05.04.04

TOUR DIARY – 03.04.04 | PFULLENDORF, U-Bar, Kneipennacht

Pfullendorf. Das dritte Konzert unserer sechs Konzerte umfassenden Kneipen(nacht)tour. Auch diesmal waren neben Jojo, Nippel, Sédon und Judith noch ein paar andere mit dabei: Neben unserem treuesten Weggefährten Manne waren dies Gero, Jonne, Strauß und (H)anna. Jojo fuhr mit dem Bandbus, Judith mit ihrem Peugeot und Sédon mit seinem Opel – es fand also jeder seinen Platz.

Wir haben wieder unseren üblichen Ramsch eingeladen und sind in das gar nicht mal so weit entfernte Pfullendorf gedüst. Dort suchten wir „unsere“ Kneipe, die „U-Bar“, auf. U-Bar-Chef Daniel begrüßte uns freundlich und so betraten wir guter Dinge sein Lokal, welches nur ca. 4 Meter breit, dafür aber ewig lang war. Fast so wie die Argonne in Weingarten (siehe Gig Review vom 25.11.03). Aber wirklich nur fast. S’war halt so ne Art Gewölbekeller. Am hinteren Ende ging’s ein paar Stufen hoch. Dort bauten wir unser Zeugs auf. Nach unserem Soundcheck, bei dem uns die Jungs von GUNFIRE besuchten, spazierten wir in ein Kebap- und Pizzahaus, wo wir ausgiebig und sehr gut speisten…

Zurück in der U-Bar versorgten wir den jungen Kerl an der Kasse (Kasse = dort wo man die Eintrittsbänder der Kneipennacht für schlappe 12,50€ kaufen konnte) mit unseren CDs. Zunächst wirkte er sehr reserviert und wollte unsere CDs nur mit einer immens hohen Gewinnbeteiligung verkaufen. Nippel lehnte grinsend ab und meinte: „Na gut, dann eben nicht. Verkaufen wir sie halt selber!“. Doch er kam mit dem Kassenmenschen ins Gespräch und letzten Endes verkaufte er unsere CDs dann doch aus reiner Gefälligkeit. Als kleines Dankeschön schenkten wir ihm eine…

Als sich so langsam die ersten Leute in die Kneipe verirrten, begannen wir unser Unplugged-Set. Die (vorwiegend älteren) Gäste standen mehrere Meter von uns weg, doch zumindest hörten sie zu. Sie schienen auch zufrieden zu sein. Als wir irgendwann unsere Akustik-Klampfen beiseite stellten und unsere eigenen Songs präsentierten, waren sie’s dann plötzlich nicht mehr: Es vollzog sich ein Generationswechsel im Publikum und binnen einer halben Stunde waren vorwiegend Leute in unserem Alter da. Okay, ein paar der älteren Leute blieben schon…

Insgesamt war’s einer unserer unspektakuläreren Auftritte ohne große Besonderheiten. Es waren immer genügend Leute in der U-Bar, aber ganz voll wurde sie dennoch nicht. Gegen Ende unserer Spielzeit lehrte sich die Bar sichtlich. Dafür tanzten uns sangen in den ersten Reihen auf einmal einige Leute. Okay, „in den ersten Reihen“ ist übertrieben, denn die U-Bar war so schmal, dass nur jeweils zwei in eine Reihe passten. Oder ein ganz Dicker. Okay, dass war jetzt in die andere Richtung übertrieben. Also untertrieben. Oder doch nicht?? Jedenfalls kannten die Jungs und Mädels vor der Bühne nahezu jeden Text auswendig. Später stellte sich heraus, dass einige von ihnen zusammen in einer Band namens DAS BRETT spielten. Und wir dachten immer COLESLAW wäre ein komischer Bandname… 🙂

Ganz am Schluss brachten wir nochmals unsere eigenen Stücke und machten Werbung für unsere CD. „Bitte kauft sie!!“ und so. Tja, im Endeffekt wollten tatsächlich einige unsere Erdbeerwochenplatte haben. Das freute uns natürlich. Nach zwei Zugaben war Schluss und wir fingen sogleich mit dem Abbau an. Wobei – Nippel und Sédon gesellten sich zunächst noch zu Chef Dani an die Bar, welcher sie mit Spirituosen umsorgte. Wirt Dani war zwar eine Labertasche – er erzählte jedoch auf eine sehr freundliche Art und Weise. Des weiteren war er sehr an COLESLAW interessiert und mit unserem Auftritt mehr als zufrieden. Das wunderte uns, den sooo überragend war die Stimmung nicht gewesen. Naja, schlecht auch nicht. So 0815 halt…

So gegen 1.30 traten wir unsere Heimreise an. Busdriver Jojo hatte einen Heidenspaß daran, mit dem Gaspedal zu spielen und auf diese Art Motorprobleme oder ähnliches vorzutäuschen. Ständig fing der Bus an zu stottern, während Jojo ein genervt klingendes: „Scheiße!“ von sich gab. Komischerweise wurde dieses Spielchen von Mal zu Mal witziger… 🙂

Auch Jonne und Manne sorgten für Gelächter: Jonne rülpste Manne ständig ins Gesicht, während dieser versuchte zu erraten, was Jonne über den Tag hinweg gegessen und getrunken hatte. Manne war nicht mal schlecht: Er erriet unter anderem eine großes (!!) Apfelschorle und sogar diverse Speisen vom Vortag. 🙂

Nach ca. halbstündiger Fahrt waren wir wieder in heimischen Gefilden. Alle bis auf Judsge, Gero und Änsge begaben sich noch nach K-Wald, wo an diesem Abend FLATTED FIFTH spielte. War noch ganz amüsant, obwohl es dort erbarmungslos nach Gülle stank…

Irgendwann war unser Zeug dann wieder im Stinnes versorgt und (fast) jeder ging schlafen…

Dankeschön: Manne, Gero, Jonne, Strauß, Hanna, Änsge, Herr Mutschler, Thimo, U-Bar-Boss Dani und dem Rest der Belegschaft, Konzert X, dem Kerl an der Kasse für den Erdbeerwochenverkauf, DAS BRETT und allen anderen Gästen.

29.03.04

TOUR DIARY – 27.03.04 | NAGOLD, Anker, Kneipennacht

In Nagold sollte das zweite Konzert unserer kleinen Kneipennacht-Tour stattfinden. Neben der Band (auch heute wieder mit Judith) waren diesmal Manne, Änsge und Gero mit von der Partie. Alle fuhren im Bandbus, bis auf Nippel und Sédon. Die beiden düsten mit Geros Golf hinterher. Nippel war am Steuer. Gero wollte verständlicherweise nicht fahren, da er seinen Führerschein erst einige Stunden hatte. Wieder lenkte Jojo den Bus, wieder war es Manne, der uns sagte, wo’s lang geht – wir haben uns nicht ein einziges Mal verfahren!

In Nagold angekommen führten unsere Wege zunächst ins Mc Donald’s. Danach fanden wir ohne lang suchen zu müssen den „Anker“, wo wir auftreten sollten. Wir waren positiv überrascht, denn diese Location war gut und gerne vier mal so groß wie das No Name in Albstadt, wo wir eine Woche zuvor gespielt hatten. Der Wirt hieß übrigens schon wieder Alex. Eine Bühne hatten wir zwar auch in Nagold nicht, aber immerhin fasste der Raum, in dem wir auftreten sollten, über 200 Leute und war viereckig. Also der Grundriss halt. Ein Raum kann natürlich nie viereckig sein. Höchstens quaderförmig. Also achteckig. 🙂 Jedenfalls war die Beschallung der Kneipe mit unserer Anlage gut zu bewerkstelligen…

Wir schleppten unser Zeug hinein und freuten uns über die gut gelaunte Meute, die in der Gaststätte vor einem kleinen Fernseher saß und Fußball schaute. Der ein oder andere trank einen über den Durst und so fielen die Kommentare zum Spiel teilweise recht unqualifiziert und proletenhaft aus. Einer der Sportfans war bereits so voll, dass er ständig „O sole mio“ anstimmte. Und wie laut!! Jedenfalls hatten wir beim Aufbau beste Unterhaltung…

Nach dem Soundcheck war’s immer noch relativ früh und wir setzten uns hin. Kegeln ging leider nicht, da alle vier Bahnen im Nebenraum belegt waren. So tranken und redeten und lachten wir also. Wir tranken übrigens überwiegend Unalkoholisches. Lediglich Manne legte bereits mit „Osterhasenbier“ los. Während wir die Zeit tot schlugen, kam auf einmal ein junger Familienvater ins Lokal und wollte wissen, wie laut das denn wird. Er erzählte von seinen Kindern, die in der Wohnung direkt über uns schlafen hätten sollen. Sédon demonstrierte kurz sein Schlagzeug woraufhin sich der Papa dazu entschloss, seine Kinder woanders übernachten zu lassen. Als der nette Kerl Sédon so am Schlagzeug sitzen saß, bekam er sofort glänzende Augen. Nach anfänglichem Zögern fragte er, ob er denn auch mal spielen dürfe. Klar durfte er! Er konnte es gar nicht mal so schlecht. Angeblich hatte er früher mal in mehreren Bands gespielt. Er trommelte und trommelte und wollte gar nicht mehr aufhören. Irgendwann kamen seine Kiddis und seine Frau dazu und staunten nicht schlecht, als sie ihn am Schlagzeug sitzen sahen. Als er mit den Drums fertig war, schnappte er sich Nippels Akustik-Klampfe und spielte seiner Frau ein Liebeslied nach dem anderen vor. Das konnte er bedeutend besser als schlagzeugen. Ja, das konnte er sogar richtig gut! Seine Frau war sichtlich gerührt und sang sogar mit. Wir fanden’s großartig… 🙂

So gegen halb acht fingen wir mit unserem Unplugged-Set an. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich das Lokal. Unsere Songs schienen zu gefallen und lockten Jung und Alt vor die (nicht vorhandene) Bühne. Im Gegensatz zu Albstadt war es diesmal ersichtlich, dass die Leute Interesse an der Musik hatten und nicht nur eine Party haben wollten. Fast jeder schaute nach vorn und hörte zu.

Nach dem Unplugged-Programm brachten wir unsere eigenen Songs und danach die „lauten“ Covers. Wir (vor allem Jojo) wiesen circa tausend mal auf unsere CD hin („Kauft sie! Bitte!!!“) und siehe da – wir brachten stolze 12 Exemplare unter die Leute! Das erschien uns nicht schlecht, wenn man mal bedenkt, dass uns die Nagolder noch nie zuvor gesehen hatten!

In den Pausen unterhielten wir uns mit Jojos Studienkollege Flo (Cool, dass du uns so weit nachgefahren bist!) oder freuten uns über den immer betrunkeneren Manne. Als Nippel in einer Spielpause am Schlagzeug vorbei lief, stieß er versehentlich gegen Sédons Weizenglas, welches krachend zu Bruch ging. Es wurde kurz still im Saal und jeder schaute nach vorne. Im nächsten Augenblick lachte alles und es gab üppigen Applaus für Nippels Missgeschick. Gut eine Stunde später passierte exakt das gleiche nochmals – nur dass es diesmal natürlich noch viel witziger war…

Kurz nach Mitternacht hatten wir alle geplanten Songs gespielt. Die Kneipe war jedoch noch so voll und es machte so großen Spaß zu spielen, dass wir einige Songs wiederholten und bis um 2.00 Uhr weiterrockten. Manche Leute waren von Anfang bis Ende ausschließlich bei uns, obwohl sie 16 Alternativen in anderen Kneipen gehabt hätten. Wenn mal bedenkt, dass jeder Gast stolze 9 Euro (bzw. 12,50 Euro) für die Kneipennacht bezahlt hatte, dann war das für uns eine große Befriedigung!

Die Stimmung wurde immer besser: Die Leute tanzten, lachten und freuten sich wie schon lange nicht mehr! Alles in allem war das mit Sicherheit einer unserer coolsten Auftritte! Und jeder Nagolder, der das jetzt vielleicht liest, wird wohl denken: „Ach, das sagen sie wahrscheinlich jedes Mal…“ – Tun wir eben nicht! Wirklich nicht!! S’war einfach geil bei euch!!!

