneshof, als während der Fahrt. Irgendwann weckte ihn Carina und so zogen auch die letzten beiden nach Haus…

Euch gebührt Respekt: NICHT MANNE, NICHT STEFAN, Thimo, Heinz, Jonne, Gero, Änsge, Carina, Zivi Jörn (von der Band SEITENWEISE), Alex Speh, dem blonden Mädchen, den anderen vom Checkpoint, Herr Ockert & Konzert X, Nina (www.certain-death.de) und allen anderen Zuhörern.

03.05.04

TOUR DIARY – 01.05.04 | WOLFARTSWEILER, Privat

Wer die letzten Gig Reviews gelesen hat, der weiß, dass uns Herr Mutschler (Judiths Papa) seit einiger Zeit seinen gelben Mercedes Sprinter als Bandbus zur Verfügung stellt. Als Dankeschön dafür spielten wir anlässlich seines 50. Geburtstags ein Privatkonzert in seinem Garten…

Wir danken: Herrn Mutschler für seinen Bus!!

01.05.04

TOUR DIARY – 29.04.04 | BAD SAULGAU, Foyer Stadthalle ***UNPLUGGED***

Beim „Tag der Vereine“ präsentierte sich jeder Bad Saulgauer Verein irgendwo in der Stadt. Die Fußballer waren im Stadion, die Handballer waren in der Stadthalle (und so weiter und so fort…) und die Jugendmusikschule war halt im Foyer der Stadthalle.

Auf Wunsch von Musikschulleiter Ralf Hohn sollten wir einen Auszug aus unserem Tonkunst-Programm (siehe Gig Review vom 19.09.03) darbieten. Jojo, Nippel und Gitarrenlehrer Fribbe entschieden sich für die Evergreens „Back to you“, „Take a look at my heart“, „Nothing else matters“ und „Yesterday“.

Da es sich kaum lohnte, extra für diese vier Songs eine PA-Anlage aufzufahren, nutzten wir den “Tag der Vereine“ für ein kleines Experiment: COLESLAW reduzierte sich auf Jojo und Nippel (Sédon und Judith mussten eh arbeiten…) und das Jugendstreichorchester reduzierte sich auf ein Streichquartett. Wir spielten auf Vorschlag von Alban Beikircher (Leiter des Jugendstreichorchesters) „klassisch“, was auf rockisch übersetzt soviel wie „unverstärkt“ heißt. Jojo und Nippel sangen also ohne Mikro (!) – ihre beiden Akustik-Gitarren wurden nur ganz leicht per Amp verstärkt.

Im Endeffekt spielten wir nicht mal vor 20 Leuten. Überraschenderweise klangen die abgespeckten Songs erstaunlich gut, aber doch anders. Wer das legendäre „Revolver“-Album von den BEATLES kennt, der kann sich’s ungefähr vorstellen. Nicht dass wir uns mit den BEATLES vergleichen wollen – nein, ganz und gar nicht! Das Klangbild war halt ein ähnliches… 🙂

Vor allem Fribbe war beeindruckt und fasste den Entschluss, mal ein ganzes Konzert auf diese Art und Weise aufzuziehen. Dann natürlich schon verstärkt und außerdem noch mit Sédon an der Perkussion und so. Aber trotzdem ganz dezent und nur mit wenigen Streichern. Fribbe hatte sogar vor, einen (oder auch mehrere) unserer eigenen Songs mit neuem Gewand (sprich: Streicher etc.) zu versehen. Wir sind gespannt, was draus wird…

Wir spielten in folgender Besetzung:

STREICHQUARTETT:
Katharina Hinger – 1. Geige
Corina Scheffold – 2. Geige
Johanna Miele – Bratsche
Ferdinand Gerstetter – Cello

COLESLAW:
Jojo – Akustik-Gitarre, Gesang
Nippel – Akustik-Gitarre, Gesang

Dankeschön: Fribbe, Iris (für ihr Emergenza-Lob, ihre Umarmung und ihre liebe Art) sowie Alban Beikircher.

