04.08.03

TOUR DIARY – 02.08.03 | BERG, Zelt, Bergfest

Die Cover-Rocker von MIDNIGHT SPECIAL machten uns das Angebot, sie in Berg zu supporten. „Cool!“, dachten wir uns und da wir an diesem Abend neben einer guten Gage auch die Getränke umsonst bekommen sollten, wollte natürlich keiner von uns fahren. Thimo, Manne, Jonne und Judith erbarmten sich schließlich und so heizte unser lustiger Fanfarenzug an einem sonnigen Tag ins ca. 30 Kilometer entfernte Berg. Für die Leute aus Berg ist das Bergfest so was wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen: Jung und alt waren bereits am Nachmittag im und um das Zelt herum beschäftigt und im ganzen Dorf waren Fahnen und Wimpel mit komischen Wappen gehisst.

„Cool!“, dachten wir uns und vergnügten uns, während die Bühne von der Crew von MIDNIGHT SPECIAL aufgebaut wurde, mit Frisbee spielen. Als das irgendwann langweilig wurde und jeder nur noch im Schatten rumsaß, kam Nippel auf die Idee, der Losbude auf dem Festgelände einen kleinen Besuch abzustatten. Gesagt, getan! Es ging darum, eine ganze Familie, also Mutter, Vater, Tochter und Sohn, zu ziehen. Zur Überraschung aller waren kaum Nieten dabei und so häuften sich die Familienmitglieder. Allerdings hatte die Sache einen Haken: Unter den Losen gab es praktisch keine Mutter. „Scheißegal!“, dachte sich Jonne und zog kurzerhand ein „Familienglück“, was uns freie Auswahl bescherte! Nach längerem Überlegen (Der Tiger? Der Gorilla?? Oder vielleicht doch der Panter???) entschieden wir uns für eine riesige, schwarze Schlange und tauften sie auf den Namen „Nessi“. Neben Eisbär Lars haben wir nun also ein zweites Maskottchen. Die restlichen Lose tauschten wir gegen einen Plüschzauberer („Fridolin“) ein, der nun neben Nessi im Stinnes auf dem Sofa sitzt. Nur Lars ist zur Zeit nicht zu Hause, weil er ein paar Runden in Judiths Waschmaschine dreht…

Nachdem wir allerlei Schabernack mit Nessi und Fridolin getrieben hatten (Wir verwandelten beispielsweise Sédon in Kermet, den Frosch aus der Sesamstraße), war endlich Zeit zum Aufbauen. Ein paar Handgriffe und schon hatte unser Ramsch seinen Platz zwischen den High-Tech-Geräten von MIDNIGHT SPECIAL gefunden. Kurz nach 21.00 Uhr enterten wir die Bühne. Von den ca. 500 anwesenden Berglern und den ca. drei anwesenden Auswärtigen traute sich zunächst keiner so richtig nach vorne. Erst als Jonne ein paar Besoffene zum Pogo-Tanz überredete, war plötzlich High-Life vor der Bühne. Einer der Suffköpfe erhielt von Jonne einen derartigen Seitenhieb, dass er das Gleichgewicht verlor und mit voller Wucht gegen die Metalltreppe vor der Bühne krachte! Nippel, der in nächster Nähe stand, staunte dermaßen, dass er kurzzeitig sogar das Singen vergaß. Sédon hatte das große Privileg, erstmals mit In-Ear-Monitoring zu spielen, was ihm allerdings mehr Probleme als Freude bescherte. Ingesamt spielten wir ganz ordentlich. Ausnahme: Bei „Word up“ vergaß Jojo, dass es auch noch eine zweite Strophe gab und spielte zum Erstaunen von Sédon und Nippel bereits nach 30 Sekunden sein Gitarrensolo. Nochmal ne Ausnahme: Sédon zählte „Not that kind of girl“ ein, obwohl Nippel sich gerade an einer Ansage probierte und Judith sich noch mit einem Techniker unterhielt. Und nun die allerletzte „Ausnahme“: Auf der Bühne stieß Judith mit Nippel zusammen. Die Bassgitarre verstimmte sich bei diesem Missgeschick so sehr, dass Nippel mitten im Lied den Bass aussteckte, um ihn zu stimmen. Also wie gesagt: Wir spielten ganz ordentlich… 🙂

Am Ende unseres Gigs hatten sich dann doch noch ein paar Leute vor Bühne eingefunden, die dann eine Zugabe forderten. Vor allem einer Gruppe Mädchen in unserem Alter (!) war sichtlich begeistert. Auch bei unseren anschließenden Irrflügen durch das Zelt, bekamen wir viel Lob zu hören. Kritiker gab es entweder keine oder sie hielten einfach die Klappe. Wir hoffen ersteres, denken letzteres. Egal.

Vor allem Jojo, Nippel und Sédon nutzen die Gunst der Stunde und unternahmen des öfteren eine Reise in die Bar. Der Auftritt von MIDNIGHT SPECIAL, die übrigens allesamt (besonders der Bassist) sehr nett waren, blieb natürlich auch nicht unbeachtet. Thimo hatte während dessen einen Heidenspaß mit dem Mischer von MIDNIGHT SPECIAL, der sich sogar für uns interessierte. Irgendwann in den frühen Morgenstunden ging eine turbulente und erlebnisreiche COLESLAW-Nacht vorüber.

