23.08.04

TOUR DIARY – 21.08.04 | SCHEER, Faust Studio ***UNPLUGGED***

Da wir seit längerem nicht mehr unplugged gespielt hatten, wurde um 8.30 Uhr in der Früh eine Probe anberaumt. Allerdings warteten Jojo und Nippel vergeblich auf Sédon, der vergessen hatte seinen Wecker zu stellen und noch seelenruhig schlief. So probten die beiden halt allein. Man spielte mit dem Gedanken, Sédon anzurufen. Doch dann beschloss man, ihn schlafen zu lassen, den unplugged geht’s notfalls auch ohne Sédon…

So fuhren Nippel und Jojo also zu zweit nach Scheer. Gerade als sie Mengen hinter sich hatten, rief Sédon an. Sein Verschlafen war ihm äußerst unangenehm. Er düste sofort los…

Wie schon am Vorabend betraten wir das wunderschöne Studio und begrüßten zunächst Fribbe, der bereits dabei war, seine Anlage für uns aufzubauen. Faust-Mitglied Hans Joachim „Joe“ Irmler war guter Dinge und schäkerte herum, bis schließlich seine Lebensgefährtin Cornelia Paul kam: „Jetzt zieh dich bitte mal um!“ Lachend, aber doch leicht beunruhigt wendete sie sich zu uns und erklärte: „Der muss nachher ne Rede halten und hat sie noch nicht mal fertig.“ Tja, so sind sie halt, die Vollblut-Musiker! Wir fanden’s jedenfalls amüsant… 🙂

Gegen 11.00 Uhr trafen die ersten Gäste im Studio ein. Teilweise waren Leute vom Vorabend dabei. In einem edlen Anzug betrat Joe Irmler pünktlich und mit vorbereiteter Rede das Studio. Die reizende Blondine Nathalie verteilte Sekt und Butterbrezeln und lachte jedes Mal, wenn wir zum Orangensaft griffen: „Gestern gesoffen, was??“ Unser klares: „Nö!“ nahm sie uns schätzungsweise nicht ab. Aber es stimmte. Ehrlich!!

Die schätzungsweise ca. ungefähr phi mal Daumen 50 Anwesenden Gäste bestaunten das wunderschöne Studio oder begutachteten die Info-Wand, wo unter anderem unser Hackfressen hingen. Irgendwann spielten wir einen Song, um Ruhe in den Saal zu bringen. Im Anschluss begann Joe seine Rede wie folgt: „Ich les einfach ab – der Bundeskanzler macht’s schließlich auch so!“ Joe bedankte sich bei allen, die am Umbau des Studios mitgewirkt hatten und erzählt die ein oder andere Anekdote. Insgesamt fasste er sich aber relativ kurz.

Im Anschluss an seine Rede untermalten wir den Empfang mit Songs aus unserem Unplugged-Repertoire. Sédon spielte mit Jürgens Schlagzeug, welches im Studio stand. Fribbe mischte uns mit viel Hall und Echo ab, was ein sehr sphärisches Klangbild erzeugte. Nebenbei verzeihen Hall und Echo kleinere Fehler, was wir natürlich nicht nötig hatten…

Am Schluss bauten wir ab, unterhielten uns ne Weile mit Fribbe, Joe und Cornelia und fuhren anschließend zurück nach Bad Saulgau.

Ist schon ein schönes und vor allem gut ausgestattetes Studio! Und dazu noch eines der größeren europaweit!! Es wär natürlich schon bombastisch, wenn wir da vielleicht irgendwie irgendwann mal…

Wir danken: Fribbe, Joe Irmler, Cornelia Paul, Nathalie und Jürgen.

22.08.04

TOUR DIARY – 20.08.04 | SCHEER, Klangbad Festival

Nach langem Umbau der ehemaligen Papierfabrik in Scheer, wurde das Faust-Studio endlich eröffnet. Der Name „Faust Studio“ rührt von der legendären Krautrockband FAUST, die in der Szene weltweit Kultstatus genießt. Um die Studioeröffnung gebührend zu feiern, sollte auf dem Gelände neben dem Studio ein dreitägiges Open Air statt finden.