27.04.04

TOUR DIARY – 25.04.04 | ULM, Roxy, Emergenza Semifinale

Was hatten wir uns auf diesen Auftritt gefreut!! Nachdem wir die Emergenza Vorrunde im Biberacher „Abdera“ (siehe Gig Review vom 26.02.04) als zweiter beendet hatten, war der Gig im legendären Ulmer „Roxy“ perfekt! Das Semifinale sollte sogar im großen Saal (!) stattfinden, wo normalerweise Bands wie DIE HAPPY ihre CDs releasen oder die SPORTFREUNDE STILLER roque. Bereits beim Vorgespräch für das Semifinale hatten wir uns den Saal angeschaut. Absolut geil! Allein die Bühne war so geräumig, dass alle neun Bands auf einmal darauf Platz gehabt hätten…

In Zusammenarbeit mit unserer Crossover-Kollegen von GUNFIRE hatten wir im Vorfeld fleißig Karten für 7 Euro verkauft und darüber hinaus zwei Fanbusse organisiert, die kostenlos Leute nach Ulm und wieder zurück karrten. Kostenlos deshalb, weil die Busse den (zuletzt oft strapazierten) Bandkassen zur Last fielen. Das war es uns und GUNFIRE aber allemal wert!! Unser großzügiges Angebot: „Ihr zahlt die Karten und wir den Bus…“ wurde dankbar angenommen: Ca. 70 Leute nutzten die beiden Busse. Darüber hinaus fuhren noch einige andere mit dem Auto ins Roxy. Das war allerdings auch nötig, denn wie schon in der Emergenza Vorrunde, sollte auch im Semifinale ausschließlich das Publikum entscheiden, welche Bands in die nächste Runde kommen. Da das diesmal sogar nur zwei der neun teilnehmenden Bands sein sollten und unter anderem zwei Ulmer Combos mit Heimvorteil dabei waren, rechneten wir uns von Anfang an keine großen Chancen aus. Außerdem munkelte man bereits im Vorfeld des Festivals, dass die Ulmer Heavy-Metaller von SYMPHONADIUM mehr als 200 Karten (!!!) verkauft hätten. Somit galt es praktisch erster von acht zu werden…

„Scheißegal!!“, dachten wir uns und fuhren mit großer Vorfreude nach Ulm. Wer weiß, wann wir zum nächsten Mal auf so einer geilen Bühne auftreten können?? Im Roxy angekommen begrüßte man zunächst alte Bekannte: Die Jungs von GUNFIRE waren bereits am Start und die Ravensburger von (INSERT COOL NAME) hatten sogar schon Soundcheck. Man unterhielt sich mit den verschiedensten Leuten und quartierte sich im Backstageraum ein.

Beim Souncheck entschlossen wir uns dazu, den Bass doch ohne Sender zu spielen, da uns ein lautes Knacken Probleme bereitete. Ansonsten verlief unser Soundcheck reibungslos: Man stimmte ein paar Lieder an und freute sich über den geilen Monitorsound. Anschließend war wieder jede Menge Zeit für allerlei Dinge…

Jojo unterhielt sich mit den Emergenza-Technikern, Sédon chillte auf der Tribüne rum und Nippel unterhielt sich mit GUNFIRE-Drummer Wuuz. Irgendwann bekamen wir Hunger. Die Jungs von GUNFIRE suchten eine Pizzeria auf, während wir mit den Kollegen von (INSERT COOL NAME) ins nahe gelegene Mc Donald’s spazierten. Dort speiste man ausgiebig und unterhielt sich über Recording-Studios und ähnliches. Als Jojo (INSERT COOL NAME)-Frontmann Bene auf die in ihrer CD („Anything but(t) music“) abgebildeten Ärsche ansprach, begann Bene zu erzählen: „Das ist mein Arsch! Ich bin in nen Ravensburger Copy-Shop gegangen und hab mich dort auf den Kopierer gesetzt!“ Jojo und Nippel lachten bereits zu diesem Zeitpunkt Tränen, doch Bene tischte noch härter auf: „Wir haben uns in der Band eben auf so nen analen Humor geeinigt, weil der bei fast jedem ankommt. Selbst Leute, die’s eigentlich geschmacklos finden, müssen lachen, wenn sie irgendwo nen Arsch sehen. S’gibt Dinge, über die einfach jeder lacht: Ärsche, Unterhosen, Pümpel, Österreicher…“. Wir hörten Bene aufmerksam zu und kriegten uns nicht mehr ein!! Und obwohl das von Bene so breitgetretene Thema normalerweise eher ein Tabu ist, hatte er recht. Absolut! Und wer sich fragt, weshalb dieses Thema auch in diesem Gig Review so breitgetreten wird, der möge noch ein wenig Geduld haben… 🙂 🙂 🙂