Wir verbeugen uns tief vor: Thimo, Manne, Jonne, Jonnes Glück, MIDNIGHT SPECIAL, Mischer von MIDNIGHT SPECIAL, Anlage von MIDNIGHT SPECIAL, Losbude, Nessi, Fridolin, Lars (auch wenn er daheim war), Bar, Imbiss, Bommel, Pogo-Tänzer, Musikmarkt Müller, den Mädels vor der Bühne und allen anderen Zuhörern.

21.07.03

TOUR DIARY – 19.07.03 | BAD SAULGAU, Rathausplatz *UNPLUGGED*

Für einen guten Zweck spielen ist eine schöne Sache dachten wir uns und so waren wir natürlich sofort mit dabei, als die Freie Christengemeinde Bad Saulgau ein Benefizkonzert für arme Kinder auf den Philippinen organisierte. Ohne Sédon, der an diesem Tag Gesellenprüfung hatte, spielten wir zu dritt ein dezentes Programm aus ruhigen Unplugged-Stücken.

Auf der Bühne gab es zu Beginn massive Probleme mit Jojos Gitarrensound. Als er seine Klampfe austauschte und immer noch Panzersound aus den Boxen dröhnte, wussten wir zumindest, dass es nicht am Instrument selber liegen konnte. Da keine Zeit für lange Fehlersuche vorhanden war (jede Band hatte nur ca. 30 Minuten), wurde kurzerhand mit Mikrofon(e) abgenommen. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, spielten wir unsere Stücke ganz ordentlich und auch dem Publikum schien’s zu gefallen.

Im Anschluss an unseren Auftritt überließen wir unserem Bekannten „Spookee“ die Bühne. Er hatte zuvor für seine Freundin ein englisches Liebeslied geschrieben und wollte das nun vorspielen. Nun, was soll man sagen? Sichtlich nervös betrat er mit seinen zwei Kollegen die Bühne und präsentierte seinen Song – und das nicht mal schlecht. Klar, perfekt war’s nicht, aber so was muss man sich erst mal trauen, wenn man davor praktisch nie auf einer Bühne gestanden ist und obendrein das betreffende Mädchen zuschaut! Respekt vor so viel Mut!!! Anschließend holte sich „Spookee“ seine Belohnung in Form eines langen Zungenkusses…

Nachdem wir alles zusammen gepackt hatten, war leider nicht mehr viel Zeit übrig, um Acts wie MC SANTA FLOWS, AVERAGE oder DIME TO DESTINY anzuschauen, da wir sofort nach Hoßkirch weiterfuhren, wo wir an diesem Abend auch noch spielen sollten.

Wir danken: Den Freien Christen und vor allem Timo Zwarg für das schnelle Bereitstellen einer Ersatzgitarre.

21.07.03

TOUR DIARY – 19.07.03 | HOSSKIRCH, Hokisee, Seefest

In den letzten Jahren war es so gewesen, dass am Freitag des Seefests die Hölle los war und man am Samstag die Leute fast an einer Hand abzählen konnte. Das lag vermutlich daran, dass die Bands der letzten Jahre 6 Euro bzw. 12 Mark Eintritt verlangt hatten. Wir beschlossen folglich überhaupt keinen Eintritt zu verlangen, machten mit gelben Flyern ein wenig Werbung und siehe da: Die Leute kamen! Zwar nicht ganz so viele wie am Vortag, aber doch ne ganze Menge…

Kurz nach 21.00 Uhr enterte die Hip-Hop-Fraktion die Bühne: Zunächst sorgte MC SANTA FLOWS für „freshe“ (Sagt man doch so, oder??) Beats. Anschließend folgten EXTRA LARGE und GRUPPENZWANG. Frontmann Monti von letzterer Combo machte sich mit Bauern-Verarsche beliebt, während sein DJ dem Alkohol verfiel. Im Ernst: Nicht zuletzt aufgrund Thimos und Heinz’ exzellenter Soundarbeit, waren unserer Meinung nach alle drei Vorstellungen beeindruckend – auch wenn die Partybesucher geteilter Meinung waren. Vor allem ein besinnlicher Track von Extra Large über Armut und Wohlstand sorgte bei uns für nachhaltigen Eindruck.

Angesichts der späten Stunde und der vielen Hip Hopper waren wir zunächst skeptisch, ob (Cover-)Rock überhaupt ankommen würde – zu unrecht, wie sich kurz nachdem wir die Bühne betreten hatten herausstellte: Leute die zuvor weiter hinten gestanden hatten, kamen auf einmal nach vorne und selbst einzelne Hip Hopper wie MC SANTA FLOWS oder MC BRISKEBY waren vor der Bühne zu sehen. Vor allem bei Punkrocksongs und bei unseren Eigenkompositionen wurde wilder Pogo getanzt – und das, obwohl es schon nach Mitternacht war. Selbst eingefleischte Death-Metal-Fans (zu erkennen an den langen, schwarzen Haaren und den Klamotten mit den unleserlichen Aufdrucken) waren zu unserer Freude mit von der Partie.