Dank Mischer Jürgen waren wir ebenfalls mit von der Partie und hatten die Ehre, das Festival am Freitag zu eröffnen. „Ehre“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn wir waren die einzige Newcomerband aus der Umgebung. Die restlichen Interpreten hatten Rang und Namen und kamen aus ganz Europa. Allerdings kannten wir nicht eine einzige Band, da sich deren Bekanntheitsgrad meist auf eine eingefleischte Szene beschränkte. Jedenfalls waren wir im Vorfeld sehr gespannt, was uns erwartet. Der Flyer des Opening Festivals klang ebenso vielversprechend wie nichtssagend. Zum Beispiel: „OLE LUKKOYE aus St. Petersburg verschmilzt traditionelle russische Stile mit westlichen Rhythmen zu einem schamanistischen Psychedelic-Trance-Rock“. Alles klar, oder?? 🙂

So kam es also, dass ein gespannter Jojo, ein gespannter Nippel und ein gespannter Sédon an besagtem Freitag nach Scheer kurvten. Der Weg zum Studio war ausgeschildert. Das Festivalgelände lag sehr idyllisch und war äußerst liebvoll dekoriert: Im Eingansbereich hingen weiße Fetzen vom Himmel, die Biertischgarnituren wurden von Gladiolen in allen erdenklichen Farben geziert und auch sonst war alles schön hergerichtet. Ein „chilliges“ Zelt, das überall mit Teppichen ausgehängt war, ließ uns die Konsumgepflogenheiten einzelner Festivalbesucher erahnen…

Wir begrüßten zunächst Mischer Jürgen und seine bessere Hälfte. Immerhin zwei bekannte Gesichter! Allerdings sah das Gesicht von Jürgen nicht sehr zufrieden aus: Er hatte sich am Vortag beim Equipment schleppen einen Nerv eingeklemmt, was bekanntlich sehr schmerzhaft sein kann. Seine Freundin hatte ihn sogar an- und auskleiden müssen, was sie zum einen gern für ihn tat, was aber zum anderen ein unangenehmes Abhängigkeitsgefühl bei Jürgen bewirkte: „I komm mr vor wia an alda Nene!!“ Tja, da hat man’s mal wieder: Erst über die Zivis von DJ OSSI lachen und dann selber solche Dienste in Anspruch nehmen… 🙂

Nach längerem Rumgeschäker kam dann aber doch der Ernst des Lebens zurück: Jürgen schleppte sich hinters Mischpult, während wir ihn abwechselnd mit unseren Instrumenten bzw. mit unserem Gesang verzauberten. Zu guter Letzt wurden noch die Monitore eingestellt (Jürgen: „Han i des grad richtig ghert? Dr Done will echt d’Gitarre auf seim Monitor leisr???“).

Nach dem Soundcheck genossen wir die chillige Atmosphäre und nahmen zur Kenntnis, dass leider kaum Leute kamen. Die wenigen Anwesenden waren großteils Vertreter des alternativen Lebensstils (also mit Boscha und so). Das SUMO-Dilemma schien in die zweite Runde zu gehen: Immer dann, wann ne hammergeile Anlage dasteht und das Ambiente stimmt, kommen keine Leute. Nun gut – der Vergleich mit der SUMO ist vielleicht doch ein bisschen weit hergeholt. Immerhin sollten hier Bands mit Weltruf auftreten! Und da wir keine davon waren, war es auch nicht weiter schlimm, dass wenig Interesse an uns bestand…

Um kurz nach 19.00 Uhr legten wir mit „Show For Me“ los und siehe da: Einige der übers Festivalgelände verteilten Leute zeigten dann doch reges Interesse und begaben sich vor die Bühne. Neben Änsge und Carina waren unter anderem Holger und Fribbe am Start. Später sollten noch ein paar Vertreter der Partei GUNFIRE hinzukommen. Leider konnten wir bereits unseren ersten Song nicht ganz zu Ende spielen, da plötzlich der Strom ausfiel. Verwundert schauten wir zum Mischpult, wo ebenso verwunderte Gesichter zurückblickten. Nach kurzer Zeit war der Fehler behoben und es konnte weitergehen. Allerdings nicht lange. Der Strom sollte während unserem Gig noch mehrere Mal ausfallen. Doch trotz allem waren wir zufrieden, denn den wenigen Anwesenden schien unser Sound zu gefallen. Der Applaus nach unseren Stücken (bzw. bei jedem Stromausfall) war überaus üppig, wenn man mal bedenkt, wie wenig Hände ihn fabrizierten…

Im Anschluss an unseren Gig machten wir Bekanntschaft mit Faust-Mitglied und Studio-Chef Hans Joachim Irmler. Kurz darauf vercheckten wir ein paar CDs und erfüllten grinsend die Wünsche ein paar kleiner Mädchen: „Könnte ich vielleicht ein Autogramm von IHNEN bekommen??“ 🙂

Man drehte seine Runden unterhielt sich mit verschiedenen Leuten. Nippel wurde von einem Journalist von „Trust“ (??) angesprochen und redete ne ganze Weile mit ihm. Er wollte eine CD haben, um eine Kritik darüber zu schreiben. Wir sind gespannt…

Jojo und Sédon gesellten sich derweil mit ihren Mädels zu Holger und Jürgen an einen der Biertische. Nippel kam später hinzu. Man holte sich zu trinken und unterhielt sich über Gott und die Welt. Vor allem Holger zeigte sich an diesem Tag äußerst gesprächig – zeitweise hatte man das Gefühl, er wolle dem Teufel ein Ohr wegschwätzen („Iddaaaa!“, „Beim Jürgen wett i it drbei sei, wenn am Obad s’Liacht ausgoht!“). Im Hintergrund spielte bereits die nächste Band, wobei auch bei denen immer wieder der Saft wegblieb.

