27.09.04

TOUR DIARY – 25.09.04 | CALW, Dudelsack, Kneipennacht

Wer hätte gedacht, dass wir hellseherische Fähigkeiten haben?? Wir jedenfalls nicht. Und im Zusammenhang mit der Kneipennacht in Calw hätten wir auf diese Erkenntnis gut und gerne verzichten können…

Da wir zu dieser Kneipennacht unsere Anlage aus dem Bandraum mitnehmen mussten, brauchten wir mal wieder nen Bus. Woher nehmen und nicht stehlen?? Wir fragten einfach Gaisi, der uns bereitwillig seinen Afri-Cola-Bus zur Verfügung stellte. Bereits im Rahmen der Dreharbeiten zum Video-Clip von „Exhausted“ waren wir des öfteren mit seinem Gefährt unterwegs gewesen.

Einige Tage vor der Calwer Kneipennacht unterhielten wir uns in der Band mehrmals über Versicherungsfragen. Vor allem Nippel war es, der immer wieder die Frage einwarf: „Was ist, wenn uns mit dem Bus mal was passiert??“ Auch mit Gaisi sprach man darüber. Und nicht nur das: Man sah sich sogar nach Alternativen um: Sédons Anhänger war beispielsweise im Gespräch. Oder auch die Autovermietung Heinzelmann. Wir beschlossen nach Calw nochmals mit Gaisis Bus zu fahren. Danach wollten wir uns eine Lösung überlegen.

So trafen wir uns also am 25. September gegen 14.30 Uhr vor dem Stinnes und luden unser Equipment in den Bus. Ausnahmsweise waren wir wirklich nur zu dritt. Keine Helfer. Keine Frauen. Nur Jojo, Nippel und Sédon. Nach einer halben Stunde ging’s los.

In Balingen passierte dann das, was passieren musste: Busfahrer Jojo sah sich mit den Worten: „Wo goht’s na??“ nach Verkehrsschildern um. Einige Meter vor uns war eine Ampel. Und die war grün! Unglücklicherweise wechselte ein BMW gerade die Spur. Der Mercedes dahinter musste stark bremsen und hielt an. Als wir drei die Situation erkannten war’s schon zu spät. Jojo stieg zwar voll in die Eisen, doch aufgrund der nassen Fahrbahn und unserer schweren Ladung reichte es nicht mehr: Wir rutschten mehrere Meter und krachten dem Mercedes voll ins Heck. Noch bevor wir ausstiegen, versuchte Sédon den fluchenden Jojo zu beruhigen. Danach gingen wir zum Mercedes und sagten erst mal „Hallo“. Erleichtert nahmen wir zur Kenntnis, dass der Familie nix passiert war. Die zwei kleinen Kinder auf dem Rücksitz hatten sich zwar ziemlich erschrocken, doch als ihnen ihre Mutter gut zuredete, beruhigten sie sich relativ schnell wieder. Wir unterhielten uns in erster Linie mit dem freundlichen Familienvater und mit den beiden Insassen des BMWs, die ebenfalls hinzu gekommen waren.

Der Rest war dann Standard. Polizei und so. Glücklicherweise waren die Beamten sehr nett und verständnisvoll. Und das obwohl Jojo seinen Führerschein nicht bei sich hatte. Wir klärten was zu klären war und waren froh, als uns die Beamten grünes Licht zur Weiterfahrt gaben. So kamen wir also mit einer knappen Stunde Verspätung doch noch nach Calw.

Der „Dudelsack“ war eine heimelige Kneipe mit einer kleinen Bühne am hinteren Ende und einer großen Rundum-Bar in der Mitte. Obwohl wir bekanntlich nur zu dritt sind, war’s selbst für uns ziemlich eng auf dieser Bühne. Während wir aufbauten unterhielten uns immer wieder mit dem netten Dudelsack-Chef und seiner nicht weniger netten Belegschaft. Fast alle (auch der Chef) sprachen einen osteuropäischen Akzent. Aus welchem Land sie kamen, erfuhren wir im Laufe des Abends nicht. Jedenfalls scheint Gastfreundschaft dort wichtig zu sein, denn wir wurden sehr liebevoll umsorgt. Um halb acht gab’s sogar was zu essen (Pommes mit Gyros und Soße). Herrlich! 🙂

Mit vollem Magen musizierten wir gegen 20.15 Uhr munter drauf los. Anfangs taten wir uns schwer, das Publikum auf unsere Seite zu ziehen. Fast während unserem gesamten Unplugged-Set war der Lärmpegel im Gasthaus enorm hoch. Kaum jemand schien Interesse an uns zu haben.