Nach ca. anderthalb Stunden waren wir fertig und räumten unser Equipment in unsere Autos zurück. Den Abbau der Bühne und der Anlage überließen wir zur Abwechslung mal anderen…

Danke: Thimoschatz, Musikmarkt Müller, den Bühnenauf– und Abbauern, Fotograf Manne, Jonne, Bommel, Gero, Straußinger, Thomas, Lars, allen Flyerverteilern (Emmel & Co.) und allen Zuhörern.

13.07.03

TOUR DIARY – 11.07.03 | BAD SAULGAU, Stadthalle, Musischer Abend

Wie schon im letzten Jahr sollten wir auch dieses Mal wieder den Auftritt von Herr Mutschlers (Papa von Judith) Turngruppe musikalisch umrahmen. Als diese eigentlich total unspektakuläre Meldung im Organisationsteam des Musischen Abends die Runde machte, waren plötzlich eine ganze Reihe von Leuten der Meinung: „Wenn ihr schon da seid, dann könnt ihr ja dies und jenes auch noch spielen.“. In der Tat hatten wir diesem Argument, dass WIR (ihr müsste euch das mal überlegen: WIR!!!) ohnehin schon da waren, nicht viel entgegen zu setzen. Wir probten also fortan Programmmusik (Ja, das schreibt man wirklich mit drei ’m’!!) wie zum Beispiel ein „Schlaflied“, ein „Dschungellied“ oder ein „Holzfällerlied“ ein und präsentierten die Stücke dann mit großen Kindergruppen auf der Bühne. Während einer längeren Umbaupause durften wir sogar ein Stück aus unserem regulären Programm zum Besten geben.

Der Aufbau der Anlage war zwar eine Katastrophe (50-Hertz-Brummen lässt grüßen), aber insgesamt gesehen war’s trotzdem recht spaßig. Vor allem die Japaner von der Toin Gakuen Schule und die Kinders von Herr Lyding hatten unsere Herzen im Sturm erobert. Ansonsten beeindruckte vor allem Zauberer Mario Richter mit seinem „Oberkörper-von-den-Beinen-wegreiß-Trick“ und die Seilspringgruppe des TSV.

Wir (unglaublich aber wahr: WIR!!) danken: Werner Anger (Pyrotechnik ahoi!), Vefik Alatas, Herr Frick, dem Team des Musischen Abends für das Essen (und Trinken) im „Adler“, nicht Nippels Mikro und nicht dem 50-Hertz-Brummen.

18.06.03

TOUR DIARY – 16.06.03 | BAD SAULGAU, Privat

Für eine nette Frau, der wir viel zu verdanken haben, spielten wir zum Geburtstag eine privates Unplugged-Konzert in ihrem Garten. Um wen es sich bei der netten Frau handelt, möchten wir aus mehreren Gründen nicht verraten…

31.05.03

TOUR DIARY – 29.05.03 | BAD SAULGAU, Stinneshof, Patchworktage

Im Rahmen der Bad Saulgauer Patchworktage, einer großen Ausstellung, welche vier Tage lang in vielen Gebäuden der Stadt zu sehen war, sollten wir auf dem Stinneshof direkt vor unserem Bandraum ein Open-Air spielen. Heinz stellte uns freundlicherweise seine geile Anlage zur Verfügung, so dass auf jeden Fall schon im Vorfeld mit gutem Sound zu rechnen war. Allerdings hatten wir keine Bühne und fragten deshalb bei der Firma Platz nach einem LKW-Anhänger. Blöderweise waren die alle grad irgendwo im Einsatz. Das Ehepaar Drescher (Besitzer der Firma Platz) stellte uns deshalb ihren Bootanhänger (!) zur Verfügung. Kurz vor Feierabend mussten also einige Mitarbeiter von Platz Haus noch damit anfangen, den Bootsanhänger in eine Live-Bühne zu verwandeln. Natürlich waren die Herren über die kurzfristig anberaumten Überstunden nicht sehr erfreut. Trotzdem waren sie freundlich und versahen den Bootsanhänger mit einem perfekt gefertigten Holzaufbau (sogar mit Geländer!).

Der Wettergott spielte am Auftrittstag mit und wir konnten aufbauen. Allerdings war die Ausstellung (zumindest der Stinnes) alles andere als gut besucht. Grob geschätzt dürften so an die 300 Finger da gewesen sein. Wir spielten natürlich trotzdem und hatten dank Thimo am Mischpult zumindest tollen Sound. Es waren sogar funktionierende (!) Monitore da. Zunächst spielten wir akustisch, was den großteils älteren Ausstellungsbesuchern noch halbwegs gefiel. Als wir jedoch E-Gitarre und E-Bass einstöpselten, da war’s dann angeblich zu laut und wir mussten aufhören („Die Leute setzten sich schon gar nicht mehr hin!“). Grinsend stellten wir unsere Instrumente ins Eck, entschuldigten uns bei den Jüngeren, die uns natürlich hören wollten, und bauten wieder ab.