Irgendwann beschloss Jürgen, uns eine kleine Führung durch’s brandneue Faust Studio zu geben. Wir verließen also das Gelände und begutachteten das geräumige Studio, wo wir bereits am nächsten Morgen einen Sektempfang mit Musik untermalen sollten.

Nach der Führung fuhren wir nach Bad Saulgau. Freundlicherweise schloss Holger noch mitten in der Nacht den Musikmarkt auf, da Nippel neue Saiten für seine Akustik-Gitarre brauchte. Danach ging’s nach Hause.

Für einen etwas anderen Coleslaw-Abend bedanken wir uns bei: Jürgen, Hans Joachim Irmler, Cornelia Paul und den anderen Festival-Organisatoren, Holger, Fribbe, den freundlichen Mädels am Ausschank und bei allen Besuchern.

17.08.04

JUDITH STEIGT AUS

Die meisten von euch werden diesen Schritt aufgrund von verschiedenen Dingen bereits erwartet haben: Unsere Sängerin Judith verlässt zum 01.09.04 die Band. In erster Line waren es Judiths berufliche Zukunftspläne sowie musikalische Differenzen, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Um eventuelle Gerüchte zu widerlegen, sei an dieser Stelle gesagt, dass die Entscheidung auf beidseitigem Einverständnis beruht und in gemeinsamen Gesprächen gefällt wurde.

Wir bedanken uns für die gemeinsame Zeit und wünschen Judith für ihre (musikalische) Zukunft alles Gute! Eventuell wird sie schon bald bei einer anderen Band das Gesangsmikro übernehmen…

Alle, die Judith nochmals zusammen mit uns auf der Bühne sehen wollen, haben am Samstag, den 21. August, die einmalige Gelegenheit dazu: Im Rahmen des Bad Saulgauer Altstadtfests spielen wir ab 22.00 Uhr in der Fußgängerzone (direkt vor dem Spielwarengeschäft Reisch).

16.08.04

TOUR DIARY – 14.08.04 | AULENDORF, Bachstraße, Schlossfest

Scheinbar hat den Aulendorfern unser letztjähriger Gig in der Bachstraße gefallen. Jedenfalls wurden wir für 2004 erneut gebucht. Nachdem wir am Nachmittag noch ein bisschen geprobt hatten, kurvten gegen Abend unsere drei Edelkarossen gen Aulendorf. Nach längerem hin und her fanden wir irgendwann alle einen Parkplatz. Ein alter Kriegsveteran hatte zwar Bedenken, „ob der oine Bus do nochher no rauskommt“, aber als Sédon ihm das beteuerte, war er zufrieden und ging wieder in sein Haus. Ein Bus ist schließlich kein Panzer. 🙂

Auf der Bühne in der Bachstraße waren gerade die Lokalmatadoren von TOS (www.worldoftos.com) am Sound checken. Drei nette Jungs, die sich dem amerikanischen High-School-Punk verschrieben hatten. Da man sich teilweise bereits kannte, begrüßte man sich per Handschlag und wechselte ein paar Worte.

Kurz vor 19.00 Uhr legten die Jungs von TOS los. Ihr Programm bestand aus kurzweiligen Eigenkompositionen über „Weiber ond Surfa“ (Zitat von Frontmann Chris), die sofort im Ohr blieben. Leider war die Band (speziell der Gesang) sehr leise abgemischt, so dass man Probleme hatte, den Ansagen zu folgen.

Gegen 20.00 Uhr enterten wir die Open Air Bühne. Obwohl es immer wieder tröpfelte, sollte es während unseres gesamten Auftritts trocken bleiben. Thimo kam extra kurz vorbei, um unseren Sound einzustellen, bevor er nach Bierstetten zu den Itchys weiterzog. Mischer Hansi von Audio Concept zauberte uns exzellenten Monitorsound. Nach dem Line-Check rockten wir los. Sofort blieben einige der Passanten stehen und lauschten unserem Sound. Nach einiger Zeit waren mehrere hundert Leute vor der Bühne. Auf jeden Fall deutlich mehr als im letzten Jahr – und da war’s auch nicht schlecht gewesen. Dank der tollen Atmosphäre und dem großen Interesse machte es unglaublichen Spaß, am Fuße das Aulendorfer Schlosses zu rocken! Vor allem einige Mädels tanzten und pogten vor der Bühne. Eine hübsche Blondine im Hippie-Outfit (gelber Mantel, rosa Hose, Hut usw…) blieb uns durch ihre Tanzeinlagen und ihr nettes Lächeln besonders im Gedächtnis. Nach unserem Gig war sie allerdings wie vom Erdboden verschluckt. Jedenfalls danke für so viel Zuspruch!!