Nach knapp anderthalb Stunden probierten wir’s dann mit „Gewalt“ und stöpselten E-Gitarre und E-Bass ein – und siehe da: Die Leute bemerkten auf einmal, dass eine Band spielt! Je später die Stunde, desto ausgelassener Wurde das Publikum. Vor der Bühne bewegte man sich zum Sound. Speziell unsere Bekannten aus Nagold, die uns mal wieder nachgefahren waren, hatten ihre helle Freude und sangen sogar bei unseren eigenen Songs mit!

Ungefähr jede Stunde legten wir eine kleine Pause ein. Die enorme Hitze im Dudelsack war schier nicht zu ertragen. Einmal fing eine Frau an zu maulen: „Jetzt bin grad seit fünf Minuten da – und ihr macht schon Pause!“ Jojo meinte: „Mag sein, aber wir spielen schon seit ner Stunde!“ Frau: „Aber das ist es jetzt schon die dritte Kneipe, wo das so läuft!“ Blablabla… Als die Gute dann irgendwann unverschämt wurde, meinten Jojo und der dazu gekommene Nippel praktisch gleichzeitig: „Dann haben Sie halt Pech gehabt!“ und begaben sich nach draußen an die frische Luft.

Vor der Eingangstür des Dudelsack war’s recht kurzweilig. Entweder wir unterhielten uns mit dem netten Kerl, der Eintrittsbändel sowie unsere CDs vercheckte oder mit irgendwelchen Passanten. Witzig war, als ein vor Schweiß dampfender Sédon vor der Tür sein Cola-Weizen schlürfte und einer zu ihm sagte: „Lass mich raten: Schlagzeuger??“ Manche kannten uns aus dem Programmheft der Kneipennacht. Andere wiederum fragten uns: „Wer spielt da drin??“

Die Tatsache, dass man bei einer Kneipennacht in einer fremden Stadt meist nicht erkannt wird, ist äußerst spaßig und oft auch aufschlussreich: Es ist natürlich schön, wenn man irgendwo vorbei läuft und ein Gast sagt zu einem anderen: „Hey, die im Dudelsack sind echt gut!“ Als wir so im Dudelsack unsere Runden drehten war auch manchmal folgendes zu hören: „Jetzt machen die schon wieder Pause!“ Darauf hin meinte Nippel zu seinen Kollegen: „Jo, echt wohr. Solche Wichser! Immer Pause!!“ Keine Ahnung, ob der Betreffende das verstanden hat. Blöd geschaut hat er jedenfalls… 🙂

Zwischen unseren Pausen machten wir auch ab und zu Musik. Und zwar bis spät in die Nacht. Erst gegen 1.00 Uhr war Schluss mit Sound. Die meisten Leute dachten jedoch gar nicht daran heim zu gehen. Das Abbauen im noch immer rammelvollen Dudelsack praktisch unmöglich. So unterhielten wir uns halt mit allen möglichen Leuten. Oder wir unterhielten uns mit uns selber. Coleslaw kann sich ziemlich lange selbst unterhalten. Jeder, der uns näher kennt, weiß auch, was nach der Musik unsere Lieblingsbeschäftigung in der Band ist: Leute imitieren! An diesem Tag war vor allem Done recht fit. Jojo und Nippel lachten des öfteren Tränen, als er mal wieder… ach, ihr würdet es eh nicht verstehen! 🙂

Nach einiger Zeit konnten wir dann mit dem Abbauen beginnen. Wir zwängten unser Zeug durch die Leute und freuten uns jedes Mal, wenn einer von der Dudelsack-Belegschaft kam und uns den Weg frei bahnte. Während dem Abbauen unterhielten wir uns mit den Nagoldern, die mal wieder den ganzen Abend bei uns geblieben waren.