Am Schluss spielten wir einige Zugaben. Bei „What’s up“ holte Jojo einfach ein Mädel namens Elen auf die Bühne. Judith überließ ihr das Gesangsmikro und los ging’s. Wow, die sang wirklich gut! Ihre Stimme kam sogar ziemlich dicht an das Original hin! Okay, s’war natürlich für jeden ersichtlich, dass Elen auch darüber hinaus dicht war, aber wir fanden’s trotzdem mutig. Und gut dazu! Respekt!!

Als wir fertig waren, war’s wie bereits erwähnt 2.00 Uhr. Und da in dieser Nacht die Sommerzeit begann, war’s sogar schon 3.00 Uhr. Und da war noch abbauen und uns verabschieden mussten, war’s bald schon 4.00 Uhr. Und da wir noch heimfahren mussten, war’s irgendwann 5.30 Uhr. Und das war gar nicht mal so gut, denn Herr Mutschler brauchte um 6.00 Uhr seinen Bus („unser“ Bandbus gehört eigentlich gar nicht uns, sondern Judiths Papa), weil er zum Schifahren wollte. Wir schipperten noch unser Zeugs in den Stinnes und Jojo schaffte es gerade noch rechtzeitig, den Bus nach Wolfartsweiler zu kurven…

Vielen herzlichen Dank an: Manne, Osterhasenbier, Änsge, Gero (unter anderem für seinen Golf), Herr Mutschler, Thimo, Flo, Anker- Chef Alex, den Rest der Belegschaft, Konzert X, die Frau am Eingang für das Verkaufen unserer CDs, Elen für’s Singen und zu guter Letzt an die Nagolder sowie die anderen Gäste für diesen tollen Abend!!

22.03.04

TOUR DIARY – 20.03.04 | ALBSTADT, No Name, Kneipennacht

Unser Ziel für das Jahr 2004 bestand zum einen darin, mit den eigenen Songs voran zu kommen und zum anderen so viele Auftritte wie möglich auswärts zu spielen. Als uns die (zunächst dubios klingende) Agentur „Konzert X“ für sechs verschiedene Musiknächte engagieren wollte, kam uns das also absolut gelegen und wir sagten sofort für Konzerte in Albstadt, Nagold, Pfullendorf, Sigmaringen, Villingen-Schwenningen und Rottenburg zu. Los ging’s mit Albstadt…

Die Tatsache, dass wir zu den Kneipennächsten eine komplette PA-Anlage mitbringen mussten, stellte uns erst mal vor große Probleme. „Okay, so groß werden die Kneipen schon nicht sein!“, dachten wir uns und beließen es bei unserer guten, alten Probenanlage aus dem Stinnes, die zum Teil Thimo gehört. Darüber hinaus mussten wir einen Bass-Amp ausleihen (unser alter war kaputt). Jojo und Nippel kauften sich sogar jeweils ein Shure SM 58 Mikrofon.

Dann war da noch die Frage, wie wir die Anlage jedes Mal so weit transportieren sollen. Mit allem drum und dran hätte man mindestens 3 Pkws gebraucht, um alles verstauen zu können. Wäre wohl enorm teuer und umständlich geworden. Der Papa von Judith war unser Retter: Er stellte uns seinen uralten Mercedes Sprinter zur Verfügung. Das knallgelbe, verrostete und verbeulte Gefährt war für unseren Zweck wie geschaffen! Sédon ließ kurzerhand noch ein paar überdimensionale COLESLAW-Aufkleber anfertigen, die nun auf dem Bus prangen und ta-dah: Unser Tourbus!! Okay, er hat nur noch TÜV bis Dezember, aber immerhin…

Da wir einige Sitzplätze entfernen mussten, um die Anlage unterbringen zu können, kann unser Bus mittlerweile nur noch fünf Personen mitnehmen. Nach Albstadt wollten neben JoJuNiSé jedoch auch noch Manne, Änsge und Carina mit. Sédon fuhr daher mit seinem Mädel in einem Extra-Auto hinter dem Tourbus her. Im Bus selbst saß Jojo am Steuer und hatte mit Manne einen ortskundigen Kartenleser neben sich. „Ortskundiger Kartenleser“? Ist das ein Widerspruch in sich?? Sieht ganz danach aus! Oder auch nicht. Egal. Jedenfalls wusste Manne Dampf wie man nach Albstadt kommt…

Zunächst fuhren wir aber gar nicht nach Albstadt, sondern wir machten einen kleinen Abstecher nach Ulm, wo an diesem Nachmittag das Vorgespräch für’s Emergenza Semifinale stattfand. Da Ulm aber eh fast auf dem Weg lag, war das absolut kein Problem…

Das Vorgespräch war relativ kurz, so dass es eigentlich nicht nötig gewesen wäre, mit so vielen Leuten zu kommen. Naja, immerhin haben wir ein paar neue Bands kennen gelernt bzw. ein paar alte, die wir schon aus der Vorrunde kannten, wieder getroffen. Thimo war zu unserer Überraschung auch am Start. Wer fehlte da noch?? Keine Frage – natürlich die California-Punkrocker von ITCHY POOPZKID, die uns auf dem Parkplatz des Ulmer Roxys begegneten! Die Itchys sind allesamt gute Bekannte von uns. Vor allem von Jojo. Man könnte sogar sagen, dass sie mit Jojo befreundet sind. Zumindest tun sie so als ob, denn Jojo betreibt bei ihnen von Zeit zu Zeit den Merchandise-Stand… 🙂 Wie auch immer. Jedenfalls begrüßte man sich herzlich und Sibbi von den Itchys meinte: „Geil, ihr habt jetzt auch nen Bandbus! Fährt der überhaupt??“ – „Klar doch!!“, hieß es in unseren Reihen…

Nun, das war glatt gelogen, denn als wir uns auf die Reise nach Albstadt machen wollten, ging auf einmal gar nix mehr: Busfahrer Jojo hatte blöderweise das Licht angelassen. Tja, da standen wir nun und unser Bus gab kaum noch Lebenszeichen von sich. Obwohl es fast jedem aussichtslos erschien, trommelte Jojo zig Leute (ITCHY POOPZKID, (INSERT COOL NAME)) zusammen, die uns dabei halfen, den Bus anzuschieben. Und siehe da – bereits beim zweiten Versuch sprang er an! Wir bedankten uns kurz und heizten los…

Die Fahrt verlief dank Kartenleser Manne äußerst reibungslos. Okay, zumindest fast: Plötzlich fing es an zu stinken. Nach längerem Rätselraten bemerkte Jojo, dass er mehrere Kilometer (!) mit angezogener Handbremse gefahren war. Also doch nicht so ganz „reibungslos“. Überhaupt nicht! Nippel machte sich zunächst über Jojo lustig – er verstummte jedoch sofort, als Jojo ihm das Steuer überlassen wollte und Manne ihn auf seine Orientierungsschwächen ansprach: „Wenn du fahren würdest, dann wären wir doch schon lang in der Schweiz oder so!“ Scheinbar hinterließ das Nachdruck bei Nippel. Zumindest hielt er von nun an seine Klappe. Im Endeffekt wurde eh alles relativiert, denn als sich unsere Fahrt dem Ende neigte, bewies ein Autofahrer direkt vor uns auf beeinruckende Art und Weise, was das Gegenteil von „reibungslos“ ist: Urplötzlich blockierte sein linkes Hinterrad! Er dachte jedoch gar nicht daran anzuhalten, sondern er zog mit lautem Gequietsche eine Bremsspur, die ungelogen mehrere hundert Meter lang war!! 🙂

Wenige Minuten später waren wir in Albstadt. Nach kurzer Suche fanden wir das „No Name“. Das war vielleicht mal eine winzige Kneipe! Nicht mal halb so groß wie’s Franzis in Bad Saulgau!! Der Name „No Name“ passte eigentlich, denn die Kneipe hatte keinen festen Stil, sondern war so ne Mischung aus Dönerbude und Nacktbar. Die vielen Fotos über dem Tresen verrieten, dass bei dem von Zeit zu Zeit stattfindenden „Stangatheater“ (Zitat Sédon) bisweilen auch nackte Männer am Start waren…

Der Wirt der Kneipe war ein gut 30-jähriger Kerl mit blondierten Haaren und Base-Cap. Er stellte sich als „Alex“ vor und seine erste Frage war, ob wir denn auch das neue Eckstein-Lied spielen würden. Wir verneinten grinsend und jeder dachte wohl für sich: „Das kann ja heiter werden!“…

Das wurde es auch, denn nachdem wir alles aufgebaut und chinesisch gespeist hatten, begannen wir kurz vor 20.00 Uhr mit unserem Unplugged-Programm. Innerhalb kürzester Zeit war die Kneipe voll, was ehrlich gesagt keine große Kunst war. Viel mehr als 80 Leute hatten im No Name eh nicht Platz…

Witzigerweise spielten wir auf dem Fußboden, während die Leute auf einer Art Bühne standen. Naja, dass passte zum Abend, denn unser Auftritt war alles andere als ein gewöhnlicher: Jung und alt, Nazis und Türken, Rocker und standardmäßiges Partyvolk – schlichtweg alles war im No Name zu Gange und gab sich die Kanne. Zumindest viele taten das, wodurch relativ schnell Stimmung aufkam und friedlich (!!) mitgesungen und mitgestanzt wurde. Komischerweise war es den Leuten scheinbar egal, ob wir Covers oder eigene Songs spielten bzw. ob sogar (während unseren Spielpausen) nur eine CD lief – alles war ihnen recht. Der Eckstein-Song lief rauf und runter. „Eckstein, Eckstein, aaaaalles muss versteckt sein. Augen auf, ich komme!!“… Zwischendurch kam dann mal wieder Ballermann-Mucke und dann wieder Heavy und dann wieder Pop – einfach alles!! Und alles gefiel. Also uns natürlich nicht – aber denen!! Von Zeit zu Zeit brüllte Wirt Alex sogar Bierzeltsprüche in sein Mirko hinter der Bar: „Prost, ihr Säcke“ – „Prost, du Sack!!“. Einer seiner Angestellten erinnerte sowohl optisch als auch vom Verhalten her an den „Partyboy“ aus der Kultserie „Jackass“: Ständig tanzte er hemmungslos auf der Bar rum und machte verspulte Bewegungen, wobei er zwischendurch immer wieder zu uns rüberblickte und uns durch Gesten oder Worte lobte. Grinsend brachten wir gegen 0.30 Uhr unseren Auftritt zu Ende und wussten bis zum Schluss nicht so recht, was wir von dem wilden Treiben im No Name halten sollten. Es wurden zig Zugaben verlangt, die wir natürlich auch spielten. Danach kam irgendein Besoffener und wollte eines unserer Mirkos haben. Er gab lallend einen Onkelz-Songs zum besten – und das halbe No Name sang lautstark mit…

Ingesamt waren wir zwar über die gute Resonanz von allen Seiten und über die enorm gute Stimmung zufrieden – wir hatten jedoch den wohl nicht ganz unberechtigten Eindruck, dass die Party mit jeder X-beliebigen anderen Band bzw. mit DJ-Sound nicht großartig anders verlaufen wäre. Nichts desto trotz bekamen wir viel Lob und sogar ein paar Anfragen für Auftritte.

Spaßig war’s allemal – auch wenn wir im Vorfeld was anderes erwartet hatten. No Name-Chef Alex, der uns am Anfang etwas skeptisch vorgekommen war, zeigte sich hochzufrieden und zahlte von sich aus noch was auf die vereinbarte Gage drauf. Wir schenkten ihm ne CD, bedankten uns artig und verabschiedeten uns von ihm und dem „Partyboy“.

Als unser Ramsch wieder im Bandbus bzw. in Sédons Karre war, düsten wir gen Heimat. Sédon, der mit der schlafenden Carina allein unterwegs war, hatte stark mit der Müdigkeit zu kämpfen. Irgendwann schlug der Sekundenschlaf zu und unser Done fuhr auf einmal neben der Straße!! Durch das Geholper wachte er jedoch – Gott sei dank – sofort wieder auf und verhinderte im letzten Moment eine Fahrt in den Graben…

Wir danken: Sédons Schutzengel, Kartenleser Manne, Änsge, Carina, Herr Mutschler, Thimo, No Name-Chef Alex, dem „Partyboy“ & der restlichen Belegschaft, den netten Türstehern, den Leuten von Konzert X, ITCHY POOPZKID & (INSERT COOL NAME) für’s Bandbus anschieben und nicht OOMPH!!

