16.04.2006

TOUR DIARY – 14.04.06 | KONSTANZ, Kulturladen

Unglaublich, aber wahr: unser 100. Auftritt stand an!! Also zumindest für uns ist das unglaublich! Am Anfang unserer COLESLAW-Zeit hätten wir uns nicht mal träumen lassen, dass wir jemals so viele Auftritte spielen werden. Voller Vorfreude düsten wir an diesem sonnigen Karfreitag nach Konstanz. Im Kulturladen (kurz: „Kula“) begrüßten wir einige Haustechniker sowie Organisator Klaas. Und wie immer begrüßten wir auch einige Menschen von den anderen Bands, welche an diesem Tag wie folgt hießen: LIBIDO FROID, SONIC WAVES und BODENSEE UNITED. An diesem Abend stand gleichzeitig die Vorausscheidung für das diesjährige Open See Festival an. Wir waren also sozusagen Konkurrenten. Davon war allerdings absolut nichts zu spüren! Die anderen Bands waren allesamt sehr nett, was bei Wettbewerben leider nicht immer der Fall ist… Der Kulturladen in Konstanz – eine würdige Location für unseren 100. Gig! Was soll man sagen? Ein wunderschöner, schnuckeliger Klub, wie er im Buche steht! Vor der sehr hohen Bühne gibt es eine Tanzfläche, die sich weiter hinten (beim FOH) stufenweiße erhöht. Dadurch hat man auch von weiter weg optimale Sicht auf die Bühne. Zudem wird die Tanzfläche in ein paar Metern Höhe von einer Galerie umrahmt – man kann als Zuschauer praktisch von (fast) überall die Band anschauen, wenn denn eine spielt. Auch die fest installierte PA-Anlage kann sich sehen und hören lassen. Ein toller Klub! Und vor allem nicht zu groß! Da wollten wir schon immer mal spielen (vor allem Teil-Konstanzer Nippel)! Wieso gibt’s so was in Bad Saulgau nicht? Nach den Soundchecks hatten wir noch genügend Zeit, um in Nippels Konstanz-Wohnung vorbei zu schauen, dort den Hamster zu füttern und im Anschluss einen kleinen Spaziergang am Bodenseeufer zu machen. Jürgen wollte unbedingt ein Eis haben. Und wie’s halt so ist, wollten das dann plötzlich fast alle, als der Roos sein Eis in der Hand hatte. Ihr kennt das ja. Futterneid und so. Also kauften sich fast alle ein Eis. Ähm, ich hab heute noch gar nicht gesagt, wer „alle“ sind. Also: neben uns lustigen Musikanten und FOH-Mann Jürgen waren diesmal Thimo, Stefan, Moni, Alexandra und Nadja mit am Start. Hmm, ich könnte mir vorstellen, dass euch das gar nicht interessiert, wer alles mit dabei war. Tja, was soll ich machen? Entweder ich schreib’s rein und ihr langweilt euch beim Lesen oder ich schreib’s nicht rein und die Leute, die dabei waren, sind beleidigt, weil sie hier im Gig Review nicht erwähnt werden. Da wir aber wollen, dass die auch beim nächsten Auftritt wieder mitkommen, entscheide ich mich lieber für Möglichkeit Nummer zwei, okay? Ihr könnt ja darüber hinweg lesen, falls ihr zu denjenigen zählt, die nicht dabei waren. Oder ihr kommt beim nächsten Mal einfach selber mit – dann steht ihr hier auch! 😉 Zurück im Kulturladen standen wir erst mal vor verschlossenen Türen, weil die komplette Kula-Belegschaft grad beim Essen war. Wir gingen also auch essen. Wir hatten nämlich Gutscheine für das Restaurant über dem Kula bekommen. Dort wurde ausgiebig gespeist und gesündigt. Letzteres hing mit dem Karfreitag zusammen. Die vegetarischen Gerichte waren nämlich ausgegangen. Tja, und da wir sehr hungrig waren, haben wir trotzdem… ach egal. Wir dürfen das. Wir sind schließlich eine Ministranten-Combo! 