Als endlich alles im Bus war, tranken wir noch einen mit dem Dudelsack-Chef und seiner Belegschaft. Während es Jojo und Nippel bei Antialk beließen, kippte Sédon sein gutes altes „Zäpfle“. Der Chef war sehr gesprächig und interessiert. Als er irgendwann von einer Kalaschnikow erzählte, meinte sein Nebensitzer: „Der Chef hat ne große Klappe und nix dahinter. Der (und er deutete mit dem Zeigefinger auf einen seiner Kollegen, welcher sehr schweigsam war) sagt nie ein Wort, aber der besorgt dir eine!!“ Wir mussten ziemlich lachen. Vor allem, weil die Reaktion des schweigsamen Kollegen nicht etwa aus Widerspruch, sondern lediglich aus einem coolen Grinsen bestand… 🙂

Gegen 3.00 Uhr verabschiedeten wir uns. Wir schauten noch kurz auf der After-Show-Party in einer Sporthalle vorbei, wo auch die Nagolder waren. Auch zu denen sagten wir noch „Tschüss“. Danach fuhren wir mit Gaisis lädiertem Bus gen Heimat. Wieder war Jojo am Steuer. Sédon und Nippel versprachen wach zu bleiben. Sédons Versprechen verwandelte sich bereits nach wenigen Minuten in eine Lüge. Anfangs versuchte Nippel noch, ihn mit einer Mineralwasserflasche wach zu halten. Irgendwann ließ er ihn dann aber schlafen und freute sich jedes Mal, wenn sein Kopf noch vorne knippte. Jojo und Nippel unterhielten sich über die Geschehnisse des Tages und versuchten sich mit METALLICA wach zu halten, während der Bus durchs Regenwetter brauste.

Wie drei Steine fielen wir zu Hause ins Bett. Sédon pennte bis um dreiviertel zwei. Nippel wurde um kurz nach eins von Jojos Anruf geweckt: „Hey Nippel, ich hab grad bei dem Polizist von gestern angerufen, wegen meinem Führerschein. Der war voll cool drauf und hat sich für Coleslaw interessiert. Ich schick ihm ne CD…“

Wir danken: Unserem Schutzengel, der freundlichen Familie aus dem Mercedes, den freundlichen Insassen aus dem BMW und den freundlichen Polizisten für ihr Verständnis, Gaisi für seinen Bus und seine Coolness, dem Chef und der gesamten Dudelsack-Belegschaft für ihre Gastfreundschaft, den Nagoldern für ihre Treue und unserem CD-Verkäufer für seine Hilfe.

Fazit des Tages: „Heit isch dr Loh scho na ganga, en da Minus nei!“

23.09.04

HOMEPAGE KOMPLETT

Mit PICS und DOWNLOADS sind nun auch die letzten beiden Rubriken unserer neuen Homepage ins Netz gegangen. In der nächsten Zeit werden diese noch vervollständigt.

Wir werden uns Mühe geben, unsere Page stets so aktuell wie möglich zu halten. Speziell bei der Rubrik PICS könnt ihr uns hierbei behilflich sein: Falls ihr Lust habt Fotos bei unseren Auftritten zu machen bzw. falls ihr bereits welche daheim habt – lasst sie uns einfach zukommen und dann werden sie auf unserer Website veröffentlicht. Aus technischen Gründen empfiehlt es sich hierbei ausschließlich Fotos mit Querformat zu verwenden.

Jetzt aber erstmal viel Spaß beim anschauen unserer PICS aus den letzten zwei Jahren Coleslaw!!

16.09.04

COLESLAW FANCLUB

Die beiden Coleslaw Fans Nora und Doris haben im Internet einen Coleslaw Fanclub gegründet. Wir sind ähnlich überrascht wie ihr, denn auch wir haben noch bis vor wenigen Tagen nichts davon gewusst. Während manche Inhalte der Fanpage von unserer offiziellen Website stammen, gibt es auch interessante neue Rubriken: So besteht beispielweise die Möglichkeit, sich unter COMMUNITY in einem umfangreichen Forum mit anderen Usern aus zu tauschen. Des weiteren sind unter PHOTOS bereits Bilder von unserem Videodreh online. Überzeugt euch selbst: Coleslaw Fanclub

13.09.04

TOUR DIARY – 11.09.04 | BAD SAULGAU, Café Bar Forum, Musiknacht

Eigentlich war es nicht weiter verwunderlich, dass wir auch bei der dritten Bad Saulgauer Musiknacht im Café des Stadtforums auftreten sollten, da wir in den letzten beiden Jahren durchgehend volles Haus hatten. Alle guten Dinge sind bekanntlich drei! Und unsere Combo besteht bekanntlich aus drei Mitgliedern! Und Eigenlob stinkt bekanntlich… 🙂

Zu Sache: In den Tagen vor diesem Auftritt hatten wir in Stuttgart einen Video-Clip zu unserem Song „Exhausted“ gedreht. Ich will da jetzt nicht viel dazu sagen, außer dass es absolut geil war!! Näheres erfahrt ihr später (sprich: dann, wenn das Video fertig ist und das dauert noch ein Weilchen).