07.03.04

TOUR DIARY – 05.03.04 | RAVENSBURG, Jugendhaus

Mal wieder stand ein Auftritt an. Und zwar schon wieder einer, der NICHT in Bad Saulgau war: Im Jugendhaus in RV sollte ein kleines Festival mit LASCIVIOUS und LINOGE stattfinden. Tja, und da fehlte halt noch eine dritte Band. Sozusagen ein Headliner. Wir hätten selbstverständlich auch als erste Band gespielt und freuten uns daher sehr, dass wir sogar Headliner sein durften…

Am Freitagmittag trafen sich Jojo und Nippel und fuhren zum Stinnes. Dort traf man sich mit Jonne, Strauss, Manne & Co. Überraschenderweise trug Jonne erstmals in der Geschichte eine Brille! „Die hat nur 0,5 – setz mal auf!“ Witzigerweise sah Nippel mit Jonnes Brille besser als ohne. Auch Jojo glaubte eine leichte Verbesserung zu erkennen. Egal – COLESLAW braucht keine Brillen! 🙂

Immer noch vor dem Stinnes belustigte uns Manne mit einer Story von einem seiner Arbeitskollegen: Der gute Manne hatte sich blöderweise Sekundenkleber (!) ins Auge gespritzt und musste vom Notarzt abgeholt werden. Da er sein Auge wirklich nicht mehr aufbekam, hatte er zwangsläufig einen Machoblick. Tja, hätte er eine Brille getragen, dann wär das nicht passiert!! 🙂 Vielleicht braucht COLESLAW ja doch Brillen??

Nö.

Jojo und Nippel kurvten los – Jonne und Anhang hinterher. Wobei – „hinterher“ stimmt nicht so ganz, denn lange kurvten sie nicht hinterher: Jojo überholte fleißig und hängte Jonne sauber ab. Und das ohne Brille!!!!

In Ravensburg angekommen fuhren Jojo und Nippel zum Jugendhaus. Dank einer erstklassigen Wegbeschreibung von LASCIVIOUS-Gitarrist Julian fanden sie sogar auf Anhieb hin. Jonne und Co. suchten ne ganze Weile… 🙂

COLESLAW-Fans, die auf Kleinigkeiten achten, fragen sich beim Lesen dieses Gig Reviews vielleicht, wo denn Sédon steckte. Nun, der war noch beim Schreinern. Bei unseren letzten beiden Auftritten (CD-Release-Party & Emergenza Vorrunde) hatte er schon genug Urlaub verbraten. Diesmal war’s nicht unbedingt von Nöten und so arbeitete eisan Done also bis Feierabend…

Im Jugendhaus wurden Nippel und Jojo von den anderen Bands sowie von den Organisatoren sehr freundlich empfangen. Wir bekamen Getränkegutscheine für die Bar ausgehändigt, uns wurde der Backstageraum (Geil, schon wieder einer!) gezeigt, wir bekamen was zu Essen angeboten und man erklärte uns alles wichtige rund um den Ablauf des Festivals. War wirklich sehr zuvorkommend! S’ist äußerst selten, dass man so viel Fürsorge kriegt. Ehrlich! Dankeschön!!

Die Zeit bis zum Soundcheck vertrieben sich Jojo und Nippel über weite Strecken im Backstageraum, wo sogar ein voller Kühlschrank bereitstand. Man bediente sich und unterhielt sich mit den anderen Bands. Zu unserer Freude trafen wir auf alte Bekannte: Die Jungs von (INSERT COOL NAME), mit denen wir im vergangenen Herbst in der Metro in RV-Süd gespielt hatten (siehe Gig Review vom 03.10.03), waren ebenfalls am Start. Jojo schäkerte vor allem mit Gitarrist Jan, während Nippel sich mit Frontmann Bene unterhielt. Gesprächsthema Nummer eins war Emergenza, denn auch (INSERT COOL NAME) hatten sich angemeldet. Ihr Vorrundenkonzert sollte allerdings erst am 14. März stattfinden, während wir die Vorrunde schon erfolgreich hinter uns hatten.

Kurz nach 19.00 Uhr kam Sédon im Jugendhaus an und wir konnten soundchecken. Passte soweit alles. So langsam füllte sich die Bude. Dem netten Kerl an der Kasse drückten wir eine unserer CDs in die Hand, die er dem 50. Besucher schenken sollte. Angeblich hat irgendein Mädel sie gekriegt. Mehr und mehr Leute strömten herein. Es sollten knapp 150 Gäste werden, was für das Jugendhaus laut den Organisatoren sehr viel war. Zu unserer Freude waren neben unseren Mädels und dem Jonne-Auto auch einige andere Saulgauer am Start. Zum Beispiel Manu Haas, St. Anger, Claudi, Bine, Stulp, Bohm usw…

Punkt acht ging’s mit einem ursprünglich nicht geplanten Kurz-Gig von (INSERT COOL NAME) los. Ging (wie schon damals in der Metro) mächtig ab! Vor allem gitarrenmäßig war’s gut. Der Gesang war natürlich Geschmacksache. Viel Geschrei und so. Insgesamt gefiehlen uns die punkigen Stücke deutlich besser als die Hardcore-Songs. Ein paar Lieder hatten wir noch vom Metro-Konzert im Ohr (z.B. „Katharina“). Vor der Bühne ging’s pogotechnisch heftig zur Sache. Optisch war der Auftritt mal wieder äußerst beeindruckend. Gerade das könnte bei Emergenza entscheidend sein… [@(INSERT COOL NAME): Wir wünschen euch auf jeden Fall viel Glück und kommen mit, um euch zu unterstützen!!]

Nach (INSERT COOL NAME) stöpselten die Jungs von LASCIVIOUS ein und präsentierten ihre punkigen Eigenkompositionen. War für den ersten Auftritt mit Sicherheit okay. Für Unterhaltung sorgte während des Gigs ein langhaariger Typ, der angeblich eine Wette verloren hatte und nun auf der Bühne strippen sollte. Naja, zumindest war er oben ohne, als er die Bühne verließ…

Weiter ging’s mit LINOGE. Die schwarzhaarigen Jungs mit den Lippenpiercings präsentierten eine Art New Metal. Wir waren während des Gigs über weite Strecken woanders, so dass wir nicht viel mitbekamen.

Jojo hielt sich mit ein paar anderen an der Bar auf, die einen Stock höher war. Sédon und Nippel kamen irgendwann nach. Erstaunlicherweise war’s in dem Raum richtig geräumig. Vom Platz her hätte man genau so gut oben ein Konzert spielen können. Überall standen Sofas. In einer Ecke stand ein Billardtisch, an dem sich einige von den Saulgauern heiße Matches lieferten. Insgesamt gefiel es uns im Jugendhaus enorm gut. Keiner von uns war zuvor schon mal dort gewesen – jeder war begeistert. Die perfekte Location für Bands unserer Größenordung! Schade, dass es in Saulgau nix vergleichbares gibt…

Irgendwann war es 22.00 Uhr und der Gig von LINOGE neigte sich dem Ende zu. Wir gingen wieder nach unten, schnappten unser Equipment und bauten auf. Kurze Zeit später ging’s los. Neben den Stücken unserer CD spielten noch ein paar eher unbekannte Coversongs (vor allem von SILVERCHAIR), um eine Stunde Programm zusammen zu bekommen. Anfangs standen nur wenige vor der Bühne, doch nach ein paar Songs war’s wieder voll. Mann, die Leute gingen ab wie’s Messer!! Ravensburger und Saulgauer lieferten sich heiße Pogo-Schlachten, so dass das Spielen eine wahre Freude war. Auch die Jungs von LASCIVIOUS waren von Zeit zu Zeit in dem wilden Haufen zu erkennen. Vereinzelt gab es sogar Stagediving. LASCIVIOUS-Drummer Paul probierte sich an einem Backflip von der Bühne herunter und landete ziemlich unsanft auf dem Rücken. Nach einer knappen Stunde war erstmals Schluss. Das Publikum war total aus dem Häuschen! Neben dem obligatorischen: „Zugabe!“ gab es sogar Sprechchöre mit: „COLESLAW!“ und: „Huldigung!“. Wir spielten also mit Freude noch ein paar weitere Songs. Anschließend wurde nach einem Schlagzeugsolo verlangt, aber Sédon wollte absolut keins spielen. „Schlagzeugsolo!“ rief das Publikum – Sèdon schraubte jedoch bereits seine Becken ab. Erst als auch Jojo und Nippel auf ihn einredeten, spielte er zur Feier des Abends noch ein Solo. Danach war endgültig Schluss.

Wir waren von der enormen Stimmung sehr angetan. Vor allem, weil’s in Ravensburg war. Im Vorfeld hatten uns einige gewarnt: „Da gibt’s eh nur Hip-Hopper und Stresser!“ Mag sein, dass es die auch gibt – an diesem Abend war jedoch keiner von ihnen da…

Wir verfrachteten unser Zeug zurück in die Autos und freuten uns über viel Lob sowie über großes Interesse an unserer CD. Wir dachten noch ne ganze Weile darüber nach, noch ins Irish Pub in die Ravensburger Innenstadt zu fahren. Jojos Studienkollege Flo sowie Nippels Ravensburger Kumpels Michi und Ingo wollten unbedingt hin. Letzten Endes entschieden wir uns dann aber doch für Saulgau. Wir verabschiedeten uns bei zig Leuten und fuhren los. In Gaisis Café Bar Forum ließen wir den gelungenen Abend ausklingen. Anschließend fuhren die meisten noch ins Mc Donalds…

Wir danken: Den Organisatoren (in erster Linie den Jungs von LASCIVIOUS), Manuel Haas (alias MC CROCOSTYLE DUNDEE), dem netten Kerl an der Kasse, dem netten Kerl am Mischpult, allen anderen Beschäftigten des Jugendhauses, (INSERT COOL NAME), LINOGE, den Saulgauern für’s Kommen, den anderen Gästen sowie den Leuten vor der Bühne für Pogotanz, Stagediving, Backflip und Applaus!

Vielleicht klappt’s ja mal wieder im Jugendhaus oder sonst wo in RV. Wir wären sofort dabei…

28.02.04

TOUR DIARY – 26.02.04 | BIBERACH, Abdera, Emergenza Vorrunde

Ohne große Erwartungen hatten wir uns bei Europas größtem Newcomer-Contest angemeldet. Genauer gesagt: Jojo war’s! Einige Wochen vor dem Festival trafen sich alle Bands im Biberacher „Abdera“ zum Vorgespräch. Zu unserer Freude waren uns zwei der sechs anderen Bands bereits bekannt: GUNFIRE aus Mengen und CANDID GROOVE aus Bad Waldsee. Letztere Combo hatte zusammen mit uns beim Maifest in Wirnsweiler gespielt (siehe Gig Review vom 01.05.03).

Magge (seines Zeichens Manager von ITCHY POOPZKID aus Eislingen) war für unser Vorrundenkonzert zuständig und erklärte uns alles wichtige über Emergenza. Wir wussten zwar das meiste schon, aber egal. Man hörte dem müde wirkenden Magge natürlich trotzdem zu. Die wichtigste Information war, dass in der Vorrunde vier von sieben Bands weiterkommen sollten. Dies erschien uns zumindest machbar. Allerdings war es im Vorfeld schwer, die Leistung der anderen Bands einzuschätzen. Wie erwartet waren wir eine der jüngsten, wodurch wir von Anfang an die Einstellung hatten: „Da haben wir nix zu verlieren!!“.

Hier noch ein paar wissenswerte Dinge über Emergenza: In den ersten Runden entscheidet ausschließlich das Publikum, welche Bands weiterkommen. Diese Entscheidung kommt per Abstimmung (!) zu Stande. Erst in den Endrunden hat eine Fachjury das Sagen. Jede Band hat eine halbe Stunde Zeit, um eigene Songs zu präsentieren. Auf- und Abbau sind in dieser halben Stunde inbegriffen. Bands, die durch Emergenza bekannt wurden sind beispielsweise EMIL BULLS, MY BALLON, SINCERE oder auch GLOW…

Im Laufe des Vorgesprächs bekam jede Band von Magge 100 Karten ausgehändigt, von denen man so viele wie möglich unter die Leute bringen sollte. 8 Euro pro Karte war zwar nicht gerade wenig, aber wenn man mal bedenkt, dass man für den Preis sieben Bands sehen konnte, war’s wohl doch okay.