Nach einem Drum-Solo von Sédon und unfreiwillig mehrdeutigen Ansagen von Nippel und Jojo („Das beste Pop(p)-Duo der Welt“) war Schluss. Wir räumten die Bühne für die Jungs von BIG BANG, verabschiedeten uns von einigen Leuten und düsten dann mit ein paar Bekannten sofort zum SUMO Festival. Dort verdoppelten wir (traurig aber wahr) die Besucherzahl nahezu. Wie schon am Vortag war das Festival ziemlich geil. Bleibt nur zu hoffen, dass sich im nächsten Jahr wieder einige Idealisten finden, die das Festival erneut aufziehen. Angesichts des finanziellen Schadens erscheint uns das allerdings mehr als fragwürdig…

Nun gut, wir kommen vom Thema ab. Es geht um Aulendorf und nicht um die SUMO.

Wir bedanken uns bei folgenden Leuten: Thimo und Hansi am Mischpult, Heidi Haller für’s Engagieren, TOS für das (nicht genutzte) Angebot an Schlafplätzen, St. Anger und Co., den Mädels (und dem Mädel) in der ersten Reihe sowie bei allen anderen Zuhörern.

15.08.04

TOUR DIARY – 13.08.04 | BIERSTETTEN, SUMO Festival

Neben ABC SOUNDSYSTEM und EXTRA LARGE waren wir der dritte lokale Act, der für das 5. SUMO Festival verpflichtet wurde. Erstmals sollte das Ganze in einem Zelt stattfinden, um ein ähnliches Wetterdesaster wie in den letzten Jahren zu verhindern. „Gott sei Dank!“, muss man sagen, denn die SUMO ist seit Jahren ein Garant für schlechtes Wetter. Egal zu welchem Zeitpunkt das Festival stattfindet – der Wettergott scheint es auf Franz Deni und Co. abgesehen zu haben

So brauste bereits bei der Opening Party am Donnerstag ein Orkan über das Gelände bei Bierstetten hinweg – sogar die Dixi-Klos stürzten um. Dank des Zeltes hielt sich der Schaden (im Gegensatz zum letzten Jahr) erfreulicherweise in Grenzen. Allerdings waren nur ca. 20 Leute am Start…

Wir sollten am Freitag das Festival eröffnen. Beim Soundcheck erklärte uns SUMO-Chef Franz Deni, dass er ein Problem habe. Die Jungs von SEPCYS, die eigentlich erst am Samstag hätten spielen sollen, waren auf einmal doch schon am Freitag dran. Beim Ausfüllen der Verträge war irgendwo ein Fehler unterlaufen. So fragte uns Franz, ob wir was dagegen hätten, erst einen Tag später aufzutreten, denn „heute fünf Bands und morgen nur drei – das geht nicht!“ Wir waren über diese Frage sehr erstaunt – verstanden aber das Problem. Wir konnten allerdings nicht helfen, denn am Samstag hatten wir bereits für einen Auftritt in Aulendorf zugesagt. Es fand sich dann aber doch noch eine Lösung: ITCHY POOPZKID-Gitarrenmann Sibbi war ebenfalls auf der SUMO, um an unserem Merchandise-Stand CDs und Buttons zu verkaufen. Da die Itchys Zeit hatten, machten die Jungs von der SUMO mit Sibbi auf die Schnelle einen Gig für den nächsten Tag klar.

Anschließend war Soundcheck. So schnell wie an diesem Tag ging’s selten zuvor: Mischer Markus zauberte binnen weniger Minuten einen enorm guten Sound. Danach übernahm Thimo die Hauptarbeit am Mischpult. Gegen halb neun legten wir los. Einen Besucheransturm hatten wir aus naheliegenden Gründen nicht erwartet, aber ein paar Leute mehr hätten es schon sein können. Vor nur ca. 50 Besuchern rockten wir was das Zeug hielt. Anlage und Bühne waren hammergeil und auch wir zeigten uns spielerisch von unserer besten Seite. Leider vor einem fast leeren Zelt. Den wenigen Anwesenden schien’s zu gefallen. Im Anschluss an unseren Gig ernteten wir jedenfalls reichlich Lob…