Jedenfalls waren wir von den sehr anstrengenden Dreharbeiten (und von den Feierlichkeiten danach; Anm. d. Red.) ziemlich erschöpft. Trotzdem nahmen wir die Strapazen des Aufbaus auf uns und freuten uns natürlich, als sich gegen Abend die (das?) Café Bar Forum mit vielen Gästen füllte.

Als Vorband hatten wir die High-School-Rocker von TOS aus Aulendorf engagiert – drei nette Jungs, die ich fast schon als „Kumpels“ bezeichnen würde, wenn da nicht ihr bescheuerter Gitarrist wäre, der… naja – immerhin hatte er seine nette Freundin Dani dabei und machte dadurch seine Anwesenheit zumindest teilweise wieder gut… 🙂

Okay, ernsthaft: Neben Drummer Jürgen uns Bassist Joe ist auch Gitarrenmann Chris ein echt liebenswerter Bursche. Wobei – ein paar kleine Macken hat er schon, aber he – wer hat das nicht?? Selbst manche Tomaten haben Macken: Beispielweise gelbe Flecken. Oder wenn man sie zu lange aufhebt, dann schmecken sie nach Mehl und sind gar nicht mehr so knackig… 🙂

Zurück zur Musik – dem eigentlichen Anliegen eines jeden Gig Reviews: Nicht zuletzt aufgrund der guten Arbeit von Mischer (neudeutsch: Keyboarder) Jürgen, überzeugten TOS auf der Ganzen Linie. Nicht nur uns, sondern auch den Leuten schien es zu Gefallen. Viele Songs rockten ziemlich und blieben sofort im Ohr.

Nach einer knappen dreiviertel Stunde TOS übernahmen wir die Bühne. Über unser Unplugged-Set verliere ich am besten nicht viele Worte. Erwähnenswert ist vielleicht, dass wir unter anderem „All Your Fault“ und „Just Asking“ unplugged präsentierten.

Nach einer kurzen Pause ging’s rockig weiter. Wir freuten uns über das durchgehend volle Café und hatten Spaß am Spielen – nichts desto trotz dürfte aufmerksamen Augen aufgefallen sein, dass wir am Ende unserer Kräfte waren. Wir taten jedenfalls unser bestes, um eventuelle Augenringe bzw. gelegentliche Patzer zu verschleiern, was uns erstaunlich gut gelang. Die Stimmung war insgesamt recht gut, wenngleich sie sich doch eher auf die ersten Reihen beschränkte. Gegen 00.45 Uhr waren wir am Ende unseres Sets angelangt uns legten erschöpft unsere Waffen nieder.

Hundemüde drehten wir ein paar Runden und es fiel jedem Einzelnen von uns schwer, sich zum Abbauen auf zu raffen. Selbst die sonst do ansteckend gute Laune von unserem lieben Holger hatte kaum Wirkung: „Jungs, waisch los? So han i eich no nia gseah!!“ Freundlicherweise hielt er sich mit blöden Kommentaren zurück und packte beim Abbauen fleißig mit an. Auch Manne, Jonne und Jürgen schleppten Equipment durch die Gegend. Noch in der selben Nacht fuhren wir die Anlage zurück in den Musikmarkt. Dort unterhielt man sich noch kurz über witzige Chefs, volljährige Schwestern und obachane Getränke. Anschließend ging’s nach Hause ins Bett.

Ihr verdient besondere Erwähnung: Holger, Jürgen, Hausmeister Manne, Jonne, Gaisi, Onkel Aumi, Olli Schäfer, Änsge, St. Anger, Marion, Sony, Julie, TOS (Chris, Joe & Jürgen), Dani und AVERAGE.

Spezielle Grüße gehen an: Nora, Damir, Rolando, Jana und Ernst.