Mit dem Kartenvorverkauf taten wir uns in den ersten Wochen äußerst schwer. Wir legten auch nicht sonderlich viel Wert drauf, da wir uns in erster Linie auf unsere CD-Release-Party konzentrierten. Außerdem war uns der Vertrieb unserer CD natürlich viel wichtiger, als der Kartenverkauf für die Emergenza Vorrunde. Trotzdem brachten wir nach und nach 22 Karten unter die Leute. Zudem hatten einige vor, sich direkt an der Abendkasse Karten zu besorgen…

Der 26. Februar rückte immer näher. Obwohl wir bereits neues Songmaterial hatten, beschlossen wir kurzerhand die Lieder unserer CD zu spielen. Zu dritt probten wir vor allem in den letzten Tagen vor dem Festival recht fleißig.

Nippel und Sédon mussten sich am 26. (war ein Donnerstag) den Nachmittag frei nehmen, da wir um 14.00 Uhr Soundcheck hatten. Jojo hatte eh frei. Wir düsten also mit Nippels Corsa nach Biberach. Außer Gitarre, Bass und ein paar anderen Dingen mussten wir nix mitbringen, so dass ein einziges Auto tatsächlich ausreichte. Unser Soundcheck ging nach anfänglichen Problemen mit dem Bassverstärker recht flott. Da wir neben G-STUFF das einzige Trio waren, war’s für uns relativ einfach, einen zufriedenstellenden Monitorsound zu finden. Dank Digitalmischpult konnten die Einstellungen sogar exakt gespeichert werden.

Nach uns waren im halbstündigen Wechsel die anderen Bands mit Soundcheck dran. Man beäugte sich zwar kritisch – richtiges Konkurrenzdenken kam jedoch zumindest aus unserer Sicht nicht auf. Am Abend sollten uns einige Bands sogar so gut gefallen, dass selbst wir als Teilnehmer manchmal unsere Hand hoben.

Während den Soundchecks unterhielten wir uns mit GUNFIRE, mit CANDID GROOVE und auch mit den Jungs von RUNLET aus Pfullendorf. Jojo und Nippel hatten sich einige Wochen vorher mit deren Bassist Martin und deren Frontmann Thomas getroffen, da RUNLET beim Vorgespräch nicht da gewesen waren.

Am frühend Abend gingen wir mit den Jungs von GUNFIRE sowie mit Magge und einem anderen Mitarbeiter von Emergenza in ein nahegelegenes Sportheim zum Essen. Obwohl keiner davon sprach, wurde so langsam (fast?) jeder nervös. Dies zeigte sich an den vielen halbvollen Tellern. Auf die Frage: „Hat’s geschmeckt?“ folgte also meistens ein „Ja, aber s’war zu viel.“. Lediglich GUNFIRE-Manager Philipp lockerte die angespannte Stimmung mit seinem trockenen: „Jo, bloß vill z’wenig!“ auf. Er hatte seinen Teller in der Tat leer gegessen… 🙂

Zurück im Abdera war es dann soweit: Nachdem wir unsere Bekannten und Freunde begrüßt hatten, legten RUNLET aus Pfullendorf los. Hammergeiler Sound!! Vor allem Frontmann Thomas, der Nippel beim Soundcheck noch versichert hatte: „Wir sind alle halb krank und können kaum singen!“, überzeugte mit seinem ausdrucksstarken und rauen Gesang. Zeitweise erinnerten die Songs an NICKELBACK oder an LIFEHOUSE. Allerdings trat auch immer wieder das Keyboard in den Vordergrund, wodurch dieser Vergleich wieder zunichte war. Bereits beim Soundcheck war uns klar, dass RUNLET mit Abstand die beste Band dieser Vorrunde war. Zumindest aus unserer Sicht. Umso blöder war für uns die Tatsache, dass ausgerechnet wir diejenigen waren, die nach ihnen spielen mussten. „Egal!“ dachten wir uns und enterten die Bühne, als für RUNLET gerade abgestimmt wurde. Überraschenderweise hoben gar nicht mal sooo viele Leute die Hand. Lag wohl daran, dass RUNLET die erste Band war. Magge stand auf der Bühne und zählte konzentriert jede einzelne Meldung. Jojo, der gerade seine Gitarre stimmte, hob ebenfalls die Hand, während Nippel und Sédon bereits viel zu sehr mit sich selber beschäftigt waren…

Magge stellte uns kurz vor – und dann ging’s los: Unser Intro („Hells bells“ von ACDC) sorgte zunächst für erstaunte Gesichter. Nach Nippels: „Guten Abend Biberach!!“ ging es jedoch fließend mit „Just asking“ weiter und wir rockten los. Trotz unserer anfänglichen Nervosität waren wir dank fleißigem Proben relativ sicher. Nach „Exhausted“ und „The thing about you“ übernahm Jojo den Bass und Nippel die Gitarre. Es folgten „All your fault“ und „Dark hole“. In letzteren Song hatten wir eine kurze Bandvorstellung eingebaut. Die Worte: „Am Schlagzeug: Sédon!“, „An der Gitarre: Nippel!“ und: „Am Bass: Jojo!“ sorgten genau wie unsere Songs für üppigen Beifall und lautes Gekreische. Spezieller Dank geht hierbei an die Mädels, denn deren Geschrei hört man bei so was einfach besser… 🙂 Was uns außerdem noch auffiel, war, dass erstaunlich viele bei unseren Songs mitsangen. Das war wirklich großartig und lag wohl in erster Linie an unserer neuen CD „Strawberry Week“. Es war also eine weise Entscheidung gewesen, sämtliche Lyrics im Booklet abzudrucken! Nach „Forward“ und unserem Finish war Schluss mit Mucke: Magge enterte die Bühne und bat erst mal um Applaus für uns. Dem wurde stattgegeben. Und wie!! Danach kam der für uns wichtigste Moment das Abends: „Wem Coleslaw gefallen hat, der möge jetzt bitte die Hand heben!“. Wer uns in diesem Augenblick ins Gesicht geschaut hat, dem dürften unsere erstaunten Blicke aufgefallen sein, denn wir waren über die zahlreichen Meldungen sehr überrascht! Es sah auf einen Blick so aus, als seinen mehr Hände oben, als zuvor bei Runlet. Klarheit sollten wir erst am Schluss des Festivals haben, denn die genaue Zahl der Stimmen wurde natürlich nicht sofort bekannt gegeben…

Erleichtert verließen wir die Bühne, wünschten G-STUFF viel Glück und verstauten zunächst unser Equipment im Auto. Als wir anschließend durch die Menge gingen gab’s an jeder Ecke Lob und Schulterklopfen. Wir hatten unser Bestes gegeben, waren mit den vielen Meldungen zufrieden und konnten uns nun gelassen die Auftritte der anderen Bands anschauen.

G-STUFF war ebenfalls eine 3-Mann-Band. Allerdings dürften die Mitglieder bereits Anfang 30 gewesen sein. Teilweise erinnerte ihre Musik an ACDC, wobei der Gesang doch deutlich anders war. Bassist und Gitarrist sangen stets im Wechsel einige Worte. Call and Response: „Bang your head!“ – „Yeah!“ – „Bang your head!“ usw… Der Drummer von G-STUFF, der nicht nur wegen seines „Antichrist“-T-Shirts einen Bombenleger-Touch hatte, liebte vor allem seine Doublebass. Musikalisch waren die drei Jungs gut – allein die Richtung sagte uns weniger zu. Ungefähr so dachten wohl auch die Leute, denn G-STUFF erhielt deutlich weniger Stimmen, als zuvor RUNLET und wir.

Es folgte SOULDOUBT, eine fünfköpfige New-Metal-Combo, die an Bands wie THE DEFTONES erinnerte. Heftige Schreipassagen und Brachialriffs wechselten mit melodischem Kopfstimmengesang und cleanem Gitarrensound . Bis auf den Sänger, der teilweise die Töne nicht richtig traf, überzeugte uns die Band. Vor allem einer der beiden Gitarristen stach heraus. SOULDOUBT hatte stolze 65 Karten verkauft, so dass bei der Abstimmung einige Hände nach oben gingen.

Mit ME AND THE BOYS folgte die – zumindest spielerisch – beste Band. Der Gesang der einzigen Frau dieses Festivals war äußerst ausdrucksstark. Gitarrist und Bassist waren schätzungsweise zwischen 30 und 40 und spielten auch komplexe Läufe sehr präzise. Allerdings wirkten die groovigen Poprocksongs nach dem harten New Metal von SOULDOUBT ein wenig altmodisch und fehl am Platz. Bei einem Kneipenkonzert im Rahmen einer Musiknacht oder so wäre ME AND THE BOYS mit Sicherheit deutlich besser honoriert worden. Im Abdera meldeten sich allerdings nicht so viele Leute.

Nun war CANDID GROOVE an der Reihe. Ihr grooviger Rock war wieder etwas härterer Machart und kam beim Publikum besser an. Die Jungs aus Bad Waldsee wirkten sehr souverän. Die meisten Songs waren uns noch von Wirnsweiler im Ohr. CANDID GROOVE gefiel uns und dem Publikum: Es gingen einige Arme mehr nach oben, als zuvor bei ME AND THE BOYS.

Zu guter Letzt waren unsere guten Bekannten von GUNFIRE in der undankbaren Rolle, das Festival zu beenden. Erfreulicherweise waren noch relativ viele Leute da. Die Songs ihrer neuen Platte „Don’t care“ überzeugten vor allem durch den mehrstimmigen Gesang. Teilweise war’s punkig, teilweise ging’s in die LINKIN PARK-Schiene. Das Publikum kam wieder bis ganz vor die Bühne und tanzte was das Zeug hielt. Nach dem Auftritt lies Magge noch einmal abstimmen: Sehr viele Hände gingen nach oben. Es erschien klar, dass GUNFIRE zumindest unter den ersten vier war – sicher konnte man es jedoch auch diesmal nicht sagen. Es war wie jedes Mal äußerst schwer abzuschätzen, wie viele Hände oben waren.

Nach einer kurzen Pause betrat Magge ein letztes Mal die Bühne, um das Endergebnis dieser Vorrunde zu verkünden: „Auf Platz 4 mit 65 Stimmen RUNLET.“ Eigentlich hätten die was besseres verdient gehabt, aber immerhin waren sie weiter! S’war halt doch ein deutlicher Nachteil, dass sie anfangen mussten. „Auf Platz 3 mit 70 Stimmen SOULDOUBT.“ Sédon war zu diesem Zeitpunkt der festen Überzeugung, dass wir es nicht geschafft hatten. Jojo und Nippel hofften noch…

„AUF PLATZ 2 MIT 74 STIMMEN COLESLAW.“

Wow, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr wir uns über diese Worte gefreut haben!! Jojo und Nippel lagen sich in den Armen und küssten sich – Sédon wurde von seinen Bude-Jungs fast erdrückt. Danach drehten wir eine Runde durchs Abdera und fielen jedem um den Hals, der extra wegen uns drei Idioten nach Biberach gefahren war und 8 (bzw. 10) Euro gezahlt hatte. Sie alle freuten sich mit uns – schienen aber deutlich weniger überrascht zu sein als wir…

„Auf Platz 1 mit 92 Stimmen GUNFIRE.“ Der Jubel bei unseren Kollegen und ihren Fans war kein Stück geringer. Sofort fielen wir auch ihnen um den Hals und beglückwünschten uns gegenseitig. Da war man vor ein paar Stunden noch zusammen bei Essen gewesen und hatte die Hosen voll gehabt – und kurze Zeit später belegt man die vorderen beiden Plätze. Unglaublich! Es sollte einige Tage dauern, bis wir unseren Erfolg fassen konnten…

Hier ist das Endergebnis im Überblick:
1. GUNFIRE mit 92 Stimmen
2. COLESLAW mit 74 Stimmen
3. SOULDOUBT mit 70 Stimmen
4. RUNLET mit 65 Stimmen
5. CANDID GROOVE mit 60 Stimmen
6. ME AND THE BOYS mit 47 Stimmen
7. G-STUFF mit 40 Stimmen

Genauere Informationen rund um Emergenza findet ihr unter www.emergenza.net.