Als wir satt waren, gingen wir zurück in Richtung Roxy. (INSERT COOL NAME)-Bassist Tim (der am nächsten Tag übrigens sein Biologie-Abi schreiben musste) hatte ein Päckchen Majo mitgenommen. Man lief zunächst nichts ahnend auf dem Bürgersteig entlang. Schlagartig drehte sich „Cool Tim“ jedoch um und pfefferte das Päckchen den hinter ihm Laufenden mit voller Wucht vor die Füße. Während Jojo und Sédon noch halbwegs ungeschoren davon kamen, waren Nippel und Carina von oben bis unten mit Majo bespritzt. Obwohl die beiden zunächst dumm aus der Wäsche schauten, folgte relativ schnell wieder Gelächter. Nippel, der ein schneeweißes T-Shirt trug, war zudem erleichtert, als er sah, dass Tim auch noch ein Ketchup-Päckchen bei sich gehabt hätte… 🙂

Zurück im Roxy fieberte man dem Abend entgegen. Irgendwann legte die erste Band los: TOTALSCHADEN. So hieß die wirklich! Nun, was soll man dazu sagen?? Der Name war schlichtweg Programm: Die Band hatte keinen Gitarristen (!), dafür aber zwei Bassisten (!!!) – letztere fabrizierten brachialen Zerrsound. Der Sänger (oder auch „Shouter“, wie man neudeutsch zu einem solchen „Sänger“ sagen würde) grölte irgendwas ins Mikro, das wohl deutsch war, aber genau so gut tadschikistanisch hätte sein können. Was ich sagen will: Man verstand schlichtweg gar nix. Ausnahme: Bei einem Song war der Refrain durch viele Wiederholungen deutlich zu vernehmen: „Ich kauf nur bei Lidl, Lidl, Lidl, Lidl!!!“… 🙂 Uns sagte der Sound von TOTALSCHADEN überhaupt nicht zu. Auch dem Publikum schien’s nicht sonderlich zu gefallen. Im Anschluss an den Gig betrat – wie schon in der Vorrunde – Moderator Magge (in Fachkreisen auch als „Schwarzwald-Mägges“ bekannt) die Bühne und bat um Handzeichen für TOTALSCHADEN. Obwohl von Anfang an mehrere hundert Leute vor der Bühne standen, gingen nur wenige Hände nach oben.

Die nächste Band war MISERIA. Gefiel uns auch nicht. War gewöhnungsbedürftiger Pop-Rock, der einfach so vor sich hinplätscherte. Ohne Höhepunkte – einfach nichts, was erwähnenswert wäre. Ungefähr so sah das auch das Publikum. Uns erschien es rätselhaft, wie diese Band überhaupt die Vorrunde überstehen konnte…

Es folgte JUNKFOOD – neben uns die einzige Drei-Mann-Combo des Abends. Dass die Protagonisten auf der Bühne jedoch um einiges älter waren als wir, merkte man spätestens, als deren charismatischer Frontmann killermäßige Gitarrensoli zum Besten gab. Insgesamt war JUNKFOOD nicht übel, wenngleich das Songwriting nicht an das Niveau der Solo-Gitarre herankam. Das Publikum belohnte JUNKFOOD mit ungefähr so vielen Stimmen, wie die beiden ersten Bands zusammen bekommen hatten.