Aus den Fehlern am Vortag gelernt, spielten wir am zweiten Tag ausschließlich ein längeres Unplugged-Set. Wiederum strahlte die Sonne, weshalb die meisten Leute wohl lieber zum Baden gingen, als zum Stinnes kamen. Nippel und Jojo waren am Vortag ziemlich lang im E.D. gewesen und auch Sédon hatte mal wieder Glanzzeiten gehabt. Umso überraschender war es, dass wir am zweiten Tag deutlich besser spielten, als am ersten, was eigentlich egal war, da uns sowieso keiner hören wollte…

Randgeschichte: Frau Drescher hatte während der Patchworktage die Straße vor ihrem Haus (Privatgrundstück) mit einem Schild versehen, welches die Durchfahrt verbot. Gerade als sie sich darüber geärgert hatte, dass trotzdem ständig Autos über ihren Grund und Boden kurvten, raste auch schon wieder ein weinroter BMW daher. Jojo sagte noch: „He Nippel, da fährt schon wieder einer!“ und da war’s auch schon passiert: Der Lenker des BMWs heizte ziemlich rasch über den Hof und mähte an der Hofausfahrt einen ordnungsgemäß von rechts kommenden Motorradfahrer um. Obwohl die Schuldfrage eigentlich klar beim BMW-Fahrer lag, fingen die beiden wild an zu streiten. Schließlich musste die Polizei gerufen werden. Nippel und Jojo hatten ihren Spaß…

Wir danken: Heinz, Heinz und nochmals Heinz, Thimo, Miche Hepp, Musikmarkt Müller, Familie Drescher, den Arbeitern von Platz Haus, Gero, Lars, Bommel, Manne, Wetter, E.D. Elephant und den wenigen, die da waren.

24.05.03

TOUR DIARY – 22.05.03 | BAD SAULGAU, Stinnes, Kunstausstellung

Die Jugendkunstschule veranstaltete eine mehrtägige Kunstausstellung in der alten Halle des Stinnes, wobei wir bei einer Vorlesung ein paar akustische Stücke klimpern sollten. Als wir (ohne Sédon und ohne Judith) zur Generalprobe erschienen, freuten wir uns, dass die Bühne zur Abwechslung mal bereits aufgebaut war. Max Lude und Felix Brei hatten die ehrenvolle Aufgabe ihre großen Vorbilder, die schon sämtliche Stadien der Welt gerockt hatten, abzumischen.

Nach wenigen Minuten saßen wir auch schon auf der Bühne und lauschten der „HAARigen Literatur“, die von einigen Jungs und Mädels der Jugendkunstschule vorgetragen wurde. Es ging um Haarausfall, Rapunzel, Haarspalter und ähnliches. Witzige Textpassagen waren ebenso vorhanden wie ernste Stellen über Hiroshima oder so. Amüsant wurde es, als einer der Vorlesenden von diversen Grasköpfen erzählte, da Nippel zu dieser Zeit zufällig grüne Haare hatte.

Wir schäkerten während der ganzen Vorlesung mit den Herren am Mischpult, wobei ständig Gelächter ausbracht. Plötzlich schellte Max Ludes Handy, und zwar mit unserem A-Team-Intro als Klingelton. Die Halle des Stinnes und das enorm laute Handy (wohl ein neueres Modell) lassen die Bezeichnung „Klingelton“ jedoch geradezu lächerlich erscheinen. Es hörte sich vielmehr so an, als würde ein komplettes Sinfonieorchester den A-Team-Song spielen! Mann, was haben wir gelacht!! Selbst die Sprecher der Vorlesung fanden’s witzig und kicherten, was ihrem besinnlichen Lesetext so gar nicht entsprach. Egal. Als wieder Ruhe eingekehrt war, erzählte Jojo dem Nippel flüsternd von der Zivi-Party am Abend zuvor. Mit seinen Händen gestikulierend zeigte er ihm, wie viel Wodka (oder war’s Whiskey??) stets in den Gläsern war. Max und Felix am Mischpult missverstanden Jojos Gestik jedoch, da sie nix hörten, sondern nur sahen. Was manche Leute immer gleich denken…

Die Stücke, die wir zwischen unseren Lachanfällen spielten, waren von unterschiedlicher Qualität. Von genial bis katastrophal war alles vorhanden. Naja, eine schlechte Generalprobe verspricht erfahrungsgemäß einen guten Auftritt…

Am Tag der Aufführung war die Halle ungefähr halb voll. Auch Sédon war nun anwesend. An Prominenz waren SPOTLIGHT-Keyboarder Thomas Lehenherr und Gitarrenlehrer Fribbe anwesend. Während die Leute sich an den zahlreichen Kunstgegenständen ergötzten, klimperten wir auf Wusch spontan ein paar Songs. Die Vorlesung verlief insgesamt recht gut, was nicht an uns, sondern an den Sprechern lag. Die Stille während manchen Lesepausen wurde durch Tropfgeräusche unterbrochen, die ganz unplanmäßig eine tolle Atmosphäre erzeugten: Ein Eimer hing an der Decke, um Regenwasser aufzufangen, das von der undichten Decke des Stinnes tropfte.