Gründe für die mangelnde Besucherzahl gab es mit Sicherheit mehrere: Wahrscheinlich sind viele einfach zu Hause geblieben, weil sie (wie in den vergangenen Jahren) ein Open Air erwartet hatten. Auf den Flyern und Plakten der SUMO war von einem Zelt keine Rede. Vielleicht ist es auch so, dass das SUMO Festival mittlerweile einen schlechten Ruf hat, denn richtig viele Besucher gab es auch in den vergangenen Jahren nie. Wie auch immer. Jedenfalls ist es schade, dass ein derartiges Festival so wenig Beachtung findet. Anlage und Bühne waren wie gesagt ziemlich geil, sämtliche Preise waren human und auch das Line-Up stimmte. Es fehlte halt eine Band mit einem richtigen Namen…

Nach unserem Gig gingen die meisten von uns (Jojo, Thimo, Sibbi, Manne usw…) relativ bald wieder. Lediglich Sédon und Nippel schauten sich alle Bands an und waren vor allem von FACE INVADERS sehr angetan.

Wir danken: Franz Deni, Andy Gebart, Tod und dem Rest des SUMO-Teams, Thimo und Markus für die gute Arbeit am Mischpult, dem Lichttechniker, Sibbi Poopzkid fürs Merchen sowie den wenigen Besuchern, die lieber auf ein cooles Festival, als auf ein abgefucktes Bauernfest gehen…

07.08.04

NEUE WEBSITE ONLINE!!!

Nun ist sie endlich online, unsere neue Website! Wie euch sicher bereits aufgefallen sein dürfte, erstrahlt die Page nicht nur in komplett neuem Design – sie wurde auch um einige Rubriken aufgestockt: So könnt ihr fortan unter PICS Bilder von uns anschauen, unter MUSIC unsere Songs anhören, unter SHOP fleißig einkaufen oder unter PRESS diverse Zeitungsartikel über uns lesen. Ganz treue Fans freuen sich außerdem über die Erweiterung von ABOUT US und über regelmäßige Gewinnspiele unter ACTION. Da sich die Page derzeit noch in der Aufbauphase befindet, kann es sein, dass einzelne Rubriken noch nicht aufrufbar sind. Viel Spaß beim Surfen…

31.07.04

TOUR DIARY – 29.07.04 | DAUGENDORF, Engel

Ausnahmsweise mussten wir mal unter der Woche, nämlich Donnerstags, ran. Naja, immerhin waren Schulferien. Jojo hatte Semesterferien und Nippel war gerade mit seinem Zivildienst fertig. Lediglich Sédon musste in den sauren Apfel beißen und am nächsten Tag arbeiten…

Gespannt fuhren wir nach Daugendorf (bei Riedlingen) zum Engel. Wir hatten viel Gutes über die Live-Kneipe gehört, aber keiner von uns war jemals dort gewesen. Schwer zu erkennen war der Gasthof nicht: An der Hauswand prangte eine überdimensionale Gibson Les Paul. Wir gingen hinein und begrüßten Engel-Chef Ralf, der gerade mit seiner Band (sozusagen der „Hausband“) Soundcheck machte. Ein paar Handshakes später saßen wir im gemütlichen Engel-Biergarten und ließen uns von der blonden Bedienung mit Getränken verwöhnen.

Gegen Abend fülle sich der Engel. Die „Hausband“ legte los. Zu dritt wurden einige Coversongs gespielt. Engel-Chef Ralf überzeugte durch seine ausdrucksstarke Stimme. Im Anschluss hatten die Daugendorfer Jungs von TRAPDOORS ihren ersten Gig und präsentierten ausschließlich Eigenkompositionen.

Kurz bevor wir dran waren, verlangte Jojo, dass Nippel seinen Gürtel entfernt: „Der verkratzt meine Gibson!!“ Nippel wollte nicht und so fingen die beiden an zu diskutieren. Schließlich hatte Nippel seinen Gürtel in der Hand und war unzufrieden: „Meine Hose rutsch!!“ Sofort stand Sédon hinter Nippel und zog ihm die Hose runter. Lachend rannte Nippel in Richtung Toilette und rempelte dabei Carina an. Jojo hatte letzten Endes die entscheidende Idee: Er schnallte Nippel den Gürtel wieder um – und zwar mit der Schnalle auf dem Rücken. So einfach wie genial…

Wir betraten die Bühne, veränderten dort ein paar Kleinigkeiten und legten los. Obwohl der Engel bereits wieder leerer war, als zuvor bei den Lokalmatadoren, schien unser Sound zu gefallen. Vor ein paar Headbangern spielen wir unser Set, stimmten um Mitternacht ein Geburtstagsständchen an (Alles Gute, Daniel!!) und wiesen ca. 1000 mal auf unsere CD hin. Nach zwei Zugaben war Schluss. Engel-Chef Ralf war begeistert und lobte uns. Wir verkauften ein paar CDs und lauschten der „Hausband“, die den Abend ausklingen lies. Anschließend räumten wir unser Equipment in unsere Karossen, drehten im Engel eine Abschiedsrunde und fuhren dann nach Hause. Jojo fuhr vor Nippel her und sorgte mit Blinkanlage, Bremslicht und Nebelschlussleuchte für Lichtspiele. Nippel gab fleißig Kontra. Als plötzlich ein Reh direkt am Straßenrand stand und blöd herglotzte, erschraken Jojo und Nippel so sehr, dass sie die Lichtspiele fortan unterließen…

Für einen geilen Abend bedanken wir uns bei: Ralf und seinem Team, Carina, Änsge sowie bei allen Zuhörern.