Nun waren unsere Kollegen von GUNFIRE an der Reihe. Klang äußerst geil! Als Crossover-Band mit sechs Leuten hat man soundmäßig mit Sicherheit oft Schwierigkeiten. Das Roxy bot jedoch eine absolut geile Plattform, auf der die hymnischen Songs von GUNFIRE spitzenmäßig klangen. Als Magge im Anschluss an den Auftritt um Handzeichen bat, schienen die Jungs zufrieden zu sein. Es waren auf jeden Fall deutlich mehr Stimmen, als die drei bisherigen Bands bekommen hatten.

Mit Spannung warteten wir auf die Anal-Rocker von (INSERT COOL NAME). Okay, wir hatten zwar schon mit einer Showeinlage gerechnet – was nun aber folgte, war schlichtweg sensationell: Bene Luka und seine Mannen spielten in Feinrippunterwäsche (!!) und gingen ab wie’s Messer!!! Und Bene behielt recht: Das Publikum war voll mit lachenden Gesichtern. Hier und da mal ein Kopfschütteln, aber ansonsten beste Laune im Roxy! Das wilde Rumgehüpfe auf der Bühne (sogar mit Handstandüberschlag!!) ging natürlich auf Kosten der Präzision: Die zahlreichen spielerischen Fehler dürften dem Publikum bei dieser Show allerdings kaum aufgefallen sein. Kick-Ass-Punk verzeiht halt auch Fehler. Außerdem gaben sich die Jungs auf der Bühne (wie immer) sehr bescheiden und hatten eine gehörige Portion Selbstironie mit dabei: „Wenn’s am Talent mangelt, muss man’s halt so probieren.“, meinte Bene grinsend nach einem Song. Zuvor hatte er dem Publikum (mal wieder) sein Hinterteil präsentiert und damit sogar Gitarre gespielt!! Wir hatten bis dato schon zwei mal zusammen mit (INSERT COOL NAME) gespielt. Dieser Gig stellte jedoch alles in den Schatten! Und siehe da: Das Publikum quittierte die bombastische Anal-Show bei der Abstimmung mit vielen Händen. Sogar mit sehr vielen!!!

Im Anschluss folgte die wohl namhafteste Band des Abends: IREAN hatten in der Vergangenheit unter anderem schon als Support von DIE HAPPY oder auch von DEEP PURPLE (!!!) gespielt. Entsprechend routiniert gingen die Jungs und ihre beiden Frontfrauen zu Werke. War spielerisch und gesanglich äußerst gut. Allerdings waren wir mit unseren Gedanken bereits woanders, denn wir waren als nächste Band an der Reihe. Nervös standen wir neben der Bühne und betrachteten diese ehrfürchtig. Doch dann meinte Sédon zu Jojo: „Jetzt schau dir mal diese geile Bühne und die Leute an und überleg dir, wo wir noch vor zwei Jahren waren!!“. Jojo nickte zustimmend. Irgendwann waren IREAN am Ende ihres Gigs angelangt. Wieder gingen einige Hände nach oben. Und auch wir gingen nach oben. Auf die Bühne nämlich. Haha!!

Alles wurde eingestöpselt, wobei Jojo auf einmal Probleme mit seinem Sender hatte. Letzten Endes verzichtete auch er darauf und nahm mit dem guten alten Klinkenkabel vorlieb. Auf das ist einfach Verlass!! Nippel begrüßte kurz das Publikum und los ging’s: Und zwar mit unserem neuen Song „Show for me“, den wir an diesem Abend zum ersten Mal live spielten. Es folgten „All your fault“, „Exhausted“, „The thing about you” und zu guter Letzt unser CD-Opener “Just asking”. Unsere mitgereisten Fans kamen direkt vor die Bühne und heizten dort kräftig ein. Es wurde gepogt, getanzt, gesungen usw… War ein tierisch geiles Gefühl!!

