
Second Night with The Infamous HER. Hierfür war eine etwas längere Anreise erforderlich. Wir fuhren in den Schwarzwald nach Freudenstadt. Die Nashville-Truppe formierte sich gerade zum Soundcheck, als wir das F23 betraten und dort Hausherr Siggi begrüßten – ein supernetter Kerl und echter Überzeugungstäter in Sachen Live-Musik.
Das F23 befindet sich in einem riesigen Gebäude, das mehrere Stockwerke hat und neben einigen Jugendkulturräumen und Büros den Rundfunksender Freies Radio Freudenstadt beherbergt. Auf dem Weg zum Backstagebereich musste man direkt aufpassen, sich nicht zu verlaufen. Ralf am Mischpult sorgte bei unserem Soundcheck für exzellenten (Monitor-)Sound. Später wurden wir von einem guten Italiener mit Pizza beliefert und quatschen mit den Amerikanern und mit André von besagtem Radiosender über dies und das.
Nachdem wir im Frühling 2026 bereits vier Konzerte vor vollem Haus gespielt hatten, sahen die rund 30 anwesenden Leute im F23 vergleichsweise überschaubar aus, als wir den Abend mit „Soul On Ice“ eröffneten. Bereits nach wenigen Augenblicken war jedoch klar, dass es sich um ein ausgewiesenes Qualitäts-Publikum handelte. Lauter Live-Musik-Enthusiasten. Yeah! Selbstverständlich gaben wir 100% – die Textzeile „If there’s just twenty of you we’re ready to rock that show“ kommt schließlich nicht von ungefähr. Im Vergleich zum Vorabend spielten wir ein etwas längeres Set und präsentierten neben weiterem „Flora“-Material wie „Catalogue Love“ auch alte Brecher wie „Me Again“. Unser obligatorischer Saulgau-Werbeblock durfte im Schwarzwald nicht fehlen. Das Publikum quittierte unsere Darbietung mit üppigem Applaus. 30 Leute, 60 Hände – da geht was. Nach „Lost On The Way“ und „Hell Breaks Loose“ verbeugten wir uns schweißgebadet und räumten die Bühne für The Infamous HER.
Monique und ihre Männer klopften uns anerkennend auf die Schultern und übernahmen nach kurzem Umbau das Ruder. Bereits bei „Pressure“ wurde vereinzelt das Tanzbein geschwungen und die Stimmung stiegt. Wie schon gesagt: Kleines, aber feines Publikum! Wir mischten uns unters Volk und lauschten dem Gig. Da wir nun vor (und nicht mehr auf) der Bühne standen, nahmen wir mit Freude zur Kenntnis, was für eine coole Licht-Show Matze aufs Parkett zauberte. Auch der Sound war dank Ralf super. Unsere amerikanischen Freunde zeigten sich zwischen den Songs wehmütig, weil sie Deutschland nach fast einem Monat bald wieder verlassen mussten. Die Show im F23 war die zweitletzte ihrer aktuellen Tour. Folglich hatten sie keine Eile, von der Bühne zu gehen und spielten am Ende – wie vom Publikum gewünscht – bereitwillig eine Zugabe.
Das Publikum war nach den Shows ein sehr guter Gesprächspartner. Wir quatschen hier und dort. Mit Hausherr Siggi hätten wir uns stundenlang über alte und neue Zeiten unterhalten können. Klasse Typ. Zu guter Letzt schossen wir mit The Infamous HER noch ein paar Gruppenfotos in der lauen Frühlingsnacht. Anschließend fuhren alle nach einer herzlichen Verabschiedung zufrieden von dannen. HER begaben sich ins Hotel. Jojo düste direkt nach Stuttgart. Sédon und Nippel fuhren nach Oberschwaben. Zweimal sprang ein Reh vor die „Black Mamba“. Sédon reagierte in beiden Fällen gut. Um den kleinen Zeitverlust auszugleichen, gab er an anderen Stellen etwas mehr Gas und ließ zwei neue Bandfotos anfertigen.
Ein herzliches DANKE geht raus an: The Infamous HER, Hausherr Siggi, Ralf am Sound, Matze am Licht, André vom Radio und last but not least an das kleine, aber feine Publikum. Wir kommen gerne wieder!