19.07.04

TOUR DIARY – 17.07.04 | HOSSKIRCH, Hokisee, Seefest

Blöderweise war zeitgleich zu diesem Auftritt Bächtlefest in Bad Saulgau. Den Veranstaltern aus Hoßkirch war dies bei der Planung ihres Seefestes offensichtlich nicht klar gewesen. Der Bächtlefestsamstag ist in der Gegend sozusagen „Pflicht“ und so rechneten wir schon im Vorfeld nur mit wenigen Leuten beim Hosskircher Seefest. Doch es sollte noch schlimmer kommen…

Wir bauten Mittags mit unseren Kollegen von GUNFIRE die Anlage auf und checkten Sound. Am Mischpult saß unser Thimo. Als gegen Abend immer dichtere Wolken aufzogen, entschlossen sich wohl auch die Hartgesottensten gegen das Seefest. Bei so einem Wetter blieb man lieber daheim bzw. man ging ins Bierzelt (Bächtlefest), wo man saß und bei einer Maß Bier was aß.

Pünktlich um halb zehn – gerade als die Jungs von Gunfire loslegen wollten – prasselte ein Gewitter auf das Festgelände in Hoßkirch nieder. Mit Planen rannten wir durch die Gegend und versuchten die Technik (Thimos Mischpult, Boxen usw.) zumindest notdürftig abzudecken. Die wenigen Besucher des Festes fanden am Imbissstand bzw. auf unserer Bühne ein trockenes Plätzchen.

Trotz allem war es irgendwie spaßig in Hoßkirch. Klar – man wäre mit Sicherheit lieber auf dem Bächtlefest gewesen. Zumindest hatten wir nach den Emergenza-Zeiten mal wieder die Möglichkeit, uns ausgiebig mit unseren Mengener Kollegen zu unterhalten…

Nach gut einer Stunde hatte sich das Wetter halbwegs beruhigt. Vor einer handvoll Leuten spielten zuerst GUNFIRE und im Anschluss wir trotz allem unsere Auftritte.

Danke: Thimo, Jonne, Manne, GUNFIRE und den wenigen Gästen, die dem Wetter trotzten. Allen anderen: Prost!!

07.06.04

TOUR DIARY – 05.06.04 | MOOSHEIM, Zelt, Sommerfest

Dieser Auftritt stand bereits seit Monaten fest. Sédon hatte als aktives Mitglied des Musikvereins Moosheim-Tissen exzellente Beziehungen zu den Organisatoren des traditionellen Sommerfests. Es war jedoch nicht so, dass wir uns aufgedrängt hätten, sondern die wollten uns wirklich haben. Ehrlich!! Angesichts der Tatsache, dass schon Größen wie DIE HAPPY auf dem Moosheimer Zeltfest gespielt hatten, war das natürlich geil…

Der Veranstalter wollte uns eine komplette PA-Anlage samt Ton- Bühnen- und Lichttechniker stellen. Das war natürlich gigantisch und (zumindest in dieser Größenordnung) in unserer bisherigen Geschichte einmalig! Dadurch dass Sédon direkt an der Quelle saß, konnte er sogar bestimmen, was und wen wir genau haben wollten. Einfach geil!! Allerdings: Wenn man mal bedenkt, dass in den letzten Jahren Unsummen für Coverrock-Größen wie MC SUNDAY ausgegeben wurden, dann waren unsere Wünsche überhaupt nicht übertrieben, sondern angemessen. Das Moosheimer Sommerfest ist schließlich seit Jahren ein Publikumsmagnet im Jahreskalender der Festzelte…

Wie auch immer. Jedenfalls trafen wir uns bereits am Nachmittag und brachten unser Equipment nach Moosheim. Bühne und Anlage standen schon komplett: Die Bühne dürfte von der Größe her an jene im Ulmer „Roxy“ herangekommen sein! Sound- und Lichtanlage waren schlichtweg astronomisch! Zumindest für unsere Verhältnisse. In aller Ruhe bauten wir unser Zeugs auf und machten Soundcheck. Am Mischpult saß (wie schon eine Woche zuvor beim Stadtpokal) Jürgen. Da wir massig Zeit hatten (und keine stressigen Leute im Zelt waren), konnten wir in aller Ruhe den optimalen Sound finden. Nebenher unterhielt man sich mit den beiden äußerst netten Jungs am Lichtpult oder man spazierte einfach über das Festgelände…