„LINKIN PARK, SLIPKNOT, SLAYER ond wia se älle hoißat. Do fahrat de Jonge voll druff ab!!”

10.09.04

DREHARBEITEN ABGESCHLOSSEN

Wir haben die Dreharbeiten zu unserem Video-Clip von „Exhausted“ abgeschlossen. Sowohl die Handlung des Clips, als auch die Bandsequenzen sind im Kasten. Regisseur Damir Skako wird die nächsten Tage damit verbringen, sich Take um Take anzuschauen und dann die besten Szenen zusammen zu schneiden. In welcher Form wir euch das Video präsentieren ist noch nicht ganz sicher. Wir haben aber schon eine Idee…

Nächste Woche gehen wir erst mal nach Balingen in ein Tonstudio, um den Song neu auf zu nehmen. Dann sehen wir weiter…

06.09.04

EMERGENZA SPECIAL TOUR

Im Rahmen der Emergenza Special Tour spielen wir am 8. Oktober (Freitag) im Karlsruher Live-Club Substage. Mit von der Partie sind unter anderem LEXXI aus Großbritannien sowie SLAVE, HIDDEN TRAILS und FROG FARM. Konzertbeginn ist um 20.00 Uhr. Ab sofort könnt ihr per Email (coleslaw@web.de) Karten für 5 € bestellen. Das wäre doch eine Überlegung wert, oder?!

31.08.04

VIDEO-CLIP ZU "EXHAUSTED"

Wir werden in den kommenden Wochen einen Video-Clip zu unserem Song „Exhausted“ drehen! Damir Skako, seines Zeichens Student an der SAE Stuttgart, benötigt dieses Musikvideo im Rahmen seines Studiums als „Praktische Abschlussproduktion“. Skako, der auf den Bereich Regie spezialisiert ist, hat sich zwischen mehreren Rockbands für uns entschieden. In seinen persönlichen Erwartungen äußert er unter anderem, er werde „versuchen der Band Coleslaw ein Image zu verpassen, welches zu ihnen passt“.

Während Skakos gesamtes Team bereits Film-Erfahrung mitbringt, betreten wir mit diesem Projekt absolutes Neuland. Folglich sind wir sehr neugierig, was uns erwartet. Neben Ausschnitten, in denen man außschließlich die Band (also uns drei) sehen wird, hat das Video auch eine konkrete Handlung. Speziell Jojo darf sich hierbei auf schauspielerische Ersterfahrung freuen, da er die Rolle des Hauptprotagonisten übernehmen wird.

Skako hat die (für Interpretationen relativ offenen) Lyrics von „Exhausted“ in eine konkrete Geschichte umgesetzt. In seiner Projektbeschreibung heißt es: „Ein Mensch wird von Schuldgefühlen und Verzweiflung geplagt. Aus dem Hintergrund heraus, dass er Fehler begangen hat, die er nicht mehr rückgängig machen kann und dabei den wertvollsten Menschen durch Wut und Hintergehen bis hin zu einem Unfall ungewollt in den Tod getrieben hat.“ Genauere Details zum Drehbuch wollen wir an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten.

Ihr dürft jedenfalls gespannt sein! Wir sind es auch…

29.08.04

TOUR DIARY – 27.08.04 | WEINGARTEN, Alibi

Mittlerweile schrecken Jojo und Nippel vor wirklich gar nichts mehr zurück: Da hat Sédon am 27. August Geburtstag und seine beiden Kumpanen nehmen einfach einen Auftritt an. Arbeiten am Geburtstag!! Sédon war daraufhin so sehr beleidigt, dass er…

…Quatsch mit Soße! Natürlich war Sédon begeistert, dass wir an seinem Geburtstag im Alibi rocken durften, selbstverständlich hatten ihn seine Bandkollegen vorher gefragt und es erübrigt sich wohl zu sagen, dass ein Auftritt für uns keine Arbeit ist, sondern in erster Linie Spaß macht! Tja, wir sind halt doch noch aus echtem Holz geschnitzt…

Wir verabredeten uns um 16.30 Uhr am Stinnes. Sédon hatte sich extra ein paar Stunden frei genommen und schlief vor dem Stinnes in seinem Auto, als Nippel herandüste. Gerade als Nippel die Hupe betätigen wollte, wachte Sédon blöderweise auf. Wenige Augenblicke später war auch Jojo am Start. Da Sédon wie gesagt seinen 21. Geburtstag feierte, durfte er seine Karre stehen lassen. Nippel stand ihm als Chauffeur zu Diensten, während Jojo in seinem Toyota Großteile des Equipments unterbrachte. Wir fuhren also nach Weingarten.