Dass Sédon und Nippel am nächsten Morgen arbeiten mussten, war erst mal egal. Jojo hatte wie gesagt frei. Erleichtert drehte jeder seine Runden und unterhielt sich mit verschiedenen Leuten. Die Jungs von CANDID GROOVE, die leider ausgeschieden waren, gratulierten. Die Jungs von RUNLET freuten sich über ihren 4. Platz und lobten unsere Musik. Jojo schäkerte mit Magge über Dinge, die eh kein Mensch verstand (Jojo arbeitet bei ITCHY POOPZKID von Zeit zu Zeit am Merchandise-Stand und kennt Magge daher schon lang; Anm. d. Red.), Sédon war an der Bar zu Gange und Nippel schlürfte sein Mineralwasser.

Irgendwann beschlossen wir dann zu gehen. Man verabschiedete sich von zig Leuten und ging nach draußen. Nippel wurde von einem besoffenen Schwarzen, der nur gebrochenes Deusch sprach, gefragt, ob er mitfahren könne. „Wohin?“, fragte Nippel. – „Rißegg.“ – „Wo isch des??“ – „Bei Agip.“ – „Tankstelle?“ – „Ja, Tankstelle.“ Nach längerem hin und her erfuhr Nippel, dass der Schwarze den selben Vornamen wie sein Vater hatte und nahm in mit zu seinem Corsa. Ein leicht angetrunkener Sédon, der gerade urinierte, rief verwundert: „Hä, hot’s vorher brennt??“. Nippel maulte seinen Kollegen zwar an – musste jedoch selber lachen. Der Schwarze machte Gott sein Dank nicht den Einruck, als habe er den Spruch verstanden und stieg torkelnd ein. Wir fuhren ihn also nach Rißegg. Er bedankte sich artig per Handschlag und zog von Dannen. Wir kurvten zurück nach Biberach ins Mc Donald’s, wo bereits Jonne, Strauß, Thimo, Gero und ein paar andere warteten. Am Nebentisch nahm kurze Zeit später RUNLET-Basser Martin Platz. Man aß ein paar Kleinigkeiten, signierte noch eine CD und verabschiedete sich schließlich.

Jojo, Nippel und Sédon fuhren überglücklich in Richtung Heimat und konnten’s immer noch nicht so richtig fassen. Man hupte durch die Gegend und lachte und sang. Die Fahrt ging relativ lang, da immer wieder eine dichte Nebelwand die Sicht versperrte. Außerdem war’s glatt. Scheißegal! Nippel kurvte zuerst Sédon und dann Jojo nach Hause und ging anschließend selber schlafen.

Vielen herzlichen Dank an alle, die uns unterstützt haben: Gero, Jonne, Strauß, Thimo, Judith, Änsge, Moni & Michi (St.)Anger, Bine, Ute, 2x Claudi, Matze, Sulzer, Gilla-Mate, Tiger, Britt, Axt, Backe, Paule, Hanna, Axel, Söhnke, Stefanie, Olli, Mona, Marion, Löw, Südamerikanerin & Anhang, Zimmi, Sande, Checo, CHAVENGER und natürlich GUNFIRE & Fans.

Außerdem danken wir Emergenza, Magge und Miche Hepp.

Besonderer Dank geht an die Leute, die uns nicht gekannt, aber trotzdem für uns gestimmt haben!

01.02.04

TOUR DIARY – 30.01.04 | BAD SAULGAU, Stadtforum, CD-Release-Party

Eigentlich sollten wir uns dafür schämen, dass auf dem Flyer unserer CD-Release-Party „2004“ stand, denn „Strawberry Week“ war bereits Ende 2002 angekündigt worden. Dass es damals nicht geklappt hat, lag an mehreren Dingen, auf denen ich jetzt gar nicht länger rumreiten will. Eines haben wir allerdings gelernt: Die nächste CD wird erst dann angekündigt, wenn wir abschätzen können, wann sie fertig ist…

Bevor wir zum eigentlichen Gig-Review kommen, noch ein paar Worte zur Aufnahme unserer Debüt-CD: Eines schönen Tages spazierte unser Sédon mit seinem DIE HAPPY-T-Shirt in den Musikmarkt Müller, um sich nach einem neuen Schlagzeug umzusehen. Holger Fiesel stand hinter der Ladentheke und meinte grinsend: „Zieh das T-Shirt aus!“. Sédon verstand zunächst nur Bahnhof, doch man kam ins Gespräch (was im Musikmarkt Müller bei Gott nicht schwer ist). Ein paar Musikmarktbesuche später erwies sich Holger zu Sédons Erstaunen als Ex-Drummer von Die Happy! Sédon kaufte schließlich seine neue „Schießbude“ und Jojo erstand fast zeitgleich eine schwarze Gibson. Nippel kaufte bis auf ein paar Plektren, Gitarrensaiten und einem Stimmgerät gar nix – er war jedoch trotzdem von Zeit zu Zeit im Musikmarkt zu Gange. Man erfuhr von Holgers „Inbeat“-Studio (www.inbeat.de), indem er bis dato vor allem diverse Blaskapellen aus der Umgebung aufgenommen hatte. Da auch unser ehemaliger Mischer Thimo sehr von Holger angetan war, beschlossen wir kurzerhand, unsere CD bei Inbeat (www.inbeat.de) aufzunehmen.

Jojo, Nippel und Sédon trafen sich also mit Holger (www.inbeat.de) im Franzis, um verschiedene Dinge zu besprechen. Judith war nicht dabei, da sie (bis dato) nur bei Covers sang – wir jedoch ausschließlich unsere eigenen Lieder aufnehmen wollten. Als das „Geschäftliche“ geklärt war, unterhielt man sich ausgiebig über DIE HAPPY. Wir erzählten, Holger lachte, Holger erzählte, wir lachten und so weiter und so fort… Obwohl uns Holger gewisse Dinge verraten hat, die der normale Fan von DIE HAPPY mit Sicherheit nicht weiß, muss man sagen, dass seine Äußerungen im Großen und Ganzen recht distanziert und bedacht waren. Details, die uns nix angehen, behielt er für sich. Wenn man mal bedenkt, dass er erst kurz vor dem Plattenvertrag bei DIE HAPPY ausgestiegen und in manchen Punkten überhaupt nicht gut auf seine ehemaligen Bandkollegen zu sprechen ist, dann war das doch eher erstaunlich. Wer will ihm da verdenken, dass er ab und an mal eine alte DIE HAPPY-CD bei Ebay für Höchstpreise versteigert?? 🙂

Im nachhinein betrachtet war es wohl genau diese bodenständige Art, die Holger so sympathisch machte. Er hängt absolut nichts an die große Glocke, wirkt bei gewissen Dingen sogar recht bescheiden, hat aber trotzdem nie Probleme, seine ehrliche Meinung zu sagen. Und gerade letzteres ist für einen Producer natürlich unerlässlich. Klar, man kann natürlich darüber streiten, ob ein Holger Fiesel das Schlagzeugspiel eines Lars Ulrich kritisieren darf – Holger machte solche Behauptungen allerdings immer auf eine so witzige Art und Weise plausibel, dass man ihm zumindest nicht widersprechen konnte. Wer gelegentlich im Musikmarkt Müller zu Gange ist und sich manchmal über Holgers loses Mundwerk („Wa witt’n du scho wiedr??“) aufregt, dem sei gesagt, dass deutlich mehr dahintersteckt, als man zunächst für möglich hält. Wir waren selber überrascht. Um das Ganze auf einen Punkt zu bringen: Holger war unser Mann! Die Mischung zwischen jahrlanger Erfahrung und selber kein Geld haben stimmte einfach… 🙂

Im November wurde es schließlich ernst: Jojo, Nippel, Sédon und Holger trafen sich im Stinnes, um mit den Aufnahmen zu beginnen. Holger brachte sein Inbeat-Studio einfach mit nach Bad Saulgau, so dass wir nicht jedes Mal nach Betzenweiler (liegt am Fuße des Bussen) fahren mussten. Kombiniert mit einigem Equipment von Thimo (Behringer Mischpult, Boxen), war alles Nötige vorhanden. Zunächst wurde eine sogenannte Guide-Spur für jeden Song eingespielt. Diese bestand aus Gitarre und Gesang und war für Sédons Orientierung wichtig. Danach folgte die eigentliche Aufnahme: Sédon spielte das Schlagzeug für die sechs Songs ein. Anschließend folgten Bass, Gitarren und zu guter Letzt der Gesang. Manches klappte auf Anhieb – anderes wiederum trieb uns fast zur Verzweiflung: Man probierte und probierte und es wollte einfach nicht klappen. Holger wusste uns jedoch bei Laune zu halten: Meist ertönte nach einem gescheiterten Aufnahmeversuch ein aufmunternder Spruch aus dem Kopfhörer. Zeitweise war Holger natürlich auch genervt (Selber schuld, wenn man sich die Nächte um die Ohren haut! Anm. d. Red.), doch er war nie unverschämt. Sein genuscheltes „I think you can do it better!“, das aus alten Zeiten von DIE HAPPY stammte, war nach schlechten Takes natürlich auch nicht zu verachten. Von Zeit zu Zeit spielte die Computersoftware oder auch Thimos Mischpult verrückt – größere Probleme gab es allerdings selten. Und wenn doch mal überhaupt gar nix mehr ging, dann war es meistens 15.00 Uhr und Holger ließ alles stehen und liegen, um sein obligatorisches „Drui-Bier“ zu sich zu nehmen. Auch wenn Sédons einziger Kommentar oft nicht über „Ihr Seckl!“ hinausging und Holger von Zeit zu Zeit meinte, „dass des an dera oine Stell do vielleicht doch irgendwia it ganz so guad isch“, waren die Aufnahmen von „Strawberry Week“ über weite Strecken äußerst spaßig. Ab und an schauten verschiedene Leute im Stinnes vorbei, um uns was zu bringen oder um einfach mal eine Weile zuzusehen (bzw. zuzuhören). Selbst die Mäuse im Stinnes zeigten reges Interesse. Klar, schließlich wurden die Mülltonnen in diesen Tagen ständig mit neuem Zeug bestückt…

Nach den Aufnahmen lag es an Holger, die CD bestmöglich abzumischen. Lediglich bei den Feinabstimmungen waren wir anwesend und gaben unseren Senf dazu. Erschwerend kam bei der Abmischung hinzu, dass Holger an Silvester das Rauchen aufgehört hatte und sein Wohlbefinden somit nicht das beste war. Trotzdem drehten seine zittrigen Hände an den richtigen Reglern. Am Ende waren wir äußerst positiv vom Aufnahmeergebnis überrascht! Okay, da war natürlich die eine Stelle bei Song X und die andere bei Song Y. Ach ja, um nicht zu vergessen: Das eine Fill-In und der Gesang bei Song Z. Und natürlich die verzögerte Bass-Drum bei blablabla… Was ich sagen will: Wenn man als Musiker die eigene CD anhört, dann ist man NIE 100%ig zufrieden. Da fallen einem Dinge auf, die mögen für den normalen Hörer unwesentlich sein – einen selber nerven sie jedoch tierisch. Komischerweise sind das meistens Sachen, die man selber eingespielt bzw. eingesungen hat und die selbst den Bandkollegen kaum auffallen. Nichts desto trotz sind sie vorhanden. Eine Aufnahme kann eben nie perfekt sein. Selbst wenn sie von METALLICA oder von weiß Gott wem ist. Von Perfektionismus kann im Prinzip sowieso nicht die Rede sein. Bereits unmittelbar nach der Aufnahme gibt es Dinge, die man anschließend auf Anhieb besser machen könnte. Zum Zeitpunkt der Aufnahme konnte man es jedoch offensichtlich noch nicht. Irgendwann kommt dann der Punkt, wo man einen Schlussstrich ziehen und sagen muss: „Okay, dass muss jetzt eben reichen – bei der nächsten CD mach ich’s besser!“. Außerdem fließen ja auch gewisse Umstände in so eine CD-Aufnahme ein, die einfach unabänderlich sind. Man hat zum Beispiel nur begrenzt Geld, es fehlt die Erfahrung, man ist noch relativ jung, die Zeit wird knapp, man spielt halt doch erst zwei Jahre zusammen und so weiter und so fort. Wenn wir das alles berücksichtigen, dann können wir in der Tat sagen, dass wir stolz auf das sind, was wir da auf die Beine gestellt haben…

Neben den Aufnahmen gab es natürlich auch noch andere Dinge, die in Hinblick auf „Strawberry Week“ erledigt werden mussten: Zunächst war da das Artwork der CD: Man sammelte Ideen, diskutierte, verwarf, wurde sich einig und brachte schließlich alles zu Paddi Schuler (Metaflare Pictures), der unsere Wünsche auf seinem PC verwirklichte.