Unsere Stücke schienen zu gefallen, obwohl Nippel einmal ausgerechnet vor einem längeren Break einen derart falschen Akkord (G-Moll Major 7,5 mit 13er) spielte, dass sich Kurt Cobain im Grab umdrehte. Gerüchten zufolge hat er sogar gelacht. Egal. Nach der Vorlesung gab’s üppigen Applaus für die Lektoren und für uns. Wir spielten auf Wunsch sogar noch eine Zugabe.

Wir bedanken uns bei: Max & Felix für die „reade Arbat“ am Mischpult, Frau Schwarz, der Leiterin der Vorlesung (Name vergessen), Kathrin Fromm, Nippels Graskopf, Eimer, Kurt Cobain, und bei allen Bühnenaufundabbauern.

03.05.03

TOUR DIARY – 01.05.03 | WIRNSWEILER, Maifest

Caramba! Wieder mal mussten wir ran und zwar in Wirnsweiler bei Ostrach. Nachdem im Vorjahr CUBE und ORANGE CRUSH geträllert hatten, sollten dieses Mal wir und CANDID GROOVE aus Bad Waldsee bei dem von der SUMO organisierten Halb-Open-Air klimpern. Halb-Open-Air deshalb, weil wir zwar in einem Zelt spielten, dieses jedoch an allen Ecken und Kanten geöffnet war. Wie gewohnt war neben einigen Dorfmenschen und Familien mit Kindern ein recht alternativ angehauchtes Publikum anwesend. Naja, Schuhe sind heutzutage nun mal teuer…

Nicht dass wir was gegen alternative Leute hätten – nein, ganz im Gegenteil! Was jedoch vor allem Nippel und Sédons Freundin (in Fachkreisen „Keule“ geheißen) in Angst und Schrecken versetze, waren die zahlreichen Hunde, die munter über das Festgelände spazierten. Manchmal rannten sie auch, manchmal schliefen sie auch und manchmal machten sie auch Pipi, was ja noch in Ordnung war. Als wir jedoch eine Mistgabel vor der Bühne liegen sahen, die einzig und allein da war, um Hundekot aus dem Zelt zu schaffen, da fanden wir’s dann weniger witzig…

Mal wieder hatten Nippel und Jojo keine Ersatzsaiten dabei. Außerdem hatte Jojo seinen Gitarrengurt vergessen. Sédon erbarmte sich und stellte seinen Opel zur Verfügung, mit dem er und Nippel dann gen Stinnes kurvten, um eine ähnliche Situation wie bei der Nikolausparty im Franzis (siehe Gig Review) zu verhindern. Natürlich riss diesmal keine Saite. Naja, ohne Gitarrengurt ist schlecht spielen – die Fahrt hatte sich also dennoch gelohnt. Kurz vor Beginn unseres Auftritts erfuhren wir, dass wir auch noch unplugged spielen sollten. Wir also kurzerhand Setlist gekritzelt und losgeklimpert. Ach ja, doch nicht, Judith fehlte ja noch. Dann aber losgerockt. Nein, doch nicht, weil Mischer Thimo grad abwesend war. Dann ging’s aber los. Nö, wieder nicht, da kurz vor Jojos erstem Gitarrenton das ganze Zelt von einem lästigen Brummen heimgesucht wurde, dass aus der Anlage kann. Nach kurzem Rätselraten, woran’s denn liegen könnte, wechselten wir kurzerhand die Endstufe aus.

Schließlich begannen wir dann um ca. 14.30 Uhr MEZ unsere Instrumente zu malträtieren. Das Akustik-Programm war wohl kein Fehler, da es die Anwesenden wenigstens nicht beim Essen störte. Als wir jedoch nach neun unplugged Songs in E-Gitarre und E-Bass hämmerten und Sédon anfing sein Schlagzeug zu vergewaltigen, da war dann Schluss mit lustig! Von gelegentlichem Kopfnicken (in Fachkreisen auch „Headbangen“ geheißen) abgesehen, waren es vor allem die Hunde, die wie wild anfingen zu pogen. Bereits beim dritten Song („Dark hole“) kriegten sich die blöden Köter im wahrsten Sinne des Wortes in die Haare: Ein kackbrauner, kalbgroßer, böser Hund, vermöbelte plötzlich einen kleinen Kläffer und riss ihm Fleischstücke vom Körper. Naja, wir wollen mal nicht übertreiben, aber krass war das schon – und schmerzhaft bestimmt auch. Jedenfalls schaute sich die ganze Band mit einem „Wenn-du-rennst-renn-ich-auch-Blick“ an und es ist uns wirklich hoch anzurechnen, dass wir trotzdem weiterspielten…

Mittlerweile waren auch einige unsere treuesten Fans, nämlich Max, Crépin, Feli usw. am Start. Nippel, der noch am Tag zuvor sein Abitur geschrieben hatte, war ein wenig heißer , was ihn – zur Freude von Mischer Thimo – manchmal den Ton verfehlen ließ. Dafür war Judith an diesem Tag außerordentlich gut bei Stimme. Unser neuer Bandfotograf Manne knipste mit seiner neuen Digi-Cam unsere Hackfressen, während wir schließlich nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit langsam zum Ende kamen. Die Herren um Juce (Frontmann von THE GANG), die schon den ganzen Tag Gefallen an unserem Geschrammel gefunden hatten, forderten sogar noch eine Zugabe, die wir natürlich gerne spielten. Allgemein waren erfreulich viele Mitglieder anderer Bands anwesend: Neben dem eben schon erwähnten Juce von THE GANG, waren fast alle von INCREDIBLY BLUE, sowie einige von CUBE irgendwo über’s Gelände verstreut. Letztere waren mit einem Einkaufswagen voll Bier zu Fuß (!) nach Wirnsweiler gekommen. Insgesamt war unser Auftritt nicht schlecht, wenn man mal bedenkt, dass wir wegen Nippels gottverdammtem Abi erst einen Abend zuvor nach längerer Pause wieder proben konnten.