😉 Um kurz nach halb zehn legten die Lokalmatadoren von BODENSEE UNITED mit Hip Hop los. Die netten Konstanzer Rapper hatten dank Heimvorteil ziemlich viele Fans mitgebracht, so dass die Stimmung von Anfang an gut war. Vor der Bühne wurde kräftig getanzt. Naja, „getanzt“ ist vielleicht nicht das richtige Wort. Die Leute haben vielmehr mit den Kniekehlen gewippt, dabei einen Arm ausgestreckt und diesen auf und ab bewegt. So macht man das bei den Hip Hoppern. „Bouncen“ heißt das im Fachjargon, so viel ich weiß. Das soll jetzt aber keinesfalls abwertend klingen! Bei Rockbands springen die Leute wild ineinander rein. Ist das vielleicht besser? 🙂 Naja, es sieht vielleicht besser aus, aber beim Bouncen kann man sich wenigsten nicht verletzen! Außerdem kriegt man das auch noch hin, wenn man besoffen ist, ohne das man sich in die Quere kommt. Beim Pogo-Tanz kann das mit der Trunkenheit schon mal gefährlich werden. Da sind wir manchmal echt froh, dass wir das Privileg haben, auf der Bühne stehen zu dürfen… 🙂 Naja, jedenfalls bouncten (wieso unterstreicht MS Word dieses Wort jedes Mal rot?) die Leute vor der Bühne wie verrückt. Wir bouncten nicht. Wir kuckten nur und hörten zu. Die Jungs von BODENSEE UNITED sagten dem Publikum immer wieder, dass wir das Jahr 2006 schreiben. Auch das ist im Hip Hop normal! Fragt ruhig den Thimo – der kennt sich damit aus! Am Ende des Gigs präsentierten die Rapper von BODENSEE UNITED sogar noch eine kleine Beatbox-Einlage! Damit kennt sich der Thimo sogar noch besser aus… 😀 Im Anschluss an BODENSEE UNITED waren wir an der Reihe. Organisator Klaas betrat die Bühne und kündigte uns als Vier-Mann-Combo an. „Drei!!“ brüllte der Jojo von hinten. 🙂 Klaas korrigierte sich grinsend und räumte dann das Feld. Rauf auf die Bühne und losgerockt! Obwohl unser Knepflasdreher Jürgen vergessen hatte, die Monitoranlage anzuschalten, spielten wir von Anfang an recht sicher. Wir hatten großen Spaß und tobten uns musizierend aus. Auch den Leuten schien’s zu gefallen, auch wenn nicht ansatzweiße so viele vor der Bühne standen, wie zuvor bei BODENSEE UNITED. Trotzdem hörten uns einige der 220 Kula-Gänger zu. Wir freuten uns besonders über zwei tanzfreudige Mädels in der ersten Reihe. Und natürlich freuten wir uns über Stefan, Simon und Flo von Alena4, die ebenfalls am Start waren und zudem den Schellinger und den Zintgrafen dabei hatten. Und selbstverständlich freuten wir uns auch über alle anderen Zuhörer. Allgemein waren wir voller Freude – man darf schließlich nur einmal im Leben seinen 100. Auftritt spielen! Hmm, es sei denn, man löst seine Band auf und spielt in einer anderen wieder 100 Auftritte. Würden wir so was tun? Nö. Auch bei diesem Gig präsentierten wir wieder die beiden neuen Stücke „Cemetery’s Safety“ und „Never Ending Chain“. Kommt alle am 29. April nach Bad Saulgau zu unserer Album Release ins Stadtforum! Da gibt’s noch mehr neue Songs auf die Ohren – und die haben’s in sich! In Kula beendeten wir unser Set mit „This Misery“ und verließen unter Applaus die Bühne. Unser 100 Gig hat uns großen Spaß gemacht und war zugleich unser (bisher) bester im Jahr 2006! „Gott sei Dank, wir können es doch noch!“ meinte der Jojo lachend zu Nippel, als die beiden die Bühne verließen. Übrigens gab es bei unserem 100. Gig eine echte Sensation: Unser Trommel-Schreiner Sédon hat keinen einzigen Drumstick kaputt gehauen! Da schimmert halt doch noch der alte Blasmusikschlagzeuger durch. Wir haben nämlich mal gehört, dass Blasmusikschlagzeuger oft ein ganzes Jahr (oder noch länger) mit einem einzigen Paar Drumsticks auskommen! Vielleicht schafft das der Done ja auch mal wieder? Die erste halbe Stunde haben seine Sticks jedenfalls überstanden… 🙂 Nach uns ging’s weiter mit LIBIDO FROID. Die sind zwar aus Meersburg, fühlen sich aber musikalisch gesehen eher in Hamburg zu Hause. Deutschrock à la SPORTFREUNDE STILLER, TOCOTRONIC und Konsorten (Ja, Holger!). Frontmann Matthias und seine Kollegen spielten an diesem Abend mit Verstärkung: Es waren Bläser dabei. Und eine Bläserin. Und ein Chello. Da freut sich der Haustechniker! 