Das Alibi ist ein nette Studentenkneipe, in der sich Jojo von Zeit zu Zeit aufhält. Eigentlich besteht die Kneipe aus zwei großen Räumen, von denen einer einem Café ähnelt und der andere Live-Club-Atmosphäre hat. Logischerweise sollten wir im zweiten Raum spielen, wo sogar eine feste Bühne installiert ist.

Als wir das Alibi betraten, waren gerade die Jungs von CABBAGE AND TUNIP mit ihrem Soundcheck beschäftigt. Der Kerl am Mischpult drehte des öfteren etwas ungestüm an seinen Reglern rum, so dass immer wieder ein massives Pfeifen aus den Boxen schoss. Und zwar ein ganz massives! Selbst Hartgesottene verzogen jedes Mal das Gesicht.

Im Anschluss war unser Soundcheck. Auf der Bühne war der Sound bedeutend besser, als davor. Zwei Monitorboxen taten einen guten Dienst, wobei Sédon leider keine hatte. Trotzdem fühlte auch er sich ganz wohl. Nach kurzer Zeit waren wir fertig und die Jungs von LASCIVIOUS übernahmen das Ruder. Wir fuhren derweil in den neu eröffneten Burger King und lachten dort über Piraten und so. Auf dem Rückweg zum Alibi drehte Jojo in seiner Karre SWR4 voll auf und lies die Fensterheber runter. Wir hatten unsere helle Freude am „Herzblatt sucht Steinbock“-Song und ernteten von einigen Passanten erstaunte Blicke. Scheinbar missverstand ein Autofahrer unsere Lebensfreunde als Gepöbel und verfolgte uns. Als wir in Richtung Alibi abbiegen wollten, überholte er, drehte die Scheibe runter und brüllte uns voll an. Jojo brüllte wild gestikulierend zurück und erntete prompt einen Mittelfinger. Naja, vielleicht mag er keine Volksmusik? Vielleicht hat ihn seine Frau verlassen?? Vielleicht haben wir uns auch einfach nur unmöglich benommen…

Zurück im Alibi begrüßten wir zig Leute: Bene, Tim, Gerhart usw. Ist ja auch egal, weil die kennt ihr eh nicht. Wobei: Die ersten beiden machen Arschmusik. Vielleicht sagt auch das ja was… 🙂

Um 20.30 legte LASCIVIOUS los. Mit denen hatten wir zuletzt im Ravensburger Jugendhaus gerockt. Mittlerweile hatten sie Zuwachs bekommen: Da Andy Pichler die zweite Gitarre spielte, gab es nun massig Gitarrensoli zu hören, was vor einem halben Jahr noch nicht der Fall gewesen war. Bereits nach wenigen Songs standen einige Leute vor der Bühne und es gab viel Applaus. Während LASCIVIOUS rockte, saßen Michi und Fabian von CABBAGE AND TUNIP an der Kasse und kassierten von jedem Gast 3 € Eintritt. Es kamen ziemlich viele Leute! Nach dem Reinfall in der Metro war’s diesmal also ziemlich geil!!

Nach LASCIVIOUS enterte CABBAGE AND TURNIP die Bühne und wir übernahmen den Job an der Kasse. Noch immer war der Ansturm ganz ordentlich. Im Laufe des Abends sollten es knapp 150 Leute werden. An der Kasse sitzend unterhielten wir uns mit allen möglichen Leuten: Zum Beispiel mit den werten Kollegen von TOS, die extra wegen uns von Aulendorf (oder Ebersbach) nach Weingarten gekommen waren (Mensch, Maier!) oder auch mit Jojos Studienkollegen Flo sowie mit Damon Hill. 🙂

Nach Abstaubern wie „Anna’s Song“ und einigen Zugaben waren die Jungs von
CABBAGE AND TURNIP am Ende ihres Sets angelangt. Wir bauten unser Zeugs auf und rockten los. Bereits nach unserem Opener „Show For Me“ und Nippels zweifelhafter Begrüßung: „Guten Abend, Ravensburg, ähm… Weingarten!!“, war die Stimmung ziemlich gut. Man bewegte sich zum Sound und teilweise enthemmte der steigende Pegel deutlich (Super, Ingo!). Erfreulicherweise versammelten sich unter anderem einige Mitglieder der anderen Bands vor der Bühne und fanden sichtlich Gefallen an unserem Spiel.