Dann war da die Sache mit dem Geld: Wir waren auf der Suche nach einem passenden Sponsor, der die Aufnahmen der CD teilweise finanzieren sollte. Viele Abende verbrachten wir bei Gaisi (Ralf Gaiser (Ja, das ist der, der das Café im Stadtforum neu eröffnet hat!)) und waren uns schließlich einig: Afri Cola und Gaisis Bus Line GmbH übernehmen einen (nicht unwesentlichen) Teil der Kosten. Das Logo von Afri Cola, welches sich auf die Farben Schwarz und Weiß beschränkt, passte einfach super in unsere CD. Außerdem macht sich „Afri Cola“ in einer CD halt doch besser als beispielsweise „Knoll Maschinenbau“ oder ähnliches. S´hat einfach viel mehr Style…

Irgendwann war alles erledigt – und das war in dem Fall bei Gott nicht wenig! Ca. zwei Wochen vor unserer CD-Release-Party schickten wir (genauer gesagt Holger) unsere CD mit allem drum und dran nach Hamburg ins Presswerk. Zunächst hieß es: „Wir brauchen drei oder vier Tage.“ Dass das dummes Geschwätz war, merkten wir nach drei oder vier Tagen. Nach fünf umso mehr. Es wurde Abend und es wurde Morgen: sechster Tag. Wieder nix. Es wurde Abend und es wurde Morgen: siebter Tag. Am siebten Tag ruhte das Presswerk. Im Gegensatz zu dem einen Kerl aus der Bibel, hatte es sein Werk allerdings noch nicht vollendet…

Irgendwann wurden wir unruhig und hakten bei Holger nach. „Am Mittwoch!“ hieß es. Unsere Release-Party sollte am Freitag sein. Mittwoch passte also. Besser gesagt: Mittwoch hätte gepasst, den die CD kam wieder nicht. Die Tatsache, dass nun auch Holger nervös wurde, gefiel uns nicht. Überhaupt nicht. Er rief in Hamburg an: „Donnerstag.“ – „Okay, wenn’s sein muss auch Donnerstag!“, dachten wir uns und harrten weiter aus. Nix passierte. Holger telefonierte ein letztes Mal nach Hamburg: Wir können nur erahnen, was er den Leuten am anderen Ende der Leitung diesmal alles gesagt hat. Fakt ist, dass sie hoch und heilig versprachen, das so sehnlich erwartete Paket würde am Freitag bei uns sein. Wir (und auch Holger) standen kurz vor dem Wahnsinn: Da hatte man an alles gedacht, da hatte man alles geregelt, da hatte man jede Frist eingehalten und die Idioten in Hamburg hatten nix besseres zu tun, als einen dermaßen auf die Folter zu spannen. Irgendwas sagte uns, dass das alles in die Hose gehen würde. Wir waren mittlerweile so weit, dass wir ernsthaft überlegten, wer am Freitag nach Hamburg fahren konnte, um das blöde Paket zu holen. „Wenn die CDs nicht fertig sind, dann scheiß ich denen vor die Tür!!!“ – so Jojo in seinem Delirium. Selbst Judith, die mit der CD ja eigentlich nichts zu tun hatte, fieberte mit. Holger lies sich schließlich die Nummer des Pakets und die Telefonnummer des (privaten) Paketdienstes geben. Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war bei Jojo, Nippel und Sédon weniger erholsam. Zumindest wachte jeder für sich am Freitagmorgen in seinem Bett auf und dachte: „Diese Wichser!“. Als es Mittag wurde gab es dann endlich Entwarnung: Holger hatte den Paketdienst kontaktiert. Das Paket sei bereits in Ulm!! „Wenn’s nicht kommt, dann holen wir’s eben!“, dachten wir. Doch das brauchte es nicht: Eine gute Stunde später waren unsere CDs wohlbehütet in Betzenweiler bei Holger angekommen. Puh! Was für ’ne Scheiße!! Wir kurvten in Richtung Bussen – auch Judith war dabei – und konnten unser Glück kaum fassen: Da war sie, unsere CD!!! Eine CD-Release-Party ohne CD wäre schon äußerst peinlich gewesen. Wir hörten unser Werk kurz durch und fuhren anschließend sofort wieder nach Bad Saulgau, um uns für unseren Auftritt vorzubereiten…

„Jetzt kann eigentlich nix mehr schief gehen!“, dachten wir uns, als wir dann am Abend das Stadtforum betraten. Bereits am Vortag hatten wir aufgebaut und grob soundgecheckt. Mittlerweile hatte CUTE zwar Vieles wieder abgebaut (zum Beispiel Sédons Schlagzeug!), aber das war grad egal. Wir hatten unsere CD – und alles andere war erst mal zweitrangig. Am 19.00 Uhr begann sich der Saal zu füllen. 170 Besucher waren uns auf jeden Fall schon mal gewiss, da wir diese Anzahl an Fankarten (3€ statt 5€) bereits im Vorfeld unter die Leute gebracht hatten. Im Laufe des Abends dürften es etwas über 300 Zuschauer geworden sein, was uns sehr zufrieden stellte. Okay, der Saal im Stadtforum war bei Weitem nicht voll, aber das zu erwarten wäre schlichtweg verrückt gewesen. Was uns äußerst leid tut, ist die Tatsache, dass einige unter 16 von den Türstehern nicht hineingelassen wurden. Wir hatten da absolut keinen Einfluss drauf! Die Türsteher waren vom Stadtforum engagiert und mussten ihre Pflicht tun. Steht halt leider alles so im Gesetz und ein Haus wie das Stadtforum muss sich daran natürlich halten. Naja, immerhin brachten viele der jüngeren Besucher ihre Eltern mit, so dass im Endeffekt wirklich nur wenige draußen bleiben mussten.

So gegen 20.30 Uhr begann CUTE mit ihrem poppigen Rock, der vor allem durch den Leadgesang des Geschwisterpaars Vic und Vicky Mellmann überzeugte. Die Songs streifen alle möglichen Stilrichtungen und sind daher nur schwer einzuordnen. Über die Richtung kann man sich wie immer streiten – doch zumindest spielerisch war der Auftritt sehr beeindruckend. Sogar das Fernsehen (RTV?) war gekommen, um CUTE zu filmen. Die Mitarbeiter des Senders waren jedoch äußerst ungesprächig und nahmen sich für unseren Geschmack ein bisschen zu wichtig. Naja, man musste ja nicht mit ihnen reden…

Zeitweise hörten wir CUTE zu, zeitweise verzogen wir uns in unseren Backstageraum. Tja, da staunt ihr, was? Hört sich cool an, nicht??. Backstageraum. Jede Band hatte hinter der Bühne ihren eigenen Backstageraum. 🙂 Zugegeben: Wir waren vor unserem Auftritt ausgesprochen nervös, so dass es wirklich angenehm war, sich zeitweise zurück zu ziehen.

Irgendwann waren dann wir an der Reihe: Nach einem kurzen Linecheck ertönte unser neues Intro: „Hells Bells“ von ACDC. Der unterschied zu unserem früheren A-Team-Intro ist nicht unwesentlich: Wir spielen es selber. 🙂 Zuerst betrat Jojo Gitarrenzupfend die Bühne und erntete sofort üppigen Applaus. Sédon und Nippel folgten im Anschluss und wurden vom heimischen Publikum nicht weniger freundlich begrüßt. Es folgte ein fließender Übergang zu „Just asking“ – dem Opener unserer CD. Es folgten „Exhausted“ und „The thing about you“. Danach übernahm Nippel die Gitarre und Jojo wechselte an den Bass. Nach „All your fault“, „Dark hole“ und „Forward“ war die Präsentation unserer CD „Strawberry Week“ vorbei.

Nach einer kurzen Pause enterte Judith die Bühne und es folgte eine gute Stunde mit Coversongs. Mal mit, mal ohne Judith spielten wir uns durch unser Programm. Mit „Quietly“ von den GUANO APES „White flag“ von DIDO und „Hedonism“ von SKUNK ANANSIE hatten wir mitunter ein paar neue Songs am Start.

Auf der Bühne war übrigens eine große Leinwand aufgebaut, auf die während unseres gesamten Auftritts Bilder projeziert wurden, die unser Manne noch in letzter Minute zusammengestellt hatte. Das war für uns überraschend, denn wir hatten vor dem Auftritt nichts davon erfahren. Erst auf der Bühne blickten wir erstaunt in unsere überdimensionalen Visagen.

Die Stimmung im Stadtforum war eher seltsam: Man hatte zwar den Eindruck, dass die Leute aufmerksam zuhörten, doch insgesamt wirkten sie recht verhalten. Direkt vor der Bühne standen nur wenige – nur gelegentlich wurde Pogo getanzt. Es ist halt schwer, in einen halbleeren Saal Stimmung hineinzubringen. Eine kleinere Location wäre für eine Band unserer Größenordnung mit Sicherheit eine Überlegung wert gewesen. Allerdings hätten wir dann anlagen- und bühnentechnisch deutliche Abstriche machen müssen, was wir an diesem Abend einfach nach tun wollten. Eine Stadtforum-Bühne mit Traversen, Scannern usw. war für eine CD-Release-Party natürlich schon eine tolle Sache!

Während des gesamten Abends standen Jonne und Gero an unserem erstmals errichteten Merchandise-Stand und verkauften Aufkleber, T-Shirts, Buttons und natürlich unsere CD. Wäre wirklich ein Jammer gewesen, wenn letztere gefehlt hätte, aber lassen wir das jetzt…

Nach zwei Zugaben war dann Schluss und wir verließen erleichtert die Bühne. Der Auftritt selber war für uns eher zweitrangig – es war vor allem der CD-Verkauf, der uns interessierte. Am Abend selber kamen ca. 80 Stück unter die Leute. In den nächsten zwei Wochen nach dem Auftritt konnte diese Zahl auf über 150 gesteigert werden. Jetzt hoffen wir mal, dass es so weitergeht. Vielleicht bleiben von unseren 500 CDs ja doch nicht so viele übrig, wie Holger angekündigt hat…

Einer nach dem anderen kam zu uns und wollte ein Autogramm auf seiner neu erstandenen CD haben. Ist schon ein komisches Gefühl. Man freut sich zunächst und findet’s im nächsten Moment dann doch wieder überzogen. Okay, wenn wir ehrlich sind, dann hatte jeder von uns dreien einen weißen Edding in der Tasche, aber he, wer hat das nicht?? 🙂 Wahrscheinlich spekuliert eh jeder Käufer darauf, dass man unsere CDs in ein paar Jahren für ein kleines Vermögen bei Ebay versteigern kann. Es gibt schließlich nur 500 davon! Wenn dann auch noch Autogramme drauf sind… $$$ 🙂

Nach und nach verließ auch der letzte Gast das Stadtforum. Wir begaben uns mit unserem Mischer Jürgen und mit unserem Producer Holger (die übrigens beide beim Musikmarkt Müller arbeiten) sowie mit unserer üblichen COLESLAW-Gurkentruppe in Gaisis neues Café und hatten dort jede Menge Spaß. In den frühen Morgenstunden ging einer nach dem anderen nach Hause.