Tja, und mir nichts dir nichts waren wir auch schon fertig. Es wurde abgestimmt und wieder gingen viele Hände nach oben. Wir waren sehr zufrieden, wenngleich man überhaupt nicht abschätzen konnte, wie der aktuelle Zwischenstand war. Alle Bands ab GUNFIRE hatten ungefähr gleich viele Stimmen bekommen. Wir waren gespannt…
Zufrieden und erleichtert räumten wir die Bühne für die Jungs von THE MONUMENT – einer fünfköpfigen Rockformation aus Ulm. Die waren absolut geil. Für uns die beste Band des Abends! Vor allem Sänger Sascha überzeugte mit seinem ausdrucksstarken Power-Gesang. Die Songs erinnerten durch viele Kopfstimmenpassagen ein wenig an MUSE. Auch spielerisch war THE MONUMENT überzeugend. Bei der Abstimmung gingen sehr viele Hände nach oben. Klar, THE MONUMENT hatten zwar Heimvorteil, aber die vielen Stimmen waren trotzdem absolut verdient.

Zu guter (?) Letzt folgte die Band SYMPHONADIUM. Die präsentierten handelsüblichen Heavy Metal, wie es ihn schon seit zig Jahren gibt. War zwar nicht schlecht – riss uns aber auch nicht vom Hocker. Null Innovation. Einfach mit der Brechstange drauf los. Songtitel wie „Shadows of Darkness“ sind unserer Meinung nach einfach abgelutscht. Naja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Unser ebenfalls mitgereister CD-Producer Holger stand während des Gigs bei Nippel und scherzte: „Wa wellat den dia mit ihre Bankkaufmafrisura?? Des isch doch Heavy Metal!!“. Dann öffnete Holger seine zusammengebundenen Haare und bangte wie verrückt. 🙂 Bereits bei der Abstimmung war klar, dass SYMPHONADIUM das Semifinale gewonnen hatte. So viele Hände waren bei keiner Band zuvor oben gewesen…

Moderator Magge bat um etwas Zeit und alle warteten gespannt auf das Endergebnis. Als er endlich die Bühne betrat, lobte er zunächst das Publikum, dass von Anfang bis Ende vor der Bühne gestanden und fleißig die Hände gehoben hatte. Beim ersten Semifinale eine Woche zuvor, waren manche Bands (zum Beispiel unsere Bekannten von RUNLET) vor 30 Leuten gestanden. Wir konnten also froh sein, dass unser Semifinale so geil war!

Magge laberte nicht lang herum, sondern er kam zur Sache: „Wie ihr wisst, kommen nur die ersten beiden Bands ins Südwestdeutschlandfinale nach Mannheim. Ich fang trotzdem ein Stück weiter hinten an, damit ihr seht, wie knapp das Ganze war: Auf Platz 6 mit 139 Stimmen GUNFIRE.“ Das erschien uns zunächst seltsam. Doch als Magge weiterredete, wurde uns klar, wie dicht das Feld beisammen lag: „Auf Platz 5 mit 146 Stimmen IREAN. Auf Platz 4 mit 148 Stimmen (INSERT COOL NAME)“.

„Auf Platz 3 mit 151 Stimmen COLESLAW. Nach Mannheim fahren THE MONUMENT mit 163 Stimmen und SYMPHONADIUM mit 210 Stimmen.“

Im ersten Moment war’s natürlich ärgerlich, dass wir so knapp gescheitert waren. Vor allem wenn man bedenkt, dass lediglich die beiden Ulmer Bands vor uns waren. Doch schon nach wenigen Minuten hatten wir die knappe Niederlage verdaut und freuten uns tierisch über unseren 3. Platz! Das war ein großer Erfolg und eine klare Bestätigung für uns und unsere Musik! Jojo, Nippel und Sédon umarmten sich grinsend und drehten eine kleine Dankesrunde durch das immer noch volle Roxy. Einige unserer mitgereisten Fans regten sich tierisch auf: „Das ist so ungerecht!! Wieso muss das Semifinale ausgerechnet in Ulm stattfinden, wenn Ulmer Bands daran teilnehmen?? Wenn’s woanders gewesen wäre, dann wärt ihr weitergekommen!“… Wir zuckten gelassen mit den Achseln und erklärten das ganze aus unserer Sicht:

Wir waren eine der jüngsten Bands, die bei Emergenza teilnahmen. Wir hatten im Vorfeld nicht sonderlich viel erwartet und daher war bereits der Einzug ins Semifinale ein großer Erfolg für uns gewesen. Einmal im vollen Roxy zu rocken war für uns ein unvergessliches Erlebnis! Wenn man dann auch noch dritter wird und sich gegen teilweise echt hochklassige Bands durchsetzt, dann kann man eigentlich nur zufrieden sein. Und das waren wir. Sehr sogar!