🙂 An dieser Stelle sei mal gesagt, dass der nette Kerl hinterm Mischpult (leider weiß ich seinen Namen nicht) sehr gute Arbeit geleistet hat! Im Kula wären wir also bestens versorgt – sollten wir uns je mit unserem Mischer Jürgen streiten. Würden wir so was tun? Nö. Zu guter Letzt kamen noch die Konstanzer von SONIC WAVES und gaben groovigen Rock zum besten. Gefiel uns gut! Für uns die beste Combo das Abends! Obwohl die Herren auf der Bühne schon ein paar Jahre älter waren als wir, wirkten ihre Songs frisch und unverbraucht. Zwischendurch hielten wir uns immer mal wieder im Backstageraum auf. Der ist im Kula recht sehenswert! Die Wände sind mit Edding-Zeichnungen vollgemalt und es kleben überall Aufkleber von Bands, die schon mal im Kulturladen gespielt haben. Dazu zählen unter anderem PYOGENESIS, GUANO APES und RAMMSTEIN, also durchaus große Nummern. Auf der Klo-Brille prangt ein Aufkleber von DIE HAPPY. Ebenfalls eine große Nummer – wenngleich seit geraumer Zeit um einen großartigen Menschen ärmer. Gott sei Dank, müssen wir da sagen… Nach dem Gig von SONIC WAVES war Schluss mit Live-Mucke. Das Publikum hatte nun die Möglichkeit per Stimmzettel ihre Favoritenband für das Open See Festival zu wählen. Nach einiger Zeit wurde das Endergebnis bekannt gegeben: BODENSEE UNITED und LIBIDO FROID spielen beim Open See Festival 2006! Herzlichen Glückwunsch! Auch wir waren ganz happy. Wir hatten nämlich nicht mal 10 Leute dabei – haben aber 27 Stimmen bekommen. Falls jemand von unseren Anhängern den Heimvorteil der anderen Bands beklagen sollte: Das wissen die betreffenden Combos selber. Fairerweise solltet ihr jedoch sehen, dass auch wir in anderen Städten (ich denke da zum Beispiel an Riedlingen) schon von unserem Heimvorteil profitiert haben – diesmal waren halt wir die Auswärtigen. Uns hat’s trotzdem großen Spaß gemacht bei der Vorausscheidung im Kula mitzuspielen! Nachdem unser Equipment wieder in den Autos war (wir hatten diesmal unsere komplette Backline dabei), sagten wir zu einige Leuten „Tschüss“ und düsten los. Nicht etwa nach Hause, sondern mit dem Thimo nach München. Dort sollten wir nämlich am nächsten Morgen in der SAE (das ist eine Schule für Tontechniker etc.) einen Song für Thimos Kollegen Andi aufnehmen. Der Andi braucht diesen Song für seine Diplomarbeit. Wir fuhren also nach München und hatten unterwegs großen Spaß. Jojo und Thimo fuhren. Nippel und Sédon versuchten die beiden mit blödem Geschwätz wach zu halten. War absolut kein Problem! 🙂 Viel eher ein Problem war, dass wir erst um 5.00 Uhr in Thimos Münchner Wohnung ankamen und um 7.30 schon der Wecker klingelte. Trotz Schlafmangel brachten wir die Produktion des Songs „Daydream Diary“ gut über die Bühne. Beim Heimfahren warf Sédon mit Keksen auf Jojos Karre und es wurde gelacht und überholt und geschrieen und gehupt und getankt und ich merke grad, dass das alles gar nicht mehr in diesen Gig Review gehört… 😉 Für eine schönen Abend im Kula bedanken wir uns und grüßen folgende Menschen herzlich: Klaas und die anderen Organisatoren, Bautz, Simon, Flo, 3x Stefan (!), Fabian, Alex, Moni, Nadja, die anderen Bands, die Haustechniker und alle, die uns zugehört und vielleicht sogar für uns gestimmt haben. Es war ein wunderschöner 100. Gig für uns! Wir hoffen dass wir auch die 200 erreichen und dass ihr da auch alle mit dabei seid! Ihr und noch viele mehr… „Bautz!“