Jojo, Nippel, Sédon und Judith hatten vor dem Auftritt mit Handschlag beschlossen, die Nacht nach der Release-Party im Sinnes zu verbringen. Letzten Endes hielten lediglich Sédon und Nippel hielten ihr Wort. Jojos Studienkollege Flo war ebenfalls mit von der Partie…

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass euch allen unsere CD gefällt und dass es nicht die Letzte war…

Große Anerkennung und Dank gehen zunächst einmal an alle Leute, die namentlich auf unserer CD erwähnt sind: Thimo für seine langjährige Unterstützung und seine Freundschaft, Holger Fiesel (www.inbeat.de) für seine Person und nicht zuletzt sein geniales Preisleistungsverhältnis, Paddi für das Artwork der CD, Gaisi für seine Unterstützung und seine nette Art (T.C. lässt grüßen…), Miche Hepp für seine Promotion sowie für seinen unparteiischen und ehrlichen Schreibstil, Familie Drescher für unseren Bandraum, Heinz für seine Hilfe bei zig Auftritten, Didi Laaser für die tolle Zeit mit Flexible Beats, Manne in der Grube & Gero & Jonne & Strauss & Bommel & Welzel für so viele Dinge (Freundschaft, Auf- und Abbau, Fotos, Merchandise-Stand, Autofahrten auf diverse Partys usw…), Fribbe für seinen Gitarrenunterricht, sein Engagement und die geniale Zeit, Volker Rabe für seinen Gitarrenunterricht, Herbert Wachter für seinen Schlagzeugunterricht, Werner Anger für seine Hilfe in unseren Anfangszeiten und seine Bescheidenheit, Hans Dangel für’s Franzis und alles drum und dran, Stefan Lohnert für die erste Musiknacht (einer unserer Schlüsselauftritte), der TBG Bad Saulgau für die CD-Release-Party, Andreas Ruess für seine Hilfe in Notsituationen, Jörg & Thomas Sali (Ex-CUBE) für unsere schöne Homepage und dem Musikmarkt Müller (auch wenn er nicht alles hat) für seine guten Preise und seine Mitarbeiter.

Besonderer Dank geht an unsere Familien, Freunde und Co. für ihren Rückhalt und ihre Liebe.

Des weiteren bedanken wir uns im Zusammenhang mit unserer CD-Release-Party bei Jürgen am Mischpult, bei Olli & Ryan an der Lichttechnik, bei den netten Türstehern (Ist ernst gemeint!), bei Didi vom Bohnenstengel, bei Hans Dangel vom Franziskaner, beim Musikmarkt Müller und bei Andreas Dill vom Gitarrenladen in Weingarten für den Verkauf unserer CD sowie bei Kathano (www.kathano.de) & bei den Leuten von www.binpartygeil.de für das Fotografieren.

Zu guter Letzt bedanken wir uns bei allen, die unsere Auftritte Besuchen, unsere CD kaufen und uns unterstützen sowie bei allen, die so sehr an COLESLAW interessiert sind, dass sie diesen Gig Review komplett durchgelesen haben…

27.11.03

TOUR DIARY – 25.11.03 | WEINGARTEN, Argonne, Simply Red Reloaded

Über unseren Jojo, der seit einiger Zeit in Weingarten studiert, sind wir zu diesem Auftritt gekommen. Studienkollegen von ihm wollten in der „Argonne“ – einem großen Wohnheim – eine Party veranstalten und suchten noch nach einer passenden Liveband. Tja, und da lag es natürlich nahe, einfach mal den Jojo zu fragen…

Bereits am Montag (der Auftritt selber war am Dienstag) tuckerten wir nach Weingarten und schipperten unser Equipment in die Argonne. Nun, was soll man sagen?? Wir hatten in der Vergangenheit schon in Räumlichkeiten gespielt, die weniger als 3 Meter breit waren. Wir hatten auch schon an Locations gespielt, die mehr als 50 Meter lang waren. Beides in Kombination war jedoch einmalig – ja schlichtweg sensationell!! Ort des Geschehens sollte der ellenlange aber schmale Hausgang des Wohnheims sein, was uns am Anfang unmöglich erschien. Nun, wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Und wo ein Grill ist, ist bekanntlich auch ein Steak… 🙂

Am Dienstag blieb Jojo nach dem Unterricht gleich in Weingarten und fing an mit seinen Kollegen die Bühne – in Wahrheit ein paar Argonne-Betten (!) – und die Anlage aufzubauen. Da ein Hausgang relativ einfach zu beschallen ist, beließen wir es bei unseren guten, alten EV-Boxen, mit denen wir normalerweise im Stinnes proben. Hmmm, okay, eigentlich gehören sie dem Thimo, aber egal…

Sédon, Nippel und Judith fuhren nach Schreinerkindergartenbuchgeschäftfeierabend ebenfalls nach Weingarten. Nippel hatte zwar vorsichtshalber Manne mitgenommen, doch der Weg zur Argonne war so idiotensicher, dass sogar Nippel ihn alleine fand…

Als alles aufgebaut war, wurde noch kurz soundgecheckt. Danach bediente man sich an der Bar und wartete auf die Gäste. Von den Veranstaltern wurden mindestens 200 Leute erwartet. Erstaunlicherweise ließen diese jedoch auf sich warten, obwohl zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr Happy Hour war.

Irgendwann traf zu unserer Freude Strauß ein. Verzeihung, ich meinte natürlich Strauss! Strauß heißt ab jetzt Strauss, kapiert?? Gut.

Man unterhielt sich, man lachte, man trank und man grosnien bodnagflo, bis auf einmal Judith stark zu Husten anfing und in die Knie ging. Sie hatte sich so heftig an ihrem Getränk verschluckt, dass sie kaum noch Luft bekam und würgte. Jojo eilte zu Hilfe – konnte aber nicht viel machen. Nippel hob ihr grinsend einen Eimer hin – merkte aber schnell, dass sein Witz eigentlich gar nicht witzig war. Nach mehreren Hustattacken beruhigte sich unsere Judith langsam wieder und lief wenige Minuten später wieder quietschfidel durch die Gegend…

Als es auf 22.00 Uhr zuging, geschah das, was wir beim besten Willen nicht mehr erwartet hatten: Das Argonnenwohnheim füllte sich binnen wenigen Augenblicken mit Leuten. Zwar immer noch keine 200, aber immerhin überhaupt jemand. Wir legten also los. Wie beim Video-Clip von „She hates me“ (PUDDLE OF MUDD) stürmten die Leute auf die Bühne zu und feierten uns! Na schön, das war übertrieben. Was ich sagen will: Die Leute kamen nach vorn, unser Sound gefielt dem Großteil sichtlich und nach einiger Zeit müssten sogar weit über 200 Leute in der Argonne gewesen sein. Man konnte es von der Bühne aus schlecht sagen. Jedenfalls sah’s nach viel aus, denn der Bereich vor der Bühne war brechend voll und ein Ende der Menschenmassen war für uns nicht in Sicht, da Betten bekanntermaßen nicht sonderlich hoch sind.

Das Publikum war großteils älter als wir und fand vor allem an unseren Coversongs Gefallen. Bei Green Day und Co. wurde kräftig mitgesungen. Wir spielten knapp zwei Stunden. Auf Verlangen folgten noch ein paar Zugaben.

Wir waren mit unserem Auftritt insgesamt sehr zufrieden. Vor allem Sédon wurde gelobt. Er hatte seine peinliche Vorstellung in der Bude auf beeindruckende Art und Weise wettgemacht: Nicht selten hatten sich Nippel und Jojo während dem Spielen zu ihrem Done umgedreht, um ihm zu signalisieren: „Ja, das Fill-in war geil!!“. Auch sein Drum-Solo war wie so oft nicht zu verachten. Tja, ohne Alkohohl geht’s eben doch besser… 🙂

Nach dem Gig wurde nach und nach abgebaut, wobei es mehr als stressig war, das Equipment durch den langen, engen und immer noch ziemlich vollen Gang zu schleppen. Als wir alles in unseren Autos verstaut hatten, kam eine aufgebrachte Studienkollegin von Jojo nach draußen und erzählte folgendes: Ein paar Arschlöcher hatten an der Bar Alkohohl geklaut. Ihr Freund hatte die Unbekannten verfolgt und war seither nicht wieder gekommen. Da wir jedoch niemanden gesehen hatten, konnten wir ihr leider nicht helfen.

Im Laufe der Nacht fuhren zuerst Judith mit Thomas und später Nippel und Sédon nach Hause. Manne und Strauß hatten schon einige Zeit früher das Weite gesucht. Einzig und allein Jojo blieb in Weingarten, während die anderen sich durch eine Nebelsuppe kämpfen, die ihresgleichen suchte…

Einige Tage nach der Party trafen sich die Organisatoren zu einer kleinen After-Party („After“ im Sinne von „Danach“) und zwar erneut in der Argonne. Unsere COLESLAW-Gurkentruppe war ebenfalls herzlich eingeladen. War ein sehr schöner Abend. Es gab Pizza und alles mögliche zu Trinken. Judith nahm das erste Bier ihres Lebens zu sich! Jojo stolperte über das Bein von Organisator und Studienkollege Flo. Jojos Pizzateller flog im hohen Bogen auf den Tisch und zersprang in viele Teile. Der bereits auf dem Tisch liegende Teller ging ebenfalls zu Bruch. Egal – das machen Rockstars halt so. Nippel freute sich dank Flo über vegetarische Pizza und ganz COLESLAW freute sich letzten Endes über eine zauberhaftes Geschenk der Argonne-Menschen: Aus Pappe hatten sie unsere COLESLAW-Bühne nachbegaut, auf der Papp-Judith, Papp-Jojo, Papp-Nippel und Papp-Sédon in Action zu sehen waren. Hat uns wirklich sehr gefreut! Das Teil war äußerst authentisch. Sogar kleine Details wie unsere EV-Boxen oder Nippels Frisur waren fast maßstabgetreu nachgebaut…

Zu guter Letzt wollen wir uns mal wieder bedanken: Bei Flo und den anderen Organisatoren (Kein Plan, wie ihr alle heißt…), bei den Bastlern der kleinen COLESLAW-Bühne, die mittlerweile einen Ehrenplatz in unserem Bandraum hat, bei Manne, bei Strauss und bei Thimo.

17.11.03

TOUR DIARY – 15.11.03 | GROSSTISSEN, Bude

Wie schon im letzten Jahr spielten wir zum Geburtstag von Tiger und Sure (Kumpels von Sédon) ein Privatkonzert in der „Bude“. Bis um 23.00 Uhr gaben wir den Anwesenden (schätzungsweise ca. 50 Leute) Zeit zu „tanken“. Dann legten wir los. Im Gegensatz zum letzten Jahr ohne Unplugged-Programm.

Blöderweise hatte auch Sédon die Zeit vor dem Auftritt zum „Tanken“ verwendet und so war sein (Heim-)Spiel teilweise recht amüsant: Vor allem bei „Basket Case“ leistete er sich ein paar massive Schnitzer – Jojo und Nippel hatten kurzzeitig sogar Probleme, den Songverlauf zu verfolgen. Erschwerend kam hinzu, dass sie jedes Mal lachen mussten, wenn Sédon achselzuckend zu ihnen herüber schaute…

Im Gegensatz zum letzten Jahr war die Stimmung in der Bude zunächst eher verhalten. Vereinzelt wurde mitgesungen – das war’s dann aber auch. Nach Mitternacht wachten die Anwesenden dann plötzlich auf und hatten sichtlich Freude an unserem Spiel.

Während Nippel, Jojo und Judith in der vollen Bude wenigstens halbwegs freie Sicht hatten, wurde Sédons Schlagzeug regelrecht eingekesselt: Zahlreiche Jungs aus seinem Freundeskreis standen fasziniert um sein Instrument herum und feuerten ihren „Done“ an. Vereinzelt wurde auch auf eines der Becken oder eine der Trommeln gehauen, was Sédon wenig störte: Er hatte vorsorglich sein altes Schlagzeug mitgenommen. Angesichts der Tatsache, dass fast jeder irgendein Getränk in der Hand hatte, war dies wohl eine weise Entscheidung gewesen…

Während der zweiten Hälfte des Abends spielte „eisan Done“ (Er gehört wirklich uns!!) wieder deutlich besser als zu Beginn und war trotz Alkoholpegel fast der Alte. Trotzdem regte er sich im Anschluss an den Gig auf: „I sauf nie wieder was vor ma Auftritt!“. Seine Bandkollegen beteuerten ihm zwar, dass seine gelegentlichen Patzer wohl kaum einem aufgefallen sein dürften (Ausnahme: „Basket case“!!), doch Sédon war trotzdem sichtlich unzufrieden. Hinzu kam, dass seine neuen Drumsticks aus der Tschechei nicht das gelbe vom Ei waren: Gleich mehrmals musste er zu neuen greifen, da ungefähr jede halbe Stunde einer zerbrach…

Nach dem Gig (ca. 1.00 Uhr) wurde erst mal abgebaut. Zahlreiche Bude-Jungs bedankten sich geradezu rührend bei uns, was uns natürlich freute. Nach dem Abbau gingen die meisten Saulgauer nach Hause während Sédon und der Rest der Bude noch bis in die Puppen weiterfeierten…

Für uns war’s auch in diesem Jahr wieder ein riesen Spaß in der Bude. Für die meisten anderen offensichtlich auch. Zumindest für diejenigen, die nicht fahren mussten…

Wir verbeugen uns tief vor: Bude – speziell Tiger und Sure, Alkohol, Manne, Thomas, Hanna, Crispin und Frau Schwarz.