Gegen Mitte des Sets wurden die „Schlagzeugsolo!“-Rufe immer lauter. Geburtstagskind Sédon erbarmte sich schließlich und gab sein Bestes. Er erntete tosenden Beifall. Im weiteren Verlauf des Gigs fiel uns immer wieder ein älterer Herr auf (laut Jojo ein Alibi-Stammgast), der vor der Bühne tanzte und uns zwischen den Songs lobende Worte zurief. Irgendwann verschwand er für kurze Zeit. Mit einer Flasche Sekt und drei Gläsern kam er zurück und stellte uns alles auf die Bühne! Wir fanden diese spontane Aktion absolut cool und bedankten uns mehrmals. Während wir weiterrockten, schüttelte Nippels Ravensburger Kumpel Ingo die Sektflasche, öffnete sie, verleerte die Hälfte und schenkte schließlich ein. So tranken wir also auf der Bühne einen auf eisan Done!

Nach „The Thing About You“ wäre eigentlich Schluss gewesen. Doch das Publikum verlangte gleich mehrere Zugaben. Nach einem spontanen Geburtstagsständchen um Mitternacht sowie dem Simon and Garfunkel-Klassiker „The Boxer“ war endgültig Schluss. Wir drehten eine kleine Runde durchs leerer gewordene Alibi und räumten schließlich unser Zeug in die Autos. Während wir abbauten, freuten wir uns über viel Lob und Zuspruch. Überall gab’s Handshakes. Vor allem CABBAGE AND TURNIP-Gitarrenmann Stefan zeigte sich beeindruckt.

Zu guter Letzt drehten wir eine ausgeprägte Abschiedsrunde und sattelten schließlich unsere Pferde. Nach einem erneuten Besuch im Burger King ritten wir erhobenen Haupts gen Heimat. Jojo und Co. schauten noch im Saloon des Stadtforums vorbei, während Nippel und Sédon schlafen bzw. „schlafen“ gingen.

Wir verbeugen uns tief vor: CABBAGE AND TURNIP, LASCIVIOUS, Alibi-Chef, Mischer, Alibi-Stammgast, Jonne, Carina, Ingo, allen Zuhörern – speziell vor allen Aulendorfern, Saulgauern und Ostrachern, die extra wegen uns nach Weingarten gefahren sind.

29.08.04

SHOP ONLINE

Nun ist auch unser Shop online. Ab jetzt könnt ihr also fleißig bestellen…

23.08.04

TOUR DIARY – 21.08.04 | BAD SAULGAU, Fußgängerzone, Altstadtfest

2004 sollte das erste Coleslaw-Jahr sein, in dem wir am Altstadtfest kein Open Air auf dem Parkdeck veranstalteten. Dennoch sollten wir spielen: Die Junge Liste Bad Saulgau hatte uns für einen Gig in einer Seitenstraße der Fußgängerzone verpflichtet. Die Anlage sollte komplett vom Musikmarkt Bad Saulgau gestellt werden. Allerdings gab es hierbei ein Problem: Großteile der Musikmarkt-Anlage standen an diesem Wochenende in Scheer beim Opening Festival des Faust Studios, wo wir einen Tag zuvor auch gespielt hatten. Trotzdem hatte Musikmarkt-Chef Fone der Jungen Liste eine Anlage zugesagt. Mit Ach und Krach wurde aus den letzten Musikmarktbeständen also eine zweite Anlage gezaubert, die wir nun zur Verfügung hatten.

Wir trafen uns kurz vor 17.00 Uhr zum Soundcheck. Die Anlage war zuvor bereits von Mitgliedern der Jungen Liste aufgebaut worden. Den Job am Mischpult sollte an diesem Abend Wolfgang von Audio Concept übernehmen. Auch Wolfgang war über die notdürftig zusammengeschusterte Anlage alles andere als erfreut. Geduldig bastelte er so lange mit uns herum, bis wir ein passables Ergebnis hatten.