Nach uns rockten CANDID GROOVE das immer leerer werdende Zelt. Da die Jungs ihre Utensilien bereits im Blochinger Rockhouse hatten, wo sie am selben Abend nochmals antreten mussten, präsentierten sie auf unserem Equipment ihre rockigen Eigenkompositionen. Von Arroganz jedoch keine Spur: Die vier waren äußerst sympathisch, halfen uns nach ihrem Gig sogar beim Einladen und amüsierten uns mit diversen Geschichten zum Thema: „Wie bringe ich meinen 5-Meter-Maibaum auf einem Golf nach Ulm??“.

Tja, das wär’s mal wieder…

Diesmal verbeugen wir uns tief vor folgenden Leuten: SUMO-Team (vor allem Franz Deni und der Frisör), Thimo-Schatzi, Fotograf Manne, Gero, unsere treuesten Fans (siehe oben), Wettergott, Juce, Sédon, Jojo, Judith, Nippel, Mistgabel, KBZO.

“DOG EAT DOG
Every day
On our fellow man we pray
DOG EAT DOG
To get by
Hope you like my genocide”
(The Offspring)

24.03.03

TOUR DIARY – 22.03.03 | BAD SAULGAU, Café Colibri *UNPLUGGED*

Die Idee einmal einen ganzen Abend lang unplugged zu spielen, hatten wir schon länger. Da Judiths Mutter in Bad Saulgau ein Literaturcafé betreibt, packten wir die Gelegenheit quasi beim Schopfe (Metapher!). Wir setzten uns einfach selber ein Ultimatum (Warum klingt dieses Wort in der letzten Zeit bloß so scheiße??) und legten einen Termin fest – den 22. März 2003. Ohne lang über die Folgen nachzudenken, druckten wir sogleich fleißig Plakate und Flyer und brachten sie unters Volk.

Ca. 3 Wochen vor dem Auftritt trafen wir uns erstmals zu speziellen unplugged Proben, die zunächst alles andere als gut liefen: Mal war keine Anlage da, ein anderes Mal hatten wir keine Lust, dann war wieder keine Anlage da und irgendwann fand dann der Nippel im Stinnes eine defekte Glühbirne, die er mit Thimos Erlaubnis an einer Wand zerschmetterte. Wäre er sich über die Folgen dieser Tat im Klaren gewesen, hätte er die Birne wohl nicht zerstört: Binnen weniger Minuten warf jeder mit verschiedensten Utensilien um sich. Da zerbröselten Leuchtstoffröhren an Betonwänden, der zerbarsten Schranktüren und eine Überraschung (Wer nicht weiß was in COLESLAW-Kreisen eine „Überraschung“ ist, der möge den Gig Review von der „Bude“ lesen!!) folgte der nächsten. Gerade als Nippel einen alten Computermonitor in Kick-Box-Manier vom Schreibtisch beförderte, warf Thimo direkt neben ihm mit abgerissenen Schranktüren um sich. Letztere zersprangen beim Aufprall in viele kleine Bretter – eines davon traf den armen Nippel ziemlich unsanft am Kopf. Im ersten Moment lachte er, doch als er sich in die Haare griff und anschließend eine rote Hand hatte, war erst mal Schluss mit lustig. Naja, im Endeffekt war’s halb so schlimm: Man überlegte kurz, ob man Nippel ins Krankenhaus zum Nähen bringen soll, verwarf die Idee jedoch recht schnell wieder. Trotz Kopfschmerzen fuhr Nippel anschließend mit der ganzen Band ins E.D. nach Mengen. Geprobt wurde natürlich wieder nicht…

Die anfänglichen Nachlässigkeiten was das Proben anbetrifft, sollten sich bitter rächen: Plötzlich stand der Auftritt vor der Tür, den man dank zig verteilten Flyern bei Gott nicht mehr verschieben konnte. Uns blieb also nix anderes übrig, als mehrere Proben in einer Woche einzulegen, die teilweise über sechs Stunden dauerten. Doch – und das war das erfreuliche – kamen wir immerhin ziemlich schnell vorwärts. Das Umarrangieren der meisten Songs ging wie von selbst und so hatten wir binnen kurzer Zeit eine beachtliche Setlist von knapp 40 Songs beieinander. Selbst unsere „härteren“ Stücke wie „The thing about you“ oder Covers wie „Word up“ waren relativ rasch auf unplugged getrimmt. Das Streichquartett, welches bei drei Stücken mitspielen sollte, machte seine Sache ebenfalls gut, so dass letzten Endes eine Probe (allerdings ohne Sédon) genügte.