Besonderer Dank geht an die Bude-Jungs und -Mädels, auf deren Auto unser COLESLAW-Logo samt Internetadresse prangt. Danke für die tolle Promotion!!

15.11.03

TOUR DIARY – 13.11.03 | BAD SAULGAU, Franziskaner ***UNPLUGGED***

In unserer Stammkneipe spielen wir immer mal wieder gern. Diesmal engagierte uns Franzis-Chef Hans Dangel als Support der Mark Gillespie Band. Alle Bandmitglieder bis auf Frontmann Gillespie waren Deutsche und schon beim Aufbauen sehr nett. Also nett war Mark Gillespie natürlich auch – nur eben kein Deutscher. Verwirrend?? Egal. Wer’s mehrmals liest, versteht’s! Es sei denn, der Leser wäre kein Deutscher…

Zu unserem Auftritt gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen: Wir spielten zu viert knapp eine Stunde unplugged, wobei wir absolut nichts Neues präsentierten. Sédon, Jojo und Nippel waren im Vorfeld zu sehr mit den Aufnahmen von „Strawberry Week“ beschäftigt und allein kann Judith beim besten Willen keine neuen Songs einproben. Ohne große Besonderheiten spielten wir unser Set herunter und stimmten das Publikum auf die Hauptband ein. Den Franzis Stammgästen schien’s zu gefallen und so steigerte sich Song für Song der Applaus.

Mark Gillespie und seine Mannen präsentierten im Anschluss bodenständigen Gitarrenrock im Stile von Nickelback oder Bruce Springsteen. Teilweise gingen die vier Jungs aber auch sehr balladesk zu Werke. Witzig war, dass Mark Gillespie nicht an seinen Lyrics festklebte, sondern immer mal wieder spontan den Text veränderte: Das ging von „I need more bass for my guitar!“ bis hin zu „Goodbye, COLESLAW! You played well tonight!”. Und das mitten im Lied!

Während Nippel relativ früh nach Hause ging, blieben Jojo, Sédon und Judith noch bis spät in die Nacht im Franzis. Auch Heinz und Thimo am Mischpult hatten ihre Freude. Amüsant war, als Manne (bereits gut angeheitert; Anm. d. Red.) nach dem Gig seinen Arm um Mark Gillespie legte und mit ihm redete, als seien sie alte Stammtischkollegen. Den äußerst offenen und witzigen Briten dürfte dies jedoch mit Sicherheit nicht gestört haben. Schließlich kaufte sich Manne sofort eine CD…

Danke: Manne , Heinz, Thimo, Hans Dangel, Mark Gillespie Band, AVERAGE, Frau Schwarz und allen, die wegen uns 8 Euro gezahlt haben.

05.10.03

TOUR DIARY – 03.10.03 | RAVENSBURG, Metro, Alterna Palooza Festival

Über Michi Ehm – einen guten Freund von Nippel – sind wir zu diesem Auftritt gekommen. Neben uns sollten drei andere Bands, nämlich (INSERT COOL NAME), CABBAGE AND TURNIP sowie DEAD POETS ALIVE, spielen. Bereits einige Wochen vor dem Festival wurde ausgelost, welche Band wann spielt. Ironischerweise waren wir ganz am Schluss dran. So waren wir praktisch Headliner, obwohl wir die einzige Band waren, die in Ravensburg (fast) keiner kannte. Egal – wir fanden’s trotzdem erfreulich (auch wenn es das im Endeffekt nicht war, aber dazu später mehr…).

Am Tag der Deutschen „Einheit“ kurvten Sédon, Nippel und Jojo (mit Manne) bereits um 14.00 Uhr gen Ravensburg. Judith konnte nicht mit dabei sein, weil beim Alterna Palooza Festival (Wer um alles in der Welt ist bloß auf diesen Namen gekommen??) ausschließlich Eigenkompositionen gespielt werden sollten. Im Großen und Ganzen wurde das auch gemacht. Selbst unsere Setlist bestand über weite Strecken aus eigenen Stücken. Um eine Stunde Spielzeit zusammen zu bekommen, nahmen wir noch ein paar Covers von SILVERCHAIR hinzu. Zum einen, weil die Songs eher unbekannt sind und zum anderen, weil sie vom Stil her relativ gut zu unseren eigenen Songs passen.

Als wir nach kurzer Suche die (oder das??) „Metro“ gefunden hatten, waren neben den Organisatoren auch schon einige Mitglieder der anderen Bands da. Wir begrüßten Michi, wir begrüßten ein paar andere bekannte Gesichter und wir begrüßten auch ein paar Fremde, die bereits nach wenigen Minuten nicht mehr fremd waren. Nachdem alles aufgebaut war, kam der Soundcheck. Dieser war weniger von Bedeutung als sonst, da in dem relativ kleinen Raum, in dem die Bühne stand, kein Schlagzeug und auch keine Amps abgenommen wurden. Lediglich der Gesang wurde beim Soundcheck grob eingestellt.

Die Zeit bis zum Abend verbrachten wir mit Trinken, Essen, Labern, aber vor allem mit Ukulele spielen (Für alle Ungebildeten: Eine Ukulele ist eine kleine Gitarre mit lediglich vier Saiten. (Für alle Ungebildeten, die aufgrund von häufigem Fernsehen ungebildet sind: Ja, das ist so eine, wie der Stefan Raab hat!!)). Scheinbar gibt es in Ravensburg sogar noch mehr Ukulelen als Punker – nahezu jeder Gitarrist hatte eine dabei! Jojo, der selbst eine besitzt, zeigte Nippel, wie man sie spielt. Bereits nach wenigen Minuten intonierten die beiden „Summer of 69“ von Bryan Adams . Auch Sédon, der für einen Schlagzeuger übrigens erstaunlich gut Gitarre spielt, versuchte sich an einer der „Liliputaner-Klampfen“.

Als das irgendwann langweilig wurde, führten unsere Wege immer öfter in den Backstageraum, wo für jede Band ein Kasten Bier sowie ein Flasche Wodka und ein Tetrapack Orangensaft bereitstanden! Einmal mehr wurden uns die Vorteile einer Drei-Mann-Band klar. 🙂 Jeder Bierkasten war mit dem jeweiligen Bandnamen beschriftet, so dass klar war, wem was gehört. Dem Wodka lagen sogar Becher bei – ebenfalls beschriftet: Witzig war, als wir Sédons Becher mit der Aufschrift „Cedon“ erblickten… 🙂

Gegen Abend enterten Hausmeister Strauße, sowie unsere drei besseren Hälften (Anna, Hanna und Stann… ähm, Steffi) die Metro. Somit war unser Kasten Bier auch bald lehr. Wer von den vieren am meisten dafür verantwortlich war, ist uns ein nach wie vor ein Rätsel… 🙂

Zwischen 18 und 19.00 Uhr füllte sich der Schauplatz so langsam. Zu unserer Überraschung betrat auch Flori Reisch (unser Perkussionist bei der Tonkunst) den Raum. Er war zufällig von Freunden überredet worden, mit zu kommen. Als er erfuhr, dass unter anderem wir in der Metro spielen sollten, ging er sogar freiwillig mit… 🙂

Kurz nach 19.00 Uhr enterten (INSERT COOL NAME) die Bühne: In Schlafanzügen verkleidet wurde bei Kerzenlicht zunächst „Schlaf, Kindlein, schlaf“ intoniert. Wenige Sekunden später präsentierten die fünf einen Brachialsound, der noch am ehesten als New Metal einzuordnen ist. Jedenfalls traf New Metal eher zu als Punkrock (Frontmann Bene Luca hatte Nippel am Nachmittag erklärt, sie würden eine Art Punkrock spielen). Optisch war der Auftritt mehr als beeindruckend: Wie von Sinnen hüpften die beiden Gitarristen und der Bassist durch die Gegend, wobei sie sich dabei in bester Korn-Manier bis zum Boden bückten. Trotzdem spielten sie ihre Riffs noch ganz ordentlich, wenngleich letztere aufgrund der hohen Lautstärke des Schlagzeugs nicht immer optimal hörbar waren. Ein DJ sorgte während den recht einfallsreichen Riffs für Scratches. Was uns allerdings gar nicht überzeugte, war der „Gesang“: Bis zum Boden gebückt grölte Frontmann und Gitarrist Bene unverständliches Zeug in ein auf Kniehöhe (!!!) eingestelltes Mikro. Sowohl das Geschrei, als auch sein sonstiges Verhalten auf der Bühne war so gar nicht von dem sonst so ruhigen, fast schon schüchternen, Kerl zu erwarten.

Nach (INSERT COOL NAME) spielten CABBAGE AND TURNIP einen ihrer ersten Auftritte. Mit Michi Ehm am Bass präsentierten die vier ihre deutlich ruhigeren Eigenkompositionen. Bei einem Song kam sogar eine Saxophonistin zum Einsatz. Gegen Ende des halbstündigen Auftritts wurde ein kleines Spiel auf der Bühne veranstaltet, wobei unser Jojo natürlich mitspielte: Es ging darum, so schnell wie möglich eine Karotte zu essen, sowie eine Flasche Bier zu exen. Obwohl Jojo den Kürzeren zog, war er danach noch lustiger, als er eh schon war. Egal, denn vor uns waren ja noch die Jungs von DEAD POETS ALIVE dran:

Hinter ihrem sehr kreativen Bandnamen verbarg sich – man höre und staune – Punkrock. Neben ein paar 0815-Songs wurden auch einige wirklich überzeugende Stücke gespielt. Ein an die Sportfreunde Stiller erinnernder Coversong mit Keyboard gefiel uns am Besten. Die äußerst sympathischen Poets zeigten großes Interesse, einmal in der Bad Saulgauer Gegend zu spielen. Vielleicht wird ja irgendwann mal was draus…

Zu guter Letzt waren wir an der Reihe. Nach den Poets hatten die meisten den Raum aufgrund der unerträglich schlechten Luft verlassen. Erstaunlicherweise kamen viele wieder zurück, als wir anfingen zu spielen, obwohl uns die meisten mit Sicherheit nicht kannten. Zu unserer Freude kamen unsere Songs ganz gut an: Vor der Bühne bewegte man sich zum Sound und nach den Stücken gab’s ordentlich Applaus. Als wir knapp die Hälfte unseres Sets gespielt hatten, signalisierte uns plötzlich einer im Publikum, dass wir aufhören sollen. Wir spielten den angefangenen Song noch fertig und erfuhren danach, dass die Polizei wegen der Lärmbelästigung im Anmarsch war – und dabei war es erst halb elf! Tja, da hat sich wohl mal wieder jemand beschwert, der nix besseres zu tun hat. Während wir das Ganze relativ gelassen nahmen und unsere Instrumente ins Eck stellten, regten sich einige Zuschauer sowie die Organisatoren extrem auf. Klar war’s schade, denn es lief wirklich nicht schlecht für uns. Trotzdem braucht sich keiner zu entschuldigen, denn sooo furchtbar lang war unser Anfahrtsweg auch wieder nicht gewesen und außerdem konnte ja von den Organisatoren keiner was dafür. Ein Punker mit halbseitiger Glatze und rosaroten Haaren auf der anderen Seite meinte zu Jojo: „Spielt gefälligst weiter!“ – Jojo: „Würden wir ja gern, geht aber nicht!“ – Punker: „Und so was nennt sich Punkrock!“ – Jojo: „Nö, das ist eher Grunge!!“… 🙂

Nachdem die Anlage aus war, wurde von einigen Mitgliedern der anderen Bands ein kleines Ukulelen-Konzert gespielt, während Strauß mal wieder seine Biene-Maja-Nummer präsentierte.

Trotz dem blöden Ende hat sich der Abend aus unserer Sicht gelohnt. Vielleicht klappt’s ja mal wieder in Ravensburg…

Vielen Dank: Michi Ehm und allen anderen Organisatoren, Manne, Hausmeister Strauße, allen Zuhörern sowie den anderen Bands für ihre Freundlichkeit und ihr Interesse.