Irgendwann fuhr Judith ins Mc Donald’s, um für alle was zu Essen zu kaufen. Wie es sich für anständige Leute gehört, fragte Mischer Jürgen irgendwann, was er ihr den schuldig sei. Wie so oft lautete Judiths lapidare Antwort: „An Kuss auf mein Bauchnabel!“. Dabei entblößte sie ihren Bauch. Nicht unbeeindruckt starrte Jürgen auf das nackte Stück Haut und meinte dann trocken: „I will jo nix saga, aber in de siebzger Johr, hat do, wo du jetzt dei Hos hosch, halt scho dr Boscha agfanga!“. Jojo, Nippel und Sédon bepissten sich minutenlang vor Lachen, während Judith etwas verdutzt dreinblickte. Naja, wo der Jürgen recht hat, hat er recht! Auf Details, wie aufs „ausaschda“ 🙂 will ich jetzt gar nicht weiter eingehen. Kurzum: Der Nachmittag mit Mischer Jürgen war einfach von Anfang bis Ende absolut spaßig und eine Lachsalve folgte der nächsten! Obwohl Jürgen gut zehn Jahre mehr auf dem Buckel hat, als wir, bediente er sich bei seinem Humor und seinen Sprüchen aus der selben Schublade. Die Zeit bis zum Abend verging also wie im Flug… 🙂

Gegen 20.00 Uhr enterten die ersten Leute das riesige Festzelt. Wir drehten gelassen unsere Runden und freuten uns, dass vier von fünf Leuten „Hallo“ zu einem sagten. Am Getränkeausschank und am Imbissstand bekam man alles umsonst – kein einziger der zahlreichen Leute hinterm Tresen fragte nach Geld! Es ist zwar normal, dass man als Band umsonst verpflegt wird – es ist allerdings auch normal, dass die Leute hinter der Bar (oder sonst wo) einen nicht kennen. Dann muss man halt ne Weile rumdiskutieren und dann passt das. Nicht so in Moosheim! Wir finden es nach wie vor erstaunlich, aber es kannte uns jeder…

Mittlerweile legte DJ OSSI Musik auf. Ziemlich unfreundlich maulte er nach einem Song ins Mikro, dass er eine „Festbeleuchtung“ und nicht etwa eine „Weihnachtsbeleuchtung“ haben wolle. Und das zu einem Zeitpunkt, als schon einige Leute im Zelt waren! Die Jungs hinterm Mischpult grinsten und knipsten ihm kopfschüttelnd blaues statt rotes Licht an. So schlimm war’s zwar nicht, aber der gute Mann hätte ja auch einen seiner beiden Gehilfen („Zivis“, wie von einigen gescherzt wurde…) zum Lichtpult schicken können, anstatt ins Mikro zu maulen. Einige Zeit später hatte Jojo seine helle Freude, als er hörte wie DJ OSSI „Summer of 69“ von VAN HALEN (!) ankündigte. Naja, auch Profis machen Fehler…

Gegen 22.30 Uhr war es dann so weit: Nach unserem erstmals verwendeten Star-Wars-Intro starteten wir mit „Show for me“ in ein Programm der Superlative. Soundmäßig und lichttechnisch war’s dank Jürgen und den beiden Technikern auf jeden Fall absolut professionell! Doch auch wir zeigten uns spielerisch von unserer besten Seite und spielten erstaunlich souverän. Wir präsentierten die Songs unserer CD sowie unser Cover-Programm. In der Mitte unseres Sets hatten wir nach einer ca. halbstündigen Spielpause eine kleine Passage eingebaut, in der die E-Gitarre der Akustik-Klampfe wich. Erfahrungsgemäß tut es gut, zwischendurch mal etwas „Gas“ heraus zu nehmen. Obwohl es zunächst schwer war, in das riesige Zelt Stimmung zu bringen, bewegte man sich von Song zu Song mehr zu unserer Musik. Großteile der Festgäste hatten ihren Blick zur Bühne gerichtet und hörten aufmerksam zu. Zumindest in der vorderen Zelthälfte. Das war auf jeden Fall geil, denn auf Zeltfesten sind bekanntlich oft Leute, die lediglich der Party wegen am Start sind und kaum Interesse an der Musik haben. Die gab es in Moosheim natürlich auch, doch – und das war das Schöne – hielten sie sich sehr in Grenzen. Ein Höhepunkt unseres Gigs war wie so oft Sédons Schlagzeugsolo, das beim Publikum sehr gut ankam. Klar – spielte unser Done doch auch im heimischen Musikverein das Schlagzeug (wobei er sich da natürlich beherrschen muss).