Hier nochmals das Endergebnis im Überblick:
1. SYMPHONADIUM mit 210 Stimmen
2. THE MONUMENT mit 163 Stimmen
3. COLESLAW mit 151 Stimmen
4. (INSERT COOL NAME) mit 148 Stimmen
5. IREAN mit 146 Stimmen
6. GUNFIRE mit 139 Stimmen
7. JUNKFOOD mit 96 Stimmen
8. TOTALSCHADEN mit 47 Stimmen
9. MISERIA mit 45 Stimmen

Wir unterhielten uns noch mit zig Leuten und hatten einen Heidenspaß im immer leerer werdenden Roxy. Holger war (wie so oft) einer der letzten, der das Feld räumte. Auch Jojos Bruder Stefan blieb mit zwei Studienkolleginnen relativ lange. Man scherzte und lachte über allerlei Dinge. Holger ärgerte Nippel, indem er im mehrmals die Handynummer von DIE HAPPY-Fronfrau Marta vor die Nase hielt, aber sofort wieder wegzog, als Nippel sie entziffern wollte. 0174… 🙂

Als auch die letzten nach draußen gingen, schloss das Roxy seine Pforten und wir kurvten erhobenen Hauptes gen Heimat. Sédon und Jojo unterhielten sich, während Nippel nahezu die ganze Fahrt über schlief…

Einige Tag nach dem Semifinale erschien ein Artikel über selbiges in der Südwestpresse. Obwohl der Bericht uns nicht sehr objektiv erschien, freuten wir uns riesig über das viele Lob. Unter anderem hieß es:

„…rechnet man an diesem Abend bei jeder Band die mitgebrachten Fans ab (wie etwa beim Schlager-Grand-Prix, bei dem auch nur das jeweilige „Ausland“ stimmen darf), ergibt sich ein völlig anderes Bild: SYMPHONADIUM landen mit minus 16 Stimmen abgeschlagen auf dem letzten Platz, THE MONUMENT irgendwo im unteren Mittelfeld, und vorne tummeln sich mit 99 bzw. 98 Stimmen Zugewinn COLESLAW und INSERT COOL NAME.“

„…COLESLAW lieferte dagegen den in sich stimmigsten Auftritt ab. Keine großspurige Show, nur guter solider Stadion-Britrock mit viel Melodie und Gefühl für unverwüstliches Songwriting. Auf jeden Fall mehr als die beiden Siegerbands zu bieten hatten.“

Hört sich gut an, nicht?? Trotzdem hatte man das Gefühl, dass der Redakteur mit irgendjemand eine Rechnung offen hatte, denn THE MONUMENT und SYMPHONADIUM wurden schon sehr runtergebuttert. Naja, wir freuten uns wie gesagt trotzdem über die positive COLESLAW-Kritik…

Wir danken: Allen mitgereisten Fans (Ihr wisst, wer ihr seid!!) für die großartige Unterstützung, Emergenza für die geile Plattform, Magge, den Leuten an der Technik für ihre hervorragende Arbeit, den Backlinern, GUNFIRE & (INSERT COOL NAME) für die geile Zeit, Thimo und Holger für ihr stets ehrliches Urteil, und natürlich allen, die für uns gestimmt haben!

12.04.04

TOUR DIARY – 10.04.04 | SCHEER, Live Rock Cafe

„Machen jetzt öfter gemeinsame Sache: COLESLAW und GUNFIRE“ schrieb SZene-Mitarbeiter Miche Hepp kürzlich in der Zeitung. Tja, und damit hatte er (wie so oft) recht, denn in der Tat haben wir mit unseren Mengener Kollegen seit dem gemeinsamen Erfolg bei der Emergenza Vorrunde relativ viel Kontakt. So sind unter anderem ein paar gemeinsame Gigs geplant – einer davon sollte im Scheerer „Live Rock Cafe“ im Rahmen der Neueröffnung stattfinden.