Nach dem Soundcheck mischten wir uns unter die zahlreichen Altstadtfestgäste und drehten eine ausgiebige Runde. Wir lauschten eine ganze Weile dem Sound von Heinz und Assis, die in der Bachstraße Schlager zum Besten gaben. Heinz hatte uns früher des öfteren abgemischt und klopfte nun hinter seinem Keyboard flotte Sprüche. Danach schauten wir noch bei den Mannen von THE GANG vorbei, die in der Fußgängerzone spielten. Jeder zweite fragte uns: „Wann fangt ihr heute an??“

Irgendwann war es dann soweit: Die Uhr sagte 22.00 Uhr und wir betraten die Bühne. Bereits als wir losrockten, war der Platz vor dem Spielwarengeschäft Reisch voll mit Leuten. Gleich nach ein paar Takten bekamen Jojo und Nippel den ersten abgebrochenen Drumstick von Sédon um die Ohren. Nach ein paar Songs rückten die Leute auf unser Drängen hin bis zur Bühne vor. Wir hatten zwar mit dem (anlagenbedingt) schwachen Monitorsound zu kämpfen – hatten aber einen Heidenspaß mal wieder vor so vielen bekannten Gesichtern zu spielen! Es wurde gesungen, gehüpft und geklatscht, dass es eine wahre Freude war…

Besonderen Applaus gab es an diesem Abend für Judith, die zum letzten mal mit uns auf der Bühne stand.

Als es irgendwann zu regnen anfing, machten wir ein kleine Pause, was zugegebenermaßen nicht sehr intelligent war: Natürlich gingen viele Leute. Als wir jedoch nach einigen Minuten weiterrockten, füllte sich der Platz relativ schnell wieder. Die ständigen Nirvana-Rufe kommentierte Jojo wie folgt: „Wenn ihr Nirvana-Songs hören wollt – dann geht doch einfach auf ein Konzert von denen…“

Gegen Ende des Gigs waren einige (z.B. Strauss) sehr besoffen und pogten was das Zeug hielt. Wir spielten auf Wunsch noch zwei Songs mit Judith und wurden danach mit lauten „Zugabe!“-Rufen erneut auf die Bühne geholt. Nach „Exhausted“ und „I Can’t Help Myself” war Schluss. Noch immer wurde nach einer Zugabe verlangt, doch wir waren schlichtweg am Ende unseres Sets angelangt. Erstaunt betrachteten Jojo und Nippel Sédons kaputte Drumsticks: Stolze acht (!!) hatte er an diesem Abend verschlissen…

Wir hatten nicht unbedingt erwartet, dass wir bei diesem Gig so eine bombastische Resonanz haben würden – vor allem weil am selben Abend Beach Party in Altshausen war. Ein großes Dankeschön an die mehreren hundert Leute, die vor der Bühne Stimmung machten und dem Wetter trotzten!!

Nach dem Gig verkauften wir mal wieder ein paar CDs und bekamen überall Lob zu hören. Wir bauten ab und unterhielten uns gegen später ausgiebig mit Brian und Oli von den CHAINDOGS. Ist schon witzig: Da hatte man vor einigen Jahren die erste CHAINDOGS-CD in der Hand und war schlichtweg begeistert, dass es in unserer Gegend so eine Band gibt, und auf einmal unterhält man sich mit ihnen als „Kollegen“…

Irgendwann beschlossen Nippel, Sédon und Manne, noch nach Altshausen auf die Beach Party nach Altshausen zu fahren, während Jojo nach Hause ging. In Altshausen angekommen, wurden die drei vom Türsteher abgewiesen, da es bereits 2.30 Uhr war. Sauerei, so was!! Man stand also ne Weile vor dem Eingang und lachte über die Besoffenen, die nach draußen torkelten bzw. die vom Krankenwagen abgeholt wurden. Und hätte Manne den Strauss nicht nach Hause gebracht, wär’s ihm in Bad Saulgau wohl ähnlich ergangen…

Wir verneigen unser Haupt vor: Mischer Wolfgang (Sorry für die zusätzliche Arbeit!), den Mitgliedern der Jungen Liste, Manne, Holger und vor allen Zuhörern.

Außerdem bedanken wir uns bei Judith für die gemeinsame Zeit und wünschen ihr alles Gute für ihre (musikalische) Zukunft!!

„Desch jo obacha, des Gsöff!!“