Es machte unglaublich Spaß in dem vollen Zelt zu roque. Insbesondere in den ersten Reihen standen massig Leute, die sichtlich Gefallen an uns(erer Musik) hatten. Von Zeit zu Zeit enterten ein paar Besoffene die Bühne und tanzten. Speziell die Fußballer des SV Braunenweiler (von Spitzentrainer Fone an diesem Tag souverän zum Meistertitel geführt) hatten ihre Abgesandten, die regelmäßig vor und auf der Bühne ihren Verein feierten. Wir gratulieren zur Meisterschaft!! Wie hieß die neue Liga doch gleich?? Okay, lassen wir das… 🙂

Vor ca. 1200 Leuten brachten wir nach mehreren Zugaben einen unserer erfolgreichsten Gigs der letzten Monate zu Ende. War (zumindest für uns) einfach gigantisch! Danke Moosheim!!

Im Anschluss an unseren Gig bedankten wir uns zunächst bei Jürgen und seinen beiden Kollegen für die absolut geile Ton- und Lichtperformance. Danach drehten wir unserer Runden und es gab an jeder Ecke Lob und Schulterklopfen. Vor allem für Sédon!

Uns freut es natürlich sehr, wenn es euch gefallen hat! Allerdings ist es erfahrungsgemäß halt so, dass man (fast) ausschließlich Lob und nie Kritik bekommt. Das ist zwar schön, aber mit Sicherheit nicht objektiv. Mann bekommt den (wohl nicht ganz unbegründeten) Eindruck, dass Leute, denen es nicht gefallen hat, lieber die Klappe halten. Wie auch immer. Jedem, der ehrliches Lob ausspricht, sind wir natürlich dankbar! Doch wir sind jedem mindestens genau so dankbar, der die Eier (bzw. Lippen) aufbringt und sagt: „Ich fand dies und das scheiße, weil…“.

Während Sédons Wege gleich nach dem Gig an die Bar führten, brachten Jojo, Nippel und Judith zunächst mal ihre Karossen samt Equipment nach Hause. Anschließend ließ man sich von Taxifahrer Gero wieder holen. Es war zwar mittlerweile schon 3.00 Uhr, doch das Sommerfest schien kein Ende zu nehmen. Bis es hell war, drehten wir unsere Runden durchs Zelt und unterhielten uns mit zig Leuten. Während Jojo mit einem James Hetfield-Verschnitt einen Auftritt klarmachte, diskutierte Nippel an der Bar mit CHAINDOGS-Gitarrenmann Mau.

Die erste, die das Feld räumte, war Judith. Manne beschloss irgendwann, sich den kompletten Abend nochmals durch den Kopf gehen zu lassen. Doch wie so oft scheiterte er kläglich. Einfach Finger rein und los! So schwer?? 🙂

Um 5.30 Uhr fuhr Geros Taxi mit Jojo, Nippel und Co. nach Hause. Nippel versuchte unterwegs vom Rücksitz aus, ein offenes Radler durch die rechte Vorderscheibe zu werfen. Blöderweise traf er nur an die obere Fensterkante. Die Flasche prallte also zurück und ihr schaumiger Inhalt ergoss sich überall im Auto. „Typisch Nippel!!“, merkte der leicht genervte Gero an und erntete von allen Seiten Bestätigung… 🙂

Sédon ließ sich nicht lumpen. Wenn, dann richtig! Er dürfte so gegen 10.30 Uhr (!!) im Bett gewesen sein. Und als er um halb fünf endlich ausgeschlafen hatte, ging’s natürlich sofort wieder aufs Fest…

Für einen absolut geilen Abend bedanken wir uns bei: Jürgen für seine hervorragende Arbeit am Sound und seinen Humor, den beiden anderen Technikern für ihre professionelle Arbeit am Licht (Wir haben’s uns ein paar Tage später auf Video angeschaut!!), Jonne fürs Filmen, Gero für seine Dienste als Taxifahrer, Holger für sein stets ehrliches Urteil, Manne für seine rührenden Worte (ehrlich!!), Strauß, Zimmi, Fone, dem Musikverein Moosheim-Tissen fürs Engagieren, den Leuten an der Bar, am Weizenstand usw. für die Verpflegung und zu guter Letzt natürlich bei allen Zuhörern!!

„S’war it schlearcht, aber ihr mund meh koofra! Und s’wichdigschde: Scho, Scho und nommol Scho! Guck dr FACE a!! Ihr mund koschdümiert aufdredda! Ond wenn des dann mol älles laufd, dann bsorg i eich an Aufdridd im Schderna z’Reite!!“