Wir trafen uns also am Nachmittag mit GUNFIRE vor dem Café. Man begrüßte sich erst mal herzlich und unterhielt sich über allerlei Dinge. Man begutachtete das ziemlich abgelegen gelegene Gelände und freute sich über den Puff, der direkt an das Café angrenzte. Man freute sich noch mehr, als man sah, dass dort eine Flasche Sekt 200 Euro (!!!!!) kostete. Nippel und GUNFIRE-Keyboarder Andy vereinbarten schon mal, nach dem Auftritt noch kurz hinein zu schauen – daraus wurde jedoch leider nichts, weil ihre Kollegen heim wollten…

Im Cafe begrüßten wir die Belegschaft und freuten uns über die große Bühne und die große Tanzfläche davor. Sah viel eher nach einer Disco als nach einem Café aus. Sitzgelegenheiten gab es nur am Rande. Ganz gemächlich bauten wir auf. Sédon stellte das Schlagzeug und GUNFIRE die Amps.

Beim Soundcheck hatte man allerhand Spaß: GUNFIRE-Andy spielte auf seinem Keyboard CHAINDOGS-Songs in ohrenbetäubender Lautstärke an. GUNFIRE-Karsten bezeichnete Jojo lautstark als „Saukopf“, weil Jojo mit seinem Fußschalter nicht zurecht kam. Beim Mikrocheck sang jeder einen noch größeren Bockmist zusammen und es war einfach spaßig und sowieso und dergleichen und überhaupt cool. Mischer Thimo (nach längerer Pause mal wieder mit dabei) versuchte daraus irgendwie Musik zu machen. 🙂

Als es Abend wurde, füllte sich das Café nach und nach. Bei Konzertbeginn war die Location praktisch voll. Auf einen Blick dürften es über 300 Leute gewesen sein. Zuerst waren wir an der Reihe und legten in erster Linie Wert darauf, unsere eigenen Songs zu präsentieren. Einige Covers (teilweise mit und teilweise ohne Judith) spielten wir dennoch. Jojo hatte mehrmals Probleme mit Karstens Fußschalter und auch Nippel bestätigte nach dem Gig, dass das Umschalten „schwer oder zumindest ungewohnt“ war. Also: Selber Saukopf!! 🙂

Nach unserem Gig nutzten wir einerseits unsere Getränke-Gutscheine aus und lauschten andererseits dem Gig von unseren Kollegen. Ist immer ne angenehme Sache, wenn man selber schon gespielt hat und den Auftritt von anderen in aller Ruhe genießen kann. Wie schon bei uns selber, merkte man auch bei GUNFIRE, dass das Spielen der Eigenkompositionen wesentlich mehr Spaß machte, als das (lang genug betriebene) Covern.

Die Stimmung blieb bis zum Schluss vorzüglich. Der Geschäftsführer des Cafés namens Siggi heizte in den Pausen und im Anschluss an die Live-Auftritte mit DJ-Sound ein. Wir verkauften zu unserer Freude mal wieder ein paar CDs und GUNFIRE-Manager Philipp vercheckte fleißig Eintrittskarten für’s Emergenza Semifinale.

War ein rundum gelungener Abend! Die meisten Gäste regten sich zwar über die gesalzenen Preise (4 Euro Eintritt, 3 Euro Mindestverzehr, 5 Euro für ein großes Cola) auf – mit dem Abend an sich schienen die meisten dennoch zufrieden zu sein. Uns und GUNFIRE betraf das mit dem Geld Gott sein Dank nicht… 🙂

Wir bedanken uns herzlich bei: GUNFIRE für den Gig und die geile Zeit, Thimo für’s Abmischen, Strauß für seine Dienste als Chauffeur, Siggi und dem Rest der Belegschaft für den Gig und die Getränke, Miche Hepp für seine (mal wieder) tolle Promotion in der Zeitung, Herr Mutschler für den Bandbus und bei den vielen bekannten Gesichtern im Publikum.