Dann war es endlich soweit: Der Kalender verkündete den 22. März und wir trafen uns um 14.00 Uhr im „Colibri“ zum Aufbauen. Dank zahlreicher Helfer schafften wir es rechtzeitig, das kleine Café für unsere Zwecke zu verunstalten. Jojo, der während dem Aufbau mit unserem Kassenmenschen Gero battelte, schlug wild mit seinen Armen fuchtelnd versehentlich gegen eine Lampe, die dann zwar heftig baumelte, erstaunlicherweise aber nicht zu Bruch ging. Erstaunlicherweise deshalb, weil einer der Gebrüder Mutschler wenige Minuten später dieselbe Lampe nur leicht berührte und diese dann krachend zu Boden fiel. Egal. Das Glück des Tüchtigen! Außerdem bringen Scherben sowieso Glück…

Obwohl auf unserem Flyer 20.30 Uhr stand, versammelten sich bereits eine gute Stunde vorher die ersten Besucher. Nein, die Zeit wurde an diesem Tag nicht umgestellt – da waren tatsächlich schon so früh Leute da!! Mischer Thimo, der mit dem Sound noch nicht zufrieden war, rief Mischer Heinz um Hilfe. Obwohl Heinz am Telefon sehr beschäftigt klang, ließ er uns nicht (bzw. ihn) hängen und war binnen einer halben Stunde im Colibri. Kurz vor 21.00 Uhr legte Judith los und spielte unser A-Team-Intro mit der Querflöte. Danach gab’s Komplikationen, weil irgendein Seckel den Strom auf der Bühne abgeschaltet hatte. Wir verdächtigen George W. Bush. Thimo stellte den Saft kurzerhand wieder an.

Als wir die ersten paar Stücke hinter uns hatten, trauten wir unseren Augen kaum: Das komplette Café Colibri (zugegeben: sonderlich groß ist es nicht) war vollgestopft mit Leuten! Doch damit nicht genug: Selbst vor der Tür drängten sich die Zuschauer. Jojo und Gero mussten an der Kasse nicht wenige abweisen. Das tut uns für die betreffenden Gäste natürlich leid. Andererseits: Geil! Das hatten wir im Leben nicht erwartet!! Unser erster Turn war spielerisch nicht der beste. Vor allem Jojo und Nippel beklagten sich über zu leisen Monitorsound. Unsere Mischer Heinz und Thimo versprachen stets Besserung und taten so, als würden sie etwas am Mischpult verstellen – später sollten wir erfahren, dass die Monitoranlage während dem gesamten Auftritt aus (!) war und uns die beiden Banausen die ganze Zeit belogen hatten…

Im zweiten Turn brachten wir unsere eigenen Stücke. Mit Freude nahmen wir zur Kenntnis, dass diese beim Publikum mittlerweile ebenfalls im Ohr zu sein scheinen und für massigen Applaus sorgen. Auch die neu eingeübten Stücke mit Judith kamen gut. Das Lied „Schrei nach Liebe“, das wir ein wenig auf Anti-Bush getrimmt hatten, war der klare Höhepunkt des Abends: So lautstark haben wir unser Publikum noch nie mitsingen (bzw. schreien) hören. Danke!!

Turn drei begann dezent mit zwei Gitarren und zwei Stimmen. Wenig später war auch das Streichquartett auf der Bühne und untermalte unser Geschrammel so blendend, dass es sich gar nicht mal mehr sooo schlecht anhörte. Da die Streicherinnen sehr eng beieinander saßen, mussten sie mehrmals den Vergleich mit auf der Stange sitzenden Hühnern über sich ergehen lassen. Gegen Ende des Konzerts stimmten wir unsere Klassiker an, die wir schon seit geraumer Zeit akustisch spielten. Nach John Denvers „Country Roads“ war Schluss. Ein Blick auf die Uhr sagte dreiviertel eins.

Übrigens: Allen, die jetzt denken: „Jetzt sind sie schon so arrogant, dass sie nicht mal mehr ne Zugabe spielen, wenn wir danach verlangen!“, sei gesagt: Wir haben sie gespielt! Allerdings erst nach 2 Stunden. Egal! Gespielt ist gespielt! Zu später Stunde – die Uhr sagte irgendwas um die drei – intonierten wir noch mit zahlreichen Sängern den Titelsong zur Zeichentrickserie „Biene Maja“. Nippel spielte die Klampfe und – das war das besondere – Strauß rülpste in die Breaks im Refrain stets das Wort „Maja“. Die meisten lachten Tränen und konnten sich gar nicht satt hören. Andere hingegen (zum Beispiel Judith) schüttelten nur ungläubig den Kopf. Irgendwann in den frühen Morgenstunden ging ein turbulenter und für COLESLAW sehr befriedigender Abend zu Ende. Wir hätten nie Gedacht, dass unser erstes, komplett in Eigenregie organisiertes Konzert, so viel Zuspruch erhalten könnte.

Wir danken: Thimo, Heinz, Familie Mutschler (Frau, Herr, Karin, Lenz, Hannes, Tillmann, Christiane), dem Streichquartett (Thomas, Caro, Katharina & Sabine), Werner Anger & dem anderen Herrn vom Stadtforum, Miche Hepp & der Schwäbischen Zeitung, Musikmarkt Müller, Kopie & Druck, Hausmeister Peter Wilke, Fribbe Reuter, Alban Beikircher, Dieter Braun, den Leuten hinter der Bar, nicht George W. Bush, Lars, unseren Sicherheitskräften Gero & Jojo, Strauß, Manne, Stefan, Bommel, Familie Drescher, Didi Laaser, den rund 160 Gästen im Colibri und den Leuten die rein wollten aber nicht konnten.

Wir spielten in folgender Besetzung:

COLESLAW:
Sédon: Schlagzeug, Perkussion
Judith: Querflöte, Gesang
Jojo: Akustik-Gitarre, Akustik-Bass, Gesang
Nippel: Akustik-Gitarre, Akustik-Bass, Gesang

STREICHQUARTETT:
Thomas Sali: Violine1
Katharina Hinger: Violine2
Carolin Borst: Bratsche
Sabine Binder: Cello

TECHNIK:
Thimo & Heinz: Sound
Strauß: Licht

04.03.03

TOUR DIARY – 02.03.03 | BAD SAULGAU, Franziskaner, Hausball

Sodele. Wieder mal trafen sich COLESLAW und ihre Aufbau- und Helfer-Antiterroreinheit am „Stinnes“ (Nein, wir wohnen noch nicht dort!!), um ihr Gerümpel in den „Franziskaner“ zu verschiffen. So um 16.52 Uhr nippeleuropäischer Zeit versammelte man sich und startete zum „Dangel-Hans“, der sich nach einigen Minuten des Überlegens doch noch an uns erinnern konnte. SPOTLIGHT und Mischer Heinz waren auch schon da und so stand die Anlage innerhalb weniger Tage. Nachdem man sich noch etwas kritisch über die gar nicht so fasnetsmäßige Setlist unterhielt, wäre eigentlich noch genügend Zeit für einen Soundcheck übrig gewesen. Naja, wäre nicht Sédons Radio ausgefallen, wäre das auch kein Thema gewesen. Er musste noch einige Sender verstellen…

Kurzum fingen wir bei gerammelt vollem Franzis gegen 20.45 Uhr an zu spielen. Kein Soundcheck, aber egal. Wir taten uns anfangs etwas schwer, die Leute auf unsere Seite zu ziehen, da wir halt keine Schlager spielten (Warum eigentlich nicht, wo doch Nippel die Fasnet so liebt…?). Mit wachsendem Bierkonsum stieg auch der Applaus. Ob dieser nun aber aus Mitleid wegen unserer Hackfressen oder aus tatsächlichem Spaß an der Musik entstand, ist bis heute ungeklärt und wird von einem Expertenteam untersucht.

Auch die neuen Lieder mit Judith funktionierten wunderbar. Sie hatte jedoch an diesem Abend schwer an den Folgen eines auf sie verübten Anschlags zu knabbern, der erst in der Vorwoche fehlgeschlagen war: COLESLAW-Saboteur Manne versuchte, sie an einem Probenabend mit dem Auto vom Fahrrad zu schubsen, was ihm zu unserem Glück nicht gelang. 🙂

Gegen 22.15 Uhr räumten wir die Bühne für SPOTLIGHT, die dann bis um ca. 3.00 Uhr des nächsten Morgens die Zuhörer mit Mucke versorgten. So hatten wir noch genügend Zeit, um uns anderen Dingen zu widmen. Wir bewegten uns (ca. „tanzen“), laberten mehr Müll als eigentlich erlaubt ist und räumten die Bar an der Eingangstüre bis zur Erschöpfung leer. Während wir der Vergnügung frönten, zerlegte Didi von SPOTLIGHT in kleinen Schritten die Einrichtung des Franziskaners. Als er auf einen Tisch kletterte um das Solo zu „Purple Rain“ zum Besten zu geben, ließ er sich nicht mal von Weizengläsern abhalten und machte sie einfach platt. That´s real Rock `n Roll!!! 🙂

So gegen halb fünf hatten dann aber auch wir genug (SPOTHLIGHT Bernie soll noch um sechs gesehen worden sein) und ließen uns von Heinz nach Hause fahren. Thimo, der nach einem sehr „anstrengenden“ Fasnetsabend gegen 1.30 Uhr auch noch zu uns gestoßen war, versorgte uns währenddessen vom Laderaum des Mercedes Sprinters aus mit mehr oder weniger wohlintonierten Posaunensoli. Danke Thimo! Mischer Heinz hupte zur Freude aller Anwohner im Takt dazu. Danke Heinz!

Dank zu sagen gilt es in erster Linie SPOTLIGHT, dass ihr uns an dem Abend habt mitmachen gelassen getan (?). Natürlich Hans Dangel, dem Heinz für eine wie immer hervorragende Arbeit am Sound, den Kassierern Gerold und Jojo für „a räade Arbat“, allen die da waren und sich gefreut haben, den Augsburger Mädels fürs stylen, dem Hund von Hans für die Raumbefeuchtung und allen die sich noch „von-uns-bei-ihnen-bedankt“ fühlen wollen…